Hilfe! Ich bin pleite! Was nun?

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Das Wichtigste zur „Pleite“

Wann gilt jemand als pleite?

Als „pleite“ wird umgangssprachlich jemand bezeichnet, der nicht mehr zahlungsfähig ist.

Kann ich sofort Privatinsolvenz anmelden, wenn ich pleite bin?

Nein. Bevor der Schuldner ein Verbraucherinsolvenzverfahren beantragen darf, muss er versuchen, eine außergerichtliche Einigung mit seinen Gläubigern zu erzielen.

Welche Folgen hat die Privatinsolvenz für mich?

Während eines Verbraucherinsolvenzverfahrens müssen Sie u. a. den pfändbaren Teil Ihres Einkommens zum Schuldenabbau an den Insolvenzverwalter abtreten.

Laden Sie unser kostenloses eBook zum Thema „Pleite – Was nun?“ herunter

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Eine „Pleite“ oder Zahlungsunfähigkeit stellt eine große Belastung für die Betroffenen dar. Warum sich viele Menschen, die in diese Situation geraten sind, scheuen, darüber zu sprechen, kann viele Gründe haben: Scham und Verdrängung gehören sicherlich dazu. In unserem eBook erklären wir unter anderem

➥ was der Begriff „pleite“ bedeutet
➥ was Sie selbst dagegen unternehmen können
➥ wo Sie sich Hilfe suchen können
➥ wie ein Verbraucherinsolvenzverfahren abläuft
➥ welche Rolle ein außergerichtlicher Vergleich spielt.

Unser kostenloses eBook im PDF-Format

Wer kann von einer „Pleite“ betroffen sein?

„Pleite“ - Und nun? In die Situation, sich diese Frage stellen zu müssen, kann jeder kommen.
„Pleite“ – Und nun? In die Situation, sich diese Frage stellen zu müssen, kann jeder kommen.

Mehr als zwei Millionen Haushalte waren im Jahr 2016 in Deutschland überschuldet. Dennoch gelten Schulden immer noch als ein Thema, über das Betroffene lieber nicht sprechen. Je größer die Schulden sind und je länger sie schon mit ihnen leben, desto geringer scheint häufig die Bereitschaft, das vermeintliche Tabu zu brechen.

Wer jedoch seine Scham überwindet, kann sich an eine der etwa 1400 Stellen zur Schuldnerberatung wenden, die deutschlandweit existieren. Ein Schuldnerberater wird hier nicht nur Rechnungen aufstellen, die Ihnen den Weg aus den Schulden weisen sollen, sondern sich auch mit den individuellen Gründen für Ihre Verschuldung befassen.

Bei einer „Pleite“ zu fragen, was nun zu unternehmen ist, ist immer auch die Frage danach, wie die eigenen Lebensumstände geändert werden können, damit es künftig nicht mehr zu so einem Szenario kommt.

„Pleite“ – Was bedeutet das nun genau?

Als „pleite“ wird umgangssprachlich ein Schuldner bezeichnet, der seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, weil seine Einnahmen deutlich geringer als seine Ausgaben sind. Er ist also zahlungsunfähig oder insolvent.

Als zahlungsunfähig gelten Personen im insolvenzrechtlichen Sinne nicht, wenn der Geldmangel in naher Zukunft behoben werden kann.

Stellt ein Schuldner seine Zahlungen ein, ist in der Regel davon auszugehen, dass er zahlungsunfähig ist. Daneben besteht aber auch die Möglichkeit der drohenden Zahlungsunfähigkeit: Es ist abzusehen, dass ein Schuldner nicht in der Lage sein wird, Rechnungen in dem Moment zu bezahlen, in dem sie fällig werden.

Betroffen sein kann jeder: Jugendliche, Leistungsempfänger von Arbeitslosengeld II, Rentner mit zu kleinem monatlichen Einkommen, Angehörige von pflegebedürftigen Personen und Alleinerziehende sind nur einige Beispiele. Auch jemand, auf den nichts aus dieser Auflistung zutrifft, kann natürlich „pleite“ sein. Was ist nun der Ausweg aus diesem Zustand? Antwort kann etwa die Insolvenzordnung geben.

Was regelt die Insolvenzordnung?

