Unternehmensinsolvenz: Was tun, wenn Unternehmen pleite sind?

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Das Wichtigste zur Unternehmensinsolvenz

  1. Die Unternehmensinsolvenz wird offiziell Regelinsolvenz genannt.
  2. Ein Unternehmen muss die Insolvenz anmelden, wenn Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung besteht.
  3. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird das Unternehmen entweder aufgelöst, verkauft oder saniert.

Detaillierte Infos zur Unternehmensinsolvenz

Insolvenz des Arbeitgebers Schutzschirmverfahren Unternehmenssanierung

Was ist eine Unternehmensinsolvenz? Eine Definition

Wann ist ein Unternehmen verpflichtet, sich insolvent zu melden? Das ist bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung der Fall.

Wann ist ein Unternehmen verpflichtet, sich insolvent zu melden? Das ist bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung der Fall.

In Deutschland gibt es zwei unterschiedliche Formen der Insolvenz: die Verbraucher- und die Regelinsolvenz. Erstere wird umgangssprachlich meist Privatinsolvenz genannt und kommt laut Insolvenzrecht nur für Personen in Betracht, die nicht selbstständig tätig sind. Wer in der Vergangenheit selbstständig war, darf die Privatinsolvenz nur dann durchlaufen, wenn er weniger als 20 Gläubiger hat und gegen ihn keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen.

Die Regelinsolvenz ist im Alltag eher als Firmen- oder Unternehmensinsolvenz bekannt. Wie der Name schon sagt, ist diese Form der Insolvenz den Unternehmen vorbehalten. Hierzu gehören unter anderem die folgenden Unternehmensformen:

  • GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
  • AG (Aktiengesellschaft)
  • Einzelunternehmen
  • OHG (Offene Handelsgesellschaft)
  • KG (Kommanditgesellschaft)
  • GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
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Ziel der Unternehmerinsolvenz ist es, dass die Forderungen der Gläubiger befriedigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Das Unternehmen kann zum einen aufgelöst und sein Vermögen vom Insolvenzverwalter verwertet werden. Zum anderen kann es saniert oder verkauft werden. Die Erträge, die nach der Sanierung bzw. durch den Verkauf erwirtschaftet werden, gehen dann an die Gläubiger.

Wann ist die Insolvenz für ein Unternehmen unumgänglich?

Eine Unternehmensinsolvenz muss rechtzeitig angemeldet werden. Behalten Sie deshalb stets den Überblick über die wirtschaftliche Lage.

Eine Unternehmensinsolvenz muss rechtzeitig angemeldet werden. Behalten Sie deshalb stets den Überblick über die wirtschaftliche Lage.

Wann eine Unternehmensinsolvenz angemeldet werden muss, ist in der Insolvenzordnung (InsO) genau festgelegt. Die folgenden drei Eröffnungsgründe werden unterschieden:

  1. Zahlungsunfähigkeit
  2. Drohende Zahlungsunfähigkeit
  3. Überschuldung

Auch die genauen Definitionen dieser Begriffe sind der InsO zu entnehmen. Laut § 17 Abs. 2 InsO liegt eine Zahlungsunfähigkeit vor, wenn ein Unternehmen nicht dazu in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. In der Regel wird eine Zahlungsunfähigkeit angenommen, wenn die Zahlungen eingestellt wurden.

Von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit wird gemäß § 18 Abs. 2 InsO gesprochen, wenn davon auszugehen ist, dass der Schuldner nicht dazu in der Lage sein wird, seine bestehenden Zahlungspflichten pünktlich zum Zeitpunkt deren Fälligkeit zu erfüllen.

Zuletzt ist die Überschuldung einer der Gründe, wegen denen eine Unternehmensinsolvenz angemeldet werden muss. Ein Unternehmen ist laut § 19 Abs. 2 InsO überschuldet, wenn sein Vermögen die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt. Ausnahmen bestehen, wenn die Fortführung des Unternehmens als überwiegend wahrscheinlich angesehen werden kann.

Bei einer Privatinsolvenz werden nicht so strenge Maßstäbe angesetzt. Eine überschuldete oder zahlungsunfähige Privatperson kann die Insolvenz anmelden, muss es aber nicht. Die Insolvenzverschleppung, auf die wir im nächsten Abschnitt eingehen, gibt es hier im Gegensatz zur Unternehmensinsolvenz nicht.

Was passiert, wenn ein Unternehmen keine Insolvenz anmeldet?

