Verbraucherinsolvenzverfahren: Ablauf und Inhalte der Verbraucherinsolvenz

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Das Wichtigste zum Ablauf des Verbraucherinsolvenzverfahrens

  1. Verbraucherinsolvenzverfahren kommen dann in Frage, wenn Privatpersonen wegen Überschuldung Ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können.
  2. Beim Verbraucherinsolvenzverfahren steht im Ablauf der Antrag an erster Stelle. Der Antragstellung muss jedoch der Versuch einer außergerichtlichen Einigung vorausgegangen sein. Als Nachweis ist eine entsprechende Bescheinigung über den erfolglosen Versuch der Einigung mit den Gläubigern vorzubringen.
  3. Im zweiten Schritt folgt das gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren. Zunächst wird hierbei ein weiterer Einigungsversuch unternommen, bevor der gerichtliche Schuldenbereinigungsplan an alle Gläubiger versendet wird. Im letzten Schritt steht Schuldnern die Wohlverhaltensphase bevor.
  4. Gerichtskosten, Kosten für Insolvenzverwalter/Treuhänder sowie ggf. Anwaltskosten, sind vom Schuldner beim Verbraucherinsolvenzverfahren während dessen Ablauf zu entrichten. Was die Dauer anbelangt, kann sich der Zeitraum des Verfahrens je nach Einzelfall zwischen drei und sechs Jahren bewegen.

Was ist ein Verbraucherinsolvenzverfahren? – Definition

Welche Bestimmungen beim Verbraucherinsolvenzverfahren bezüglich dem Antrag gelten, steht in der Insolvenzordnung.

Welche Bestimmungen beim Verbraucherinsolvenzverfahren bezüglich dem Antrag gelten, steht in der Insolvenzordnung.

Meldet eine Privatperson in Deutschland Verbraucherinsolvenz an, ist diese nicht mehr in der Lage Ihren Zahlungsverpflichtungen regelmäßig, vollständig und fristgerecht nachzukommen.

Zahlungsrückstände können unter anderem aus Rechnungskäufen oder der Aufnahme von Krediten resultieren. Verbraucherinsolvenzverfahren enden im Ablauf bestenfalls in der Schuldenfreiheit, wenn nicht nur Schuldenberater, sondern auch Schuldner aktiv mitarbeiten.

Bevor wir Ihnen in diesem Ratgeber die Inhalte vom Verbraucherinsolvenzverfahren und dessen Ablauf genauer erläutern, soll zunächst geklärt werden, was der Begriff Verbraucherinsolvenzverfahren grundsätzlich bezeichnet. Im Allgemeinen handelt es sich hierbei um einen Prozess der gerichtlichen Regulierung von Schulden einer natürlichen Person, die zahlungsunfähig ist.

Hat der Schuldner zuvor jedoch eine selbstständige wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt, dann besteht die Möglichkeit zur Eröffnung vom Verbraucherinsolvenzverfahren nur, wenn überschaubare Vermögensverhältnisse vorliegen. Ferner dürfen gegen den Antragsteller auch keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen. Als überschaubar gelten Vermögensverhältnisse gemäß Insolvenzordnung, sofern der Schuldner zum Zeitpunkt der Beantragung vom Verbraucherinsolvenzverfahren weniger als 20 Gläubiger hat (§§ 304-314 InsO).

Wie und wann wird beim Verbraucherinsolvenzverfahren der Antrag gestellt?

Verbraucherinsolvenzverfahren: Im Ablauf steht die Antragstellung vor dem  Insolvenzgericht an erster Stelle.

Verbraucherinsolvenzverfahren: Im Ablauf steht die Antragstellung vor dem Insolvenzgericht an erster Stelle.

Sie fragen sich, was beim Verbraucherinsolvenzverfahren im Ablauf an erster Stelle steht? Grundsätzlich gilt hierbei, dass sich Antragsteller zur Eröffnung des Verfahrens mit dem zuständigen Insolvenzgericht in Verbindung setzen müssen. Die Beantragung des Privatinsolvenzverfahrens muss im Verbund mit dem Antrag auf Erteilung der Restschuldbefreiung erfolgen.

