Können Sie Privatinsolvenz ohne Anwalt anmelden?

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Das Wichtigste zur Privatinsolvenz ohne Anwalt

  1. Eine Privatinsolvenz ohne Anwalt ist möglich, da es kein Gesetz gibt, das dem Schuldner vorschreibt, anwaltliche Hilfe beanspruchen zu müssen.
  2. Möchte der Schuldner die Privatinsolvenz ohne Anwalt durchführen, jedoch nicht auf eine professionelle Beratung verzichten, kann er eine kostenlose Schuldnerberatung in Anspruch nehmen.
  3. Eine Privatinsolvenz ohne Anwalt ist jedoch nicht ratsam, da der Anwalt nicht nur einen zeitnahen Termin vergeben kann, sondern auch Verhandlungen mit den Gläubigern übernimmt und den Schuldner vertritt. Er unterstützt den Schuldner bei allen wichtigen Schritten.
  4. Bei Hilfebedürftigkeit kann der Schuldner beim Amtsgericht Beratungshilfe beantragen. Nach der Genehmigung kann er eine anwaltliche Beratung beanspruchen und lediglich eine Gebühr von 15 Euro zahlen.

Vor- und Nachteile einer Privatinsolvenz ohne Anwalt

Ist die Privatinsolvenz ohne Anwalt möglich?

Schulden zu haben ist belastend, besonders dann, wenn eine Überschuldung vorliegt. Ist eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern nicht möglich, können Unternehmen und Privatpersonen Insolvenz anmelden. Es gibt drei mögliche Gründe, um Insolvenz zu eröffnen:

  • Zahlungsunfähigkeit: Diese tritt ein, wenn der Schuldner alle
  • drohende Zahlungsunfähigkeit: Wenn der Betroffene absehen kann, dass die Zahlungsunfähigkeit bald eintritt
  • Überschuldung: Wenn die Schulden das Vermögen des Schuldners übersteigen

Wenn einer der genannten Gründe vorliegt, muss ein Unternehmen Regelinsolvenz anmelden, da die Verantwortlichen sich andernfalls wegen Insolvenzverschleppung strafbar machen. Eine natürliche Person ist dagegen nicht verpflichtet, Privatinsolvenz anzumelden. Es ist dennoch ratsam, nach einer gescheiterten außergerichtlichen Einigung Privatinsolvenz anzumelden, um danach von der Restschuldbefreiung profitieren zu können. Doch ist eine Privatinsolvenz ohne Anwalt möglich oder ratsam?

Zunächst zu der Frage, ob die Eröffnung einer Privatinsolvenz ohne Anwalt möglich ist: Weder die Insolvenzordnung noch ein anderes Gesetz schreibt einem Schuldner vor, dass er einen Anwalt benötigt um Privatinsolvenz anzumelden oder das Verfahren zu durchlaufen. Demnach kann der Betroffene die Privatinsolvenz selbständig ohne Anwalt beim zuständigen Gericht beantragen. Der Betroffene kann ebenso das Insolvenzverfahren ohne anwaltlichen Beistand durchlaufen.

Ob eine Privatinsolvenz ohne Anwalt ratsam ist, ist jedoch eine andere Frage. In manchen Fällen ist es ratsamer, einen Anwalt oder eine Schuldnerberatung zu konsultieren und sich beraten zu lassen, da bereits bei der Antragstellung Probleme auftreten können, die den Antragsteller evtl. überfordern. Werden bestimmte Angaben falsch gemacht oder Vermögen verschwiegen, kann dies unter Umständen dazu führen, dass die Restschuldbefreiung versagt wird.

In der Regel ist es immer von Vorteil, Privatinsolvenz mit anwaltlicher Hilfe anzumelden. Ein Anwalt für Insolvenzrecht besitzt die nötigen Kenntnisse in diesem Fachgebiet und kann den Betroffenen in allen Schritten unterstützen. Des Weiteren kann er dem Schuldner dabei helfen, mit den Gläubigern zu verhandeln und die Korrespondenz mit ihnen zu übernehmen. Unter Umständen kann der Anwalt den Schuldner auch bei vielen Angelegenheiten vertreten.
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Außergerichtlicher Einigungsversuch

Wenn der außergerichtliche Einigungsversuch scheitert, kann der Schuldner Privatinsolvenz ohne Anwalt anmelden, um Kosten zu sparen.

