Was bedeutet eine Akontozahlung bei Rechnung & Co?

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 24. August 2020

Das Wichtigste zur Frage „Was ist eine Akontozahlung“?

Was bedeutet Akontozahlung?

Der Begriff “Akontozahlung” ist wohl eher als Abschlagszahlung bekannt. Dabei handelt es sich um Teilzahlungen. Eine genaue Erläuterung des Begriffs finden Sie hier.

Wo sind Akontozahlungen üblich?

Am bekanntesten ist diese Art der Zahlung wohl bei der Abrechnung von Stromkosten. Kunden zahlen jeden Monat einen Abschlag und müssen dann – je nach Verbrauch – am Ende eines Jahres Geld nachzahlen oder erhalten eine Rückzahlung.

In welchen Bereiche und zu welchem Zweck ist dies noch gebräuchlich?

Auch im Handwerk und der Industrie sind Akontozahlungen üblich. Hier sorgen sie unter anderem dafür, dass der Auftragnehmer liquide bleibt.

Weitere Ratgeber zur Akontozahlung

AbschlagszahlungLiquidität

Was ist eine Akontozahlung? Eine Definition

Akontozahlung: Was ist das Besondere daran?
Akontozahlung: Was ist das Besondere daran?

Was heißt „Akontozahlung“? Die Bedeutung des Begriffs ist relativ leicht zu erklären, wenn wir den Wortursprung betrachten. Dieser stammt, wie bei so vielen Begriffen aus dem Finanz- und Bankbereich, aus dem Italienischen. „A conto“ bedeutet so viel wie „auf Rechnung“ oder „auf Abschlag“.

Eine Akontozahlung – auch Abschlagszahlung genannt – ist eine Art Zwischenzahlung. Zahlungen müssen dabei schon geleistet werden, bevor eine Ware oder Leistung geliefert bzw. bevor ein Auftrag fertiggestellt ist. Das hat für beide beteiligten Seiten einige Vorteile.

So muss der Kunde nicht auf einmal einen großen Batzen Geld aufbringen, sondern kann nach und nach Zahlungen leisten. Der Auftragnehmer hingegen profitiert gerade bei großen oder langwierigen Aufträgen von der Akontozahlung. Darauf gehen wir im weiteren Verlauf näher ein.

Was ist der Unterschied zur Anzahlung und Teilzahlung?

Oft wissen Laien nicht genau, was nun genau der Unterschied zwischen einer Akontozahlung, einer Anzahlung und einer Teilzahlung ist. Erstere haben wir bereits erklärt. Die Anzahlung wird hingegen bereits geleistet, bevor eine Leistung erbracht oder eine Ware geliefert wird.

Wichtig ist auch der Unterschied zwischen Teil- und Akontozahlung – obwohl beide Begriffe häufig synonym verwendet werden. Bei der Abschlagszahlung wird ein gewisser Prozentsatz der Gesamtsumme gezahlt. Das erfolgt vor der Fertigstellung und hängt nicht von gewissen Zwischenzielen ab. Die Teilrechnung hingegen wird nach einer festgelegten Teilleistung gestellt. Diese Teilleistung muss bei der Zahlung bereits vollständig erbracht worden sein.

Akontozahlung bei Strom, Nebenkosten etc.: Infos für Mieter & Co

Bei der Akontozahlung spielt die Umsatzsteuer eine Rolle.
Bei der Akontozahlung spielt die Umsatzsteuer eine Rolle.

Was ist eine Akontozahlung? Wer zur Miete wohnt und Nebenkosten bezahlen muss, kennt das Prinzip in der Regel. Bei Nebenkosten handelt es sich um all jene Kosten, die bei einer Mietwohnung anfallen. Dazu gehören unter anderem Wasser, Heizung, Hausmeister etc. Bei einer Abschlagszahlung zahlt der Mieter in jedem Monat einen gewissen Betrag, obwohl die Endrechnung erst am Jahresende anfällt. Er macht also gewissermaßen Vorauszahlungen.

Am Ende des Jahres stellt der Vermieter eine Rechnung aus, welcher die tatsächlich über das Jahr entstandenen Kosten zu entnehmen sind. Hat der Mieter bislang übers Jahr zu viel gezahlt, erhält er eine Rückerstattung. Übersteigt die tatsächlich zu zahlende Summe die bereits geleisteten Beiträge, so wird eine Nachzahlung vonseiten des Mieters fällig.

Bekannt ist die Akontozahlung auch, wenn Stadtwerke oder andere Energieversorger ihre Stromrechnung stellen. Hier gilt das gleiche Prinzip wie bei den Nebenkosten. Erst zum Jahresende lässt sich feststellen, wie viel Strom ein Haushalt tatsächlich verbraucht hat. Damit der Kunde nicht erst dann eine große Summe auf einmal zahlen muss, werden monatliche Abschlagszahlungen fällig. Jeden Monat den aktuellen Stromverbrauch zu ermitteln, wäre für die Energieversorger viel zu aufwendig.

Darf eine Akontozahlung von einem Anwalt gefordert werden? Diese Frage stellen sich viele Personen, welche die Dienste eines Anwalts in Anspruch nehmen. Es ist durchaus üblich, dass für Rechtsdienstleistungen Abschlagszahlungen gefordert werden. So erhält der Anwalt nicht erst ganz zum Schluss das Geld für seine Dienste, sondern bekommt vorher schon einen Teil davon. Gerade bei langwierigen Verfahren greifen Anwälte darauf zurück, um weiterhin liquide zu bleiben.

