Zinseszins – Wenn Zinsen bei der Geldanlage wieder verzinst werden

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 17. November 2021

Das Wichtigste zum Zinseszins

Was versteht man unter Zinseszins und Zinseszinseffekt?

Den Zinseszins stellen die Zinsen dar, welche wiederum auf Zinsen anfallen. Und wie entsteht dieser Zinseszinsffekt? Werden bei der Geldanlage die entstehenden Zinsen wieder angelegt, dann macht sich der Zinseszinseffekt bemerkbar. Mehr zu den Grundlagen erfahren Sie hier.

Was ist der Unterschied zwischen Zinsen und Zinseszins?

Zinsen sind der Preis, welche eine Bank dafür zahlt, dass ein Anleger ihr Geld zur Verfügung stellt. Der Zinseszins fällt auf diese Zinsen an, wenn diese wiederum angelegt werden. Wie er zum Wachsen der Kapitalerträge beiträgt, visualisiert diese Tabelle.

Wie berechnet man den Zinseszins? Wie lautet die Zinseszinsformel?

Um den Zinseszins zu berechnen, müssen Sie die folgenden Variablen kennen: Anfangskapital, Zins und Laufzeit. Möchten Sie selbst rechnen, finden Sie an dieser Stelle die entsprechende Formel.

Wie kann man den Zinseszinseffekt nutzen?

Sie können diesen bei der Geldanlage nutzen, indem Sie anfallende Zinsen erneut anlegen. Möchten Sie etwas Geld sparen, um dieses anzulegen, dann können Ihnen unsere Tipps dabei helfen.

Wann rechnet man mit dem Zinseszins?

Der Zinseszins fällt immer dann an, wenn Zinserträge erneut investiert werden, wie etwa bei einem aufgezinsten Sparbrief.

Welche Variablen beeinflussen den Zinseszinseffekt?

Wie sehr sich der Zinseszinseffekt auswirkt, hängt vom Zinssatz, dem Anfangskapital sowie der Laufzeit der Geldanlage ab. Sie können ganz einfach einen Zinsrechner nutzen, um nachzuschauen, wie stark sich diese Variablen auf die Zinserträge auswirken.

Zinseszinsrechner: Wie wächst Ihr Kapital?

Was ist der Zinseszins?

Formel für die Berechnung: Der Zinseszins lässt sich einfach ermitteln.
Formel für die Berechnung: Der Zinseszins lässt sich einfach ermitteln.

Wenn Sie Geld anlegen, überlassen Sie dem entsprechenden Geldinstitut für einen festgelegten Zeitraum eine bestimmte Menge Geld. Im Gegenzug dafür, dass Sie der Bank den Betrag „leihen“, muss diese einen Preis zahlen – das sind die Zinsen. Diese werden in Prozent angegeben.

Der Zinsertrag kann erneut angelegt werden. Dann generieren die Zinsen wiederum Zinsen. Das wird auch Zinseszins genannt. Der Zinseszinseffekt beschreibt in diesem Zusammenhang den Fakt, dass die Zinserträge exponentiell wachsen. Das bedeutet, dass sie immer um den gleichen Faktor ansteigen.

Und wann wird der Zinseszins berechnet? Er fällt unter gewissen Umständen bei der Geldanlage an – nämlich dann, wenn anfallende Zinsen nicht regelmäßig ausgezahlt, sondern zur angelegten Summe hinzugerechnet werden.

Die folgende Tabelle macht deutlich, wie der Zinseszins zum exponentiellen Wachstum des angelegten Kapitals beiträgt:

JahrAnfangs­kapitalZinsenEnd­kapital
15.000 €75 €5.075 €
25.075 €76 €5.151 €
35.151 €77 €5228 €
45.228 €78 €5.307 €
55.307 €80 €5.386 €
65.386 €81 €5.467 €
75.467 €82 €5.549 €
85.549 €83 €5.632 €
95.632 €84 €5.717 €
105.717 €86 €5.803 €
115.803 €87 €5.890 €
125.890 €88 €5.978 €
135.978 €90 €6.068 €
146.068 €91 €6.159 €
156.159 €92 €6.251 €
166.251 €94 €6.345 €
176.345 €95 €6.440 €
186.440 €97 €6.537 €
196.537 €98 €6.635 €
206.635 €100 €6.734 €

Eine Form der Geldanlage ist der Sparbrief. Beim normal verzinslichen Sparbrief werden die Zinsen jährlich ausgezahlt. Hier entstehen damit keine Zinseszinsen. Anders verhält es sich beim aufgezinsten Sparbrief. Hier werden die Zinsen erst am Ende der Laufzeit ausgezahlt. Anleger können hierbei also vom Zinseszinseffekt profitieren.

Zinseszinsen berechnen: Welche Formel benötige ich dafür?

Möchten Sie den Zinseszins berechnen, müssen Sie nicht umständlich eine Tabelle, wie sie im letzten Abschnitt zu finden ist, anlegen. Vielmehr können Sie ganz einfach die Zinseszinsformel verwenden. Im Folgenden erklären wir, wie Sie sowohl das End- als auch das Anfangskapital berechnen.

Beispiel für eine Zinseszinsrechnung: Berechnung des Endkapitals

Wie ermitteln Sie den Zinseszins? Für die Berechnung des Endkapitals wird folgende Formel benötigt:

Endkapital = Anfangskapital x (1 + (Zinssatz / 100))Laufzeit

Nehmen wir beispielsweise an, dass 8.000 Euro über eine Laufzeit von 15 Jahren zu einem Zinssatz von 3 Prozent angelegt werden. Wir müssen also Folgendes berechnen: 8.000 x 1,037. In diesem Fall beträgt das Endkapital 12.463,74 Euro.

Formel für Zinseszinsen: Anfangskapital berechnen

Sind Laufzeit, Endkapital sowie Zinssatz bekannt, ist es natürlich auch möglich, das ursprüngliche Anfangskapital zu berechnen. Dafür benötigen Sie folgende Formel:

Anfangskapital = Endkapital / ((1 + Zinssatz/100)Laufzeit)

Rechnen wir dazu ein Beispiel durch: Das Endkapital liegt bei 17.831,37 Euro. Wie hoch war das Anfangskapital bei einer Laufzeit von 20 Jahren und einem Zinssatz in Höhe von 2 Prozent? Geben wir die Werte in die Formel ein: 17.831,37 / 1,0220. Demnach betrug das Anfangskapital 12.000 Euro.

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