Unternehmen sind dazu verpflichtet, rechtzeitig einen Insolvenzantrag zu stellen, wenn es zur Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung kommt. Laut § 15 a Abs. 1 InsO gilt in diesem Zusammenhang Folgendes:

Wird eine juristische Person zahlungsunfähig oder überschuldet, haben die Mitglieder des Vertretungsorgans oder die Abwickler ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, einen Eröffnungsantrag zu stellen.

Wird die Unternehmensinsolvenz nicht rechtzeitig angemeldet, machen sich Firmen der Insolvenzverschleppung schuldig. Um dies zu vermeiden, ist es nötig, dass die Verantwortlichen in regelmäßigen Abständen Informationen über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens einholen.

Wird die Unternehmensinsolvenz verschleppt, stellt dies eine Straftat dar. Es droht laut § 15 a Abs. 4 InsO eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe. Bei fahrlässigem Vorgehen ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe zu rechnen.
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Gründe für Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Fehler im Management können dazu führen, dass die Insolvenz von einem Unternehmen unumgänglich ist.

Fehler im Management können dazu führen, dass die Insolvenz von einem Unternehmen unumgänglich ist.

Gemäß Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im gesamten Jahr 2017 etwas mehr als 20.000 Firmeninsolvenzen angemeldet. Doch welche Gründe führen eigentlich dazu, dass ein Unternehmen einen Insolvenzantrag stellen muss?

Laut einer Studie der Wirtschaftsauskunftei CRIFBÜRGEL aus dem Jahr 2017 lässt sich häufig nicht ein einziger Auslöser finden. Vielmehr sei es häufig ein Zusammenspiel verschiedener Gründe, die zu einer Unternehmensinsolvenz führen. Dazu gehören besonders häufig die folgenden:

  • neue Aufträge bleiben aus, sie werden storniert oder verschoben
  • zahlungsunfähige Firmen reißen andere Unternehmen in die Insolvenz (Dominoeffekt)
  • Fehler im Management
  • fehlende Unternehmensplanung
  • unzureichendes bzw. fehlendes Debitorenmanagement (Zusammenarbeit mit Schuldnern)
Oft muss es gar nicht bis zur endgültigen Insolvenz kommen. Wenn die Verantwortlichen rechtzeitig handeln, können sie Unternehmen noch im Schutzschirmverfahren sanieren.

Unternehmensinsolvenz: Welcher Ablauf ist vorgegeben?

Der Antrag der Unternehmensinsolvenz kann entweder vom Schuldner oder von einem Gläubiger gestellt werden. Ansprechpartner ist hierbei das zuständige Insolvenzgericht. Die folgenden Unterlagen müssen dabei eingereicht werden:

Die Unternehmensinsolvenz kann dazu führen, dass die Firma aufgelöst wird.

Die Unternehmensinsolvenz kann dazu führen, dass die Firma aufgelöst wird.

Das Gericht prüft anschließend, ob alle Voraussetzungen dafür erfüllt werden, damit das Unternehmen das Insolvenzverfahren durchlaufen kann. Dazu gehört es, dass die Kosten für das Verfahren gedeckt sind und dass tatsächlich einer der oben genannten Eröffnungsgründe vorliegt.

Bis das Gericht seine Entscheidung trifft, ist es dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um dafür zu sorgen, dass sich die Vermögenslage des Schuldners nicht so verändert, dass dies für die Gläubiger nachteilig wird. Hierzu kann unter anderem ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt werden.

Es folgt das eigentliche Insolvenzverfahren. Entweder wird dabei ein Insolvenzverwalter eingesetzt, welcher die Kontrolle über das Unternehmen erhält, oder aber die Insolvenz findet in Eigenverwaltung statt. Im Anschluss wird geprüft, ob das Unternehmen vom Insolvenzverwalter bzw. dem Management gerettet – also saniert- werden kann oder ob es aufgelöst bzw. verkauft wird.

Viele Betroffene mögen sich fragen, welche Dauer für ein Insolvenzverfahren für Unternehmen angesetzt wird. Eine pauschale Antwort lässt sich hier allerdings nicht geben. Im Gegensatz zur Privatinsolvenz ist keine feste Dauer festgelegt. Vielmehr kommt es darauf an, wie viele Gläubiger involviert sind, wie groß die Firma ist und welche Struktur sie besitzt. In schwierigen Fällen kann das gesamte Insolvenzverfahren teilweise bis zu zehn Jahre dauern.
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