Firmeninsolvenz – Wenn Unternehmen pleitegehen

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Das Wichtigste zur Firmeninsolvenz

  1. Die Firmeninsolvenz – offiziell Regelinsolvenz genannt – steht unter anderem Einzelunternehmen, Gesellschaften sowie Freiberuflern offen.
  2. Wann ist ein Unternehmen insolvent? Dies ist der Fall, wenn (drohende) Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung gemäß den Bestimmungen der Insolvenzordnung (InsO) vorliegt.
  3. Im Rahmen der Insolvenz wird ein Unternehmen liquidiert oder saniert. Einzelunternehmer, Freiberufler und Selbstständige profitieren unter Umständen von der Restschuldbefreiung.

Was ist eine Unternehmensinsolvenz?

Eine Firmeninsolvenz kann für Unternehmen auch eine Chance zur Sanierung darstellen.

Eine Firmeninsolvenz kann für Unternehmen auch eine Chance zur Sanierung darstellen.

Für Personen, die einen Berg von Schulden angehäuft haben und keine Möglichkeit sehen, diesen aus eigener Kraft abzubauen, ist die Privatinsolvenz häufig die einzige Option, um einen Weg aus den Schulden zu finden. Dieses vereinfachte Insolvenzverfahren steht jedoch nur Privatpersonen offen. Auch ehemalige Selbstständigen, die maximal 19 Gläubiger haben und gegen die keine Forderungen aus der Selbstständigkeit mehr bestehen, können die private Insolvenz durchlaufen.

Für Unternehmen, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, ist laut Insolvenzrecht hingegen die Firmeninsolvenz – offiziell Regelinsolvenz genannt – vorgesehen. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens wird das Unternehmen entweder liquidiert, also aufgelöst, oder aber saniert.

Wann müssen Sie eine Firmeninsolvenz beantragen?

Die InsO legt genau fest, wann sich eine Firma insolvent melden muss. Es gibt folgende drei Eröffnungsgründe für eine Firmeninsolvenz:

  1. Zahlungsunfähigkeit
  2. Drohende Zahlungsunfähigkeit
  3. Überschuldung

Erster allgemeiner Eröffnungsgrund ist die Zahlungsunfähigkeit. Diese liegt laut § 17 Abs. 2 InsO vor, wenn ein Schuldner nicht dazu in der Lage ist, seinen fälligen Zahlungspflichten nachzukommen. Dies ist im Normalfall anzunehmen, wenn er seine Zahlungen eingestellt hat.

Des Weiteren kann auch die drohende Zahlungsunfähigkeit den Eröffnungsgrund für eine Firmeninsolvenz darstellen. Gemäß § 18 Abs. 2 InsO ist dies gegeben, wenn der Schuldner aller Voraussicht nach nicht dazu in der Lage sein wird, seine bestehenden Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen, sobald diese fällig werden.

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Bei juristischen Personen, also etwa Unternehmen, ist ein Insolvenzverfahren auch dann einzuleiten, wenn es zu einer sogenannten Überschuldung kommt. Diese ist in § 19 Abs. 2 InsO näher definiert:

Überschuldung liegt vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt, es sei denn, die Fortführung des Unternehmens ist nach den Umständen überwiegend wahrscheinlich.

Handelt es sich beim betroffenen Unternehmen um eine Kapitalgesellschaft oder eine Personengesellschaft ohne Personenhaftung, besteht folgende Pflicht: Spätestens drei Wochen ab der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung müssen die zuständigen Personen gemäß § 15 a Abs. 1 InsO eine Firmeninsolvenz anmelden. Tun Sie dies nicht, können sie sich der Insolvenzverschleppung schuldig machen. Es droht eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.

Insolvenzverfahren einer Firma: Welcher Ablauf ist vorgesehen?

Firmeninsolvenz: Der Verkauf eines insolventen Unternehmens kann sich unter Umständen lohnen.

Firmeninsolvenz: Der Verkauf eines insolventen Unternehmens kann sich unter Umständen lohnen.

Viele Betroffene mögen sich nun fragen, wie eine Firmeninsolvenz und ihr Ablauf genau geregelt sind. Grundsätzlich sind die folgenden Phasen zu durchlaufen:

  1. Antrag und Eröffnungsverfahren
  2. Insolvenzverfahren
  3. Abschluss des Verfahrens

Der Ablauf von einem Insolvenzverfahren für Unternehmen beginnt mit der Anmeldung. Diese erfolgt beim örtlich zuständigen Amtsgericht, welches als Insolvenzgericht fungiert. Die Zuständigkeit ergibt sich aus dem Sitz des Unternehmens.