Sie sind nicht selbständig und „pleite“? Was nun die richtigen Schritte sind, sagt Ihnen die Insolvenzordnung.
Sie sind nicht selbständig und „pleite“? Was nun die richtigen Schritte sind, sagt Ihnen die Insolvenzordnung.

Die Insolvenzordnung (InsO) regelt in Deutschland das Insolvenzverfahren. Dessen Ziel ist, dass sich ein Schuldner von seinen Verbindlichkeiten befreien kann, nachdem er ein geordnetes Verfahren durchlaufen hat.

Als Regelfall wird hier die Unternehmensinsolvenz betrachtet, die zum Tragen kommt, wenn eine Firma „pleite“ ist. Was nun zu unternehmen ist, wenn dieser Fall eintritt, ist in der Insolvenzordnung detailliert aufgeführt. Bei einem Insolvenzverfahren eines Unternehmens spricht man von einem Regelinsolvenzverfahren.

Daneben gibt es das sogenannte Verbraucherinsolvenzverfahren, das für Personen bestimmt ist, die nicht oder nicht mehr selbständig sind. Die Vorschriften hierfür finden sich in §§ 304 – 311 InsO. Sind Sie als natürliche Person „pleite“ und nun auf gerichtliche Unterstützung angewiesen, kann mit Hilfe eines Verbraucherinsolvenzverfahrens ein finanzieller Neustart erreicht werden. Seit 1999 ist das möglich, wenn Sie sich an bestimmte Auflagen halten.

Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Formen des Insolvenzverfahrens ist der sogenannte außergerichtliche Einigungsversuch, den es beim Regelinsolvenzverfahren nicht gibt. Die Insolvenzordnung schreibt vor, dass bei der Insolvenz einer natürlichen Person zuerst versucht werden muss, mit den Gläubigern eine außergerichtliche Einigung zu finden. Erst wenn dieser Versuch scheitert, kann ein Verbraucherinsolvenzverfahren eröffnet werden.

Ein Verbraucherinsolvenzverfahren kommt für Sie nicht infrage, wenn Sie…

 

  • …zum Zeitpunkt der Antragstellung aktiv selbständig sind.
  • ehemals selbständig sind und mehr als 19 Gläubiger haben.
  • ehemals selbständig sind und Verbindlichkeiten aus Arbeitsverhältnissen haben.
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Wege aus der Pleite: Was können Sie nun alleine unternehmen?

„Ich bin ‚pleite‘“ - Was nun eine erste Hilfe darstellen kann, ist ein Haushaltsplan.
„Ich bin ‚pleite‘“ – Was nun eine erste Hilfe darstellen kann, ist ein Haushaltsplan.

Das Insolvenzrecht ist ein komplexes Gebiet, das für Laien in der Regel nur schwer zu durchschauen ist. Fragen Sie sich bei einer „Pleite“, was nun der Weg ist, den Sie zur Besserung Ihrer Situation beschreiten sollten, werden Sie die richtigen Antworten in der Regel nicht einfach durch einen Blick in den Gesetzestext finden.

Nehmen Sie daher professionelle Hilfe in Anspruch. Öffentliche Schuldnerberatungsstellen bieten häufig kostenfrei auch Insolvenzberatungen an. Auch bei einem außergerichtlichen Einigungsversuch mit Ihren Gläubigern kann eine Schuldnerberatungsstelle Sie unterstützen. Scheitert dieser, kann die Beratungsstelle eine Bescheinigung hierüber ausstellen, die Sie für das weitere Verfahren benötigen.

Bevor Sie jedoch den Weg des Insolvenzverfahrens beschreiten, können Sie bereits selbst Vorbereitungen treffen. In erster Linie sollten Sie Ihre Unterlagen organisieren, die für ein Insolvenzverfahren von Bedeutung sind. Wichtig sind hierbei also alle Rechnungen und Schreiben, die Sie von Gläubigern erhalten haben.

Unter Umständen kann es zu Wartezeiten kommen, bevor Sie einen Termin in einer Schuldnerberatungsstelle bekommen. Melden Sie sich daher zeitnah bei einer solchen Stelle.

Die meisten Menschen wissen nicht genau, wofür sie ihr Geld im Alltag ausgeben. Um sich einen Überblick über Ihre Einkünfte und Ausgaben zu verschaffen, sollten Sie sich angewöhnen, alle Positionen, die in einem Monat anfallen, in einer Liste gegenüber zu stellen.

