Kontopfändung: Was nun? – Wie Schuldner trotzdem an ihr Geld kommen

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Das Wichtigste zur Kontopfändung

  1. Bei einer Pfändung Ihres Kontos sollten schnellstmöglich Schritte eingeleitet werden.
  2. Der Pfändungsschutz ist gesetzlich verankert, greift jedoch nicht automatisch.
  3. Betroffene können eine Unpfändbarkeitsanordnung schriftlich beantragen, um die Pfändung aufzuheben.

Pfändung vom Konto: Schnelles Handel ist gefragt

Zum Kontopfändungsschutz können Sie ein spezielles Konto bei Ihrer Bank einrichten lassen.

Zum Kontopfändungsschutz können Sie ein spezielles Konto bei Ihrer Bank einrichten lassen.

Schuldner, denen eine Kontopfändung droht, sollten schnell handeln. Denn ist das Konto erst gepfändet, kann der Betroffene nicht mehr über sein Bankguthaben verfügen. Doch was genau passiert bei einer Kontopfändung? Sein Geld wird an den Gläubiger überwiesen und er selbst kann weder Miete noch Strom oder andere Verbindlichkeiten zahlen. Auch Lastschriften werden dann nicht mehr eingelöst. Die EC-Karte wird eingezogen. Bargeld abheben wird unmöglich.

Die Folge: Der Kontoinhaber muss sich auch mit anderen Gläubigern auseinandersetzen. Es drohen die Kündigung durch den Vermieter, die Einstellung der Stromversorgung und andere Unannehmlichkeiten. Aus diesem Grund ist schnelles Handeln angesagt.

Zwar sieht das Gesetz bei einer Kontopfändung einen Pfändungsschutz vor. Dieser greift jedoch nicht automatisch. Greift der Gläubiger im Wege einer Pfändung auf Ihr Konto zu, so kann der gesamte Betrag gepfändet werden.
Auf dem Konto wird nicht nach der Herkunft des Geldes unterschieden, sodass sogar Soziallleistungen und Kindergeld von der Kontopfändung betroffen sein können.

Was ist zu tun bei Kontopfändung? – Kontopfändungsschutz einrichten

Sobald Ihre Bank Sie über die bevorstehende Kontopfändung informiert hat, sollten Sie dort die Umwandlung Ihres Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) beantragen. Diese ist kostenlos.

Sollte sich die Bank weigern, ein Basiskonto einzurichten oder ein einfaches Konto in ein P-Konto umzuwandeln, sollte sich der Betroffene dies schriftlich bestätigen lassen. Er kann sich dann an die Verbraucherzentrale wenden.

Für Schuldner ist es wichtig zu wissen, dass ein P-Konto nicht gänzlich vor der Pfändung schützt. Nur ein bestimmter Freibetrag ist von der Pfändung ausgenommen. Über diesen kann der Kontoinhaber frei verfügen. Alle darüber liegenden Geldbeträge können trotzdem gepfändet werden. Das heißt, auch ein P-Konto unterliegt der Pfändung.

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Wer die Kontopfändung aufheben lassen will, wird feststellen, dass das nicht einfach ist.

Wer die Kontopfändung aufheben lassen will, wird feststellen, dass das nicht einfach ist.

Vollstreckungsschuldner, die außerdem einen Ehegatten und Kinder versorgen, können weitere Freibeträge für das P-Konto einrichten lassen. Auch dies erfolgt nicht automatisch! Hierfür müssen Sie bei der Bank eine Bescheinigung über weitere Freibeträge vorlegen, § 850k Abs. 5 Satz 2 der Zivilprozessordnung (ZPO). Diese gelten jedoch nur befristet, in der Regel für ein Jahr.

    Eine solche Bescheinigung für weitere Freibeträge erhalten Sie bei folgenden Institutionen:

  • gemeinnützige Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle
  • Jobcenter oder Sozialamt, wenn Sie Empfänger von Sozialleistungen sind
  • Familienkassen, die in der Regel jedoch nur den Bezug von Kindergeld bescheinigen
  • Banken und Sparkassen
  • Arbeitgeber (Diese sind dazu jedoch nicht verpflichtet.)
  • Vollstreckungsgericht oder Vollstreckungsstelle
  • Rechtsanwälte und Steuerberater (Diese stellen die Bescheinigung jedoch nicht kostenlos aus.)

Kontopfändung – Ablauf & Voraussetzungen

    Zunächst einmal muss der Schuldner Kontoinhaber sein. Außerdem müssen die Voraussetzungen einer Forderungspfändung erfüllt sein.

