Unternehmensinsolvenz: Was tun, wenn Unternehmen pleite sind?

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Das Wichtigste zur Unternehmensinsolvenz

Was für eine Art Insolvenzverfahren ist die Unternehmensinsolvenz?

Die Unternehmensinsolvenz wird offiziell Regelinsolvenz genannt. Sie steht vor allem Unternehmen, Freiberuflern und Selbstständigen offen.

Wann sind Unternehmen verpflichtet, Insolvenz anzumelden?

Ein Unternehmen muss die Insolvenz anmelden, wenn Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung besteht.

Was passiert in der Unternehmensinsolvenz?

Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird das Unternehmen entweder aufgelöst, verkauft oder saniert.

Detaillierte Infos zur Unternehmensinsolvenz

Insolvenz des Arbeitgebers Schutzschirmverfahren Unternehmenssanierung Insolvenz in EigenverwaltungInsolvenz einer GmbHSanierungsgewinn

Für wen kommt die Unternehmensinsolvenz in Frage?

Wann ist ein Unternehmen verpflichtet, sich insolvent zu melden? Das ist bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung der Fall.
Wann ist ein Unternehmen verpflichtet, sich insolvent zu melden? Das ist bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung der Fall.

Das deutsche Insolvenzrecht unterscheidet zwei Arten der Insolvenz. Zum einen gibt es die Verbraucherinsolvenz, die umgangssprachlich eher als Privatinsolvenz bekannt ist. Sie kommt laut Insolvenzrecht nur für Personen in Betracht, die nicht selbstständig tätig sind. Wer in der Vergangenheit selbstständig war, darf die Privatinsolvenz nur dann durchlaufen, wenn er weniger als 20 Gläubiger hat und er keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen mehr begleichen muss.

Zum anderen gibt es die Regelinsolvenz. Sie ist im Alltag eher als Firmen- oder Unternehmensinsolvenz bekannt. Wie der Name schon sagt, ist diese Form der Insolvenz den Unternehmen vorbehalten. Hierzu gehören unter anderem die folgenden Unternehmensformen:

  • GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung)
  • AG (Aktiengesellschaft)
  • Einzelunternehmen
  • OHG (Offene Handelsgesellschaft)
  • KG (Kommanditgesellschaft)
  • GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)
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Ziel der Unternehmerinsolvenz laut Definition ist es, dass die Forderungen der Gläubiger befriedigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Das Unternehmen kann zum einen aufgelöst und sein Vermögen vom Insolvenzverwalter verwertet werden. Zum anderen kann es saniert oder verkauft werden. Die Erträge, die nach der Sanierung bzw. durch den Verkauf erwirtschaftet werden, gehen dann an die Gläubiger.

Wann ist die Insolvenz für ein Unternehmen unumgänglich?

Eine Unternehmensinsolvenz muss rechtzeitig angemeldet werden. Behalten Sie deshalb stets den Überblick über die wirtschaftliche Lage.
Eine Unternehmensinsolvenz muss rechtzeitig angemeldet werden. Behalten Sie deshalb stets den Überblick über die wirtschaftliche Lage.

Wann eine Unternehmensinsolvenz angemeldet werden muss, legt die Insolvenzordnung – kurz InsO – genau fest. Die folgenden drei Eröffnungsgründe werden unterschieden:

  1. Überschuldung
  2. Drohende Zahlungsunfähigkeit
  3. Zahlungsunfähigkeit

Auch die genauen Definitionen dieser Begriffe können der InsO entnommen werden. Gemäß § 17 Abs. 2 InsO liegt eine Zahlungsunfähigkeit unter folgenden Umständen vor:

Der Schuldner ist zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Zahlungsunfähigkeit ist in der Regel anzunehmen, wenn der Schuldner seine Zahlungen eingestellt hat.

Wann eine drohende Zahlungsunfähigkeit vorliegt, legt § 18 Abs. 2 InsO fest. Ist davon auszugehen, dass der Schuldner aller Voraussicht nach seine bestehenden Zahlungspflichten nicht pünktlich zum Zeitpunkt deren Fälligkeit erfüllen kann, dann droht die Zahlungsunfähigkeit.

Zuletzt ist die Überschuldung einer der Gründe, wegen denen eine Unternehmensinsolvenz angemeldet werden muss. Ein Unternehmen ist gemäß § 19 Abs. 2 InsO überschuldet, wenn die bestehenden Verbindlichkeiten nicht vom Vermögen gedeckt werden. Ausnahmen bestehen, wenn die Fortführung des Unternehmens als überwiegend wahrscheinlich angesehen werden kann.

Bei einer Privatinsolvenz werden nicht so strenge Maßstäbe angesetzt. Eine überschuldete oder zahlungsunfähige Privatperson kann die Insolvenz anmelden, muss es aber nicht. Die Insolvenzverschleppung, auf die wir im nächsten Abschnitt eingehen, gibt es hier im Gegensatz zur Unternehmensinsolvenz nicht.

