Mahngebühren: Wie hoch dürfen sie sein?

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Das Wichtigste zu Mahngebühren

  1. Begleichen Sie eine Rechnung nicht, nachdem Sie eine Mahnung erhalten haben, geraten Sie in Zahlungsverzug und Mahngebühren werden fällig.
  2. Mahngebühren sind zulässig, wenn sie einen Betrag von 2 bis 3 Euro nicht überschreiten.
  3. Auch Mahnzinsen können bei Zahlungsverzug fällig werden.

Sind Mahngebühren rechtens? – Gesetzliche Grundlage

Bei einer Mahnung entstehen Gebühren, aber muss man Mahngebühren zahlen?

Bei einer Mahnung entstehen Gebühren, aber muss man Mahngebühren zahlen?

Werden Rechnungen nicht rechtzeitig beglichen, können zusätzliche Gebühren sowie Verzugszinsen anfallen. Zahlen Sie eine Rechnung nicht rechtzeitig, erhalten Sie zunächst eine Zahlungserinnerung.

Hierbei werden allerdings noch keine weiteren Gebühren fällig. Reagieren Sie nicht auf die Zahlungserinnerung, erhalten Sie eine Mahnung. Wenn Sie die Rechnung trotz Mahnung nicht begleichen, geraten Sie in Zahlungsverzug und erst dann werden Mahnungsgebühren fällig. Mahngebühren sind laut dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) grundsätzlich zulässig, wenn sie nicht zu hoch sind.

Doch wann müssen Sie eine Rechnung bezahlen, um keine Mahngebühren zahlen zu müssen? Nach welchem Zeitraum können zusätzlich Mahngebühren verlangt werden und wie hoch dürfen diese sein? Muss man Mahngebühren bezahlen? All das erfahren Sie im Folgenden.

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Wann müssen Sie eine Rechnung begleichen, um Mahngebühren zu vermeiden?

Mahnungen werden erst nach einem gewissen Zeitraum verschickt, nachdem eine Rechnung nicht bezahlt wird. Demnach werden Mahngebühren erst nach einer gewissen Zeit fällig. Aber bis wann sollten Sie eine Rechnung bezahlen, um keine Mahngebühren zahlen zu müssen?

Eine Rechnung für eine Bestellung oder eine Dienstleistung muss oft nicht sofort beglichen werden, sondern Sie haben eine gewisse Frist, um den offenen Betrag zu überweisen. Wann genau das ist, wird entweder durch das Gesetz geregelt oder im Vorfeld vereinbart.

Wann muss ich nach Vereinbarung zahlen?

In einem Vertrag oder einer Auftragsbestätigung sollte unter anderem festgehalten werden, wann die Rechnung beglichen werden muss, nachdem Sie eine Bestellung erhalten haben oder ein Auftrag ausgeführt wurde. In der Regel wird hierbei entweder ein genaues Datum angegeben oder eine Zahlungsfrist in Wochen. Bis zu diesem Datum oder innerhalb der genannten Frist müssen Sie die Rechnung dann beglichen haben. Es kann aber auch vermerkt sein, dass Sie sofort bei Erhalt der Rechnung zahlen müssen.

Wann muss ich laut Gesetz zahlen?

Mahngebühren bei einer Zahlungserinnerung: Müssen hier schon Mahngebühren bezahlt werden?

Mahngebühren bei einer Zahlungserinnerung: Müssen hier schon Mahngebühren bezahlt werden?

