Privatinsolvenz – Dauer vom Insolvenzverfahren bis zur Restschuldbefreiung

Das Wichtigste zur Dauer der Privatinsolvenz

  1. In der Regel beträgt die für die Privatinsolvenz anzusetzende Dauer 6 Jahre.
  2. Kann der Schuldner innerhalb von 3 Jahren mindestens 35 % der Gesamtschuld sowie die Verfahrenskosten erstatten, ist eine Verkürzung auf 3 Jahre möglich.
  3. Ist dem Schuldner innerhalb von 5 Jahren zumindest die Leistung der Verfahrenskosten möglich, kann die Dauer der Privatinsolvenz auf 5 Jahre herabgesetzt werden.

Wie lange dauert eine Privatinsolvenz?

Privatinsolvenz: Wie lange dauert es bis zur Restschuldbefreiung?

Privatinsolvenz: Wie lange dauert es bis zur Restschuldbefreiung?

Das Privatinsolvenzverfahren bedeutet für den Betroffenen einige Jahre voller Einschränkungen. Der Selbstbehalt während dieser Zeit ist relativ gering und darüber hinausgehende Einkünfte sind für die Schuldentilgung heranzuziehen. Kein Wunder also, dass viele vorab wissen wollen, wie lange es dauert, bis die Privatinsolvenz beendet ist.

Dabei sind seit der Reform des Insolvenzrechts im Jahre 2014 drei Zeitspannen für die Laufzeit der Privatinsolvenz von Bedeutung: 3, 5 oder 6 Jahre. Diese bezieht sich auf die Wohlverhaltensphase, nach deren Ablauf die Restschuldbefreiung erfolgen kann.

In der Regel liegt die für eine Privatinsolvenz angesetzte Dauer bei 6 Jahren. Erst nach dieser Zeitspanne kann die abschließende Restschuldbefreiung erfolgen und der Betroffene darf von Null anfangen. Nur in in Ausnahmefällen kann die Privatinsolvenz schon nach 3 oder 5 Jahren beendet werden. Dazu im Folgenden mehr.

Privatinsolvenz auf die Dauer von 3 Jahren beschränken

Der Abschluss der Privatinsolvenz in nur 3 Jahren ist einem Betroffenen seit der Reform immer dann möglich, wenn er innerhalb dieses Zeitraums 35 % seiner Gesamtschulden zuzüglich der im Insolvenzverfahren entstehenden Verfahrenskosten ableisten kann.

Nur unter diesen Voraussetzungen lässt bei der Privatinsolvenz die reguläre Laufzeit von 6 auf 3 Jahre halbieren. Schafft es der Schuldner nicht, die Schuldenregulierung während einer dreijährigen Wohlverhaltensphase so weit voranzubringen, ist maximal eine Verkürzung auf 5 Jahre möglich.

Will der Schuldner seine Privatinsolvenz auf die Dauer von 3 Jahren reduzieren, sollte dieser vorab genau klären lassen, wie viel pfändbares Einkommen oder Vermögen für die Verwertung denn tatsächlich herangezogen werden kann. Auch die freiwillige Leistung von Teilen aus dem unpfändbaren Einkommen ist möglich, jedoch nur, wenn davon keine Rechte Dritter berührt werden (etwa Unterhaltsansprüche).

Dauer einer Privatinsolvenz auf 5 Jahre herabsetzen

Privatinsolvenzverfahren: Die Dauer beträgt in der Regel 6 Jahre.

Privatinsolvenzverfahren: Die Dauer beträgt in der Regel 6 Jahre.

Ebenfalls seit der Reform 2014 ist es Schuldnern möglich, die Insolvenz um ein Jahr zu verkürzen. Von dieser Variante können in der Regel weit mehr Personen profitieren, als von der Verkürzung auf 3 Jahre, denn:

Einzige Voraussetzung für die Kürzung der Privatinsolvenz auf die Dauer von 5 Jahren ist, dass der betroffene Schuldner innerhalb einer fünfjährigen Wohlverhaltensphase die Kosten für das Insolvenzverfahren abträgt. Das mag im ersten Moment nicht viel klingen, aber je nach Umfang des Verfahrens können sich auch hier schnell hohe vierstellige Beträge ergeben.

Die Möglichkeit, die Privatinsolvenz auf die Dauer von 5 Jahren herunterzubrechen, kann für Menschen mit geringem pfändbarem Einkommen möglich sein. Diesen steht etwa aufgrund des Bezugs von Arbeitslosengeld I und II oder Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Kindern und anderen Berechtigten nicht ausreichend Geld für die Schuldentilgung zur Verfügung. Mit 20 bis 30 Euro monatlich kann der ein oder andere aber zumindest in 5 Jahren schon einmal die Verfahrenskosten abtragen.

Wie lange geht eine Privatinsolvenz inklusive Antrag, Verfahren & Co.?

Neben der Wohlverhaltensphase, in der keine weiteren Schulden gemacht werden sollten und zudem alles für den Schuldenabbau getan sollte, sind natürlich auch noch andere Zeiten zu berücksichtigen. Die Wohlverhaltensphase beginnt in der Regel erst mit Aufnahme des Insolvenzverfahrens. Nicht mit in den 3, 5 oder 6 Jahren Laufzeit der Privatinsolvenz einberechnet sind die vorhergehenden Vorgänge (z. B. Aufstellen eines Schuldenplans, Insolvenzantrag, Prüfung usf.).

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