Dank P-Konto-Bescheinigung den Pfändungsschutz erhöhen

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 6. November 2020

Das Wichtigste zur P-Konto-Bescheinigung nach § 850k Abs. 5 ZPO

Wie kann ich auf meinem P-Konto den Freibetrag erhöhen?

Hierfür müssen Sie Ihrer Bank eine entsprechende Bescheinigung vorlegen. Mit Hilfe dieses Nachweises können Sie die Pfändungsschutzgrenze von Ihrem P-Konto erhöhen.

Wo erhalte ich eine solche P-Konto-Bescheinigung?

Das kommt darauf an, welche Art von Betrag geschützt werden soll. Ansprechpartner können Jugendamt, Familienkasse, Jobcenter, Schuldnerberatungsstelle oder Sozialamt sein. Leistungsbescheide dienen zusätzlich als Nachweis.

Was kann ich tun, wenn die Bank die Bescheinigung nicht anerkennt?

In diesem Fall können Sie sich an das zuständige Vollstreckungsgericht wenden. Auf entsprechenden Nachweis erlässt dieses einen Beschluss, der bei der Bank vorgelegt werden muss.

Wichtiger Hinweis: Weiterentwicklung des Pfändungsschutzkontos

Im Oktober 2020 hat der Bundestag beschlossen, den Pfändungsschutz auf dem P-Konto per Gesetz auszubauen. Nun hat auch der Bundesrat der Neuregelung zugestimmt, sodass das Gesetz nun vom Bundespräsidenten unterzeichnet werden kann. Es enthält insbesondere folgenden Neuerungen:
  • erweiterte Ansparmöglichkeiten auf dem Pfändungsschutzkonto
  • erleichterter Zugang zu P-Konto-Bescheinigungen
Das Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten (Stand: 6.11.2020).

Welche Funktion hat das Pfändungsschutzkonto?

Mit einer entsprechenden P-Konto-Bescheinigung bleibt Ihnen bei einer Kontopfändung mehr Geld zur Verfügung.
Mit einer entsprechenden P-Konto-Bescheinigung bleibt Ihnen bei einer Kontopfändung mehr Geld zur Verfügung.

Kommen Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nach, können die Gläubiger unter gewissen Voraussetzungen die Durchführung von Zwangsvollstreckungsmaßnahmen beantragen. Neben der Lohnpfändung setzen Gläubiger häufig auf die Kontopfändung. Sie erhalten dann Zugriff auf das Konto des Schuldners.

Damit ihr Konto nicht leergeräumt wird und sie plötzlich mittellos dastehen, haben Betroffene die Möglichkeit, ein Pfändungsschutzkonto – kurz P-Konto genannt – einrichten zu lassen. Auf diesem ist ein Grundfreibetrag von mindestens 1.133,80 Euro pro Monat geschützt. Nur Beträge, die darüber liegen, unterliegen der Kontopfändung.

Wann benötigen Sie eine Bescheinigung für das Pfändungsschutzkonto?

Es gibt jedoch Situationen, in denen reicht der Freibetrag nicht zum Leben aus. Des Weiteren gibt es bestimmte Beträge und Leistungen, die nicht gepfändet werden dürfen. Die Bank schützt diese jedoch nicht automatisch. Vielmehr müssen Schuldner bei der Kontopfändung selbst tätig werden.

Es besteht die Möglichkeit, dass der Grundfreibetrag für das P-Konto dank einer Bescheinigung erhöht wird. Sind Sie beispielsweise anderen Personen zu Unterhalt verpflichtet, erhöht sich der Pfändungsschutz.

Gehen auf Ihrem Konto Sozialleistungen für andere Mitglieder Ihrer Bedarfsgemeinschaft ein, so können auch diese vor der Pfändung geschützt werden. Des Weiteren kann mit einer P-Konto-Bescheinigung auch eine Einmalzahlung vom Jobcenter oder dem Sozialamt der Kontopfändung entzogen werden. Gesetzliche Grundlage ist hierbei § 850k der Zivilprozessordnung (ZPO).