Vor der Anmeldung der Privatinsolvenz, ob ohne oder mit Anwalt, muss der Schuldner versuchen, eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern zu erreichen.

In der Regel stimmen viele Gläubiger einer außergerichtlichen Einigung zu, da sie dabei erfahrungsgemäß mehr Geld zurückbekommen als nach Eröffnung der Privatinsolvenz, selbst ohne Anwalt.

Mit der Eröffnung der Privatinsolvenz entstehen für den Schuldner noch weitere Kosten, beispielsweise solche für das Gericht oder für den Insolvenzverwalter.

Ohne Privatinsolvenz könnte der Schuldner das Geld dafür verwenden, um die Gläubiger zu befriedigen. Des Weiteren erfolgt für den Schuldner nach der Wohlverhaltensphase die Restschuldbefreiung und der Gläubiger kann seinen Anspruch auf die offenen Schulden nicht mehr geltend machen.

Das Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs muss mit einem entsprechenden Nachweis belegt werden. Einen Nachweis können Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare oder bestimmte Schuldnerberatungsstellen ausstellen.

Privatinsolvenz ohne Anwalt: Schuldnerberatung als Alternative

Ist es ratsam, Privatinsolvenz ohne Anwalt anzumelden?

Ist die Eröffnung der Privatinsolvenz unvermeidlich, muss der Schuldner damit rechnen, dass eine Menge Kosten auf ihn zukommt. Aus diesem Grund ist es nachvollziehbar, wenn die Privatinsolvenz ohne Anwalt eröffnet werden soll.

Will ein Schuldner die Privatinsolvenz ohne Anwalt durchlaufen, aber trotzdem nicht auf professionelle Beratung verzichten, kann er auf Schuldnerberatungsstellen zurückgreifen. Neben kostenpflichtigen Schuldnerberatungsstellen gibt es auch gemeinnützige und staatliche Stellen, die ihre Dienstleistung kostenlos anbieten. Das sind beispielsweise staatliche oder kommunale Stellen wie die Diakonie oder Caritas.

Eine Privatinsolvenz ohne Anwalt ist zwar kostengünstiger, aber eine Beratung von einer kostenlosen Stelle zu bekommen ist nicht leicht und meistens mit einer langen Wartezeit verbunden. Ist die Angelegenheit dringend, kann der Berater unter Umständen schnell reagieren, beispielsweise wenn dem Schuldner andernfalls die Obdachlosigkeit droht.

Eine Privatinsolvenz ohne Anwalt, aber dafür mit einer Schuldnerberatung hat den Nachteil, dass die Schuldnerberatung in der Regel nur beratend tätig ist. Sie beantwortet dem Schuldner die wichtigsten Fragen und gibt ihm Tipps, jedoch muss der Schuldner wichtige Schritte allein durchlaufen.

Allgemein ist es eher von Nachteil, eine Privatinsolvenz ohne Anwalt durchzuführen. Zwar bringt ein Anwalt beim Insolvenzverfahren viel Kosten mit sich, jedoch bekommt er zunächst einen zeitnahen Beratungstermin und kann den Anwalt zudem die wichtigsten Aufgaben beauftragen. Eine Privatinsolvenz ohne Anwalt bedeutet auch mehr Arbeit für den Schuldner.

Fehlt dem Schuldner das nötige Geld, muss er die Privatinsolvenz nicht unbedingt ohne Anwalt durchführen. Er hat die Möglichkeit, beim zuständigen Amtsgericht Beratungshilfe zu beantragen. Mit dem Beratungsschein kann er eine anwaltliche Beratung beanspruchen und lediglich eine Gebühr von 15 Euro zahlen. Die Voraussetzung dafür ist, dass eine Hilfebedürftigkeit vorliegt. Für den Antrag muss der Betroffene demnach alle relevanten Unterlagen zum Einkommen und Vermögen vorlegen.
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