Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren – Worauf Gläubiger achten müssen

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Das Wichtigste zur Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren

  1. Nach Insolvenzeröffnung fordert das Gericht die Gläubiger auf, ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter zur Insolvenztabelle anzumelden.
  2. Bitte benutzen Sie für Ihre Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren kein beliebiges Muster, sondern den Vordruck des Insolvenzgerichts oder des zuständigen Insolvenzverwalters.
  3. Gläubiger, die bei einer Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren Hilfe benötigen, können sich an einen Anwalt wenden. Das Insolvenzgericht erteilt hierzu keine Rechtsauskunft.

Nach Eröffnung der Insolvenz: Forderung rechtzeitig anmelden

Im Eröffnungsbeschluss ergeht die Aufforderung zur Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren.

Im Eröffnungsbeschluss ergeht die Aufforderung zur Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren.

Wenn das Gericht ein Insolvenzverfahren eröffnet, so fordert es die Insolvenzgläubiger im Eröffnungsbeschluss auf, ihre Forderungen innerhalb einer bestimmten Frist beim Insolvenzverwalter zur Insolvenztabelle anzumelden. Diese soll mindestens zwei Wochen und maximal drei Monate betragen. Insolvenzgläubiger sind diejenigen, die bereits vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine begründete Geldforderung gegen den Schuldner hatten.

Auch der Gläubiger, der das Insolvenzverfahren seines Schuldners beantragt hat, muss seine Forderung auf diesem Wege anmelden. Anderenfalls wird seine Forderung im Insolvenzverfahren nicht berücksichtigt.

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Sollte ein Gläubiger seine Forderungen nicht selbst anmelden, sondern einen Dritten hiermit beauftragen, so muss eine entsprechende Vollmacht vorgelegt werden.

Wichtig: Schicken Sie Ihre Forderungsanmeldung auf keinen Fall an das Gericht, sondern nur an den zuständigen Insolvenzverwalter. Beachten Sie außerdem, dass das Insolvenzgericht keine Rechtsauskünfte zu Einzelfällen erteilt. Rechtsberatung zum Insolvenzrecht erhalten Sie bei einem Rechtsanwalt oder einem Notar.

Form und Inhalt der Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren

Wie diese Anmeldung zu erfolgen hat, ist im Gesetz genau geregelt: Die genauen Anforderungen an eine Forderungsanmeldung regelt § 174 Inso (Insolvenzordnung).

Die Anmeldung hat schriftlich in deutscher Sprache zu erfolgen. Das Insolvenzgericht schickt hierfür in der Regel ein Formblatt mit dem Eröffnungsbeschluss mit oder Sie erhalten für Ihre Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren ein entsprechendes Formular vom Insolvenzverwalter.

Diese Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren muss folgende Angaben beinhalten:

    • vollständige Bezeichnung des Gläubigers mit Vor- und Nachnamen
      Bei juristischen Personen ist außerdem der gesetzliche Vertreter mitanzugeben, beispielsweise der Geschäftsführer, Vorstand oder Gesellschafter.
    • Forderungsbetrag in Euro
      Sämtliche Beträge sind in Euro anzugeben, wobei die Hauptforderung, Zinsen und Kosten voneinander getrennt aufzuführen sind. Auch der Gesamtbetrag ist einzeln zu benennen.
    • Zinsen
      Bei den Zinsen sind der Zinssatz, der Zeitraum und das Kapital bis zum Tag vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu berechnen. Zinsen, die ab dem Tag der Insolvenzeröffnung entstehen, gelten als nachrangige Forderungen.
Eine fehlerhafte Anmeldung der Forderung im Insolvenzverfahren kann dazu führen, dass der Insolvenzverwalter sie nicht anerkennt.

Eine fehlerhafte Anmeldung der Forderung im Insolvenzverfahren kann dazu führen, dass der Insolvenzverwalter sie nicht anerkennt.

  • Rechtsgrund der Forderung
    Ein wesentlicher Inhalt der Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren ist der Grund der Forderung. Der Insolvenzgläubiger muss an dieser Stelle genau angaben, worauf sein Anspruch beruht. Das kann z. B. ein Kaufvertrag sein, ein Darlehen oder ein Schadensersatzanspruch.
  • Belege und Nachweise zur angemeldeten Forderung
    Um eine Forderung nachzuweisen, genügen in der Regel entsprechende Rechnungen oder Verträge. Gläubiger, die einen vollstreckbaren Titel als Beweisurkunde vorlegen möchten, müssen das Original einreichen.
    Ohne die entsprechenden Belege kann die angemeldete Forderung nicht festgestellt werden. Stattdessen wird sie vom Insolvenzverwalter bestritten.
  • Tatsachen bei Ansprüchen aufgrund einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung
    Gläubiger, die zum Beispiel einen Schadensersatzanspruch wegen fahrlässiger oder vorsätzlicher Körperverletzung geltend machen, müssen in der Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren sämtliche Tatsachen angeben, aus denen sich der Anspruch nach Auffassung des Gläubigers ergibt.
Sie wissen nicht, wie Sie das Formular zur Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren ausfüllen sollen? Lassen Sie sich von einem Anwalt für Insolvenzrecht beraten. Fehler in der Forderungsanmeldung können dazu führen, dass der Insolvenzverwalter Ihre Forderung nicht anerkennt.

Nachträgliche Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren

Eine Forderungsanmeldung zur Insolvenz ist unter Umständen auch dann noch möglich, wenn die vom Gericht gesetzte Frist verstrichen ist. Für eine solche nachträgliche Anmeldung einer Insolvenzforderung wird ein besonderer kostenpflichtiger Prüfungstermin festgesetzt. Die Kosten hierfür trägt der säumige Gläubiger. Diese Möglichkeit besteht jedoch nur bis zum Schlusstermin. Danach können Forderungen nicht mehr angemeldet werden.

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2 Gedanken zu „Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren – Worauf Gläubiger achten müssen

  1. Michael K.

    “Wichtig: Schicken Sie Ihre Forderungsanmeldung auf keinen Fall an das Gericht, sondern nur an den zuständigen Gerichtsvollzieher.” Hier haben Sie sich offensichtlich vertan.
    Es muss ja wohl heißen “Insolvenzverwalter” und nicht “Gerichtsvollzieher”!

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Michael,

      vielen Dank für Ihren Hinweis. Wir haben den Text entsprechend geändert.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten

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