Wurde der Antrag auf Firmeninsolvenz gestellt, prüft das zuständige Gericht, ob alle Voraussetzungen erfüllt werden, um die Insolvenz zu eröffnen. Hierzu muss einer der bereits genannten Eröffnungsgründe vorliegen. Des Weiteren muss ausreichend verwertbares Vermögen vorhanden sein, um die Kosten für das Insolvenzverfahren zu decken. Hierzu gehören etwa die Gerichtskosten sowie die Vergütung, die dem Insolvenzverwalter zusteht. Ist dies nicht gegeben, wird der Antrag mangels Masse abgewiesen.

Im eigentlichen Insolvenzverfahren übernimmt dann ein eigens dafür eingesetzter Insolvenzverwalter die Führung des Unternehmens. Das pfändbare, im Unternehmen befindliche, Vermögen wird beschlagnahmt und der Schuldner kann nicht mehr darüber verfügen. Stattdessen geht die Verfügungsbefugnis auf den Insolvenzverwalter über. Eine Alternative besteht darin, eine Insolvenz in Eigenverwaltung zu beantragen.

In dem für die Insolvenz einer Firma festgelegten Ablauf geht es nun darum, das Unternehmen entweder zu liquidieren oder zu sanieren. Wie das genau funktioniert, erklären wir im Folgenden.

Die für die Abwicklung einer Firmeninsolvenz zu erwartende Dauer lässt sich kaum pauschal vorhersagen. Einflussfaktoren sind unter anderem die Größe des Unternehmens sowie die Anzahl der Gläubiger. Anders verhält es sich bei natürlichen Personen, also etwa Selbstständigen. Diese durchlaufen nach dem eigentlichen Insolvenzverfahren die sogenannte Wohlverhaltensphase, an deren Ende die Restschuldbefreiung steht. Diese Phase dauert in der Regel sechs Jahre, kann jedoch auch auf drei oder fünf Jahre verkürzt werden.

Liquidation oder Sanierung: Kann ein Unternehmen noch gerettet werden?

Insolvenz anmelden: Einzelunternehmen & Co müssen sich ans Insolvenzgericht wenden.

Insolvenz anmelden: Einzelunternehmen & Co müssen sich ans Insolvenzgericht wenden.

Wie sich der für ein Insolvenzverfahren für ein Unternehmen zu erwartende Ablauf gestaltet, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Von großer Bedeutung ist die Entscheidung, ob die Firma aufgelöst oder gerettet werden kann bzw. soll.

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Das Verfahren kann das Ziel haben, das Vermögen von Insolvenzfirmen zu veräußern und den Erlös an die Gläubiger zu verteilen. Diese Schritte werden vom Insolvenzverwalter durchgeführt. Er kündigt sämtliche bestehenden Verträge und zum Schluss der Firmeninsolvenz wird das Unternehmen aus dem Handelsregister gelöscht.

Der Insolvenzverwalter kann jedoch auch auf verschiedenen Wegen eine Sanierung vornehmen. Die insolvente Firma zu verkaufen ist dabei eine Möglichkeit. Des Weiteren besteht die Option, dass er einen Insolvenzplan aufstellt. In einem solchen Plan werden Maßnahmen festgelegt, die dazu dienen sollen, das Unternehmen zu retten.

Soll kein Insolvenzverwalter das Ruder in die Hand nehmen, besteht oftmals auch die Möglichkeit, eine Firmeninsolvenz in Eigenverwaltung durchzuführen, z. B. im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens. In diesem Fall bleibt die ursprüngliche Verwaltung weiter handlungsfähig und setzt die in einem Sanierungskonzept festgelegten Maßnahmen durch. Ein sogenannter Sachverwalter wird den Verantwortlichen hierbei an die Seite gestellt, der die Verantwortlichen überwacht.

Insolvenz bei Einzelunternehmen: Eine Privatinsolvenz ist für diese in der Regel nicht möglich. Ein privates Insolvenzverfahren können nur Privatpersonen sowie ehemalige Selbstständige, die maximal 19 Gläubiger haben, durchlaufen. Allerdings ist bei der Insolvenz einer Einzelfirma im Gegensatz zu anderen Unternehmen Folgendes zu beachten: Einzelunternehmer können eine Restschuldbefreiung erreichen. Allerdings haften sie auch vollumfänglich mit ihrem Privatvermögen.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (71 Bewertungen, Durchschnitt: 4,10 von 5)
Loading...
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

13 Gedanken zu „Firmeninsolvenz – Wenn Unternehmen pleitegehen

  1. Claudia

    Muss der jenige sofort eine Haftstrafe antreten ,wenn er einen vorgeschrieben Betrag nicht bezahlen kann und muss der jenige solange der Insolvenzantrag läuft ,sich jeden Tag bei seinem Insolvenzverwalter melden,kann das sein .
    Oder wenn jetzt ein Bekannter die geforderte Summe bereit ist zu bezahlen und der Antragsteller sitzt des wegen in Haft ,ist es richtig dass man die Summe nur bei der Gefängnis Anstalt bezahlen muss .
    Ich glaube mir wurde von einem Bekannten einen Bären aufgebunden.Kann ein Staatsanwalt ohne Verhandlung eine Haftstrafe anfordern ohne Gerichtsverhandlung ,weil ein Gläubiger sein Geld möchte .
    Das sind viele Fragen aber ich würde mich sehr über Antworten freuen .

