Dank P-Konto-Bescheinigung den Pfändungsschutz erhöhen

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 21. Juli 2022

Das Wichtigste zur P-Konto-Bescheinigung nach § 850k Abs. 5 ZPO

Wie kann ich auf meinem P-Konto den Freibetrag erhöhen?

Um den Pfändungsschutzgrenze auf Ihrem P-Konto zu erhöhen, müssen Sie nachweisen, dass Ihnen weitere geschützte Geldbeträge zustehen. Diesen Nachweis erbringen Sie mithilfe einer entsprechenden P-Konto-Bescheinigung, die Sie bei Ihrer Bank vorlegen.

Wo erhalte ich eine solche P-Konto-Bescheinigung?

Sozialleistungsträger wie das Jobcenter und Familienkassen sind verpflichtet, solche Bescheinigungen auszustellen. Weitere Ansprechpartner sind die Schuldnerberatungsstellen, der Arbeitgeber sowie Rechtsanwälte und Steuerberater. Leistungsbescheide dienen zusätzlich als Nachweis.

Was kann ich tun, wenn die Bank die Bescheinigung nicht anerkennt?

In diesem Fall können Sie sich an das zuständige Vollstreckungsgericht wenden. Auf entsprechenden Nachweis erlässt dieses einen Beschluss, den Sie bei der Bank vorlegen können.

Wann benötigen Sie eine Bescheinigung für das Pfändungsschutzkonto?

Mit einer entsprechenden P-Konto-Bescheinigung bleibt Ihnen bei einer Kontopfändung mehr Geld zur Verfügung.
Mit einer entsprechenden P-Konto-Bescheinigung bleibt Ihnen bei einer Kontopfändung mehr Geld zur Verfügung.

Damit ein Schuldner trotz laufender Kontopfändung weiterhin auf sein Bankguthaben zugreifen kann, muss er ein P-Konto einrichten, das einen Grundfreibetrag von 1330,16 Euro pro Monat vor der Pfändung schützt (Stand: 1.7.2022).

Manchmal reicht dieser Betrag aber nicht zum Leben, weil der Schuldner zum Beispiel eine Familie zu versorgen hat. Oder ihm stehen weitere gesetzlich geschützte Geldbeträge zu, die über den oben benannten Grundfreibetrag hinausgehen. In solchen Situationen kann er den Freibetrag für sein P-Konto mithilfe einer Bescheinigung erhöhen lassen.

§ 902 Nr. 1 bis 6 ZPO regelt abschließend, in welchen Fällen eine solche Erhöhung des Freibetrags bescheinigt werden kann. Hierzu gehören insbesondere:

  • bei gesetzlichen Unterhaltsplichten für bis zu fünf Personen
  • Empfang von Sozialleistungen nach dem SGB II, SGB XII oder dem AsylbLG
  • Zahlungen, die den Mehraufwand aufgrund eines Körper- oder Gesundheitsschadens ausgleichen sollen (§ 54 SGB I)
  • Geldleistungen der Stiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“
  • Kindergeld und andere gesetzliche Geldleistungen für Kinder
  • einmalige Sozialleistungen

Wo erhalten Sie eine P-Konto-Bescheinigung?

Bei manchen Anwälten können Sie eine P-Konto-Bescheinigung online beantragen. Das bringt jedoch Kosten mit sich!
Bei manchen Anwälten können Sie eine P-Konto-Bescheinigung online beantragen. Das bringt jedoch Kosten mit sich!

Doch wo erhalten Sie für die Erhöhung des Freibetrages von Ihrem Pfändungsschutzkonto eine solche Bescheinigung?

Sie haben folgende Möglichkeiten:

  1. Erhalten Sie gesetzlich geschützte Sozialleistungen, so reicht in der Regel der Leistungsbescheid als P-Konto-Bescheinigung aus.
  2. Jobcenter, Sozialamt und andere Sozialleistungsträger sind verpflichtet, Menschen, die solche Leistungen beziehen, auf Antrag auch eine P-Konto-Bescheinigung auszustellen. Dasselbe gilt für Familienkassen.
  3. Auch Schuldnerberatungsstellen bescheinigen mitunter geschützte Freibeträge. Sie sind allerdings nicht dazu verpflichtet, diese Nachweise auszustellen.
  4. Der Arbeitgeber kann ebenfalls eine Bescheinigung für das P-Konto erstellen, muss es aber ebenfalls nicht.
  5. Rechtsanwälte und Steuerberater dürfen auch solche Bescheinigungen ausstellen. Allerdings muss der Schuldner dies bezahlen.

Es gibt jedoch Fälle, in denen die Bank die Bescheinigung nicht akzeptiert. Dann können Sie sich an das zuständige Vollstreckungsgericht zu wenden, das den Grundfreibetrag in Ihrem Fall per Beschluss erhöht. Der Beschluss dient als P-Konto-Bescheinigung, den Sie bei der Bank vorlegen.

Ist die Ausstellung einer P-Konto-Bescheinigung immer kostenlos? Das kommt darauf an, an wen Sie sich wenden. Bei Behörden, Ämtern und gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen entstehen keine Kosten. Anders verhält es sich jedoch, wenn Sie sich an einen Anwalt, Steuerberater oder eine gewerbliche Schuldnerberatung wenden. Diese berechnen für die Ausstellung einer nach § 850k ZPO erstellten Bescheinigung in der Regel Gebühren.

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Dank P-Konto-Bescheinigung den Pfändungsschutz erhöhen
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6 Gedanken zu „Dank P-Konto-Bescheinigung den Pfändungsschutz erhöhen

  1. Ralf

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich habe eine Frage bezüglich der Erhöhung des pfändbaren Freibetrages. Ich bin freiberuflicher Webdesigner und Dozent bei mehreren Bildungsträgern. Neben meiner Miete und den Nebenkosten habe ich auch meine Krankenkassen- und Sozialversicherungsbeiträge selbst zu zahlen. Alles zusammen macht bereits mehr als die Hälfte des Freibetrages aus. Wo und wie kann ich dafür eine kostenlose P-Konto-Bescheinigung bekommen.

    Viele Grüße

    Ralf

    1. Ralph

      Bei anwalt -kg.de per E-Mail,wahrscheinlich als PDF Datei zum ausdrucken,was man dann seiner Bank zusckicken kann !
      Ist bei den meisten Banken kein Problem !?
      Viele Grüße
      Ralph

  2. Guhmann

    Habe bei einer privaten Schuldnerberatung 2018
    Privatinsolvenz gemacht.
    Nun brauche ich eine neue Bescheinigung für das P Konto das ich gegenüber meiner Frau unterhaltspflichtig bin.
    Habe per Email darum gebeten auch das ich Sie persönlich abholen könnte.
    Jetzt soll ich 60 € dafür zahlen, da sie einen Anwalt beauftragen müsste.
    Meine Frage ist das so rechtens ich zahle das auf jeden Fall nicht.
    In meinen Augen ist das Abzocke.

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