Sparplan – systematische Vermögensbildung

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 17. November 2021

Das Wichtigste über Sparpläne

Was ist ein Sparplan?

Bei einem Sparplan legen Sie regelmäßig einen bestimmten Betrag für eine gewisse Zeit in eine Geldanlage an. Sie können es entweder auf einem Sparkonto einzahlen oder Sie investieren das Geld in Aktien oder Fonds. Es gibt also ganz verschiedene Sparpläne, wie Sie in diesem Abschnitt nachlesen können.

Welche Arten von Sparplänen gibt es?

Eine sichere Anlage ist der Banksparplan, den wir hier näher erläutern. Wer ein gewisses Risiko nicht scheut, kann zu einem Sparplan auf Aktien greifen oder sich für einen ETF-Sparplan entscheiden.

Welcher Sparplan ist der beste?

Es gibt nicht den einen besten Sparplan. Welche Geldanlage für Sie die richtige ist, hängt von Ihrer Vermögensplanung und Ihren Prioritäten ab: Wem zum Beispiel Sicherheit wichtiger ist als hohe Rendite, ist mit Aktien und Fonds eher falsch beraten.

Wie funktioniert ein Sparplan?

Was ist ein Sparplan und wie funktioniert er?
Was ist ein Sparplan und wie funktioniert er?

Wer gewinnbringend Geld anlegen möchte, steht vor der Herausforderung, aus einer Masse an Finanzprodukten die für ihn günstigste und vorteilhafte Geldanlage herauszupicken. Sparpläne sind eine Möglichkeit, einen festen Geldbetrag über einen zuvor festgelegten Zeitraum in eine Geldanlage einzuzahlen. Das angesparte Guthaben wird verzinst. Nach Ablauf der Laufzeit erhält der Sparer den eingezahlten Sparbetrag einschließlich Zinsen zurückgezahlt.

Sparpläne bei der Bank funktionieren wie folgt:

  • Die meisten Banken bieten Sparpläne an, die zwischen drei und zehn Jahre laufen – und manchmal sogar länger.
  • Die Länge der Laufzeit wirkt sich auf die Zinsen aus: Wer länger spart, erhält höhere Zinsen.
  • Der Sparer zahlt in dieser Zeit gewöhnlich jeden Monat einen festen Geldbetrag ein. Manchmal sind auch quartalsweise, halbjährliche oder jährliche Einzahlungen möglich. Welche Zahlungsabstände möglich sind, erfahren Sie beim jeweiligen Anbieter des Sparplans.
  • Manchmal gibt die Bank einen Mindestbetrag vor, den der Sparende jeden Monat bzw. im vereinbarten Turnus einzahlen muss. Der Mindestbetrag liegt meistens bei 50 Euro monatlich. Bei manchen Bausparkassen und Banken gibt es aber auch Sparpläne mit geringeren Einzahlungen.

Warum ist ein Sparplan sinnvoll?

Ob ein Sparplan für Sie persönlich Sinn macht, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen und Zielen ab und dem Grund, warum Sie sparen wollen. Sparpläne sind zum Beispiel in den folgenden Situationen nützlich:

  • als Geldanlage für die eigenen Kinder, etwa für die Finanzierung eines Studiums oder einer Ausbildung
  • für junge Familien, die sich langfristig eine Immobilie anschaffen und hierfür eine finanzielle Basis schaffen, auf die sie im Notfall trotzdem flexibel zugreifen können
  • um langfristig Vermögen aufzubauen, beispielweise als Ergänzung zur Altersvorsorge
  • für jeden, der monatlich einen bestimmten Geldbetrag gewinnbringend anlegen möchte

Verschiedene Arten von Sparplänen

Ein Fondsparplan ist im Vergleich zum Banksparplan zwar riskanter, bringt aber mitunter mehr Rendite.
Ein Fondsparplan ist im Vergleich zum Banksparplan zwar riskanter, bringt aber mitunter mehr Rendite.

Es gibt nicht den einen Sparplan, sondern unterschiedliche Arten, die alle ihre Vor- und Nachteile haben:

  • ETF-Sparplan
  • Fondsparplan
  • Wertpapiersparplan
  • Banksparplan
  • Bausparplan

Welche Variante für Sie ihn Frage kommt, hängt unter anderem davon ab, welche Ziele Sie damit verfolgen und wie risikofreudig Sie sind. Auch die Kosten und Gebühren spielen dabei eine wichtige Rolle, weil diese unterschiedlich hoch sein können.

Im Folgenden stellen wir Ihnen verschiedene Sparpläne vor. Danach erfahren Sie, welcher Sparplan für wen geeignet ist.

