Die Pfändungsfreigrenze: Wie wird sie bestimmt?

Das Wichtigste zur Pfändungsfreigrenze

  1. Um dem Schuldner ein Existenzminimum zu sichern, legt der Gesetzgeber bestimmte Pfändungsfreibeträge fest.
  2. Die Höhe dieser Grenze richtet sich nach dem bereinigten Nettoeinkommen des Schuldners sowie dessen bestehenden Unterhaltspflichten.
  3. Schuldner können die für sie geltende Pfändungsfreigrenze anhand der Pfändungstabelle ermitteln, die Sie von der Schuldnerberatung ausgehändigt bekommen.

Wie und wo ist die Pfändungsschutzgrenze geregelt?

Wie hoch ist die Pfändungsgrenze? Der Pfändungsfreibetrag ist in § 850c Absatz 1 Satz 1 ZPO geregelt.

Wie hoch ist die Pfändungsgrenze? Der Pfändungsfreibetrag ist in § 850c Absatz 1 Satz 1 ZPO geregelt.

Wenn Gläubiger die Zwangsvollstreckung betreiben und eine Gehaltspfändung beantragen, muss trotzdem sichergestellt werden, dass dem betroffenen Schuldner ein Existenzminimum verbleibt und er seinen Unterhaltspflichten nachkommen kann.

Außerdem soll nicht die Allgemeinheit für dessen Schulden einstehen, indem die verschuldete Person aufgrund der Pfändung auf Sozialleistungen angewiesen ist.

Aus diesen Gründen sieht § 850c Absatz 1 Satz 1 der Zivilprozessordnung sogenannte ZPO einen Pfändungsfreibetrag (auch Pfändungsfreigrenze genannt) vor. In Höhe dieser Beträge ist das Arbeitseinkommen des Schuldners unpfändbar.

Die jeweils aktuelle Pfändungsfreigrenze können Schuldner in der Pfändungstabelle nachsehen, einer Anlage zu § 850c ZPO. Sie legt die jeweils geltende Pfändungsfreigrenze für das monatliche Arbeitseinkommen fest. Diese Tabelle wird amtlich festgelegt und alle zwei Jahre an steigende Lebenshaltungskosten bzw. an die Einkommensentwicklung angepasst.

Die dort festgeschriebenen Beträge stehen dem Schuldner zur freien Verfügung, um seine laufenden Lebenshaltungskosten für Essen, Miete, Strom usw. abzudecken.

Gläubiger bzw. der Gerichtsvollzieher dürfen nur das Einkommen pfänden, das oberhalb dieser Grenze liegt.

Pfändungsfreibetrag berechnen – Wie hoch ist der jeweilige Pfändungsfreibetrag?

Und wie hoch ist die Pfändungsgrenze im Einzelfall? Die Pfändungsschutzgrenze bzw. der Betrag des unpfändbaren Einkommens hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Zunächst ist die Höhe des bereinigten Nettoeinkommens des Schuldners ausschlaggebend.
  • Auch die Frage, gegenüber wie vielen Personen der Schuldner gesetzlich zum Unterhalt verpflichtet ist, beeinflusst die Pfändungsfreigrenze. Wenn Sie verheiratet sind und Kinder haben, gilt für Sie ein anderer Betrag als für Alleinstehende.
Die Pfändungsfreigrenze gilt auch bei Privatinsolvenz. Auch insolventen Schuldnern soll ein gewisser Betrag zur Sicherung seiner Existenz und verbleiben und damit er weiterhin seinen Unterhaltspflichten nachkommen kann.

Wie hoch ist die Pfändungsfreigrenze für Renter? Und wie hoch ist die Pfändungsfreigrenze für ein Ehepaar? Welcher Pfändungsfreibetrag steht mir mit Kind zu? All diese Fragen lassen sich nicht pauschal beantworten. Vielmehr müssen Sie hierfür das dem Freibetrag zugrunde liegende Nettoeinkommen ermitteln.

Können Betroffene die Pfändungsfreigrenze erhöhen?

Schuldner, die von einer Pfändung betroffen sind, können den Pfändungsbeitrag erhöhen, sodass ihnen mehr Geld verbleibt als nur der Grundbetrag.

Eine Erhöhung der Pfändungsgrenze ist in folgenden Fällen möglich:

  • Die Pfändungsfreigrenze steigt, wenn Unterhalt gezahlt werden muss oder gezahlt wird.
  • Auch wenn der Schuldner Kindergeld annimmt, kann der Freibetrag erhöht werden.
  • Dies gilt auch bei einer Bedarfsgemeinschaft, wenn der Schuldner nach den sozialrechtlichen Regelungen Leistungen für Personen annimmt, denen gegenüber er nicht unterhaltspflichtig ist oder
  • wenn der Schuldner z. B. für die Kosten einer Klassenfahrt einmalige Sozialleistungen erhält.
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