Ein Zahlung kann entweder im Vorfeld oder im Nachhinein einer Leistung fällig werden. Welche Regelung in einer bestimmten Sache gilt, gibt der Gesetzgeber vor. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt zum Beispiel, wann das Gehalt oder die Miete gezahlt werden muss:

  • Miete: Laut § 556b BGB müssen Mieter die Miete im Voraus also für den kommenden Monat zahlen, in dem sie in einer Wohnung wohnen. Die Miete ist in der Regel am Anfang, spätestens bis zum dritten Werktag der einzelnen Zeitabschnitte zu entrichten, nach denen sie bemessen ist.
  • Gehalt: Der Arbeitgeber muss ein Gehalt laut § 614 BGB erst zahlen, nachdem durch den Arbeitnehmer eine Leistung erbracht wurde. In den meisten Fällen geschieht dies am letzten Tag des Monats oder am ersten Tag des folgenden Monats. Wenn die Vergütung nach Zeitabschnitten bemessen ist, so ist sie nach dem Ablauf der einzelnen Zeitabschnitte zu entrichten.

Bei Bauleistungen müssen Sie 30 Tage nach Erhalt der Rechnung zahlen.

Sofortige Fälligkeit: Es kann aber auch sein, dass eine Bezahlung sofort fällig wird. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn vertraglich nichts bezüglich der Zahlungsfrist festgehalten wurde oder wenn der Gesetzgeber diesbezüglich nichts vorgibt. Das BGB legt in § 271 dazu fest, dass ein Gläubiger die Zahlung sofort verlangen kann, wenn keine Zeit für die Leistung bestimmt wurde oder diese aus den Umständen nicht entnommen werden kann.

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Mahngebühren zahlen bei Zahlungsverzug

In Zahlungsverzug geraten Sie laut § 286 BGB erst, wenn Sie nach einer Mahnung der Zahlungsverpflichtung nicht nachkommen:

Leistet der Schuldner auf eine Mahnung des Gläubigers nicht, die nach dem Eintritt der Fälligkeit erfolgt, so kommt er durch die Mahnung in Verzug. Der Mahnung stehen die Erhebung der Klage auf die Leistung sowie die Zustellung eines Mahnbescheids im Mahnverfahren gleich.

Die Mahnung dient also in erster Linie als Warnung. Reagieren Sie auf diese nicht, müssen Sie mit Verzugszinsen und Mahngebühren rechnen. Aber: Sie können auch in Verzug geraten, ohne dass eine Mahnung verschickt wurde. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Zeitpunkt für eine Zahlung zum Beispiel nach dem Kalender bestimmt wird, das heißt, ein bestimmtes Datum festgelegt wird, bis zu welchem die Rechnung beglichen werden muss.

Es ist außerdem keine Mahnung notwendig, wenn in einer Rechnung steht, dass spätestens nach 30 Tagen gezahlt werden muss, um nicht in Zahlungsverzug zu geraten. Ist kein Hinweis darauf in der Rechnung vorhanden, muss eine Mahnung verschickt werden.

Wann dürfen Mahngebühren erhoben werden? Grundsätzlich gilt, dass Sie für die erste Mahnung, also die Mahnung, durch Sie in Zahlungsverzug geraten, keine Mahngebühren zahlen müssen. Demnach wird auch bei einer Zahlungserinnerung noch keine Mahngebühr fällig. Mahngebühren müssen Sie erst dann bezahlen, wenn Sie in Zahlungsverzug geraten sind, also ab der zweiten Mahnung. Für jede folgende Mahnung werden jeweils Mahngebühren fällig.

Zulässige Mahngebühren: Wie hoch dürfen Mahngebühren sein?

Mahngebühren auf erste Mahnung: Müssen Mahngebühren hier schon bezahlt werden?

Mahngebühren auf erste Mahnung: Müssen Mahngebühren hier schon bezahlt werden?

Der Gesetzgeber legt in Bezug auf die Höhe der Mahngebühren keine grundsätzliche Grenze fest. Der Gläubiger darf aber keine Gebühren verlangen, die über die Schadenshöhe hinausgehen, sondern darf nur Gebühren als Mahnkosten berechnen, die ihm tatsächlich durch den Versand der Mahnung entstanden sind (Porto und Materialkosten). Auf dieser Grundlage wird der Gläubiger die Mahngebühren berechnen. Sie zahlen also nur die Gebühren für den Mahnbescheid. Mahngebühren: Wie hoch können sie sein? Als angemessen gelten Mahngebühren in Höhe von 2 bis 3 Euro.

