Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen: Was nun?

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Das Wichtigste zum Thema „Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen”

  1. Eine Abweisung des Insolvenzantrags mangels Masse erfolgt, wenn das Vermögen des Schuldners nicht ausreicht, um die Kosten für das Verfahren zu tragen.
  2. Bei einer Privatinsolvenz besteht die Möglichkeit, eine Stundung der Verfahrenskosten zu beantragen. Die Insolvenz kann dann trotzdem durchlaufen werden.
  3. Anders verhält es sich bei der Regelinsolvenz. Wird die Insolvenz mangels Masse abgewiesen, treten gravierende Folgen ein. Das Unternehmen wird liquidiert.

Wann kommt es zu einer Abweisung des Insolvenzantrages?

Reicht das Vermögen des Schuldners nicht aus, wird das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen.

Reicht das Vermögen des Schuldners nicht aus, wird das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen.

Ein Insolvenzverfahren ist immer auch mit Kosten verbunden. Hierzu gehören laut § 54 der Insolvenzordnung (InsO) die folgenden Posten:

  • Gerichtskosten für das Insolvenzverfahren
  • Vergütungen und Auslagen des (vorläufigen) Insolvenzverwalters
  • Vergütung und Auslagen der Mitglieder des Gläubigerausschusses

Diese Kosten müssen von demjenigen getragen werden, der die Insolvenz durchläuft. Das Geld wird aus der sogenannten Insolvenzmasse genommen. Dabei handelt es sich um das komplette Vermögen, welches dem Schuldner zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens gehört.

Doch was geschieht, wenn das Geld nicht ausreicht, um die anfallenden Kosten zu bezahlen? In diesem Fall wird laut § 26 InsO das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen:

Das Insolvenzgericht weist den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens ab, wenn das Vermögen des Schuldners voraussichtlich nicht ausreichen wird, um die Kosten des Verfahrens zu decken.

Doch wenn eine Abweisung vom Insolvenzantrag mangels Masse stattfindet, welche Folgen hat das für den Schuldner? Kann die Insolvenz dann nicht durchgeführt werden? Das kommt darauf an, ob es sich dabei um eine Privatperson oder ein Unternehmen handelt. Im Folgenden gehen wir näher darauf ein, worauf sich die beiden Gruppen einstellen müssen.
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen: Was Privatpersonen dann tun können

Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen: Eine Privatperson kann die Verfahrenskosten stunden lassen.

Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen: Eine Privatperson kann die Verfahrenskosten stunden lassen.

Es gibt zwei Formen der Insolvenz in Deutschland: Die Privatinsolvenz – offiziell Verbraucherinsolvenz genannt – darf laut § 304 InsO nur von natürlichen Personen durchlaufen werden, die nicht selbstständig tätig sind. War ein Schuldner in der Vergangenheit selbstständig, so darf er nur dann eine Privatinsolvenz anmelden, wenn gegen ihn keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen und wenn er weniger als 20 Gläubiger hat. Die Regelinsolvenz – gemeinhin Firmeninsolvenz genannt – kommt hingegen für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler in Frage.

Im Folgenden beschäftigen wir uns nun zunächst mit der privaten Insolvenz. Wird ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen, muss eine Privatperson in der Regel nicht sofort befürchten, dass sie keine Chance mehr darauf hat, ihre Schulden loszuwerden. Vielmehr hat der Gesetzgeber Privatpersonen eine spezielle Möglichkeit offengelassen, dank derer trotz zu geringer oder nicht vorhandener Insolvenzmasse eine Privatinsolvenz durchlaufen und die Restschuldbefreiung erreicht werden kann.

Wird ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen, hat der Schuldner die Möglichkeit, die Verfahrenskosten stunden zu lassen. Dies ist in § 4a Abs. 1 InsO festgehalten:

Ist der Schuldner eine natürliche Person und hat er einen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt, so werden ihm auf Antrag die Kosten des Insolvenzverfahrens bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung gestundet, soweit sein Vermögen voraussichtlich nicht ausreichen wird, um diese Kosten zu decken.

Doch was bedeutet das genau? Eine Verfahrenskostenstundung hat zur Folge, dass der Schuldner während der Insolvenz bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung keine Zahlungen leisten muss. Danach können die Verfahrenskosten in der Regel mit monatlichen Raten abbezahlt werden. So haben auch mittellose Schuldner die Möglichkeit, eine Privatinsolvenz zu durchlaufen und die Restschuldbefreiung zu erreichen.