Wo erhalten Sie eine P-Konto-Bescheinigung?

Bei manchen Anwälten können Sie eine P-Konto-Bescheinigung online beantragen. Das bringt jedoch Kosten mit sich!
Bei manchen Anwälten können Sie eine P-Konto-Bescheinigung online beantragen. Das bringt jedoch Kosten mit sich!

Doch wo erhalten Sie für die Erhöhung des Freibetrages von Ihrem Pfändungsschutzkonto eine solche Bescheinigung? Sie haben verschiedene Möglichkeiten. Erhalten Sie Sozialleistungen, die geschützt werden sollen, reicht in der Regel der Leistungsbescheid als P-Konto-Bescheinigung aus.

Es besteht jedoch auch die Option, dass Sie beim Jobcenter oder Sozialamt einen entsprechenden Nachweis beantragen. Möchten Sie Kindergeld schützen lassen, erhalten Sie eine P-Konto-Bescheinigung bei der Familienkasse. Doch auch der offizielle Kindergeldbescheid dient als Nachweis.

Zusätzlich können Sie sich an Schuldnerberatungsstellen, Anwälte oder Steuerberater wenden, um eine Bescheinigung nach § 850k Abs. 5 ZPO zu erhalten. Egal, von welcher Stelle die P-Konto-Bescheinigung ausgestellt wurde: Diese müssen Sie dann bei der Bank vorlegen, die den Pfändungsschutz dann erhöht.

Es gibt jedoch Fälle, in denen die Bank die Bescheinigung nicht akzeptiert oder sich eine Stelle weigert, einen Nachweis auszustellen. Bei einer Kontopfändung haben Sie dann noch die Option, sich an das zuständige Vollstreckungsgericht zu wenden. Dieses kann einen Beschluss erlassen, welches den Grundfreibetrag in Ihrem Fall erhöht. Der Beschluss dient als P-Konto-Bescheinigung, die dann bei der Bank vorgelegt werden kann.

Ist die Ausstellung einer P-Konto-Bescheinigung immer kostenlos? Das kommt darauf an, an wen Sie sich wenden. Bei Behörden, Ämtern und gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen entstehen keine Kosten. Anders verhält es sich jedoch, wenn Sie sich an einen Anwalt, Steuerberater oder eine gewerbliche Schuldnerberatung wenden. Diese berechnen für die Ausstellung einer nach § 850k ZPO erstellten Bescheinigung in der Regel gewisse Gebühren.

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Dank P-Konto-Bescheinigung den Pfändungsschutz erhöhen
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4 Gedanken zu „Dank P-Konto-Bescheinigung den Pfändungsschutz erhöhen

  1. Ralf

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe eine Frage bezüglich der Erhöhung des pfändbaren Freibetrages. Ich bin freiberuflicher Webdesigner und Dozent bei mehreren Bildungsträgern. Neben meiner Miete und den Nebenkosten habe ich auch meine Krankenkassen- und Sozialversicherungsbeiträge selbst zu zahlen. Alles zusammen macht bereits mehr als die Hälfte des Freibetrages aus. Wo und wie kann ich dafür eine kostenlose P-Konto-Bescheinigung bekommen.

    Viele Grüße

    Ralf

    Antworten
    1. Ralph

      Bei anwalt -kg.de per E-Mail,wahrscheinlich als PDF Datei zum ausdrucken,was man dann seiner Bank zusckicken kann !
      Ist bei den meisten Banken kein Problem !?
      Viele Grüße
      Ralph

      Antworten
  2. Guhmann

    Habe bei einer privaten Schuldnerberatung 2018
    Privatinsolvenz gemacht.
    Nun brauche ich eine neue Bescheinigung für das P Konto das ich gegenüber meiner Frau unterhaltspflichtig bin.
    Habe per Email darum gebeten auch das ich Sie persönlich abholen könnte.
    Jetzt soll ich 60 € dafür zahlen, da sie einen Anwalt beauftragen müsste.
    Meine Frage ist das so rechtens ich zahle das auf jeden Fall nicht.
    In meinen Augen ist das Abzocke.

    Antworten

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