Muss ich Mahngebühren bezahlen, die zu hoch sind?

Übersteigen die Mahnkosten 3 Euro, sollten Sie dagegen vorgehen. Sie können den Gläubiger kontaktieren und ihn auf den pauschalen Betrag für Mahngebühren hinweisen. Zu einem gerichtlichen Verfahren wird es wahrscheinlich nicht kommen, wenn Sie die Rechnung begleichen, aber die Mahngebühren nicht bezahlen. Wenn Sie die Mahngebühren nicht zahlen, könnte es aber sein, dass der Gläubiger noch einmal auf Sie zukommt.

Aber Achtung: Handelt es sich bei dem Gläubiger um eine staatliche Einrichtung wie zum Beispiel eine Behörde oder ein Amt, kann ein Zahlungsverzug teurer werden, denn hier dürfen Mahngebühren deutlich höher sein als die eigentlich anfallenden Kosten.

Fallen auch Mahnzinsen an? Zu den Mahnkosten gehören laut BGB auch Mahnzinsen. Befinden Sie sich in Zahlungsverzug, fallen grundsätzlich auch sogenannte Verzugszinsen an. Die Höhe der Zinsen ist per Gesetz geregelt und variiert. Derzeit liegt der Zinssatz bei 4,12 Prozent.
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13 Gedanken zu „Mahngebühren: Wie hoch dürfen sie sein?

  1. Kirsten E.

    Hallo, ich habe beim B. einen Staubsauger im Wert von 59 € im letzten November gekauft. Ich hatte eine Gutschrift über 15€ die hier verrechnet wurde. Ich war etwas zu spät mit der Zählung dran und bekam eine Mahnung mit 9€ Gebühr. Ich zahlte die 45 € , ohne die Mahngebühr. Für mich war die Rechnung damit beglichen. Nun bekam ich eine Mahnung für die fehlenden Mahngebühr in Höhe von 11 € (zu den 9€). Weiterhin wird mir in diesem Brief mit der Weitergabe an ein Inkassobüro gedroht.
    Wie soll ich mich verhalten ? muss ich das bezahlen?
    Mit freundlichem Gruß
    Kirsten E.

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Kirsten,

      haben Sie eine Mahnung erhalten, weil Sie sich im Zahlungsverzug befanden, müssen Sie die entsprechende Mahngebühr in der Regel auch bezahlen. Nähere Informationen erhalten Sie bei einem Anwalt.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  2. Sabrina

    Hallo ich bin Sabrina,
    ich arbeite freiberuflich und habe im November eine Rechnung mit einem Zahlungsziel von 30 Tagen an meinen Kunden versandt. Dieser Kunde hat bis heute seine Rechnung nicht beglichen (Zahlungsziel 22.12.18). Ich werde immer wieder vertröste. Kann ich hier, ohne vorherige Mahnung, bisher nur Erinnerungen geschrieben, einne Mahnzins berrechnen?
    Vielen Dank.
    Mit freundlichen Grüßen
    Sabrina

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Sabrina,

      Sie können Mahngebühren erheben, wenn der Schuldner im Zahlungsverzug ist. Haben Sie bereits eine Zahlungserinnerung verschickt, dürfen Sie mit der ersten Mahnung entsprechende Gebühren erheben. Zusätzlich können Sie Verzugszinsen geltend machen. Gesetzliche Grundlage dafür ist § 288 BGB.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  3. Pyun

    “Zu einem gerichtlichen Verfahren wird es wahrscheinlich nicht kommen, wenn Sie die Rechnung begleichen, aber die Mahngebühren nicht bezahlen. ” Gilt das immer?