  1. Dem Schuldner wurde der Vollstreckungstitel (Urteil oder Vollstreckungsbescheid) des Gläubigers zugestellt.
  2. Das zuständige Vollstreckungsgericht hat einen Pfändung- und Überweisungsbeschluss erlassen.
  3. Der Gerichtsvollzieher stellt den Pfändung- und Überweisungsbeschluss für die Kontopfändung bei der Bank zu.
  4. Nachdem die Bank den Beschluss erhalten hat, wird sie den Schuldner von der Kontopfändungsmaßnahme unterrichten. Spätestens jetzt wird es Zeit zu handeln und bei der Bank die Umwandlung des Kontos in ein Pfändungsschutzkonto zu beantragen.
  5. Kontopfändung: Und wann geht das Geld an den Gläubiger? Sofern der Betroffene kein P-Konto eingerichtet hat, geht das monatlich eingehende Geld anschließend an den Gläubiger.

    Kontopfändung aufheben: Ist das möglich und wie funktioniert es?

    Das Finanzamt kann auch ohne Urteil Ihr Konto pfänden.

    Das Finanzamt kann auch ohne Urteil Ihr Konto pfänden.

    Grundsätzlich kann nur der Gläubiger die Pfändung vom Konto aufheben, der Schuldner hat dafür keine rechtliche Handhabe. Trotzdem haben Betroffene einige Möglichkeiten, die Pfändung abzuwenden.

    Wenn Sie eine Einigung mit dem Gläubiger finden und z. B. in Raten Ihre Schulden abzahlen, kann der Gläubiger veranlassen, die Pfändung vom Bankkonto ruhend zu stellen. Für den Zeitraum der Ratenzahlung ruht dann die Kontopfändung bzw. die Pfändung vom P-Konto.

    Diese Maßnahme ist nicht dasselbe wie eine Kontopfändung aufheben zu lassen. Vielmehr kann der Gläubiger die Pfändung fortsetzen, wenn der Schuldner nicht mehr zahlt.

    Eine Kontopfändung aufheben kann jedoch das Vollstreckungsgericht durch eine Unpfändbarkeitsanordnung. Diese muss der Schuldner schriftlich beantragen und zwar für jedes gepfändete Konto.

    Voraussetzung hierfür ist, dass der Schuldner nachweist, dass auf dem Konto nur unpfändbares Einkommen eingeht. Er muss außerdem versichern, dass in den kommenden zwölf Monaten ausschließlich Beträge eingehen, die nicht gepfändet werden dürfen.

    Kontopfändung durch das Finanzamt

    Zahlen Verbraucher oder Unternehmer ihre Steuerschulden nicht, kann auch das Finanzamt das Konto des Betroffenen pfänden. Hierfür genügt ein wirksamer Steuerbescheid. Das Finanzamt muss also kein Urteil gegen den Schuldner erwirken. Und es benötigt auch keinen Vollstreckungsbescheid gegen den Schuldner.

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11 Gedanken zu „Kontopfändung: Was nun? – Wie Schuldner trotzdem an ihr Geld kommen

  1. Torsten P.

    ich war gestern extra beim vollstreckungsgericht,die haben gleich abgewunken.die wollten nichts wissen von unpfändbarkeitsanordnung.

    Antworten
  2. Manfred D.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Mein Bankkonto (P-Konto) wird gepfändet, obwohl in keinem Monat auch nur annähernd der Freibetrag von derzeit 1.133,80 € jemals auf meinem Konto erscheint oder durch Restbeträge auf den nächsten Monat erreichen kann, weil nur meine Rente von gerademal ca. 600 € auf das Konto überwiesen wird und dieses Geld für Miete etc. völlig drauf geht.
    Ich muß laut Bundesjustizministerium wenigstens jeden zweiten Monat mein Konto “leerräumen”, da die Politiker meinen, wer sein Geld nicht jeden Monat total abholt, benötigt es auch nicht zum Lebensunterhalt und kann deshalb auch geprändet werden. Für mich ein Irrwitz und eine ziemlich dumme Ausführung. Ich möchte einmal den Politiker/Gesetzgeber sehen, der mit 600 € im Monat leben würde.
    Die C. hat mir im April 2018 236,84 € von meinem P-Konto auf ein sogenanntes Auskehrungskonto überwiesen, dieses Geld steht mir nie mehr zur Verfügung.
    Meine Klage beim Amtsgericht wurde abgewiesen, da das Gericht sich darauf beruft, daß ich laut § 850k nur einmal Restbeträge von meinem Konto auf den nächsten Monat rechtliche übertragenm bekomme, aber keinen weiteren Monat. Was dieser Widerspruch soll, ist mir nicht ganz klar. Pfändungsschutz heißt Pfändungsschutz; solange mein Konto den Freibetrag nicht erreicht, dürfte logischerweise auch nicht gepfändet werden.
    Man liest imer wieder:
    “Jede Person kann einen Freibetrag geltend machen, der zum Selbstbehalt (d.h. zur Bestreitung des eigenen Lebensunterhalts) bestimmt und deshalb der Pfändung nicht unterworfen ist. Im Falle einer Kontopfändung erfolgt eine Pfändung daher nur oberhalb des Freibetrag”. Endes des Zitats.
    Das aber stimmt keinesfalls, wie mein Beispiel ja zeigt.
    Eine Richterin an einem anderen Amtsgericht ist allerdings anderer Meinung als der Richter, die mir die Klage gegen die C. und sogar Strafanzeige mit Strafantrag gegen den Vorstand der C. zu stellen riet.
    Man sieht daran, daß selbst Gerichte zum gleichen Thema unterschiedliche Meinungen haben und die Gesetzgebung somit nicht ganz korrekt ausgelegt wurde.
    Was mache ich nun??
    In diesem Sinne

