Inkasso in Deutschland – Wie sollten sich Betroffene verhalten?

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Das Wichtigste zum Thema „Inkasso“

  1. Was ist ein Inkassounternehmen? Es fordert im Auftrag von Dritten Rechnungen ein.
  2. Ein Inkassoverfahren darf nur dann durchgeführt werden, wenn die Forderung berechtigt ist und tatsächlich ein Zahlungsverzug vorliegt.
  3. Ist dem nicht der Fall, sollten Betroffene unverzüglich Widerspruch gegen den Inkassoauftrag einlegen. Dieser sollte per Einschreiben mit Rückschein versendet werden.
  4. Ist die Forderung der Inkassofirma hingegen berechtigt, sollten Schuldner so schnell wie möglich zahlen, da ansonsten zusätzliche Kosten drohen.

Was heißt „Inkasso“ eigentlich? Eine Definition

Was bedeutet Inkasso? Ein Unternehmen beauftragt einen Dienstleister damit, Forderungen einzutreiben.

Was bedeutet Inkasso? Ein Unternehmen beauftragt einen Dienstleister damit, Forderungen einzutreiben.

Viele Betroffene fragen sich „Was ist Inkasso überhaupt?“ Die Bedeutung des Begriffs lässt sich aus dem Italienischen ableiten. Das Verb „incassare“ bedeutet so viel wie „Geld einziehen“ oder „einkassieren“.

Das Forderungsmanagement soll Unternehmen unter anderem dabei unterstützen, Zahlungsausfälle zu vermeiden und damit die Liquidität zu erhalten. Zahlt ein Kunde nicht rechtzeitig, wird er daran erinnert, dass noch Beträge offen sind und wird dazu angehalten, die Forderung zu erfüllen. Um das Forderungsmanagement zu erleichtern, setzen viele Unternehmen darauf, die Dienste von Inkassounternehmen in Anspruch zu nehmen.

Diese übernehmen im Auftrag verschiedener Firmen die Einforderung von offenen Rechnungen. Das erste Unternehmen kann durch dieses Auslagern der Maßnahmen Personal und Kosten einsparen. Doch nicht nur eigens dafür gegründete Firmen können solche Aufträge annehmen. Es ist auch möglich, dass Inkasso-Maßnahmen vom Anwalt übernommen werden.

Ein anderes Konzept verbirgt sich hingegen hinter dem Begriff „Direktinkasso“. Hierbei handelt es sich um einen Terminus, der bei der Buchung von Reisen verwendet wird. Beim Direktinkasso erhalten Reisende die Rechnung über Flug, Hotel & Co direkt vom Veranstalter, bei dem die Leistungen gebucht wurden. In manchen Fällen müssen Kunden ihre Bankverbindung angeben, der Veranstalter bucht den offenen Betrag dann direkt ab. Bei kurzfristigen Buchungen hingegen kann auch die Vorlage einer Kreditkarte verlangt werden.
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Wann können Gläubiger ein Inkassobüro beauftragen?

Unternehmen bzw. Gläubiger können einen entsprechenden Dienstleister nur dann mit einer Inkasso-Maßnahme beauftragen, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden. Das Eintreiben von Rechnungen ist nur dann erlaubt, wenn eine berechtigte Hauptforderung vorliegt und sich der Schuldner in Zahlungsverzug befindet.

Doch was bedeuten diese beiden Punkte genau? Eine berechtigte Forderung liegt etwa dann vor, wenn ein Unternehmen eine Dienstleistung vollständig erbracht hat. Gleiches gilt etwa, wenn eine Person in einem Online-Shop Ware bestellt, diese ordnungsgemäß erhält und sie behält.

Zusätzlich muss noch ein Zahlungsverzug vorliegen, damit Unternehmen ein Inkassobüro beauftragen können. Das bedeutet, dass er eine Rechnung nicht bezahlt hat. In folgenden Fällen wird von einem Zahlungsverzug, der Inkasso-Maßnahmen rechtfertigt, gesprochen:

Schuldner haben bei Inkasso-Maßnahmen gewisse Rechte. Ist eine Forderung unberechtigt, können sie Widerspruch einlegen.

Schuldner haben bei Inkasso-Maßnahmen gewisse Rechte. Ist eine Forderung unberechtigt, können sie Widerspruch einlegen.

  • Der Schuldner hat eine Mahnung erhalten, mit welcher er zur Zahlung aufgefordert wird.
  • Entgegen der landläufigen Annahme sind Inkasso-Maßnahmen auch ohne Mahnung möglich. Dies ist der Fall, wenn in der Rechnung darauf hingewiesen wird, dass es auch ohne Mahnung automatisch nach einem gewissen Zeitraum zu einem Zahlungsverzug kommt.
  • Ist die Zahlung vertraglich an einen bestimmten Kalendertag gebunden, wie es etwa häufig bei Mietverträgen der Fall ist, tritt ein Zahlungsverzug automatisch ein, wenn das Geld bis zu diesem Datum nicht gezahlt wurde.
Zum Zahlungsverzug, der Inkasso-Maßnahmen rechtfertigt, kommt es auch dann, wenn ein Schuldner klar und deutlich zu erkennen gibt, dass er die Zahlung verweigert.

Mit welchen Inkassogebühren ist zu rechnen?

Werden die oben genannten Voraussetzungen erfüllt, darf das Inkassounternehmen zusätzliche Kosten geltend machen. Übernehmen Anwälte diese Aufgabe, sind sie an die Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes – kurz RVG – gebunden. Je nach Umfang und Komplexität des Falls können die Kosten für die Inkasso-Maßnahmen steigen.

