Kredit umschulden – was Sie dabei beachten sollten

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 14. Oktober 2021

Das Wichtigste zum Thema „Kredit umschulden leicht gemacht“

Was heißt „Kredit umschulden“?

Sie nehmen einen neuen, günstigen Kredit auf, um damit Ihre alten Schulden, z. B. einen anderen, sehr teuren Kredit abzubezahlen. Schuldet jemand mehreren Gläubiger Geld, kann er mit einem neuen Kredit all diese Verbindlichkeiten sofort begleichen und muss dann nur noch das neue Darlehen abbezahlen. Er hat dann nur noch Kreditschulden bei einem einzigen Gläubiger.

Ich möchte einen laufenden Kredit umschulden. Wann lohnt sich das?

Suchen Sie nach Angeboten mit einer Kreditsumme, die Ihrer alten Restschuld entspricht. Nutzen Sie hierfür einen Umschuldungsrechner wie den unten stehenden Rechner. Die Laufzeit muss dabei mit der Restlaufzeit Ihres alten Kredits übereinstimmen. Vergleichen Sie diese Angebote mit Ihren alten Kreditkonditionen, um herauszufinden, um sich die Umschuldung lohnt. Kalkulieren Sie unbedingt die Vorfälligkeitsentschädigung mit ein.

Ist die Umschuldung per Kredit auch mit schlechter SCHUFA möglich?

Kreditnehmer mit einer schlechten Bonität erhalten gewöhnlich keinen günstigen Kredit zum Umschulden. Wenn die Bank das Darlehen nicht ganz ablehnt, so verlangt sie meist hohe Zinsen, sodass sich eine Umschuldung in diesem Fall nicht lohnt.

Kredit umschulden: Der Rechner bietet eine erste Orientierung

Neuer Kredit zum Umschulden – nur sinnvoll mit einem soliden Plan zum Schuldenabbau

Kredit umschulden - wie geht das?
Kredit umschulden – wie geht das?

Menschen in einer finanziellen Notlage neigen mitunter dazu, nach jedem Strohhalm und jedem vermeintlich günstigen Angebot zu greifen, um sich aus ihren Schwierigkeiten zu befreien. Die Umschuldung per Kredit ist ein solcher Strohhalm.

Das Ganze funktioniert recht einfach: Der Schuldner nimmt einen Kredit auf, um damit andere Schulden, z. B. einen anderen Kredit zu bezahlen. Er macht also wieder Schulden, um damit alte Verbindlichkeiten zu begleichen. Diese scheinbar simple Lösung hat es in sich. Wer einen Kredit umschulden möchte, muss höllisch aufpassen, um seine Schulden nicht durch zusätzliche Kosten zu erhöhen, die das neue Darlehen verursacht.

Umschuldungskredite sind nur dann sinnvoll, wenn …

  • Sie einen fundierten Plan haben, wie Sie Ihre Schulden abbauen wollen und die Umschuldung ein Baustein in diesem Konzept ist und
  • der neue Kredit einschließlich der hierdurch verursachten Kosten wesentlich günstiger ist als die Schulden, die damit bezahlt werden sollen.

Eine typische Situation, in der Verbraucher sinnvollerweise ihren Kredit umschulden sollten, ist die Ablösung eines dauerhaft genutzten Dispokredits. Dies ist schon deshalb ratsam, weil die Zinsen für einen Dispo gewöhnlich im zweitstelligen Bereich liegen, wodurch die Schulden langsam, aber sicher weiter ansteigen. Vielleicht bietet sich Ihnen sogar die Möglichkeit, dass Sie Ihre Disposchulden mit einem Privatkredit umschulden.

Auch die Zusammenfassung mehrerer Kredite zu einem einzigen, insgesamt günstigeren Darlehen ist durchaus empfehlenswert, wenn sich die Gesamtschulden dadurch reduzieren lassen. Auf diese Weite behält der Kreditnehmer auch besser den Überblick, weil er nur noch einen statt mehrerer Darlehen bezahlen muss.

Alte Verbindlichkeiten umschulden per Kredit – so funktioniert‘s

Kredit umschulden bei gleicher Bank:? Fordern Sie Angebote bei verschiedenen Geldinstituten an, um die günstigsten Konditionen zu erhalten.
Kredit umschulden bei gleicher Bank:? Fordern Sie Angebote bei verschiedenen Geldinstituten an, um die günstigsten Konditionen zu erhalten.

