Was ist Giralgeld und wie entsteht es?

Das Wichtigste zu Giralgeld

Was ist Giralgeld?

Giralgeld, auch als Buchgeld bezeichnet, ist Geld in elektronischer Form, das auf Bankkonten existiert. Es handelt sich nicht um physisches Bargeld, sondern um Einträge in den Datenbanken von Geschäftsbanken. Dieses Geld wird für Transaktionen und Zahlungen genutzt.

Wie entsteht Giralgeld?

Giralgeld entsteht hauptsächlich durch den Prozess der Kreditvergabe und Einlagenannahme von Geschäftsbanken. Wenn eine Bank einem Kunden einen Kredit gewährt, wird Giralgeld geschaffen, indem sie den Kreditbetrag auf das Konto des Kunden bucht. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Was ist der Unterschied zwischen Giralgeld und Bargeld?

Bargeld in Form von Euro-Münzen und Banknoten ist physisch vorhanden, während Giralgeld oder Buchgeld aus digitalen Datensätzen besteht, die von Banken gespeichert werden. Bargeld ist das gesetzliche Zahlungsmittel, aber Buchgeld wird weitgehend als Zahlungsmittel anerkannt und kann in Bargeld umgewandelt werden.

Giralgeld einfach erklärt: Definition

Giralgeld ist elektronisches Geld, das sich in Form von Guthaben auf Ihrem Bankkonto befindet.
Giralgeld ist elektronisches Geld, das sich in Form von Guthaben auf Ihrem Bankkonto befindet.

Jeder weiß, dass es heutzutage mehrere Möglichkeiten zum Bezahlen gibt. Neben Bargeld und Kreditkarten gibt es auch das sogenannte Buchgeld, in der Fachsprache Giralgeld genannt. Aber wie funktioniert Giralgeld? Und welche Bedeutung hat es im Alltag?

Giralgeld ist Geld, das nur in elektronischer Form existiert und auf Bankkonten gespeichert wird. Es handelt sich nicht um physisches Geld wie Münzen oder Scheine, sondern um Einträge in Datenbanken. 

Sie können Giralgeld jederzeit nutzen, um Rechnungen zu bezahlen oder Überweisungen zu tätigen. Zahlungen erfolgen von einem Girokonto auf ein anderes, ohne dass Bargeld im Spiel ist. 

Was ist der Unterschied zwischen Giralgeld und Bargeld?

Das Verhältnis zwischen Giralgeld und Bargeld ist schnell erklärt: Giralgeld oder Buchgeld ist Geld, das nur auf Ihrem Bankkonto existiert. Der Hauptunterschied besteht also darin, dass Giralgeld digital für Überweisungen und andere Transaktionen zur Verfügung steht, während Bargeld aus physischen Geldscheinen und Münzen besteht.

Ein Beispiel: Sie besitzen 20.000 Euro auf Ihrem Konto. Dieser Betrag ist Giralgeld. Nun heben Sie von diesen 20.000 Euro eine bestimmte Summe ab, sagen wir 100 Euro. Die Scheine aus dem Automaten sind natürlich Bargeld. Sie haben Ihr Giral- oder Buchgeld also durch eine Abhebung in Bargeld „verwandelt“.

Elektronisches Geld ist ein gängiges Zahlungsmittel

Streng genommen ist Giralgeld also gar kein Geld im klassischen Geldsystem, sondern ein Zahlungsanspruch, den Kunden gegen ihre Bank haben. Bankkunden können die Auszahlung des Guthabens von ihrer Bank verlangen.

Giralgeld ist kein gesetzliches Zahlungsmittel wie Euro-Münzen. Im Alltag spielt das jedoch kaum eine Rolle, da auch Giralgeld als Zahlungsmittel anerkannt wird. Immer weniger Menschen haben daher Bargeld in der Tasche. Bei Mietverträgen oder Gehaltsüberweisungen kommt Bargeld in den meisten Fällen überhaupt nicht mehr Frage. Im Grunde bezahlen Sie aber nicht mit Geld, sondern mit einem Zahlungsanspruch.

Was bedeutet Giralgeldschöpfung?

Giralgeldschöpfung meint im Grunde nichts anderes als die Schaffung neuen Giralgeldes. Es handelt sich also um eine Form der Geldschöpfung. Doch was versteht man unter Giralgeldschöpfung?

Die Europäische Zentralbank spielt bei der Giralgeldschöpfung eine entscheidende Rolle.
Die Europäische Zentralbank spielt bei der Giralgeldschöpfung eine entscheidende Rolle.

Das Geld wird von Zentralbanken geschaffen, also beispielsweise von der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main, und dann über sogenannte Refinanzierungskredite von den Geschäftsbanken aufgenommen. 