Laden Sie unsere kostenlose Vorlage eines Haushaltsplans herunter

Vorlage: Haushaltsplan
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Für die Gegenüberstellung Ihrer monatlichen Einnahmen und Ausgaben können Sie unsere Vorlage für einen Haushaltsplan nutzen. Diese steht zum kostenfreien Download für Sie bereit:

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Der außergerichtliche Vergleich

Einem Gläubiger steht es offen, einer außergerichtlichen Vereinbarung zuzustimmen, denn auch für diesen ist ein Insolvenzverfahren aufwendig und kostspielig. Ein Einigungsversuch sollte sich daher an dem orientieren, was der Gläubiger voraussichtlich durch das Verfahren erhalten würde.

Damit ein solcher Vergleich zustande kommen kann, müssen alle Gläubiger angesprochen werden und der außergerichtlichen Einigung zustimmen.
„Ich bin ‚pleite‘“ – Viele Betroffene gestehen sich das aus Scham zu spät ein.
„Ich bin ‚pleite‘“ – Viele Betroffene gestehen sich das aus Scham zu spät ein.

Denkbar sind verschiedene Modelle eines Kompromisses. Ein Gläubiger kann sich beispielsweise dazu bereit erklären, auf einen Teil seiner Forderungen zu verzichten, wenn Sie als Schuldner einmalig – aber sofort – einen größeren Betrag an ihn zahlen.

Die Durchführbarkeit einer solchen Einmalzahlung wird aber wohl eine Ausnahme darstellen, wenn Sie „pleite“ sind. Was nun eine Alternative hierzu darstellt, ist etwa eine regelmäßige monatliche Zahlung eines Teils Ihres Gehaltes an einen Treuhänder. Dieser kann den Gläubigern dann einmal im Jahr anteilig ausbezahlen, was sich auf dem dafür angelegten Konto befindet.

Ein Einigungsversuch kann generell auch über einen Rechtsanwalt erfolgen. Scheitert der außergerichtliche Vergleich, kann er Ihnen eine Bescheinigung hierüber ausstellen und somit das Verbraucherinsolvenzverfahren anstoßen.

Das zuständige Amtsgericht an Ihrem Wohnsitz kann einen Beratungshilfeschein ausstellen. Die erste Beratung, die Sie bei einem Anwalt erhalten, wird hierdurch abgedeckt. Alle weiteren Schritte, die er unternimmt, müssen allerdings von Ihnen bezahlt werden.
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Verbraucherinsolvenz: Nach 6 Jahren schuldenfrei?

Wenn der außergerichtliche Vergleich gescheitert ist, weil etwa nicht alle Gläubiger mit einem für Sie möglichen Kompromiss einverstanden waren, führt der weitere Weg Sie vor Gericht. Hierfür müssen Sie, wie bereits ausgeführt, die Voraussetzungen „nicht selbstständig“ und „pleite“ erfüllen. Was nun folgt, ist der eigentliche Teil des Verbraucherinsolvenzverfahrens.

Damit dieses eröffnet werden kann, müssen Sie beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag hierauf stellen. Zeitgleich stellen Sie außerdem einen Antrag auf Restschuldbefreiung. Das Insolvenzgericht prüft die Anträge und leitet das Verfahren ein, wenn sie in Ordnung sind.

Im Grunde genommen wiederholt sich nun, was bei dem außergerichtlichen Vergleich gescheitert ist. Die Zustimmung von Gläubigern ist an dieser Stelle aber nicht mehr notwendig: Diese wird durch einen richterlichen Beschluss ersetzt.

Im Folgenden müssen Sie als Schuldner eine sogenannte Wohlverhaltensphase auf sich nehmen. Während dieser Zeit wird Ihnen die Möglichkeit entsagt, selbst über Ihr Vermögen zu verfügen. Stattdessen wird Ihr gesamtes Einkommen – abzüglich eines nicht pfändbaren Betrages – an einen Treuhänder überwiesen und von diesem verwaltet. Er ist daher als Insolvenzverwalter bekannt.

Welcher Betrag als nicht pfändbar gilt, ist individuell verschieden. Für Alleinstehende und Kinderlose ist etwa ein Betrag von monatlich 1.133,80 Euro festgelegt. Dieser dient dazu, dass Sie auch während des Verfahrens noch gut leben können.

