Mein Arbeitgeber ist insolvent – Was ist nun zu tun?

Das Wichtigste zur Insolvenz des Arbeitgebers

Welche Pflichten hat ein Arbeitgeber im Falle seiner Insolvenz?

Ein Arbeitgeber muss Insolvenz anmelden, wenn er zahlungsunfähig oder überschuldet ist. Er ist dazu verpflichtet, die Arbeitnehmer so schnell wie möglich über die Eröffnung der Unternehmensinsolvenz zu informieren.

Wer zahlt mein Gehalt, wenn der Arbeitgeber insolvent ist?

Ist der Arbeitgeber insolvent, wird das Gehalt zum wichtigen Thema. Ansprüche, die vor der Insolvenz entstanden sind, müssen beim Insolvenzverwalter angemeldet werden. Während der Insolvenz erhalten Sie Ihr Gehalt vom Insolvenzverwalter.

Ich bekomme kein Gehalt mehr – was kann ich tun?

Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, bei der zuständigen Agentur für Arbeit Insolvenzgeld zu beantragen. Dann erhalten Sie für die letzten drei Monate vor der Eröffnung der Insolvenz das ausstehende Gehalt.

Wann muss sich mein Arbeitgeber insolvent melden?

Laut Insolvenzordnung (InsO) sind Unternehmen & Co dazu verpflichtet, Insolvenz anzumelden, wenn eine der folgenden drei Bedingungen zutrifft:

  1. Zahlungsunfähigkeit
  2. Drohende Zahlungsunfähigkeit
  3. Überschuldung
Im Zuge der Regelinsolvenz wird das Unternehmen entweder saniert, also gerettet, oder aber das Unternehmen wird aufgelöst. Sobald die Insolvenz eröffnet wurde, muss der Arbeitgeber seine Arbeitnehmer darüber informieren.

Arbeitgeber insolvent – Wie bekomme ich mein Geld?

Ist der Arbeitgeber insolvent, wird das Gehalt vom Insolvenzverwalter ausgezahlt.
Ist der Arbeitgeber insolvent, wird das Gehalt vom Insolvenzverwalter ausgezahlt.

Eine Frage beschäftigt Arbeitnehmer ganz besonders, wenn der Arbeitgeber insolvent ist: „Wer zahlt mein Gehalt?“ Häufig bemerkt ein Arbeitnehmer zum ersten Mal, dass eine Insolvenz droht, wenn Gehalts- bzw. Lohnzahlungen ausbleiben. In diesem Fall sollten Betroffene ihren Arbeitgeber schriftlich darüber informieren, wenn Zahlungen ganz oder teilweise fehlen. Des Weiteren ist es empfehlenswert, ihn mittels Forderungsaufstellung zur Zahlung aufzufordern.

Beachten Sie in diesem Zusammenhang Folgendes: Droht der Arbeitgeber insolvent zu werden und wird kein Gehalt bzw. Lohn ausgezahlt, bedeutet das nicht, dass Sie automatisch dazu berechtigt sind, die Arbeit zu verweigern. In der Regel können derartige Reaktionen erst nach zwei bis drei Monaten erfolgen. Erwägen Sie, dann die Arbeit niederzulegen, sollten Sie dies dem Arbeitgeber zuvor schriftlich mitteilen.

Mit einem Aufhebungsvertrag vereinbaren Arbeitnehmer und -geber, wie ein bestehendes Arbeitsverhältnis beendet wird. Häufig ist eine Abfindung Teil des Deals. Doch was passiert, wenn der Arbeitgeber insolvent ist? Eine Abfindung, auf die bereits vor der Insolvenz ein Anspruch entstand, ist häufig verloren. Kam der Anspruch jedoch später zustande, gehört die Abfindung zu den sogenannten Masseverbindlichkeiten. Der Insolvenzverwalter muss diese Verbindlichkeiten in der Regel voll auszahlen.

Insolvenz des Arbeitgebers: Müssen Arbeitnehmer Forderungen anmelden?

Ist der Arbeitgeber insolvent, müssen Sie Forderungen anmelden, wenn Ansprüche aus der Zeit vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestehen.
Ist der Arbeitgeber insolvent, müssen Sie Forderungen anmelden, wenn Ansprüche aus der Zeit vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens bestehen.

Was geschieht nun, wenn der Arbeitgeber tatsächlich insolvent ist und kein Gehalt bzw. Lohn gezahlt wird? In diesem Zusammenhang ist zu unterscheiden, ob die Ansprüche des Arbeitnehmers vor oder nach der Eröffnung der Insolvenz entstanden sind.

Geht es um Forderungen aus der Zeit vor des Insolvenzverfahrens, ist wie folgt vorzugehen: Sie sollten zunächst, wie bereits beschrieben, den Arbeitgeber auf offene Forderungen hingewiesen und ihn zur Zahlung aufgefordert haben. Ist der Arbeitgeber dann insolvent, ist eine Lohnforderung beim Insolvenzverwalter anzumelden.

Dieser wird Ihnen ein Formular zur Verfügung stellen, in welches Sie die entsprechenden Informationen eintragen müssen. Innerhalb einer bestimmten Frist, über die Sie in Kenntnis gesetzt werden, müssen Sie das Formular dann an den Insolvenzverwalter zurückgeben.

Ist Ihr Arbeitgeber insolvent und sind Sie weiterhin beschäftigt, zahlt nicht mehr der Arbeitgeber selbst den Lohn bzw. das Gehalt aus. Vielmehr geht diese Aufgabe auf den Insolvenzverwalter über. Sollten Sie kein Geld erhalten, sollten Sie den Insolvenzverwalter so schnell wie möglich darüber informieren und ihn zur Zahlung auffordern.

Unterstützung von der Agentur für Arbeit: Das Insolvenzgeld

Ist der Arbeitgeber insolvent, zahlt das Arbeitsamt unter Umständen Insolvenzgeld.
Ist der Arbeitgeber insolvent, zahlt das Arbeitsamt unter Umständen Insolvenzgeld.

Wir haben bereits Folgendes erwähnt: Bleibt schon, bevor der Arbeitgeber insolvent wird, Lohn aus, müssen Arbeitnehmer offene Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Im Laufe der Insolvenz leistet Letzterer dann die entsprechenden Zahlungen. Das geschieht in der Regel allerdings nicht sofort. Betroffene Arbeitnehmer müssen meist einige Zeit warten, bis sie das ihnen zustehende Geld erhalten.

Sie fragen sich dann häufig, wie sie ohne Einkommen mehrere Monate überbrücken sollen. Miete, Kreditraten, Lebensmittel und Co müssen schließlich weiterhin bezahlt werden. Aus diesem Grund springt, wenn der Arbeitgeber insolvent ist, das Arbeitsamt ein und zahlt das sogenannte Insolvenzgeld aus.

Hierbei handelt es sich um eine einmalige Zahlung, die rückwirkend erfolgt. Sie erhalten den Lohn bzw. das Gehalt, welcher für die letzten drei Monate vor der Eröffnung der Insolvenz des Arbeitgebers ausstehen. Doch wie hoch fällt das Insolvenzgeld genau aus? Es stimmt in der Regel mit dem Nettoverdienst überein. Auch Weihnachtsgeld oder Überstundenvergütungen können dazu gehören.

Ist Ihr Arbeitgeber insolvent, müssen Sie das Insolvenzgeld bei der zuständigen Agentur für Arbeit beantragen. Dies müssen Sie innerhalb von zwei Monaten nach Eröffnung der Insolvenz tun. In dringenden Fällen können Sie einen Vorschuss beantragen.

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