Privatinsolvenz: Für den Anwalt die Kosten stemmen

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 9. Mai 2021

Das Wichtigste zu Anwaltskosten in der Privatinsolvenz

Fallen bei einer Privatinsolvenz für den Anwalt Kosten an?

Ja, eine Rechtsberatung sowie die außergerichtliche Vertretung bei der Verhandlung mit den Gläubigern ist nicht kostenlos, wenn der Anwalt beauftragt wird.

Wie hoch sind bei einer Privatinsolvenz die Kosten für den Anwalt?

Die Höhe der Anwaltskosten bei einer Privatinsolvenz hängt vom Umfang und Schwierigkeitsgrad der anwaltlichen Tätigkeit ab. Die Vergütung richtet sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz.

Wer übernimmt bei einer Privatinsolvenz für den Anwalt die Kosten?

Die Kosten müssen Sie selbst tragen. Für einkommensschwache Schuldner besteht die Möglichkeit, einen Beratungshilfeschein für die Rechtsberatung und außergerichtliche Vertretung beim Amtsgericht zu beantragen. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Anwaltskosten bei einer Privatinsolvenz

Was kann bei einer Privatinsolvenz der Anwalt kosten?
Was kann bei einer Privatinsolvenz der Anwalt kosten?

Eine Privatinsolvenz ist nicht nur mit zeitlichem, sondern auch mit einem immensen bürokratischen Aufwand verbunden. Ein Rechtsanwalt berät Schuldner zu insolvenzrechtlichen Fragen und hilft ihnen bei der Anmeldung der Privatinsolvenz. Ein Anwalt verursacht jedoch Kosten.

Außerdem gehören zum Tätigkeitsfeld eines Anwalts für Insolvenzrecht folgende Aufgaben:

  • Bis zur Insolvenzeröffnung: Erstellen eines Schuldenbereinigungsplans und Verhandlung mit den Gläubigern bei einem außergerichtlichen Einigungsversuch; Ausstellen einer Bescheinigung über gescheiterten außergerichtlichen Einigungsversuch, Zusammenstellung der Unterlagen und Beantragung der Insolvenz
  • Im Insolvenzverfahren: Es besteht kein Anwaltszwang. Ein Anwalt kann aber bei rechtlichen Fragen weiterhelfen und den Schriftverkehr führen und prüfen.

Kosten für den Anwalt vor einer Privatinsolvenz mittels Beratungshilfeschein stemmen

Viele Schuldner nehmen eine Schuldnerberatung in Anspruch, da diese von öffentlichen Stellen kostenlos angeboten wird. Für die Beratung in Bezug auf eine Privatinsolvenz durch einen Anwalt fallen jedoch Kosten an. Schuldner mit geringem Einkommen, die eine Rechtsberatung oder eine außergerichtliche Vertretung benötigen, können einen Beratungshilfeschein beim örtlichen Amtsgericht beantragen.

Zu den Rechtsanwaltsgebühren im Insolvenzverfahren kommen auch die Verfahrenskosten hinzu.
Zu den Rechtsanwaltsgebühren im Insolvenzverfahren kommen auch die Verfahrenskosten hinzu.

Der Antrag kann auf dem Postweg oder persönlich vor Ort gestellt werden. Folgende Unterlagen benötigen Sie dafür:

  • Personalausweis
  • Einkommensnachweise
  • Kontoauszüge der letzten drei Monate
  • Vertrag über Mietverhältnis
  • Nachweise über laufende Zahlungsverpflichtungen und besondere Belastungen
  • Schreiben von Gläubigern

Wie hoch sind die Anwaltskosten in einem Insolvenzverfahren?

Wie hoch bei einer Privatinsolvenz für den Anwalt die Kosten sein können, lässt sich pauschal nicht beziffern. Erhält ein Anwalt ein Mandat, bemisst sich die Höhe seines Honorars nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz. Wie hoch die Anwaltskosten ausfallen, ist abhängig vom Umfang vom Schwierigkeitsgrad der anwaltlichen Tätigkeit. Häufig vereinbarenden Anwälte mit den Schuldnern eine Vergütungsvereinbarung.

Fragen Sie den Anwalt, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, wenn Sie ihn mit der Beantragung und Begleitung während der Verbraucherinsolvenz beauftragen.

Welche Kosten kommen zu den Anwaltskosten im Insolvenzverfahren?

Nicht nur der Anwalt muss im Rahmen eines Insolvenzverfahrens bezahlt werden. Es kommen nämlich auch Kosten für das Verfahren an sich hinzu, da alle Beteiligten für ihren Aufwand entsprechend vergütet werden müssen. Zu den Verfahrenskosten gehören gemäß § 54 der Insolvenzordnung (InsO):

  • Gerichtskosten
  • Vergütung des Insolvenzverwalters
  • Vergütung des vorläufigen Insolvenzverwalters
  • Vergütung der Mitglieder des Gläubigerausschusses

Die Kosten des Insolvenzverfahrens werden durch die Insolvenzmasse gedeckt. Werden die Verfahrenskosten vor Ablauf der Abtretungsfrist (sechs Jahre) vollständig beglichen, ist eine Verkürzung des Verfahrens auf drei (bei gleichzeitiger Tilgung von 35 % der Schulden) oder fünf Jahre möglich.

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