Verstoßen Sie während der Zeit des Verfahrens nicht gegen die gerichtlichen Auflagen, wird eine Restschuldbefreiung erteilt. Der schuldenfreie Neustart kann dann beginnen. Das ist normalerweise nach sechs Jahren der Fall.

Wenn Sie zusätzlich zu den Verfahrenskosten mindestens 35 Prozent Ihrer Schulden aufbringen können, besteht die Möglichkeit, den Zeitraum der Insolvenz auf drei Jahre zu verkürzen. Kann ein Insolvenzplan erstellt werden, auch wenn die Grenze von 35 Prozent nicht erreicht wurde, können Sie gegebenenfalls dennoch schneller von den Restschulden befreit werden.

Wozu sind Sie während des Verfahrens verpflichtet?

Wissen Sie bei einer „Pleite“ nicht, was nun zu unternehmen ist, hilft Ihnen die Schuldnerberatung weiter.
Wissen Sie bei einer „Pleite“ nicht, was nun zu unternehmen ist, hilft Ihnen die Schuldnerberatung weiter.

Als Schuldner haben Sie Informations- und Mitwirkungspflichten. So sind Sie etwa dazu verpflichtet, eine Gehaltsänderung zu melden. Gleiches gilt, wenn Sie erben. In diesem Fall müssen Sie weiterhin die Hälfte der Erbschaft herausgeben. Haben Sie noch Vermögen, muss es ebenfalls in die Insolvenzmasse eingehen. Das bezieht sich nicht nur auf Vermögen auf der Bank, sondern auch auf etwaige zum Leben nicht notwendige Gegenstände und Sachen.

So können Sie etwa eine Eigentumswohnung nicht behalten, wenn Sie entschuldet werden wollen. In der Regel wird so eine Wohnung versteigert. Ein bestehendes Mietverhältnis wird hingegen nicht durch das Insolvenzverfahren beeinflusst.

Ein vorhandenes Auto wird Ihnen in der Regel nur dann zugestanden, wenn Sie es dringend benötigen, um damit zur Arbeit zu kommen. Gleiches gilt etwa im Fall eines schwerkranken oder schwerbehinderten Familienangehörigen, für den das Auto benötigt wird.

Umstände, die Sie außerdem melden müssen, sind Änderungen des Wohnsitzes und des Arbeitsplatzes. Im Übrigen sind Sie auch dazu verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen und auch aktiv nach einer Beschäftigung zu suchen. Einkünfte jedweder Art dürfen Sie keinesfalls verheimlichen.

Verstoßen Sie gegen die Auflagen, verlieren Sie die Möglichkeit auf Restschuldbefreiung.

„Pleite“ im Insolvenzverfahren: Was kommt finanziell nun auf Sie zu?

Generell wird versucht werden, die Kosten, die das Verfahren mit sich bringt, aus dem zu bezahlen, was Ihnen gepfändet wurde. In der Regel reicht das allerdings nicht aus, denn bezahlen müssen Sie für Folgendes:

  • Kosten bei Gericht
  • Kosten des Insolvenzverwalters
  • Kosten für einen Anwalt (falls Sie einen solchen beauftragt haben)
Ist Ihre Firma „pleite“, kommt für Sie nur ein Regelinsolvenzverfahren infrage.
Ist Ihre Firma „pleite“, kommt für Sie nur ein Regelinsolvenzverfahren infrage.

Auf Antrag können die Verfahrenskosten bei Gericht gestundet werden. Diesem Antrag wird in der Regel stattgegeben, wenn keine Gründe vorliegen, die gegen eine Restschuldenbefreiung sprechen.

Begleichen müssen Sie die angefallenen Kosten erst, nachdem das Verfahren abgelaufen ist. Zu diesem Zeitpunkt sind Sie also wieder schuldenfrei.

Auf Ihrem Weg zu diesem wünschenswerten Zustand müssen Sie sich nun nicht mehr die Frage stellen: „Ich bin pleite – was nun?“ Die nötige Info hierzu haben Sie mit diesem eBook erhalten.

Die Möglichkeit eines Verbraucherinsolvenzverfahrens besteht nur einmal. Bei einer erneuten Überschuldung gilt die reguläre Verjährungsfrist von 30 Jahren für Ihre Schulden.
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