In Deutschland ist jeder vierte Mieterhaushalt armutsgefährdet

News vom 29. Januar 2020

Nach einer Auskunft der Bundesregierung gilt jeder vierte Mieterhaushalt als armutsgefährdet.
Nach einer Auskunft der Bundesregierung gilt jeder vierte Mieterhaushalt als armutsgefährdet.

Jeder vierte Mieterhaushalt gilt als armutsgefährdet. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Linken-Abgeordneten Sabine Zimmermann hervor. Mieter müssen demnach fast dreimal so häufig mit einem geringen oder sehr geringen Einkommen auskommen wie Wohnungseigentümer. Von letzteren seien nur 8,5 Prozent armutsgefährdet.

Armutsgefährdung trifft nicht nur Mieter, sondern auch Rentner

Die Armutsrisikoquote für Mieter liegt demnach bei 24,6 Prozent, während nur 8,5 Prozent der Wohnungseigentümer betroffen sind. Die Abgeordnete Zimmermann bezeichnet dies als „Alarmzeichen“, weil diejenigen, die arm seien, sich eines Tages die steigenden Mieten höchstwahrscheinlich nicht mehr leisten können.

Doch nicht nur jeder vierte Mieterhaushalt ist armutsgefährdet. Auch viele Rentner drohen zu verarmen, weil ihre Rente oft nicht reicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Laut dem Statistischen Bundesamt galten 2017 etwa 3,2 Millionen Rentner und Pensionäre als armutsgefährdet. Neuere Zahlen aus den Jahren 2018 und 2019 liegen derzeit noch nicht vor.

Was bedeutet Armutsgefährdung?

Während jeder vierte Mieterhaushalt armutsgefährdet ist, trifft dies nur auf 8,5 Prozent der Wohnungseigentümer zu.
Während jeder vierte Mieterhaushalt armutsgefährdet ist, trifft dies nur auf 8,5 Prozent der Wohnungseigentümer zu.

Als armutsgefährdet gilt, wer Einkünfte besitzt, welche weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt. Bei Alleinstehenden liegt diese Grenze bei höchstens 13.628 Euro jährlich.

Dass Alleinerziehende, Rentner, Geringverdiener und quasi jeder vierte Mieterhaushalt armutsgefährdet sind, bedeutet, dass die Betroffenen so gut wie ihr gesamtes Einkommen für Grundbedürfnisse ausgeben: Essen, Trinken, Miete, Strom und dergleichen. Für unerwartete Ausgaben wie Reparaturen bleibt kaum Geld übrig.

Neben schlechteren Wohnverhältnissen und drohender Obdachlosigkeit ziehen Armutsgefährdung und Armut folgende Konsequenzen nach sich:

  • beschränkter Zugang zu Gesundheitsleistungen und daraus resultierende Gesundheitsprobleme
  • finanzielle Ausgrenzung
  • Gefahr der Überschuldung
  • eingeschränkter Zugang zu Bildungsangeboten, Freizeitaktivitäten und modernen Technologien

Um die zunehmende Altersarmut einzudämmen, arbeitet die Regierung derzeit an der Einführung einer Grundrente. Die Fraktionen der Linken und der Grünen wollen darüber hinaus Stromsperren zulasten von verschuldeten Verbrauchern verhindern.

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