    mit freundlichem Gruß
    Manfred D.

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Manfred,

      wir dürfen hier leider keine kostenlose Rechtsberatung anbieten und müssen Sie deshalb an einen Anwalt verweisen.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  3. Bettina D.

    Guten Tag
    Ich habe eine Kontopfändung. Der Betrag wird komplett bezahlt. Warum dauert es dann noch 2 Tage, laut Bank, dass das Konto wieder offen ist?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Bettina,

      Ihre Bank sollte Ihnen hierzu Auskunft geben können.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  4. Alexandra

    Guten Tag,

    ich habe ein P-Konto auf dem 2 Pfändungen liegen. Nun hatte ich vor kurzem etwas Geld gewonnen und auf dieses Konto überweisen lassen, damit die Schulden beglichen werden können.
    Wie lange dauert es in der Regel bis das Geld an die Gläubiger geht?

    Viele Grüße
    Alex

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Alexandra,

      in der Regel finden Überweisungen an Gläubiger in einem 14-tägigen Intervall statt. Die Bank kann Ihnen hierzu Auskunft geben.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  5. Markus

    Habe auf mein p Konto eine Pfändung habe davon die Hälfte an den Pfändungsgäubiger über wissen am Automaten sowie eine andere Überweisung getätigt , warum werden die von mir getätigten Überweisungen noch nicht überwiesen und abgebucht?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Markus,

      bei Fragen dieser Art sollten Sie sich direkt an die Bank wenden. Das können wir aus der Ferne nicht beurteilen.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  6. Alex

    Hallo
    Ich habe zwar kein p Konto aber habe als Einkommen nur mein Elternteile in Höhe von 367 Euro…
    Zahle seit Jahren insgesamt 7 Forderungen der E. ab… Habe nach jeder abgezahlten Forderung ein schreiben von der E. bekommen in dem stand das die eine Forderung nun abgezahlt ist und die nächste Forderung nun ansteht. Darauf hin habe ich dann die nächste Forderung gezahlt.
    Nun habe ich die 4te Forderung am 15 September abgezahlt und habe nun erwartet das ich wie auch zuvor wieder ein Schreiben bekomme in dem steht das Forderung nr4 bezahlt ist und ich bin Forderung nr5 mit dem Betrag x zu zahlen habe… Dieses dann zum 15 Oktober.. Also nahtlos weiterzahlen..
    Gestern am 8 Oktober bekomme ich die Nachricht das mein Konto gepfändet wurde von der E.!?
    Und das ohne Zahlungsaufforderung oder Mahnung… Darauf hin habe ich bei der E. angerufen und es wurde mir gesagt das es ein automatisierter Vorgang wäre und sie würden die Pfändung nun wieder Aufheben da sie ja sehen würden das ich immer fleißig meine Raten gezahlt habe.
    Naja heute ein tag später ist das Fax zur Freigabe nicht bei der Bank angekommen, die E. hat es aber angeblich gefaxt und ich soll jetzt noch bis morgen warten und nochmal anrufen..
    Letztendlich ein riesen Aufwand und Stress obwohl ich allem immer nachgekommen bin.

    Meine Frage nun ;
    Darf man ohne Ankündigung oder Aufforderung oder Mahnung nur einfach das Konto Pfänden?

    Habe auch den Gläubiger gefragt ob das denn so rechtens sei.. Und habe die Antwort erhalten, dass sie einen Titel hätten und dadurch auch ihnen Ankündigung oder jegliches schreiben Pfänden dürften!?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Alex,

      liegt ein Titel vor, kann die Pfändung nur dann erfolgen, wenn dieser dem Schuldner auch zugestellt wurde.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten

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