Was darf ein Insolvenzverwalter nicht?

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 16. Februar 2021

Das Wichtigste zum Thema “Was darf ein Insolvenzverwalter nicht?”

Was darf der Insolvenzverwalter nicht tun?

Der Insolvenzverwalter darf weder über das pfändungsfreie Einkommen des Schuldners bestimmen noch diesen zwingen, z. B. einen Mobilfunkvertrag zu kündigen, den der Schuldner hieraus bezahlen kann.

Was darf der Insolvenzverwalter nicht pfänden?

Das pfändungsfreie Einkommen steht allein dem Schuldner zu – der Insolvenzverwalter darf hierauf nicht zugreifen.

Darf mir der Insolvenzverwalter Eheringe, Möbel oder eine Waschmaschine wegnehmen?

Nein, diese Dinge sind als persönliche Gegenstände normalerweise unpfändbar und fallen damit nicht in die Insolvenzmasse.

Insolvenzverwalter darf Pflichten nicht verletzen

Was darf ein Insolvenzverwalter eigentlich nicht und was passiert, wenn er seine Pflichten verletzt?
Was darf ein Insolvenzverwalter eigentlich nicht und was passiert, wenn er seine Pflichten verletzt?

Ein im Rahmen eines Insolvenzverfahrens eingesetzter Insolvenzverwalter hat gewisse Pflichten zu erfüllen. Das Ziel einer Insolvenz ist es, den Schuldner von seinen Schulden zu befreien und die Forderungen der Gläubiger dabei maximal zu befriedigen.

Der Insolvenzverwalter hat das Recht, die Insolvenzmasse zu verwalten und zu verwerten sowie den Erlös im Anschluss gleichmäßig unter den Gläubiger zu verteilen. Nachdem er den Wert der Insolvenzmasse ermittelt hat, können die Ziele definiert werden, die im Zuge des Insolvenzverfahrens erfüllt werden sollen. Er ist hierbei dazu verpflichtet, sorgfältig und gewissenhaft zu arbeiten.

Zu der Pflicht des Insolvenzverwalters gehört es, dafür Sorge zu tragen, dass eine Realisierung der festgesetzten Ziele auch möglich ist. Diese müssen also so gesteckt werden, dass eine Erreichung möglich ist und die Forderungen der Gläubiger dementsprechend letztlich auch befriedigt werden können.

Was darf ein Insolvenzverwalter nicht? Ein Insolvenzverwalter darf seine Pflichten nicht verletzen, andernfalls muss er gemäß § 60 der Insolvenzordnung (InsO) Schadenersatz an alle Beteiligten leisten, wenn diese durch die Nichterfüllung der Ziele geschädigt werden.

Insolvenzverwalter: Pflichten gegenüber Massegläubigern verletzt

Eine Sonderstellung nehmen hierbei die Massegläubiger ein, die bevorzugt vor den Insolvenzgläubigern zu befriedigen sind. Ihre Forderungen werden Masseverbindlichkeiten genannt und sind durch Rechtshandlungen des Insolvenzverwalters und demnach erst nach bzw. durch Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden. Werden diese nicht vollständig erfüllt, so gilt laut § 61 InsO Folgendes:

Kann eine Masseverbindlichkeit, die durch eine Rechtshandlung des Insolvenzverwalters begründet worden ist, aus der Insolvenzmasse nicht voll erfüllt werden, so ist der Verwalter dem Massegläubiger zum Schadenersatz verpflichtet. Dies gilt nicht, wenn der Verwalter bei der Begründung der Verbindlichkeit nicht erkennen konnte, daß die Masse voraussichtlich zur Erfüllung nicht ausreichen würde.

Was darf ein vorläufiger Insolvenzverwalter nicht?

Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wird eingesetzt, wenn bereits ein Antrag auf Insolvenz gestellt wurde, das Insolvenzverfahren noch nicht eingeleitet wurde. Seine Aufgabe ist es, die Insolvenzmasse zu sichern und zu erhalten. Im Gegensatz zum im Insolvenzverfahren eingesetzten Insolvenzverwalter darf er die Insolvenzmasse allerdings nicht verwerten.

Was darf ein Insolvenzverwalter nicht pfänden?

Insolvenzverwalter: Welche Rechte und Pflichten hat er und was darf er pfänden?
Insolvenzverwalter: Welche Rechte und Pflichten hat er und was darf er pfänden?