Es gilt jedoch, dass dem Verbraucherinsolvenzverfahren im Ablauf der Versuch einer außergerichtlichen Einigung vorausgehen muss. Gemeint ist, dass Schuldner versuchen sollen, sich mit den jeweiligen Gläubigern außergerichtlich über die Schuldenrückführung zu einigen. Eine geeignete Schuldnerberatungsstelle oder ein Anwalt für Schulden muss dem Einigungsversuch beiwohnen. Es wird demnach vorausgesetzt, dass eine persönliche Beratung mit eingehender Prüfung sämtlicher Einnahmen und Ausgaben stattgefunden hat.

Erst, wenn der außergerichtliche Einigungsversuch nicht zum erhofften Ergebnis geführt hat, kann beim Verbraucherinsolvenzverfahren der eigentliche Ablauf beginnen. Aber was ist bei der Antragstellung beim zuständigen Insolvenzgericht überhaupt zu beachten? In folgender Liste haben wir Ihnen die wichtigsten Dokumente zusammengestellt, die Sie als Verbraucher bei einer Privatinsolvenz benötigen:

  • Eine Bescheinigung, die von einer dafür geeigneten Person (z.B. Schuldenberater einer seriösen Schuldnerberatungsstelle oder Rechtsanwalt) ausgestellt wurde. Aus dieser muss sich ergeben, dass innerhalb der letzten sechs Monate vor Antragstellung erfolglos versucht wurde, eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern herbeizuführen. Dies muss auf Grundlage eines Schuldenplans erfolgt sein.
  • Eine Erklärung, ob Restschuldbefreiung beantragt wurde.
  • Ein Verzeichnis über vorhandenes Vermögen sowie Einkommen, Gläubiger und bestehende Forderungen. Außerdem muss eine Erklärung abgegeben werden, dass die Angaben sowohl vollständig als auch richtig sind.
  • Einen Schuldenbereinigungsplan (§ 305 InsO).
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Verbraucherinsolvenzverfahren: Was beim Ablauf gilt und welche Schritte anstehen

Infografik: Voraussetzungen der Privatinsolvenz. (Für größere Ansicht bitte auf das Bild klicken.)

Infografik: Voraussetzungen der Privatinsolvenz. (Für größere Ansicht bitte auf das Bild klicken.)

Ist der außergerichtliche Einigungsversuch gescheitert folgt dem Antrag zur Eröffnung vom Verbraucherinsolvenzverfahren im Ablauf das gerichtliche Schuldenbereinigungsverfahren. Gemeint ist hiermit nichts anderes als ein weiterer Einigungsversuch, der jetzt im Vergleich zum ersten Anlauf mit der Unterstützung des Gerichts vorgenommen wird.

Vorausgesetzt ein erneuter Versuch zur Einigung wird vom verantwortlichen Gericht als sinnvoll erachtet. Besteht laut zuständigen Richtern nach Prüfung Aussicht auf Erfolg, wird der gerichtliche Schuldenbereinigungsplan an alle involvierten Gläubiger verschickt.

Anschließend können die Gläubiger innerhalb einer vierwöchigen Frist Stellung nehmen. Gemäß dem Fall, dass nicht mindestens 50 Prozent aller beteiligten Gläubiger den Plan ablehnen, kann das Gericht die Zustimmung der ablehnenden Gläubiger auf Antrag des Schuldners ersetzen.

Der nächste Schritt, der beim Privatinsolvenzverfahren im Ablauf ansteht, ist das eigentliche Hauptverfahren. Um dieses einzuleiten, wird zunächst die Vermögens- und Schuldensituation des Betroffenen festgehalten. Sofern die Möglichkeit dazu besteht, erfolgt eine Verwertung von vorhandenem pfändbarem Vermögen. Bei gegebenen Voraussetzungen folgt anschließend ein Insolvenzplanverfahren, in dessen Rahmen die Finanzen der von Überschuldung betroffenen Person doch noch saniert werden können.