Konkret läuft der Prozess der Giralgeldschöpfung wie folgt ab:

  1. Kreditvergabe und Einlagen: Die Giralgeldschöpfung beginnt, wenn Geschäftsbanken Kredite an ihre Kunden vergeben oder Einlagen von Kunden annehmen. Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, schreibt sie den entsprechenden Betrag auf dem Konto des Kreditnehmers gut. Gleichzeitig wird eine Schuld des Kreditnehmers an die Bank geschaffen.
  2. Reserven und Zentralbanken: Die Geschäftsbanken müssen in der Regel einen Teil ihrer Einlagen als Reserven bei der Zentralbank hinterlegen. Die Zentralbank reguliert die Geldmenge, indem sie die Höhe dieser Reserveanforderungen festlegt und die Zinssätze beeinflusst. Wenn die Zentralbank die Anforderungen lockert und die Zinssätze senkt, ermutigt sie die Geschäftsbanken, mehr Kredite zu vergeben und somit mehr Giralgeld zu schaffen.
  3. Kreislauf der Giralgeldschöpfung: Das geschaffene Giralgeld wird von Kunden für Zahlungen und Transaktionen genutzt. Wenn beispielsweise ein Kunde einen Kredit aufnimmt und das Geld ausgibt, zirkuliert es in der Wirtschaft. So breitet sich das Giralgeld im Wirtschaftssystem aus.

Die Vor- und Nachteile von Giralgeld zusammengefasst

Giralgeld oder Buchgeld hat in modernen Wirtschaftssystemen sowohl Vor- als auch Nachteile. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Aspekte der elektronischen Geldform zusammen.

Vorteile von Giralgeld

Zu den wichtigsten Vorteilen von Giralgeld gehört, es dass Überweisungen bequem und unkompliziert mit dem Telefon oder Computer getätigt werden können. Ein weiterer Vorteil von Giralgeld liegt darin, dass sich alle Transaktionen nachvollziehen lassen. Das schafft nicht nur einen besseren Überblick, Sie sehen auch sofort, wenn Beträge von Ihrem Konto abgehen, die Sie nie autorisiert haben. So lässt sich Betrug schnell feststellen.

Weitere Vorteile von Giralgeld sind:

  • Einfachheit: Giralgeld existiert in elektronischer Form auf Bankkonten, was einfache Online-Transaktionen, Überweisungen und bargeldlose Zahlungen ermöglicht.
  • Effizienz: Es erleichtert schnelle und präzise Finanztransaktionen, was in den meisten Fällen viel Zeit spart.
  • Sicherheit: Die Verwendung von Giralgeld ist sicherer als das Tragen von physischem Bargeld, da es nicht gestohlen oder verloren werden kann.
  • Rückverfolgbarkeit: Alle Transaktionen werden elektronisch erfasst, was die Überwachung und Dokumentation von Ausgaben und Einnahmen erleichtert.

Nachteile von Giralgeld

Altmodisch? Noch immer hat Bargeld gegenüber Giralgeld einige Vorteile.
Altmodisch? Noch immer hat Bargeld gegenüber Giralgeld einige Vorteile.

Allerdings bringt Giralgeld auch Nachteile mit sich. Ein Zahlendreher genügt und schon ist das Geld falsch überwiesen. Das Risiko einer Fehlbuchung ist bei elektronischen Überweisungen, die von keinem Bankmitarbeiter überwacht werden, besonders hoch.

Außerdem ist elektronisches Geld anfällig für Cyberangriffe und Hacking. Ihre Kontodaten kursieren im Netz und können von Betrügern herausgefischt werden. 

Im Folgenden fassen wir weitere Nachteile von Giralgeld zusammen :

  • Abhängigkeit vom Bankensystem: Wenn Banken in Schwierigkeiten geraten, könnten auch die Einlagen ihrer Kunden in Gefahr geraten.
  • Gebühren: Banken erheben oft Gebühren für verschiedene Dienstleistungen, wie Kontoführungsgebühren oder Überweisungsgebühren.
  • Hacking und Betrug: Da Giralgeld elektronisch ist, besteht die Gefahr von Cyberangriffen, Hacking und Betrug.

Weitere Ratgeber rund um das Thema Finanzwissen finden Sie hier.

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Über den Autor

Autor
Mario G.

Mario hat einen Master-Abschluss in Sozialmanagement an der FH Potsdam erworben. Seit 2016 ist er Mitglied unserer Redaktion von schuldnerberatung.de und informiert unsere Leser über allerlei wichtige Themen rund um Schuldenrecht, Privatinsolvenz und Schuldenabbau.

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