Wichtig ist, dass Schuldner nichts überstürzen, wenn sie ihre Schulden mit einem neuen Kredit umschulden wollen. Gerade wenn das neue Darlehen dazu dienen sollen, alte Schulden abzubauen, benötigen sie einen guten Plan, damit ihnen dieses Vorhaben gelingt.

Sie wollen Ihre alten Schulden loswerden, aber den neuen Kredit müssen Sie dennoch bezahlen – trotz Ihrer schwierigen finanziellen Situation. Das funktioniert nur, wenn …

  • Sie mit Ihrem Geld gut haushalten,
  • genau ermitteln, welchen Umschuldungskredit Sie sich leisten können und
  • neue, zusätzliche Kosten für das neue Darlehen von vornherein vermeiden.

Wenn Sie einen Kredit umschulden wollen, empfiehlt es sich, die im Folgenden erläuterte Vorgehensweise einzuhalten.

Schritt 1: Gründlich informieren und Höhe des Umschuldungskredits festlegen

Bevor Sie nach einem passenden Kredit suchen, überlegen Sie sich zuerst, welche Kreditsumme Sie benötigen. Diese hängt von Ihren aktuellen Schulden ab, die Sie mit dem Umschuldungskredit ablösen wollen. Hierzu gehören beispielsweise:

  • alle bisher laufenden Kredite, die Sie mit dem neuen Kredit zusammenfassen und umschulden können
  • mögliche Dispo-Schulden
  • ein laufender Autokredit
  • sonstige offene Verbindlichkeiten

Die Höhe Ihrer aktuellen Kreditschulden finden Sie im Tilgungsplan zum jeweiligen Darlehensvertrag. Darin ist festgelegt, wie viel Geld Sie der Bank nach der jeweiligen Monatsrate noch bezahlen müssen. Wenn Ihnen kein solcher Plan vorliegt, erkundigen Sie sich am besten direkt bei Ihrer Bank oder Sie bringen die Restschuld per Online-Banking in Erfahrung.

Prüfen Sie Ihre Zahlungskraft selbstkritisch, bevor Sie Ihren Kredit umschulden und aufstocken.
Prüfen Sie Ihre Zahlungskraft selbstkritisch, bevor Sie Ihren Kredit umschulden und aufstocken.

Die zur Umschuldung benötigte Summe setzt sich aus folgenden Posten zusammen:

  • aktuelle Restschulden zur Zeit der Umschuldung (alle bestehenden Schulden, siehe Beispiele oben)
  • Zinsen und eventuell sonstige Kosten der alten Schulden und Kredite während deren Restlaufzeit
  • Höhe der Vorfälligkeitsentschädigung, welche die Bank für die vorzeitige Ablösung eines alten Kredits verlangen kann

Schritt 2: Kredit umschulden: Mit dem Rechner die passende Laufzeit und Monatsrate ermitteln

In einem nächsten Schritt verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über mögliche Kreditkonditionen. Nutzen Sie Vergleichsportale im Internet, um den günstigsten Kredit zum Umschulden zu ermitteln. Wenn Sie dort die benötigte Kreditsumme, die gewünschte Laufzeit und den Verwendungszweck „Umschuldung“ eingeben, listet Ihnen der Kreditrechner die Monatsraten und den effektiven Jahreszins verschiedener Anbieter auf.

Hier können Sie auch einen kleinen Vergleich durchführen: Geben Sie die Restlaufzeit Ihres alten Kredits und die noch offenen Restschulden als Kreditsumme ein. So erfahren Sie, welche Zinsen und Monatsraten Sie bei einem neuen Kredit bezahlen würden und können dadurch besser einschätzen, ob sich eine der neue Kredit zum Umschulden wirklich lohnt.

Wenn Sie einen Kredit mit niedrigen Zinsen erhalten oder inzwischen ein höheres Einkommen erzielen, können Sie auch eine kürzere Laufzeit wählen als die Restlaufzeit des alten Kredits. Dann fällt Ihre neue Monatsrate zwar höher aus, Sie zahlen aber im Endeffekt weniger, weil weniger Zinsen anfallen.

Schritt 3: Konkrete Angebote einholen

Kredit umschulden: Eine schlechte Bonität führt eher dazu, dass der Kreditgeber kein Darlehen vergibt.
Kredit umschulden: Eine schlechte Bonität führt eher dazu, dass der Kreditgeber kein Darlehen vergibt.

Dank Vergleichsportale haben Sie nun einen ersten Überblick über die günstigsten Kreditkonditionen und ein besseres Verständnis über die Zusammenhänge zwischen Kreditsumme, Laufzeit, Monatsrate und Zinsen.