Ist dies nicht der Fall, steht Schuldnern beim Verbraucherinsolvenzverfahren im Ablauf der letzte Schritt bevor: die sogenannte Wohlverhaltensperiode, welche auch Wohlverhaltensphase genannt wird. Während der beschriebenen Phase verpflichtet sich die betroffene Privatperson, alle zumutbaren Erwerbstätigkeiten anzunehmen. Wenn Sie das gesetzliche Rentenalter erreicht haben oder aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht erwerbsfähig sind, entfällt im Verfahren die sonst bestehende Arbeitspflicht bzw. Pflicht zur Bemühung um eine Arbeitsaufnahme. Eine Entschuldung ist trotzdem möglich.

Außerdem erklärt sich der Schuldner bereit, seine Einkommens- und Vermögensverhältnisse jederzeit auf Nachfrage offen zu legen. Sofern die betreffende Person während der Wohlverhaltensphase Geld oder andere Vermögenswerte erbt, müssen diese zu 50 Prozent in die Insolvenzmasse einfließen.

Welche Kosten entstehen im Rahmen von Vebraucherinsolvenzverfahren?

Folgende Kosten müssen bei Privatinsolvenzen von Verbrauchern beglichen werden:

  • Gerichtskosten
  • Kosten für Insolvenzverwalter/Treuhänder
  • ggf. Anwaltskosten (sofern Sie einen eigenen Anwalt beauftragen)

Grundsätzlich werden die genannten Kostenpunkte aus der Insolvenzmasse des Schuldners gezahlt. Gemeint ist Geld und anderes pfändbares Vermögen, dass beim Betroffenen beschlagnahmt werden kann. Reichen die eigenen Mittel nicht aus, um alle Beträge zu decken, so können Ihnen auf Antrag die Kosten für die einzelnen Abschnitte des Verfahrens gestundet werden. Liegen keine Gründe vor, die eine Restschuldbefreiung ausschließen, wir die Stundung in der Regel vom zuständigen Gericht gewährt.

Beim Verbraucherinsolvenzverfahren müssen im Ablauf der Verfahrensschritte Kosten beglichen werden.

Beim Verbraucherinsolvenzverfahren müssen im Ablauf der Verfahrensschritte Kosten beglichen werden.

Wenn während des Verfahrens pfändbare Beträge an den Insolvenzverwalter bzw. Treuhänder fließen, erfolgt zunächst ein Kostenausgleich.

Sind beim Verbraucherinsolvenzverfahren nach dessen Ablauf noch nicht alle Kosten beglichen, müssen Betroffene maximal vier weitere Jahre zur Tilgung beitragen, sofern dies im Rahmen deren finanzieller Möglichkeiten ist.

Zu einer nachträglichen Aufhebung der Stundung kommt es dann, wenn sich die Vermögensverhältnisse des Schuldners ändern, dieser falsche Angaben gemacht hat oder seinen Pflichten nicht nachgekommen ist.

Wodurch beim Verbraucherinsolvenzverfahren die Dauer bedingt ist

Die Wohlverhaltensphase kann im Verbraucherinsolvenzverfahren je nach Ablauf einen Zeitraum von bis zu sechs Jahren umfassen und beginnt mit Eröffnung des Verfahrens der Verbraucherinsolvenz. Unter Umständen besteht jedoch die Möglichkeit, dass bei gegebenen Voraussetzungen eine Verkürzung auf fünf bzw. drei Jahre erfolgt.

Wer seinen Antrag nach dem ersten Juli 2014 gestellt hat, der kann die Verfahrenslaufzeit von sechs Jahren auf fünf Jahre reduzieren. Tilgen Sie neben den Kosten zusätzlich 35 Prozent der Gläubigerforderungen innerhalb eines dreijährigen Zeitraumes, ist eine Restschuldbefreiung bereits zu diesem Zeitpunkt möglich. In einigen Fällen kommt die Verkürzung auf drei Jahre jedoch nicht in Frage, weil die anteilig steigenden Kosten neben der Tilgung von 35 Prozent häufig nicht vollständig gezahlt werden können.

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