Welche Folgen hat dies bei einer Firmeninsolvenz?

Wurde das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen, ist eine Vollstreckung wieder möglich.

Wurde das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen, ist eine Vollstreckung wieder möglich.

Unternehmen sowie Selbstständige und Freiberufler durchlaufen im Gegensatz zu Privatpersonen die Regelinsolvenz. Wird für Unternehmensformen wie etwa die GmbH das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen, hat dies weitreichende Folgen. Im Gegensatz zur Privatinsolvenz ist keine Stundung der Verfahrenskosten möglich. Eine Abweisung bedeutet also immer, dass eine Regelinsolvenz nicht mehr möglich ist.

Stattdessen muss das Unternehmen in der Folge aufgelöst werden. Dazu wird zunächst im Handelsregister ein Auflösungsvermerk eingetragen. Nachdem alle Vorgänge abgeschlossen sind, erfolgt die Löschung im Handelsregister. Des Weiteren wird das Unternehmen in das Schuldnerverzeichnis eingetragen.

Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen: Eine Vollstreckung ist wieder möglich

Wird ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen, kann eine Vollstreckung durch die Gläubiger wieder durchgeführt werden. Das ist möglich, da durch die Abweisung sämtliche Sicherungsmaßnahmen bezüglich Vermögen & Co aufgehoben werden.

Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Prüfung der Staatsanwaltschaft: Liegt Insolvenzverschleppung vor?

Laut § 15a Abs. 1 InsO müssen Unternehmen & Co spätestens drei Wochen, nachdem sie zahlungsunfähig wurden oder nachdem eine Überschuldung eintrat, einen Insolvenzantrag stellen. Kommen sie dieser Pflicht nicht nach, handelt es sich um eine sogenannte Insolvenzverschleppung. Das ist eine Straftat, welche mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft wird.

Viele Unternehmen machen sich einer solchen Insolvenzverschleppung schuldig. Aus diesem Grund wird stets, wenn ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen wird, von der zuständigen Staatsanwaltschaft überprüft, ob eine Insolvenzverschleppung vorliegt.

Neben der Insolvenzverschleppung können noch weitere Straftatbestände vorliegen. Hierzu gehören etwa Betrug, Untreue, Bankrott oder Beitragsvorenthaltung.

So läuft die Liquidation ab

Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen: Gläubiger können unter Umständen leer ausgehen.

Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen: Gläubiger können unter Umständen leer ausgehen.

Wird ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen, ist nicht mehr der Insolvenzverwalter für das weitere Vorgehen zuständig. Vielmehr übernimmt wieder der Geschäftsführer des Unternehmens als sogenannter Liquidator das Ruder. Seine Aufgabe ist es, das Unternehmen zu liquidieren, also aufzulösen.

Der Liquidator veräußert das Restvermögen des Unternehmens. Wie bereits erwähnt ist, wenn ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen wurde, wieder eine Vollstreckung möglich. Die Gläubiger können also versuchen, an das ihnen zustehende Geld zu kommen.

Nicht immer verläuft das für die Gläubiger jedoch erfolgreich. Der Liquidator muss zwar das restliche Vermögen veräußern, an wen er wie viel Geld gibt, ist jedoch nicht festgelegt. Im Gegensatz zum Vorgehen bei der Insolvenz ist hierbei nämlich nicht das Gebot der Gleichbehandlung aller Gläubiger zu beachten. So kommt es oftmals vor, dass Gläubiger leer ausgehen.

Häufig wird deshalb ein Abschlussvergleich durchgeführt. Dabei werden sämtliche Werte liquidiert und im Anschluss wird berechnet, welche Quote einem jeden Gläubiger zusteht. Lassen sich die Gläubiger darauf ein, erhalten alle wenigstens einen Teil ihrer Forderungen.

Zwar müssen Freiberufler und Selbstständige die Regelinsolvenz durchlaufen, im Gegensatz zu Unternehmen haben sie aber die Möglichkeit, die Restschuldbefreiung zu erreichen. Wird ein Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen, haben sie, wie auch Privatpersonen, zusätzlich die Möglichkeit, einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten zu stellen.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (55 Bewertungen, Durchschnitt: 4,70 von 5)
Loading...
Was ist für Sie der beste Weg aus den Schulden?
Prüfen Sie jetzt kostenlos Ihre Möglichkeiten!
Online Schuldenanalyse →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.