Ob Sie Ihre Schulden aber wirklich mit einem derart günstigen Kredit umschulden können, hängt wesentlich von Ihrer Bonität ab. Ihre Kreditwürdigkeit wirkt sich nämlich auf die Höhe der Zinsen aus, denn über die Zinsen lässt sich die Bank das Risiko einer möglichen Zahlungsfähigkeit bezahlen: Je besser die Bonität, desto niedriger sind in der Regel die Zinsen.

Deshalb müssen Sie nun personalisierte Angebote verschiedener Kreditgeber einholen. Das funktioniert entweder über die besagten Online-Vergleichsportale, den obigen Rechner oder Sie wenden sich direkt an verschiedene Banken. Die Anbieter, bei denen Sie die Konditionen für einen Kredit zum Umschulden erfragen, benötigen hierfür gewöhnlich folgende Daten von Ihnen:

  • Arbeitseinkommen und Informationen zum Job
  • zusätzliche Einnahmen und Zahlungspflichten (Unterhalt, andere laufende Kredite etc.)
  • bestehende Versicherungen

Mithilfe dieser Daten bewerten Banken Ihre Bonität. Sie holen hierzu außerdem eine Konditionsanfrage bei der SCHUFA ein. Diese Art der Bonitätsauskunft wirkt sich nicht negativ auf Ihre Kreditwürdigkeit aus. Bei einer positiven Auskunft stehen die Chancen gut, dass Ihnen ein Darlehen angeboten wird, welches ähnlich günstige Konditionen aufweist wie die Ergebnisse der Kreditrechners.

Es ist jedoch eher unwahrscheinlich, dass Sie einen günstigen Kredit zum Umschulden erhalten trotz negativer SCHUFA-Auskunft. Vielmehr verlangen Banken in derartigen Fällen, sodass sich eine Umschuldung dann meistens nicht rechnet.

Letzter Schritt: Mit dem neuen Kredit umschulden

Ein gutes Angebot für einen Umschuldungskredit bietet Ihnen eine gute Basis, um mit Ihrem alten Kreditgeber neue, günstigere Konditionen auszuhandeln. Wenn sich die Bank nicht darauf einlässt, können Sie den alten Kredit kündigen und den neuen Kredit zum Umschulden aufnehmen.

Kredit richtig umschulden: Tipps & Stolperfallen

Nutzen Sie einen Kredit zum Umschulden, wenn Sie Zinsen und Kosten sparen können im Vergleich zu Ihrem alten Darlehen.
Nutzen Sie einen Kredit zum Umschulden, wenn Sie Zinsen und Kosten sparen können im Vergleich zu Ihrem alten Darlehen.

Manchmal ist ein Umschuldungskredit eine gute Lösung zum Schuldenabbau. Allerdings kann ein solches Darlehen auch schnell zur Schuldenfalle werden und die schon bestehenden Verbindlichkeiten noch weiter in die Höhe treiben. Mit den folgenden Tipps vermeiden Sie, dass die Umschuldung nach hinten losgeht.

  • Lassen Sie sich ausführlich beraten, wenn Sie unsicher sind, ob ein Umschuldungskredit die richtige Lösung für Sie ist. Schuldnerberatungsstellen helfen Ihnen dabei, ein fundiertes Sanierungskonzept zu erarbeiten.
  • Verzichten Sie auf eine Restschuldversicherung, wenn Sie alte Verbindlichkeiten mit einem neuen Kredit umschulden wollen. Diese kostet nur unnötig Geld und deckt nicht alle Risiken eines Zahlungsausfalls ab.
  • Es ist durchaus sinnvoll, einen Ratenkredit abzuschließen, um damit hohe Disposchulden abzubezahlen und so die Zinskosten zu senken. Das hilft Ihnen aber nur dann, wenn Sie während und nach der Umschuldung auf einen Dispokredit verzichten. Wer den Dispo neben einem bestehenden Ratenkredit nutzt, landet schnell in der Überschuldung.
  • Nutzen Sie keinesfalls Ihren Dispo, um damit einen anderen Kredit zu bezahlen. Wer seine Monatsraten nicht bezahlen kann, sollte mit seiner Bank über eine Anpassung der Konditionen verhandeln und eine geringere Rate bei längerer Laufzeit vereinbaren.

Vermeiden Sie jeden weiteren (auch zinsfreien) Kredit. Denn all diese Schulden müssen Sie auch zurückzahlen. Das wird immer schwieriger, denn jede zusätzliche Monatsrate schränkt Ihren finanziellen Handlungsspielraum weiter ein.

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Kredit umschulden – was Sie dabei beachten sollten
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