    “Aber Achtung: Handelt es sich bei dem Gläubiger um eine staatliche Einrichtung wie zum Beispiel eine Behörde oder ein Amt, kann ein Zahlungsverzug teurer werden, denn hier dürfen Mahngebühren deutlich höher sein als die eigentlich anfallenden Kosten.” Der ursprüngliche Gläubiger oder z. B. auch das Inkassounternehmen?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Pyun,

      zu 1.): Wie Sie dem Text entnehmen können, wird dies durch das Wort “wahrscheinlich” eingeschränkt. Es kann also je nach Einzelfall zu einem Verfahren kommen. Zu 2.): Behörden haben in der Regel eigene Forderungsabteilungen.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  4. Elena

    Hallo ich bin Elena,
    Habe letztens eine Erinnerung für die Rechnung bekommen die ich nicht sofort begleichen habe.
    Nach dem ich die Rechnung begleichen habe, kam die Mahnung. Hab schon vorgelegt dass das Geld schon bei den drauf war, trotzdem soll ich die mahngebühren zahlen.
    Muss ich das zahlen?

    Lg

    Antworten
  5. Nguyen

    Hallo, ich habe vor einigen Monaten etwas auf Rechnung bestellt Warenwert 36 eur. Die Ware kam nie an, also zahlte ich nicht die Forderung. Nach einigen Wochen erhielt ich eine Mahnung und rief sofort bei dem Unternehmen an und sie versicherten mir die Mahnung abzustellen. Mehrere Wochen später bekam ich die zweite Mahnung und rief noch mal beim Kundenservice an. Dort versicherten sie mir noch einmal das sie es abgestellt haben und auch dad ich keine weiteren mails bekommen werde. Jetzt kam das inkasso schreiben mit der Forderung von 90 eur, nachdem ich denen beweisen konnte das die Ware nie bei mir ankam, forderten die nun ein betrag von 56 eur da ich ja die zahlungsfrist überschritten habr. Ist das rechtens?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo,

      in Fällen dieser Art empfiehlt es sich, die Forderung schriftlich zu bestreiten. So können Sie entsprechende Nachweise vorlegen. Bei Telefonaten ist ein solcher Nachweis eher schwierig. Ein Anwalt kann Sie zum weiteren Vorgehen beraten.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  6. Christian B.

    Hallo,
    Ich hatte im Oktober 2018
    Ein Handy bestellt, durch ( egal was) bin ich in Verzug geraten.
    Auch beim Telefonvertrag kam es immer wieder zu Rückbuchungen.
    Auf Mahnung hatte ich nicht reagiert.
    Der Betrag des Handy’s ca. 170€
    Die Vertragsgebühren ca. 80€

    Jetzt möchte ein GV, bis zu dem es leider gekommen ist, die Summe (mittlerweile 760€)
    einfordern.

    Meine Frage nun, ob es dem Standard entspricht?!

    Beste Grüße

    Antworten
  7. Petra H.

    Hallo ich habe einer Bekannten ein Privatkredit über 2000 €gegeben das war Oktober 2018 sie hat anfang 2019 einmal100 € und zwei Monate später 500 € bar bezahlt hab es auf dem Kredit schreiben vermerkt doch seit dem nichts mehr trotz monatlicher Erinnerung mündlich hab jetzt Zahlungserinnerung geschrieben per Einschreiben mit Senderückschein Frist gesetzt bis 10.Sept.2019 wenn nicht zahlt kann ich dann Mahngebühr und Verzugszinsen verlangen u d wie viel währe das???

    Antworten
  8. Julia

    Hallo, ich habe eine Zahlungserinnerung mit einer Mahngebühr von 2.50€ erhalten. Es handelt sich um Meine Nebenkosten. Ich habe vorher weder eine Nachricht mit Aufforderung zur Zahlung bekommen noch sonst eine Nachricht. Zahlungsziel war der 15.8. Sind die 2.50€ rechtens? Danke!
    Julia

    Antworten

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