Banksparplan: Sichere Geldanlage für einen längeren Zeitraum

Eine sehr häufige Art des Sparens ist es, mit der Bank einen Sparplan zu vereinbaren. Bei einem solchen Banksparplan zahlen Sie über eine festgelegte Zeit Geld auf ein Sparkonto ein, das während der gesamten Laufzeit verzinst wird. Dabei existieren verschiedene Varianten der Verzinsung:

  • Fester Zinssatz während der gesamten Laufzeit: Solche Sparpläne sind normalerweise nicht vorzeitig kündbar und wenn doch, dann gehen gewöhnlich Verluste bei den Zinserträgen damit einher. Sie sollten sich deshalb sicher sein, ob Sie sich den monatlichen Sparbetrag während der gesamten Sparlaufzeit leisten können. Der feste Zinssatz hat den Nachteil, dass Sie von steigenden Zinsen auf dem Markt nicht profitieren. Andererseits bleibt Ihr Zinssatz auch dann stabil, wenn das allgemeine Zinsniveau sinkt.
  • Variabler Zinssatz: Dieser Sparplan wird mit einem Basiszinssatz verzinst und profitiert von steigenden Zinsen. Allerdings ist er auch von sinkenden Zinsen betroffen. Sparpläne mit einem variablen Zinssatz können gewöhnlich nach einer meist zweijährigen Kündigungssperre mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten gekündigt werden. Sparer erhalten häufig einen Zinsbonus, wenn sie bis zum Laufzeitende regelmäßig ihren monatlichen Sparbetrag eingezahlt haben. Allerdings ist der variable Zinssatz meistens niedriger als bei einem Sparplan mit festem Zinssatz.
  • Staffelzinssatz: Der Zinssatz erhöht sich jedes Jahr bis zum Ende der Laufzeit.

Wie jede Form der Geldanlage hat auch der Sparplan bei der Bank Vor- und Nachteile, die wir im Folgenden zusammenfassen:

Vorteile:

  • sichere Geldanlage: Banksparpläne unterliegen keinen Kursschwankungen
  • Einlagen aller Bankkunden sind mit bis zu 100.000 Euro über die Europäische Einlagensicherung abgesichert
  • mit kleinen Beträgen lässt sich über längere Zeit ein finanzielles Polster aufbauen

Nachteile:

  • bescheidene Rendite aufgrund der aktuell eher niedrigen Zinsen
  • wenig Flexibilität bei festem Zinssatz, weil vorzeitige Kündigung entweder nicht möglich oder mit Verlusten verbunden
  • variabler Zinssatz birgt Gefahr von Zinseinbrüchen

Für Geldanleger, die bereit sind, ein gewisses finanzielles Risiko einzugehen, dafür aber größere Gewinnspannen erreichen will, ist vielleicht einer der nachfolgend vorgestellten Sparpläne besser geeignet.

Fonds- und Wertpapiersparpläne

Beim Wertpapier-Sparplan investieren Sie monatlich in bestimmte Aktien oder Fonds.
Beim Wertpapier-Sparplan investieren Sie monatlich in bestimmte Aktien oder Fonds.

Börsenorientierte Sparpläne, also Fonds- und Aktiensparpläne laufen ebenfalls über einen monatlichen Sparbetrag. Der wird allerdings nicht wie beim Banksparplan auf ein Sparkonto eingezahlt, sondern in Fonds investiert.

Der Sparplan wird von einer Fondgesellschaft angeboten und betreut. Diese Gesellschaft entscheidet auch darüber, in welche Unternehmen welche Geldbeträge investiert werden. Das Fondmanagement ist damit auch dafür verantwortlich, wie sich der Fondsparplan entwickelt. Der Anleger macht seine Gewinne oder Verluste nicht über Zinsen, sondern über die Fondentwicklung an der Börse.

Es gibt Fondsparpläne für Aktienfonds, Rentenfonds und Mischfonds. Aktienfonds sind dabei riskanter, während Rentenfonds nur geringen Kursschwankungen unterliegen. Beim Mischfonds investiert der Geldanleger sowohl in Aktien als auch in Rentenanleihen.

Der Aktiensparplan (auch Wertpapiersparplan genannt) funktioniert ähnlich wie ein Fondssparplan. Der Unterschied liegt darin, dass Sie Ihr Geld nicht in Fondsanteile investieren, sondern direkt in einzelne Aktien. Pro Aktienkauf fallen sogenannte Ordergebühren an. Sie kaufen regelmäßig Aktien, also Anteile an einem Unternehmen, genauer gesagt an einer Aktiengesellschaft. Möchten Sie in verschiedene Aktien investieren, benötigen Sie auch mehrere Sparpläne. Das ist auch empfehlenswert, um das Risiko möglichst zu streuen.

Für Börsen-Anfänger ist ein auf Aktien basierender Sparplan wenig sinnvoll, weil es einiges Grundwissens bedarf, um „auf das richtige Pferd zu setzen“.