Im Arbeitsalltag: Akontozahlung bei Lohn/Gehalt

Vor allem bei großen Aufträgen wird die Akontozahlung oft gewählt.
Vor allem bei großen Aufträgen wird die Akontozahlung oft gewählt.

Eine Abschlagszahlung kennen so manche Arbeitnehmer auch von der Lohn- bzw. Gehaltszahlung. Dabei wird bereits verdienter und fälliger Lohn, der aber noch nicht abgerechnet wurde, ausgezahlt. Ein Beispiel: Arbeitgeber und Arbeitnehmer können unter anderem bei einem stark schwankenden Lohn  bzw. Gehalt festlegen, dass die Bezüge bereits am Monatsende gezahlt werden. Die finale Abrechnung erhält der Arbeitnehmer aber erst im folgenden Monat.

Auch in Industrie, Handwerk und für Selbstständige sind Akontozahlungen üblich

Eine wichtige Rolle spielt die Akontozahlung auch in der Industrie oder für Handwerksbetriebe. Gerade bei langwierigen Projekten müssten die Auftragnehmer lange darauf warten, bis sie bezahlt werden. In der Zwischenzeit müssen sie jedoch Arbeitnehmer, Material und andere Posten bezahlen. Die Abschlagszahlungen des Kunden helfen ihnen dabei, weiterhin liquide zu bleiben.

Gleiches gilt bei Aufträgen, die mit einem hohen Materialaufwand einhergehen. Hier müsste der Auftragnehmer die Kosten für das Material zunächst komplett vorschießen. Gerade kleinere Betriebe haben damit jedoch oft Probleme. Durch die Akontozahlung des Kunden erhalten sie schon früher Geld, mit welchem sie anfallende Rechnungen bezahlen können.

Für eine Akontozahlung eine Rechnung schreiben: Was ist zu beachten?

Akontozahlung: Der Buchungssatz wirft oft Fragen auf.
Akontozahlung: Der Buchungssatz wirft oft Fragen auf.

Möchten Sie eine Rechnung über eine Akontozahlung schreiben, ist dabei einiges hinsichtlich Form und Inhalt zu beachten. Grundsätzlich ähnelt eine Rechnung über eine Abschlagszahlung aber in ihrem Aufbau einer herkömmlichen Rechnung. Angaben wie Name und Anschrift des Unternehmens, welches die Rechnung ausstellt, sind damit genauso verpflichtend wie eine fortlaufende Rechnungsnummer sowie Art und Umfang der Leistung.

Eine Rechnung für eine Akontozahlung sollten Sie stets auch als solche bezeichnen. Alternativ können Sie die Überschrift „Abschlagszahlung“ verwenden. Werden mehrere Akontozahlungen fällig, sind diese dementsprechend durchzunummerieren. Die Rechnungsnummer bleibt jedoch stets gleich.

Es muss stets zu erkennen sein, auf welches Gesamtprojekt sich die Rechnung bezieht. Des Weiteren ist zu beachten, dass am Ende eine Schlussrechnung über das gesamte Projekt ausgestellt werden muss. Dabei müssen Sie alle erfolgten Akontozahlungen aufführen und diese vom Endbetrag abziehen.

Es gibt viele verschiedene Computerprogramme, die Ihnen dabei helfen, eine Rechnung schnell und einfach zu erstellen. Die meisten davon geben Ihnen auch die Möglichkeit, mit ein paar Klicks eine Rechnung für eine Akontozahlung zu erhalten.

Akontozahlung: Rechnung als Muster kostenlos herunterladen

Warten Sie auf eine Rechnung für eine Akontozahlung und möchten im Vorhinein gerne wissen, wie diese aussehen könnte? Oder müssen Sie selbst eine Rechnung dieser Art erstellen? Das folgende Muster zeigt, wie das Schriftstück aussehen kann. Beachten Sie jedoch, dass es sich dabei lediglich um eine Vorlage zur Veranschaulichung handelt. Sie sollte nicht ungeprüft übernommen werden.

Laden Sie das Muster für die Rechnung bei einer Akontozahlung hier kostenlos herunter

Akontozahlung in der Buchhaltung & Blinazierung: Zu beachtende Grundlagen

Bei der Akontozahlung müssen Sie Abschläge leisten.
Bei der Akontozahlung müssen Sie Abschläge leisten.

Wie ist eine Akontozahlung zu verbuchen? Für den Auftraggeber, der die Rechnung bezahlen muss, gilt Folgendes: Der zu zahlende Abschlag wird wie eine Forderung gemäß § 266 Abs. 2 B I Nr. 4 Handelsgesetzbuch (HGB) behandelt. Auf der Seite des Rechnung stellenden Unternehmens ist eine Akontozahlung eine Verbindlichkeit gemäß § 266 Abs. 3 C HGB.

Bezüglich der Umsatzsteuervoranmeldung ist zu beachten, dass bei einer Akontozahlung die Umsatzsteuer dann fällig wird, wenn der Voranmeldungszeitraum, in welchem die Zahlung einging, abläuft. Anders verhält es sich in diesem Zusammenhang bei einer Teilzahlung. Hier muss die Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer vor Ablauf des Voranmeldungszeitraumes, in dem die Leistung erbracht wurde, abgeführt werden.

Muss die Rechnung für die Akontozahlung mit oder ohne Mehrwertsteuer gestellt werden? Auch hier ist die Steuer zu berücksichtigten.

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