Kosten für den Treuhänder bei der Privatinsolvenz: Wie wird er vergütet?

Das Wichtigste zu den Kosten für den Treuhänder bei der Privatinsolvenz

Wer trägt die Kosten für den Treuhänder bei der Privatinsolvenz?

Dafür ist der Schuldner selbst zuständig. Ist er finanziell nicht dazu in der Lage, kann er eine Stundung der Verfahrenskosten beantragen.

Welche Vergütung erhält der Treuhänder?

Das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Grundsätzlich ist hierbei von Bedeutung, welche Beträge Monat für Monat beim Treuhänder eingehen.

Was ist dabei noch von Bedeutung?

Außerdem muss berücksichtigt werden, wie viel Zeit der Treuhänder aufwenden muss und welchen Umfang seine Aufgaben haben.

Was macht der Treuhänder bei der privaten Insolvenz?

Die Kosten für den Treuhänder bei der Privatinsolvenz variieren je nach Einzelfall.
Die Kosten für den Treuhänder bei der Privatinsolvenz variieren je nach Einzelfall.

Kann eine Person ihre Schulden nicht aus eigener Kraft abtragen, hat sie die Möglichkeit, die Privatinsolvenz anzumelden. Ziel der gerichtlichen Schuldenbereinigung ist die Restschuldbefreiung. Wurde das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet, tritt der sogenannte Insolvenzverwalter in Aktion. Dieser verwertet das Vermögen des Schuldners – das ist die Insolvenzmasse – und verteilt den Erlös an die Gläubiger.

Nach der Aufhebung des Insolvenzverfahrens wird der Insolvenzverwalter nunmehr Treuhänder genannt. Zu seinen Aufgaben gehört es unter anderem, während der Wohlverhaltensphase das pfändbare Einkommen des Schuldners zu verwahren und es einmal im Jahr nach festgelegten Quoten an die Gläubiger zu verteilen.

Privatinsolvenz: Die Kosten für den Treuhänder hängen von verschiedenen Faktoren ab

Es fallen Kosten für den Treuhänder bei der Privatinsolvenz an – schließlich muss dieser für seine Arbeit vergütet werden. Diese Vergütung muss vom Schuldner selbst übernommen werden. Doch wie viel Geld erhält ein Treuhänder dabei tatsächlich?

Die bei der Privatinsolvenz für den Treuhänder anfallenden Kosten lassen sich nicht pauschal bemessen. Vielmehr sind hierbei verschiedene Faktoren von Bedeutung. Grundsätzlich gilt laut § 293 der Insolvenzordnung (InsO) Folgendes:

Der Treuhänder hat Anspruch auf Vergütung für seine Tätigkeit und auf Erstattung angemessener Auslagen. Dabei ist dem Zeitaufwand des Treuhänders und dem Umfang seiner Tätigkeit Rechnung zu tragen.

Die in der Privatinsolvenz anfallenden Kosten für den Treuhänder richten sich nach den Regelungen der InsVV.
Die in der Privatinsolvenz anfallenden Kosten für den Treuhänder richten sich nach den Regelungen der InsVV.

Weitere Regelungen sind unter anderem § 14 der Insolvenzrechtlichen Vergütungsverordnung (InsVV) zu entnehmen. Laut dieser bemessen sich die Kosten für den Treuhänder bei der Privatinsolvenz anhand der Beträge, die regelmäßig bei ihm eingehen und die zur Befriedigung der Gläubiger verwendet werden. Zu diesen Beträgen gehört auch das pfändbare Einkommen des Schuldners.

Die Berechnung der Vergütung erfolgt folgendermaßen:

  • Von den ersten 25.000 Euro erhält der Treuhänder fünf Prozent.
  • Für Beträge von 25.000 bis 50.000 Euro erhält er drei Prozent.
  • Bei sehr hohen Summen, die über 50.000 Euro liegen, bekommt er zusätzlich ein Prozent.
Die Vergütung liegt jedoch bei mindestens 100 Euro für jedes Jahr, in dem der Treuhänder tätig ist. Gibt es mehr als fünf Gläubiger, so steigt der Betrag je fünf Gläubiger um 50 Euro.

Was geschieht, wenn Schuldner die Kosten nicht tragen können?

Der Schuldner muss die Kosten für den Treuhänder bei der Privatinsolvenz, die Vergütung des Insolvenzverwalters sowie die Verfahrenskosten selbst tragen. Grundsätzlich soll dafür das Geld verwendet werden, welches bei der Verwertung der Insolvenzmasse zusammengekommen ist.

Doch was geschieht, wenn die Insolvenzmasse nicht ausreicht? Muss der Schuldner dann fürchten, dass die private Insolvenz gar nicht erst durchgeführt wird? Nein, diese Sorgen müssen sich Betroffene nicht machen.

Kann ein Schuldner die entstehenden Kosten nicht tragen, hat er die Möglichkeit, die Stundung der Verfahrenskosten zu beantragen. Er muss dann in der Regel erst nach der Restschuldbefreiung Ratenzahlungen leisten, um die Kosten abzuzahlen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (29 Bewertungen, Durchschnitt: 4,70 von 5)
Kosten für den Treuhänder bei der Privatinsolvenz: Wie wird er vergütet?
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.