Forderungen verkaufen: Was bedeutet Factoring?

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Das Wichtigste zu “Forderungen verkaufen”

  1. Ein Gläubiger kann seine Forderungen verkaufen und dafür einen bestimmten Betrag bekommen. Mit der Abtretung gibt er auch das Ausfallrisiko an den Käufer ab.
  2. Bei einem regresslosen Forderungsverkauf kann der Käufer bei einem Zahlungsausfall nicht auf den Verkäufer zurückgreifen.
  3. Beim Forderungsverkauf hängen die Kosten zudem vom geschätzten Risiko und Arbeitsaufwand ab. In der Regel betragen die Kosten zwischen 0,6 bis 2,5 Prozent des Forderungsbestandes.
  4. Ein Forderungsverkauf unterliegt der Umsatzsteuerpflicht, da sowohl Käufer und Verkäufer als Wirtschaftsteilnehmer agieren.

Was ist ein Verkauf von Forderungen?

Ein Gläubiger kann seine Forderungen verkaufen und dafür einen bestimmten Betrag bekommen
Ein Gläubiger kann seine Forderungen verkaufen und dafür einen bestimmten Betrag bekommen

Hat ein Gläubiger offene Forderungen, beispielsweise eine Insolvenzforderung, gegenüber einem Schuldner, muss er diese nicht unbedingt selbst eintreiben, sondern kann sie auch gegen sofortige Zahlung des Kaufpreises verkaufen.

Beim Verkauf einer Forderung wird diese an einen neuen Gläubiger übertragen, wobei der Forderungsverkauf auf einem Vertrag basiert. Durch die Abtretung der Forderung seitens des Gläubigers ist der Forderungsverkauf gemäß Definition erfüllt.

Der Verkäufer haftet laut Gesetz beim Forderungsverkauf nur für die Berechtigung der Forderung und nicht für deren Eintreibbarkeit. Mit dem Forderungsverkauf und der Abtretung gibt der Verkäufer auch das Ausfallrisiko an den neuen Gläubiger ab.

Gemäß dem Risikobegrenzungsgesetz muss der Forderungsverkauf dem Darlehensnehmer unverzüglich gemeldet werden, es sei denn, der Verkäufer des Darlehens tritt aufgrund einer Vereinbarung mit dem Käufer weiterhin als Gläubiger auf.

NPL-Forderungen verkaufen

Mit NPL oder Non-Performing Loan wird ein notleidender Kredit oder eine notleidende Forderung bezeichnet. Notleidende Forderungen sind solche, bei denen der Schuldner mit der Zahlung bereits in Verzug geraten ist. Meistens handelt es sich dabei um langfristige oder unsichere Zahlungsziele. Diese müssen in der Regel als zweifelhafte Forderungen wertberichtigt werden.

Beim Verkauf von NPL-Kreditforderungen erhält der alte Gläubiger die Forderungssumme abzüglich eines Abschlags. Somit verbessert sich seine Liquidität und gleichzeitig auch seine Bilanz, da er nicht mehr auf die künftige Zahlung des Schuldners warten muss. Gläubiger können in der Regel einem Inkasso NPL-Forderungen verkaufen.

Regressloser Forderungsverkauf

Beim Forderungsverkauf hängen die Kosten zudem vom geschätzten Risiko und Arbeitsaufwand ab.
Beim Forderungsverkauf hängen die Kosten zudem vom geschätzten Risiko und Arbeitsaufwand ab.

Wenn Gläubiger ihre Forderungen regresslos verkaufen, bedeutet dies, dass der Käufer, also der neue Gläubiger, im Falle des Forderungsausfalls nicht auf den Verkäufer zurückgreifen kann. Demnach trägt der Käufer das Risiko des Forderungsausfalls und hat keine Rückgriffsmöglichkeit auf den Verkäufer. Sowohl bei der Forfaitierung als auch beim Factoring ist der Forderungsverkauf regresslos. Es handelt sich demnach um eine Delkrederefunktion oder ein Delkredererisiko, das der Käufer übernimmt, wenn Gläubiger ihre Forderungen verkaufen. Beim Factoring bzw. bei der Forfaitierung wird zwischen echtem und unechtem Factoring bzw. Forfaitierung unterschieden. Nur beim echten Factoring erfolgt ein regressloser Ankauf von Forderungen.

Regresslos Forderungen zu verkaufen, beinhaltet eine wichtige Schutzfunktion für Verkäufer und stellt deshalb ein wichtiges Argument für diese Art von Forderungsverkauf dar. Aus diesem Grund ist es mittlerweile in Deutschland bedeutungslos, zwischen unechtem und echtem Factoring bzw. Forfaitierung zu unterscheiden. Jedoch ist beim Forderungsverkauf für die Bilanzierung wichtig, zwischen einer stillen oder einer offenen Abtretung zu unterscheiden. Bei einer stillen Abtretung wird der Forderungsverkauf dem Debitor nicht angezeigt, bei einer offenen Abtretung wird die Abtretung auf der Rechnung durch einen Abtretungsvermerk gekennzeichnet.
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Gewerbliche und private Forderungen verkaufen: Vor- und Nachteile

Um eine titulierte Forderung zu verkaufen, wird zunächst ein Schuldtitel benötigt, der verkauft werden soll.
Um eine titulierte Forderung zu verkaufen, wird zunächst ein Schuldtitel benötigt, der verkauft werden soll.

