Beerdigungskosten – müssen die Erben immer bezahlen?

News vom 27. März 2019

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In erster Linie haben die Erben die Beerdigungskosten zu tragen.
In erster Linie haben die Erben die Beerdigungskosten zu tragen.

§ 1968 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ist einer der kürzesten Paragraphen. Er besteht nur aus einem kurzen Satz: „Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.“ Aber ist es wirklich so einfach, wie diese Vorschrift vermuten lässt? Zahlreiche Urteile u. a. der Sozial- und Verwaltungsgerichtsbarkeit scheinen vom Gegenteil zu zeugen. Es ist an der Zeit für einen kleinen Überblick zum Thema Beerdigungskosten.

Beerdigungskosten sind Nachlassverbindlichkeiten

Zum Lebensabend kommen Fragen auf, die bislang kaum eine Rolle spielten: Wie möchte ich beerdigt werden? Je nach Art und Ort der Bestattung und der Gestaltung der Beerdigung variieren auch die Beerdigungskosten. Sie umfassen nicht nur Sarg bzw. Urne und den Grabstein, sondern auch die Grabgestaltung und -pflege, die Trauerfeier sowie die Friedhofsgebühren, nicht zu vergessen die Kosten für die Einäscherung, das Bestattungsinstitut, Todesanzeigen und Danksagungen.

All diese Beerdigungskosten gehören zu den Nachlassverbindlichkeiten, für die der Erbe nach § 1867 Abs. 1 BGB den Nachlassgläubigern gegenüber haftet. Das heißt, dass die Erben des oder der Verstorbenen sämtliche Bestattungskosten aufkommen müssen. Dabei gibt es eine bestimmte Rangfolge bei der Kostentragungspflicht:

  1. vertragliche Verpflichtung einer Einrichtung/Person, z. B. aufgrund einer Sterbegeldversicherung
  2. Erben nach der gesetzlich geltenden Erbfolge, d. h. zuerst die direkten Verwandten
  3. unterhaltspflichtige Personen
  4. öffentlich-rechtlich verpflichtete Institutionen

§ 1968 BGB spielt vor allem dann eine Rolle, wenn Dritte (z. B. die Kommune) anstelle der Erben die Beerdigungskosten bezahlt haben. Diese können eine Kostenerstattung von den Erben verlangen.

Allerdings ist dieser Paragraph auch nicht zwingend. Der Verstorbene kann zu Lebzeiten jemanden bestimmen, der seine Beerdigung regeln und diese bezahlen soll. Allerdings ist es dann auch sinnvoll, ihm einen entsprechend großen Vermögensanteil zu vererben, sodass dieser das Erbe trotzdem antritt.

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Erbe ausgeschlagen – wer zahlt nun die Beerdigungskosten?

Wie soll ich die Beerdigungskosten bezahlen? Arbeitslose und Hartz-4-Empfänger können eine Sozialbestattung beantragen.
Wie soll ich die Beerdigungskosten bezahlen? Arbeitslose und Hartz-4-Empfänger können eine Sozialbestattung beantragen.

Vor allem bei einer Überschuldung des Nachlasses, also wenn der Verstorbene ausschließlich Schulden hinterlassen hat, werden die potentiellen Erben eher dazu neigen, das Erbe auszuschlagen. Sie gehen oft irrtümlich davon aus, dass sie dann auch die Beerdigungskosten nicht übernehmen müssen.

Trotz Ausschlagung des Erbes kann es passieren, dass Geschwister, Neffen, Nichten oder andere Verwandte zur Zahlung dieser Kosten herangezogen werden. Nur wenn alle Erben das Erbe ausschlagen, greift die gesetzliche Erbenhaftung für die Beerdigungskosten nach § 1953 Abs. 1 BGB nicht mehr ein.

Wie kann ich die Beerdigung finanzieren?

Für Menschen, die die Beerdigungskosten nicht so ohne weiteres bezahlen können, bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

  • Ratenzahlungsvereinbarung mit dem Bestattungsinstitut
  • Darlehen bei der Bank – eine ausreichende Bonität vorausgesetzt
  • Mittellose können Sozialbestattung beantragen
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