Verbindlichkeiten: Ihre Bedeutung im Schuldrecht

Das Wichtigste zu Verbindlichkeiten

Was ist eine Verbindlichkeit?

Eine Verbindlichkeit ist die Zahlungsverpflichtung eines Schuldners für eine bereits erbrachte Leistung.

Sind Verbindlichkeiten Schulden?

Ja, Verbindlichkeiten gehören zu den Schulden.

Was sind Forderungen und Verbindlichkeiten?

Muss ein Schuldner eine Zahlung für eine erbrachte Leistung leisten, ist dies eine Verbindlichkeit. Die Forderung ist das Gegenstück dazu. Der Gläubiger hat eine Forderung gegenüber einem Schuldner, wenn Ersterer eine Leistung erbracht und im Gegenzug Anspruch auf eine Gegenleistung hat.

Wann verjähren Verbindlichkeiten?

Eine Verbindlichkeit verjährt in der Regel gemäß § 195 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) nach drei Jahren. Dabei beginnt die Frist für die Verjährung von Schulden jedoch erst am Ende des Jahres zu laufen, in dem die Verbindlichkeit entstanden ist.

Was sind Verbindlichkeiten? Eine einfache Definition!

Der Kauf auf Rechnung führt dazu, dass Verbindlichkeiten entstehen.
Der Kauf auf Rechnung führt dazu, dass Verbindlichkeiten entstehen.

Häufig kaufen sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen Waren oder nehmen Dienstleistungen in Anspruch, bezahlen diese aber nicht sofort, sondern erst einige Zeit später – meist, wenn die Rechnung eintrifft.

In einem solchen Fall wird also die betreffende Person bzw. das Unternehmen zum Schuldner. Sie ist nämlich dazu verpflichtet, für eine erbrachte Leistung eine Gegenleistung zu erbringen. In der Regel handelt es sich dabei um die Zahlung einer festgelegten Summe. Dies wird auch als Verbindlichkeit bezeichnet.

Gemeinhin werden in diesem Zusammenhang die Begriffe „Schulden“ und „Verbindlichkeiten“ synonym verwendet. Haben Sie selbst Probleme damit, offene Rechnungen zu bezahlen? Im Rahmen der kostenlosen und unverbindlichen Erstberatung vom Online-Schuldencheck ** erfahren Sie, welche Handlungsmöglichkeiten Ihnen offenstehen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Verbindlichkeit und einer Forderung?

Worin besteht nun der Unterschied zwischen einer Forderung und einer Verbindlichkeit? Beide Begriffe sind nämlich im selben Kontext zu hören.

Wie wir bereits erklärt haben, sind Verbindlichkeiten eine Gegenleistung für eine Leistung, die bereits erbracht wurde. Der Schuldner muss diese erfüllen.

Die Forderung ist demgegenüber das Gegenstück der Verbindlichkeit. Kann ein Gläubiger eine Leistung von einem Schuldner verlangen, beispielswiese eine Geldzahlung, dann handelt es sich dabei um eine Forderung.

Ein einfaches Beispiel zur Verdeutlichung des Unterschieds zwischen Forderung und Verbindlichkeit: Ein Kunde hat bei einem Onlineshop einen Rucksack auf Rechnung bestellt. Die Ware wurde zugestellt. Der Kunde, nun auch Schuldner genannt, hat jetzt eine Verbindlichkeit, er muss nämlich den Rechnungsbetrag fristgerecht überweisen. Der Verkäufer, den wir ab sofort Gläubiger nennen können, hat dem Käufer gegenüber eine Forderung. Er hat Anspruch auf die Bezahlung des zugestellten Rucksacks.

Langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten: Was ist der Unterschied?

Bank an Verbindlichkeiten: Auf diese Weise können Darlehen im Rechnungswesen gebucht werden.
Bank an Verbindlichkeiten: Auf diese Weise können Darlehen im Rechnungswesen gebucht werden.

Verbindlichkeiten können in zwei Kategorien eingeteilt werden: in langfristige und kurzfristige. Der Unterschied besteht darin, wann diese fällig werden. Kurzfristige Verbindlichkeiten müssen innerhalb der folgenden zwölf Monate bezahlt werden. Bei einer langfristigen Verbindlichkeit hingegen tritt die Fälligkeit erst nach mindestens einem Jahr ein.

Zahlen Sie beispielsweise einen Kredit ab, dessen Laufzeit noch fünf Jahre beträgt, dann handelt es sich dabei um eine langfristige Verbindlichkeit. Müssen Sie hingegen die Rechnung eines Handwerksbetriebs innerhalb der nächsten 14 Tage zahlen, dann ist dies eine kurzfristige Verbindlichkeit.

Kleiner Exkurs: Die Verbindlichkeit in der Bilanz

In einer Bilanz weisen Unternehmen unter anderem Forderungen und Verbindlichkeiten aus. Erstere zählen zu den Aktivposten, während Letztere auf der Seite der Passiva aufgeführt werden.

Dabei werden diese in verschiedene Positionen unterteilt. Dazu zählen unter anderem Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie gegenüber Banken.

Posten, die nicht in eine der sieben Hauptkategorien einsortiert werden können, werden als sonstige Verbindlichkeiten bezeichnet. Beispiele hierfür sind Verbindlichkeiten aus Steuern sowie antizipative Posten. Dabei handelt es sich um Leistungen, welche im laufenden Jahr in Anspruch genommen wurden, die aber erst im folgenden Jahr bezahlt werden.

Quellen und weiterführende Links

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Über den Autor

Meike
Meike Z.

Meike erwarb ihren Master-Abschluss im Fach Linguistik an der Universität Paderborn und ist seit 2016 Teil des schuldnerberatung.de-Teams. Ihr thematischer Fokus liegt insbesondere auf unterschiedlichsten Fragestellungen rund ums Schulden- und Insolvenzrecht.

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