Wollen Sie eine titulierte Forderung verkaufen, ob als Privatperson oder als ein Unternehmen, benötigen Sie in der Regel zunächst einen Schuldtitel, den Sie verkaufen. Der Forderungsverkauf kann privat oder geschäftlich erfolgen. In der Regel erfolgt ein Forderungsverkauf mit Titel an Inkasso-Unternehmen.

Welche Vorteile haben Sie, wenn Sie Ihre Forderung verkaufen, ob privat oder geschäftlich? Wenn Sie offene Forderungen verkaufen, ist das Geld für den Forderungskauf sofort verfügbar. Sie sparen zudem noch die Zeit und den Aufwand für das Eintreiben der Schulden. Indem Sie einzelne Forderungen verkaufen, entlasten Sie damit auch das Personal, das ansonsten mit den aufsichtsrechtlichen Dokumentationspflichten befasst wäre.

Ein weiterer Vorteil beim Forderungsverkauf betrifft das Insolvenzverfahren. Meldet der Schuldner Insolvenz an, kann es unter Umständen sein, dass Sie gar nichts zurückbekommen. Indem Sie Ihre offene Rechnung verkaufen, bekommen Sie Ihr Geld auf jeden Fall – auch wenn nicht zu voller Höhe – ob der Schuldner flüssig ist oder nicht. Factoring-Gesellschaften übernehmen den Ausfallschutz. Damit steigt Ihre Eigenkapitalquote und somit auch Ihre Kreditwürdigkeit.

Der Nachteil beim Verkauf von Darlehensforderungen sind die Kosten, die dabei entstehen. Denn Factoring-Institute verlangen in der Regel zwischen 0,6 bis 2,5 Prozent des Forderungsbestandes. Beim Forderungsverkauf hängen die Kosten zudem vom geschätzten Risiko und Arbeitsaufwand ab. Wenn Sie Ihre Forderungen verkaufen, müssen Sie des Weiteren für die Kosten der eventuellen Bonitätsprüfung Ihrer Kunden aufkommen.

Darüber hinaus ist der Verkauf von Forderungen privat selten möglich, aber nicht jedes Factoring-Institut möchte jede Art von Forderung kaufen. Demnach kann es schwierig sein, wenn Sie eine Einzelforderung verkaufen möchten. Des Weiteren ist es auch schwierig, Dienstleistungen oder Mietforderungen zu verkaufen.

Wie wirkt der Forderungsverkauf auf die Umsatzsteuer?

Die Frage, ob der Verkauf von Forderungen die Umsatzsteuer beeinflusst, lässt sich nicht pauschal beantworten. Fakt ist, dass eine nachträgliche Umsatzsteuerpflicht sowohl dem Käufer als auch dem Verkäufer finanziell schaden würde.

Um diese Frage beantworten zu können, muss zunächst zwischen zwei Fällenunterschieden werden:

  • Will der Gläubiger Forderungen verkaufen, bei denen noch nicht feststeht, ob es sich dabei um eine Zahlungsstörung handelt (echtes Factoring)
  • Sind es Forderungen, bei denen bereits feststeht, ob es sich dabei um Zahlungsverpflichtungen handelt, die der Schuldner nicht nachkommt? (unechtes Factoring)
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Forderung verkaufen: Das kann privat oder geschäftlich erfolgen.
Forderung verkaufen: Das kann privat oder geschäftlich erfolgen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass im Falle des echten Factoring die Geschäfte der nationalen Umsatzsteuerpflicht unterliegen.

Wenn jemand eine Forderung kauft und Gebühren dafür berechnet, dass er das Ausfallrisiko übernimmt, übt er eine wirtschaftliche Tätigkeit aus und muss gemäß Art. 17 der Richtlinie 77/388/EWG Vorsteuer zahlen.

Es gibt dagegen noch keine Regelungen dafür, ob der Forderungsverkauf der Umsatzsteuerpflicht unterliegt, wenn es sich dabei um eine Zahlungsstörung handelt. Die Steuer- und Finanzverwaltungen gehen jedoch davon aus, dass der Käufer dem Käufer eine umsatzsteuerpflichtige Leistung erbringt.

Wem kann man Forderungen verkaufen? Gibt es für einen Forderungsverkauf ein Muster? In der Regel kann ein Forderungsverkauf durch Banken erfolgen. Verkaufen Sie Forderungen an Dritte, müssen Sie dies vertraglich festhalten. Sie können Ihre Forderungen auch an Inkasso-Unternehmen verkaufen. Für einen Forderungsverkauf existiert kein Mustervertrag. Dieser kann individuell verfasst werden.
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2 Gedanken zu „Forderungen verkaufen: Was bedeutet Factoring?

  1. Werner M.

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir haben 3 Schuldtitel die wir verkaufen möchten ,und bitten Sie um ein Kaufangebot.
    [Text editiert]
    Wir bitten Sie um eine kurze Nachricht.

    Mit freundlichen Grüße .
    Werner M.

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Werner,

      hier liegt ein Missverständnis vor. Wir bieten lediglich Informationen rund um das Thema Schulden an. Wir kaufen selbst keine Titel.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten

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