    Antworten
  2. Georg H.

    Hallo !
    Der Motorradhändler in S. hat mein Kfz ( Motorrad ) unterschlagen. ( und 10 andere Strafanzeige bekommen )
    Ich habe einen Vertrag über die Vermittlung eines privaten Kfz abgeschlossen. 4000.-Vermittlung waren vereinbart. Den Rest kann die
    Fa. H. behalten. Das Motorrad wurde für 5000.- verkauft. Kaufvertrag habe ich .( Kopie ) Dieses war Okt./ Dez. 2018
    Die Fa. H. gab bis heute nicht die 4000.- Andere Kunden sind auch betrogen worden. Mitte April 2019 wurde jetzt Insolvenz beantragt.
    Ich war auch jetzt auch auf der Polizei und habe einen Strafantrag gemacht.
    Bringt dieses überhaupt etwas .
    So eine kriminelle Energie !
    Danke !

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Georg,

      haben Sie Anzeige erstattet, werden die zuständigen Behörden den Fall prüfen und, falls nötig, entsprechende Maßnahmen einleiten.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  3. Alexander

    Wie viel steht einem insolvent gegeangenem Unternehmer, der ein eingetragener Kaufmann(e. K.) war nach dem Insolvenzverfahren monatlich zu? Mein konkreter Fall ist Anton S. Ich habe im Internet gelesen, dass es 1.028,98 Euro sein sollen, habe dafür aber keinen Beleg gefunden.
    Danke für Ihre Antwort

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Alexander,

      das kommt auf den jeweiligen Einzelfall an.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  4. Seb

    Wenn ein Unternehmer mehrere GmbHs hat und er in einer von denen Insolvenz anmeldet, wie verhält das sich dann mit den anderen Firmen? Kann er über diese ganz normal weiter verfügen?
    Und wie ist es wenn man dem Unternehmer Nachweisen kann, dass er das eine Unternehmen absichtlich in die Insolvenz getrieben hat?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Seb,

      bei der GmbH ist es so geregelt, dass das Privatvermögen der Gesellschafter unberührt bleibt. Auch die anderen Unternehmen sollten hier im Regelfall keine Rolle spielen. Wird eine Insolvenz absichtlich herbeigeführt, so kann dies strafbar sein.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  5. Seb

    Was passiert denn, wenn man sich ein Insolvenzverfahren nicht mehr leisten kann und es wegen ‘Mangelnder Masse abgewiesen’ wird?

    Antworten
  6. Theo

    ich frage mich was wäre wenn zBsp.

    Unternehmer A hat ein eigenes Unternehmen (Einzelpersonen Unternehmen) und hat 50% an einer GmbH. Jetzt ist er mit seinem eigenen Unternehmen zahlungsunfähig und muss Insolvenz anmelden. Was passiert mit seinen Anteilen an der GmbH? Hat das dort Auswirkungen?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Theo,

      das kommt unter anderem darauf an, ob die Anteile zu seinem Privatvermögen oder dem Vermögen des anderen Unternehmens gezählt werden und inwiefern er mit seinem Vermögen haftet.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  7. Simon

    Sehr geehrtes Steuerberatungs-Team,
    ich habe eine Frage zu den Möglichkeiten der Verfahrenseinsicht. Mein Team tritt sozusagen als indirekter Gläubiger auf und ist sich nicht sicher, ob der direkte Gläubiger gegenüber dem Insolvenzverwalter eine korrekte Rechnung eingereicht hat. Es handelt sich um eine Vereinsinsolvenz und der Vorstand hatte während des Insolvenzverfahrens Arbeiten in Auftrag gegeben, die wir als Dienstleister für die Architekten (Gläubiger) ausgeführt hatten. Mittlerweile ist der Insolvenzverein nicht mehr im Besitz der Immobilie.
    Welche Möglichkeit haben wir Einsciht in das Verfahren zu erhalten? Können wir uns direkt an den Insolvenzverwalter wenden, um die Chance auf die Begleichung unserer Rechnung zu erfragen?
    LG Simon

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.