Um die Forderungen der Gläubiger zu befriedigen, kann der Insolvenzverwalter im Rahmen des Insolvenzverfahrens zum Beispiel Konto, Lohn oder Sachgegenstände des Schuldners pfänden und zur Insolvenzmasse hinzufügen. Jedoch ist nicht automatisch alles pfändbar, was der Schuldner besitzt oder erhält. Was darf ein Insolvenzverwalter denn eigentlich nicht pfänden?

  • Bei der Kontopfändung: Wurde ein Pfändungsschutzkonto eingerichtet, kann ein gewisser Grundfreibetrag auf dem Konto vor der Pfändung geschützt werden. Dieser Freibetrag bleibt dem Schuldner zum Selbstbehalt, um wichtige Kosten für die Lebenshaltung zu decken.
  • Bei der Lohnpfändung: Außerdem darf nicht der gesamte Lohn eines Schuldners gepfändet werden. Zu den unpfändbaren Bezügen gehören hierbei ebenfalls Sondervergütungen wie Weihnachtsgeld, Überstundenvergütung oder Urlaubsgeld.
  • Bei der Sachpfändung: Als pfändungsfreie Gegenstände gelten zum Beispiel Gegenstände für den persönlichen Gebrauch und Haushalt des Schuldners, die für eine einfache Lebensführung nötig sind sowie Sachen, die für die Ausbildung oder die Ausübung der Erwerbstätigkeit gebraucht werden.

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Was darf ein Insolvenzverwalter nicht?
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10 Gedanken zu „Was darf ein Insolvenzverwalter nicht?

  1. Lutz S.

    Hallo, mir fehlt eine Aussage darüber ob der Insolvenzverwalter offen legen muss für was er das vom Schuldner erhaltene Geld (durch Lohnpfändung) verwendet hat. Was und in welcher Höhe er mit diesem Geld bezahlt oder beglichen hat. Welche Möglichkeit gibt es dies zu erfahren. Und besteht eine Pflicht für den Insolvenzverwalter dies offen für den Schuldner zu legen?

    Mit freundlichen Grüßen

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Lutz,

      beim Schlusstermin wird in der Regel die Schlussrechnung des Insolvenzverwalters erörtert.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  2. Lucia

    Darf einen Insolvenz Verwalter verpflichten in der Wohnung zu kommen. Obwohl einen gerichtsvolstrecker schon bestätigt hat dass nichts zu pfänden gibt? Und darf er nein altes Auto pfänden obwohl ich denn brauche für meine Arbeit?
    Freundlicher Dank in voraus

    Antworten
  3. Michael

    Hallo ihr lieben!
    Ich habe eine kontopfändung!
    Bin Arbetslos geworden ,habe okt. Lohn 1770e erhalten.Das kam zum 15 Nov. Jetzt kam noch geld vom Aebeitsamt für 17 Tage am 21November obwohl Ich ein Pfändungsschutzkonto hatte kam ich trotz keiner Pfändung nicht mehr an das Geld und habe es dann wieder umändern lassen in ein normales Konto.Nun brauche ich aber die 600e
    vom Arbeitsamt für die November Miete.Ich habe seit dem 18ten auch wieder Arbeit u. Brauche auch Geld zum leben.habe mit dem Veewalter gesprochen.Der sagte,ich soll das Konto wieder rückwandel in ein Pfändungsschutzkonto! Wie bekomme ich mein held?Hilfe

    Antworten
  4. Joe

    Hallo,
    ich bin in der Lohnabrechnung tätig und ein Kollege hat Privatinsolvenz, der Insolvenzverwalter möchte nun die Lohnscheine der letzten beiden Abrechnungen plus ab sofort jeden Monat die Lohnabrechnungen direkt von mir(Lohnbüro), darf ich ihm diese zukommen lassen???

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  5. Malaica

    Unser Verwalter hat sich mittlerweile 15.000euro dem laufenden Betrieb abgebucht. Unser Betrieb soll eigentlich weiter laufen. Wie ist sowas möglich? Diese 15.000euro könnten ja an anderer Stelle bezahlt werden.

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  6. Petra

    Hallo,
    Darf der Insolvenzverwalter von mir verlangen das ich die Unfallversicherung meines Sohnes kündige damit er das Geld bekommt? Was ich Jahre lang eingezahlt habe,damit er wenn er volljährig ist ein kleines Startkapital hat.

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  7. Alexander

    Hallo guten Abend,

    Meine Insolvenz ist seit dem 23.06.2020 beendet.
    Angeblich kann dieses nicht beendet werden weil bei mir noch was unklar. Jetzt möchte er von mir meinen pfändbaren Teil weiter haben.
    Darf er das ?

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