Sind Überstunden pfändbar? – Gesetzliche Vorgaben

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Das Wichtigste zur Pfändung von Überstunden

  1. Im Zuge einer Privatinsolvenz besteht die Möglichkeit einer Lohnpfändung.
  2. Zusatzzahlungen für Überstunden sind laut Gesetz zur Hälfte pfändbar.
  3. Ob sich Mehrarbeit während der Privatinsolvenz lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Ist die Pfändung von Überstunden zulässig?

Sind Überstunden pfändbar bei Privatinsolvenz?

Sind Überstunden pfändbar bei Privatinsolvenz?

Wenn es aufgrund von Schulden zur Privatinsolvenz kommt, liegt der Fokus für den Schuldner zunächst darauf, die Gläubiger auszuzahlen. Dabei kann auch auf eine Pfändung des Lohns zurückgegriffen werden. In welchen Fällen diese Regelung in Kraft tritt und wann es zur Lohnabtretung kommt, ist abhängig vom jeweiligen Kontext des Insolvenzverfahrens.

Wird der Lohn gepfändet, hängt die Summe des Betrags zudem davon ab, wie viele weitere Personen vom Einkommen des Schuldners unterhalten werden müssen. Auch für die Pfändung von Zusatzzahlungen gibt es spezielle Richtlinien. Wie sieht aber die Gesetzeslage zum Thema Mehrverdienst bei Privatinsolvenz aus? Ist Geld, das durch Überstunden verdient wurde, pfändbar?

Die Antwort auf diese Frage findet sich in § 850a der Zivilprozessordnung (ZPO). Dort ist Folgendes festgelegt:

Unpfändbar sind […] zur Hälfte die für die Leistung von Mehrarbeitsstunden gezahlten Teile des Arbeitseinkommens.

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Weitere Sonderregelungen gibt es diesbezüglich laut ZPO nicht. Anders als bei der Pfändung von Gehältern im Allgemeinen, sind bei der Pfändung der Überstundenvergütung sowohl der Betrag des Lohns als auch die soziale Situation des Schuldners irrelevant. Die Hälfte der Überstunden ist grundsätzlich pfändbar. Egal, in welcher Form die Berechnung erfolgt.

Diese Regelung soll allen Parteien zugutekommen. Der Arbeitgeber kann im Notfall auf die zusätzliche Arbeitskraft zurückgreifen, ohne dass es zu organisatorischen Engpässen kommt. Der Schuldner erhält immerhin die Hälfte des Überstundenzuschlags. Und auch der bzw. die Gläubiger dürften mit der Aussicht auf zusätzliche Pfändungserlöse zufrieden sein. Soweit die Theorie. Aber lohnt sich Mehrarbeit für den Schuldner wirklich?

Lohnt sich Mehrarbeit bei einer Privatinsolvenz?

Lohnpfändung von Überstunden ist per Gesetz zulässig.

Lohnpfändung von Überstunden ist per Gesetz zulässig.

Für viele Betroffene stellt sich nun, da Überstunden teilweise pfändbar sind, die Frage, ob sich bei dieser Regelung Mehrarbeit überhaupt lohnt. Eine allgemeingültige Antwort darauf gibt es nicht. Die Angabe im Arbeitsrecht, die die Pfändung vom Überstundenzuschlag regelt, lässt Raum für die individuelle Wahl der richtigen Lösung.

Positiv ist zu verzeichnen, dass im Zuge einer laufenden Privatinsolvenz die finanzielle Lage des Schuldners in der Regel soweit erschöpft ist, dass jede zusätzliche Einnahme hilfreich ist. Und je nach der Höhe des vollen Betrags der Überstundenvergütung, kann dabei im Endeffekt auch nach dem Abzug der gepfändeten Summe noch ein Betrag übrigbleiben, den es sich zu erwirtschaften lohnt. Zudem kann durch Sonderpfändungsbeträge dieser Art gegenüber den Gläubigern demonstriert werden, dass der Wille, die Schulden zu begleichen, groß ist.

Da laut der ZPO Überstunden teilweise pfändbar sind, kann sich in bestimmten Fällen bei der Privatinsolvenz ein Gespräch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer lohnen. So können möglicherweise Sonderregelungen im Arbeitsvertrag getroffen werden, die sowohl für den Arbeitnehmer als auch für die Firma wirtschaftlich vorteilhafter sind.
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