Restschuldversicherung: Absicherung für Baufinanzierung & Co.

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 18. Oktober 2021

Das Wichtigste zu Restschuldversicherungen

Was deckt eine Restschuldversicherung ab?

Eine Restschuldversicherung zahlt einen Kredit ab, wenn der Kreditnehmer aus gewissen Gründen nicht mehr dazu in der Lage ist. Wann sie genau greift, kommt darauf an, welcher Leistungsumfang im Vertrag festgelegt wird. Der Basisschutz springt nur im Todesfall ein. Zusätzlich kann noch eine Absicherung bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit und der Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall festgelegt werden. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

Wann zahlt die Restschuldversicherung nicht?

Das kommt auf die Vertragsbedingungen an. Aus diesem Grund sollten Sie die Details vor Vertragsabschluss gründlich prüfen. Es kann unter anderem sein, dass der Versicherer eine Auszahlung ablehnt, wenn der Versicherungsnehmer vorher nicht bekannte Erkrankungen hatte. Wie Sie die Versicherung abschließen können, erfahren Sie an dieser Stelle.

Was ist besser: eine Restschuldversicherung oder eine Risikolebensversicherung?

Haben Sie bereits eine Risikolebensversicherung, lohnt sich der Abschluss einer zusätzlichen RSV meist nicht. Mehr dazu, wann eine Restschuldversicherung sinnvoll sein kann, lesen Sie hier.

Was ist eine Restschuldversicherung? Eine einfache Erklärung

Stellen Restschuldversicherungen eine gute finanzielle Absicherung dar?
Stellen Restschuldversicherungen eine gute finanzielle Absicherung dar?

Eine Überschuldung, die nicht selten in eine Privatinsolvenz mündet, ist im Großteil der Fälle nicht selbst verschuldet. Vielmehr sind es meist Ursachen, die sich dem Einfluss einer Person entziehen, welche dafür sorgen, dass sich ein unüberschaubarer Berg von Schulden anhäuft. Dazu gehören eine schwere Krankheit, der Tod des Partners und der Verlust des Arbeitsplatzes.

Fällt das eigene oder das Einkommen des Partners weg, ist es für viele Betroffene oft schwierig, bestehenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen – etwa, den Kredit für die Baufinanzierung abzuzahlen. Als Absicherung kann eine Restschuldversicherung (RSV) – auch Restkreditversicherung oder Ratenversicherung genannt – dienen.

Diese Form der Versicherung springt – je nach Versicherungsumfang – ein, wenn der Kreditnehmer arbeitslos bzw. arbeitsunfähig wird, schwer erkrankt oder verstirbt. Der Versicherer übernimmt in diesen Fällen die Zahlung der noch fehlenden Raten bzw. der Restschuld. Das dient dem Schutz der Hinterbliebenen, die unter Umständen finanziell nicht dazu in der Lage wären, die Restschuld zu tilgen.

Verschiedene Arten der RSV: Prüfen Sie den Versicherungsumfang!

Eine Restschuldversicherung sollten Sie nicht leichtfertig abschließen.
Eine Restschuldversicherung sollten Sie nicht leichtfertig abschließen.

Bevor Sie sich für eine Restschuldversicherung entscheiden, sollten Sie sich genau über diese Versicherungsart informieren. Es gibt nämlich große Unterschiede hinsichtlich des Leistungsumfangs. Prüfen Sie dies nicht im Vorhinein, kann es zu bösen Überraschungen kommen, wenn die Versicherung die Zahlung verweigert.

Grundsätzlich werden die folgenden Arten der RSV unterschieden:

  1. Die Restschuldversicherung greift im Todesfall – in anderen Fällen nicht.
  2. Die Restschuldversicherung greift bei Krankheit bzw. nach einem Unfall mit damit einhergehender Arbeitsunfähigkeit sowie im Todesfall.
  3. Die Restschuldversicherung schützt bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit, Krankheit und Tod.

Wie können Sie eine Restkreditversicherung abschließen?

Möchten Sie eine Kreditlebensversicherung bzw. eine andere Form der Restschuldversicherung abschließen, können Sie dies entweder direkt bei der Bank erledigen, bei der Sie einen Kredit aufnehmen, oder sich an einen anderen Versicherer wenden.

Beachten Sie: Manche Banken verlangen von Ihren Kunden den Abschluss einer RSV. Das kommt vor allem dann vor, wenn der Kreditnehmer eine eher schlechte Bonität hat, er also als weniger kreditwürdig eingeschätzt wird. So will sich der Kreditgeber vor Zahlungsausfällen schützen. Das kann etwa passieren, wenn Sie einen Kredit nach erfolgreicher Privatinsolvenz beantragen wollen.

Können Sie eine Restschuldversicherung auch nachträglich abschließen? Bei manchen Anbietern ist dies möglich. Sie müssen einen solchen Vertrag also nicht in jedem Fall mit Abschluss des entsprechenden Kredites unterzeichnen, falls der Kreditgeber dies nicht verlangt.