ETF-Sparplan bringt im Vergleich zum Banksparplan bessere Renditen

Sparpläne auf ETF („Exchange Traded Funds“), das heißt auf börsengehandelte Indexfonds stellen eine besondere Form des Fondsparplans dar. Diese Art der Geldanlage ist kostengünstig und bequem. Sie können damit in die Aktienmärkte einsteigen, ohne ein allzu hohes Risiko einzugehen.

Bei einem solchen Sparplan sind die Fonds an einen Börsenindex wie beispielsweise dem DAX gebunden und richten sich streng nach diesem Index. Anders als herkömmliche Fondssparpläne werden sie nicht von einer Fondsgesellschaft gemanagt. Deshalb ist ein ETF-Sparplan von den Kosten her günstiger und außerdem transparenter, weil sich die Wertentwicklung anhand des Index einfach nachvollziehen lässt.

Was ist besser: Sparplan oder Einmalanlage? Letzteres hat den Vorteil, dass sofort der gesamte Betrag verzinst wird.
Was ist besser: Sparplan oder Einmalanlage? Letzteres hat den Vorteil, dass sofort der gesamte Betrag verzinst wird.

Ein Sparplan auf ETF funktioniert wie folgt:

  • Sie beteiligen sich als Anleger an der Unternehmensentwicklung in einem Börsenindex, beispielsweise an einem DAX-notierten Unternehmen.
  • Einen Fondmanager benötigen Sie, wie bereits erwähnt, nicht dafür.
  • Sie wählen eine Rate, den in Anteile an dem von Ihnen auserkorenen Indexfond einfließt.
  • Die Anzahl Ihrer Fondsanteile erhöht sich so Monat für Monat. Bei einer günstigen Kursentwicklung wächst damit auch die von Ihnen angelegte Geldsumme.

Ist ein ETF-Sparplan sinnvoll? Überblick über die Vor- und Nachteile

Der eine oder andere Geldanleger mag sich fragen, ob ein ETF-Fondssparplan sinnvoll ist für seine Zwecke. Die Antwort darauf muss jeder für sich selbst finden, denn nicht jeder ist bereit, sein Geld an der Börse anzulegen und Kursschwankungen in Kauf zu nehmen.

Die folgende Übersicht soll Ihnen helfen, für sich persönlich herauszufinden, ob ein solcher Sparplan für Sie in Frage kommt.

Vorteile:

  • preiswert bei geringen laufenden Kosten
  • meist niedrige Kaufkosten bei Direktbanken ohne eigene Filialen
  • keine vertragliche Bindung, Kündigung oder Aussetzung jederzeit möglich, zusätzliche Einmalzahlungen sind normalerweise möglich
  • ETF folgt nur dem Börsenindex, daher auch keine Gefahr von Fehlentscheidungen eines Fondmanagers
  • große Auswahl an Indizes
  • Absicherung der Fondanteile vor einer Insolvenz der Bank oder Fondgesellschaft
  • langfristiger Vermögensaufbau schon mit kleinen Beträgen möglich – auch in Zeiten niedriger Zinsen

Nachteile:

  • Risiko von Kursschwankungen und damit von (vorübergehenden) Wertverlusten
  • kaum geeignet für konservative Sparer mit hohem Sicherheitsbedürfnis

Wer in einen ETF-Sparplan investieren will, braucht einen langen Atem und gute Nerven. Sie dürfen nicht in Panik geraten, wenn die Kurse fallen und sollten diese Phase aussitzen, anstatt Ihre Anteile wieder zu verkaufen. Wenn Ihnen das gelingt, wird sich auch das Risiko auszahlen, das Sie eingegangen.

Des Weiteren ist diese Form der Geldanlage nur für jene Sparer geeignet, die langfristig Monat für Monat Geld in einen solchen Sparplan investieren können, ohne zwischenzeitlich auf das Geld angewiesen zu sein. Das gilt übrigens für alle Aktien- und Fondsanlagen.

Was ist der beste Sparplan?

Die einzig wahre, beste Geldanlage gibt es nicht. Jede Anlage hat Vor- und Nachteile und ist nur für bestimmte Zielgruppen oder Zwecke geeignet. Sie müssen sich also darüber klar werden, zu welcher Zielgruppe Sie gehören und welches Ziel Sie mit Ihrer Geldanlage verfolgen.

Art des Spar­plansZiel­gruppe
Bank­spar­planSparer mit hohem Be­dürf­nis nach Sicher­heit
Aktien­spar­planGeld­an­leger, die bereits über Grund­wissen zur Börse verfügen und risiko­bereit sind
Fonds­spar­planRisiko­be­reite Sparer, die mit wenig Auf­wand Geld an­legen wollen und bereit sind, dafür höhere Ge­bühren (für das Fond­manage­ment) zu be­zahlen
ETF-Spar­planBörsen­ein­steiger und -an­fänger mit Risiko­bereit­schaft, die auch für kleines Geld und geringe Gebühren in Fonds in­ves­tieren wollen

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