Was passiert, wenn ein Unternehmen keine Insolvenz anmeldet?

Unternehmen sind dazu verpflichtet, rechtzeitig einen Insolvenzantrag zu stellen, wenn es zur Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung kommt. Laut § 15 a Abs. 1 InsO gilt in diesem Zusammenhang Folgendes:

Wird eine juristische Person zahlungsunfähig oder überschuldet, haben die Mitglieder des Vertretungsorgans oder die Abwickler ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, einen Eröffnungsantrag zu stellen.

Meldet ein Verantwortlicher die Unternehmensinsolvenz nicht zum korrekten Zeitpunkt an, obwohl ein Insolvenzgrund vorliegt, machen sich Firmen der Insolvenzverschleppung schuldig. Um dies zu vermeiden, ist es nötig, dass die Verantwortlichen in regelmäßigen Abständen Informationen über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens einholen.

Wird die Unternehmensinsolvenz verschleppt, stellt dies eine Straftat dar. Es droht laut § 15 a Abs. 4 InsO eine Geldstrafe oder eine bis zu drei Jahre lange Freiheitsstrafe. Bei fahrlässigem Vorgehen ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe zu rechnen.
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In welchen Situationen kommt es zu einer Unternehmensinsolvenz?

Fehler im Management können dazu führen, dass die Insolvenz von einem Unternehmen unumgänglich ist.
Fehler im Management können dazu führen, dass die Insolvenz von einem Unternehmen unumgänglich ist.

Gemäß Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im gesamten Jahr 2017 etwas mehr als 20.000 Firmeninsolvenzen angemeldet. Doch welche Gründe führen zu Unternehmensinsolvenzen in Deutschland?

Laut einer Studie der Wirtschaftsauskunftei CRIFBÜRGEL aus dem Jahr 2017 lässt sich häufig nicht ein einziger Auslöser finden. Vielmehr sei es häufig ein Zusammenspiel verschiedener Gründe, die zu einer Unternehmensinsolvenz führen. Dazu gehören besonders häufig die folgenden:

  • neue Aufträge bleiben aus, sie werden storniert oder verschoben
  • zahlungsunfähige Firmen reißen andere Unternehmen in die Insolvenz (Dominoeffekt)
  • Fehler im Management
  • fehlende Unternehmensplanung
  • unzureichendes bzw. fehlendes Debitorenmanagement (Zusammenarbeit mit Schuldnern)
Oft muss es gar nicht bis zur endgültigen Insolvenz kommen. Wenn die Verantwortlichen rechtzeitig handeln, können sie Unternehmen noch im Schutzschirmverfahren sanieren.

Unternehmensinsolvenz: Der Ablauf ist genau vorgegeben

Den Antrag auf Unternehmensinsolvenz kann entweder der Schuldner oder einer der Gläubiger stellen. Alle Unterlagen müssen beim dafür zuständigen Insolvenzgericht eingereicht werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Antragsformular
  • Vermögensverzeichnis
  • Gläubiger- und Schuldnerverzeichnis
Die Unternehmensinsolvenz kann dazu führen, dass die Firma aufgelöst wird.
Die Unternehmensinsolvenz kann dazu führen, dass die Firma aufgelöst wird.

Das Gericht prüft anschließend, ob alle Voraussetzungen dafür erfüllt werden, damit das Unternehmen das Insolvenzverfahren durchlaufen kann. Dazu gehört es, dass die Kosten für das Verfahren gedeckt sind und dass tatsächlich einer der oben genannten Eröffnungsgründe vorliegt.

Bis das Gericht seine Entscheidung trifft, ist es dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, um dafür zu sorgen, dass sich die Vermögenslage des Schuldners nicht so verändert, dass dies für die Gläubiger nachteilig wird. Hierzu kann unter anderem ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt werden.

Es folgt das eigentliche Insolvenzverfahren. Entweder wird dabei ein Insolvenzverwalter eingesetzt, welcher die Kontrolle über das Unternehmen erhält, oder aber die Insolvenz findet in Eigenverwaltung statt. Im Anschluss wird geprüft, ob das Unternehmen vom Insolvenzverwalter bzw. dem Management gerettet – also saniert- werden kann oder ob es aufgelöst bzw. verkauft wird.

Viele Betroffene mögen sich fragen, welche Dauer für ein Insolvenzverfahren für Unternehmen angesetzt wird. Eine pauschale Antwort lässt sich hier allerdings nicht geben. Im Gegensatz zur Privatinsolvenz ist keine feste Dauer festgelegt. Vielmehr kommt es darauf an, wie viele Gläubiger involviert sind, wie groß die Firma ist und welche Struktur sie besitzt. In schwierigen Fällen kann das gesamte Insolvenzverfahren teilweise bis zu zehn Jahre dauern.
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