Wie viel kostet eine Restschuldversicherung für Haus & Co.?

Kredit absichern: Die Versicherung kann bei Arbeitslosigkeit einspringen.
Kredit absichern: Die Versicherung kann bei Arbeitslosigkeit einspringen.

Die für eine Restschuldversicherung anfallenden Kosten lassen sich nicht pauschal benennen. Vielmehr gibt es viele verschiedene Faktoren, welche sich darauf auswirken, wie viel Geld Sie für die Versicherung ausgeben müssen.

Zunächst unterscheiden sich natürlich verschiedene Anbieter hinsichtlich der Preisgestaltung. Wichtig sind auch der Leistungsumfang, die Kreditsumme sowie die Laufzeit des Darlehens.

Zusätzlich kann das Alter des Versicherungsnehmers eine gewichtige Rolle spielen. Ältere Personen müssen mit höheren Kosten rechnen als jüngere, da bei ihnen das Risiko zu versterben statistisch gesehen größer ist.

Beachten Sie: Sie müssen bei der RSV die Versicherungsprämie inklusive der Kosten für die Vermittlung zu Vertragsbeginn als einmalige Summe zahlen. Da Kreditnehmer diesen Betrag in der Regel nicht selbst aufbringen können, wird die Kreditsumme dementsprechend erhöht. Dadurch steigen auch die zu zahlenden Zinsen.

Diese werden häufig jedoch nicht in den Effektivzins für den eigentlichen Kredit eingerechnet. Das kann zu bösen Überraschungen führen. Aus diesem Grund sollten Sie, bevor Sie eine Restschuldversicherung abschließen, verlangen, dass die entstehenden Kosten explizit aufgeführt werden und nicht nur die anfallenden monatlichen Gesamtraten.

Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie in puncto Restschuldversicherung einen Vergleich durchführen. Achten Sie dabei nicht nur auf die Kosten, sondern auch auf die Vertragsbedingungen.

Können Sie eine Restschuldversicherung für einen Kredit kündigen?

Zahlen Sie Ihren Kredit vorzeitig ab bzw. führen Sie eine Umschuldung durch, besteht ein Sonderkündigungsrecht. Sie müssen dazu dem Versicherungsunternehmen eine schriftliche Kündigung zukommen lassen.

In der Regel müssen Sie dem Schreiben einen von der Bank ausgestellten Nachweis darüber beifügen, dass der Kredit abbezahlt bzw. abgelöst wurde. Im Anschluss wird die Bank die für die Restschuldversicherung anfallende Rückerstattung berechnen und Ihnen den Betrag überweisen. Zu der Erstattung kommt es, da Sie bereits im Vorhinein die gesamte Versicherungsprämie gezahlt haben, die Versicherung aber nicht über den vereinbarten Zeitraum genutzt haben.

Unter gewissen Umständen ist auch eine ordentliche Kündigung der Restschuldversicherung möglich. Details dazu finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen. Beachten Sie, dass Sie eine bestimmte Kündigungsfrist einhalten müssen. Auch in diesem Fall kommt es zu einer Auszahlung der Restschuldversicherung. Manche Anbieter schließen ein Kündigungsrecht vertraglich aus.

Fazit: Wann ist eine Ratenschutzversicherung sinnvoll?

Bei der Baufinanzierung: Restschuldversicherung oder Risikolebensversicherung?
Bei der Baufinanzierung: Restschuldversicherung oder Risikolebensversicherung?

Grundsätzlich ist eine Kreditversicherung nur sinnvoll, wenn es sich um eine hohe Darlehenssumme handelt, die über einen langen Zeitraum abbezahlt wird, wie etwa bei der Baufinanzierung. Hier kann der Ausfall eines Kreditnehmers für die Hinterbliebenen schwerwiegende finanzielle Folgen haben.

Eine Restschuldversicherung fürs Auto lohnt sich demgegenüber in der Regel nicht. Zum einen ist hier die Kreditsumme geringer, Hinterbliebene sind also eher dazu in der Lage, die verbleibende Summe zu bezahlen.

Zum anderen ist die Laufzeit für einen Autokredit kürzer und damit auch der Zeitraum, in dem der Versicherungsfall eintreten könnte.

Bedenken Sie jedoch, dass für die Kreditabsicherung mittels RSV meist hohe Kosten entstehen. Gute Alternativen sind je nach Einzelfall eine Berufsunfähigkeitsversicherung und bzw. oder eine Risikolebensversicherung. Letztere zahlt im Todesfall eine festgelegte Summe an die Hinterbliebenen des Versicherten. Mit diesem Geld könnte dann ein bestehender Kredit abbezahlt werden. Haben Sie eine solche Versicherung bereits, ist eine Restschuldversicherung meist weniger sinnvoll.

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