Inkassounternehmen sind nicht an dieses Gesetz gebunden. Trotzdem dürfen sie keine horrenden Phantasiepreise für Inkasso-Maßnahmen fordern. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass Inkassobüros keine höheren Kosten berechnen dürfen als Anwälte. Beachten Sie: Sollte eine Ratenzahlung vereinbart werden, steigen die Kosten stark an. Bei einer Forderung in Höhe von 500 Euro ist im Regelfall mit Inkassokosten von etwa 27 Euro zu rechnen. Bei Vereinbarung einer Ratenzahlung können diese um das Vier- bis Fünffache höher ausfallen.

Sollte Ihnen das Inkassounternehmen Kontoführungsgebühren in Rechnung stellen, so müssen Sie diese nicht bezahlen. Es wurde nämlich festgelegt, dass dies zur allgemeinen Geschäftstätigkeit gehört und über die regulären für das Inkassobüro anfallenden Kosten abgedeckt wird.
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Schwarze Schafe beim Inkasso: Wie ein Betrug zu erkennen ist

Unter den Inkassounternehmen lassen sich durchaus schwarze Schafe finden.

Unter den Inkassounternehmen lassen sich durchaus schwarze Schafe finden.

Leider finden sich auch unter den Inkassounternehmen schwarze Schafe, die mit halbseidenen und teilweise verbotenen Mitteln versuchen, an das Geld anderer Personen heranzukommen. Doch wie können Betroffene ein seriöses Inkassobüro von einem Betrüger unterscheiden?

Grundsätzlich gilt, dass Personen nur dann ein Inkassounternehmen in Deutschland gründen dürfen, wenn eine Registrierung beim zuständigen Land- oder Amtsgericht vorgewiesen werden kann. Haben Sie ein Schreiben über Inkasso-Maßnahmen erhalten, sollten Sie zunächst prüfen, ob eine solche Registrierung tatsächlich vorliegt. Dies können Sie ganz einfach online über den Inkasso-Info-Service der Bekanntmachungsplattform für außergerichtliche Rechtsdienstleistungen erledigen.

Doch auch wenn ein Inkassounternehmen offiziell registriert ist, bedeutet dies noch nicht, dass es auf jeden Fall seriös arbeitet. Schwarze Schafe drohen unter anderem mit Hausbesuchen, horrenden Inkassokosten, Gehaltspfändungen, einer Anzeige bei der Polizei oder der Einleitung eines Zwangsvollstreckungs- bzw. Strafverfahrens. Damit möchten sie erreichen, dass die Betroffenen aus Angst zahlen. Seriös arbeitende Firmen setzen jedoch nicht auf solche (unbegründeten) Druckmittel bei Inkasso-Maßnahmen.

Betroffene sollten Folgendes wissen: Die Zwangsvollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher kann erst dann erfolgen, wenn vor Gericht ein sogenannter Schuldtitel erzielt wurde. Hierzu gehören etwa ein Vollstreckungsbescheid, ein Gerichtsurteil oder ein Vergleich. Nur das Inkasso an sich reicht nicht aus, um einen Gerichtsvollzieher zu beauftragen.

Des Weiteren müssen Schuldner beim Inkasso über die Forderung in schriftlicher Form informiert werden. Die Unterlagen müssen die folgenden Angaben zwingend enthalten:

  • Hauptforderung inklusive Forderungsgrund
  • Bei Verträgen: Vertragsgegenstand und Datum des Vertragsschlusses
  • Zinsen
  • Kosten für die Inkasso-Maßnahmen

Benötigen Sie weitere Informationen vom Inkassounternehmen, muss Ihnen dieses auf Nachfrage zusätzlich die Adresse des Auftraggebers mitteilen. Dies kann nur abgelehnt werden, wenn dadurch schutzwürdige Interessen des Auftraggebers beeinträchtigt würden. Sollte es zu einem Verkauf der Forderung gekommen sein, muss Ihnen außerdem mitgeteilt werden, wer der ursprüngliche Gläubiger war. Des Weiteren müssen Sie über die jeweiligen Umstände des Vertragsschlusses informiert werden.

Unseriöse Inkassounternehmen werden sich in vielen Fällen weigern, diese Informationen herauszugeben. Sollte dies der Fall sein, ist Vorsicht anzuraten. Lassen Sie dann das Schreiben über das Inkasso besser von einem Anwalt oder einer Verbraucherzentrale prüfen.

Ist ein Inkassodienst nicht offiziell registriert, muss der Betreiber für diese Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen. Sollte ein solches Unternehmen trotzdem versuchen, das Inkasso durchzuführen, müssen Sie die Forderung nicht begleichen, da diese ungültig ist.
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Was können Sie bei unberechtigten Forderungen durch Inkassodienstleister unternehmen?

Seriosität beim Inkasso: Online können Sie nachprüfen, ob ein Unternehmen registriert ist.

Seriosität beim Inkasso: Online können Sie nachprüfen, ob ein Unternehmen registriert ist.

Wenn Sie mit einem Schreiben über einen Inkasso-Auftrag informiert werden, sollten Sie dieses zunächst genau prüfen. Hierbei ist in einem ersten Schritt zu klären, ob es sich tatsächlich um berechtigte Forderungen handelt oder nicht. Liegt wirklich eine Hauptforderung vor und haben Sie nicht pünktlich bezahlt, sollten Sie der Aufforderung zeitnah nachkommen. Ansonsten drohen weitere, hohe Kosten.

In manchen Fällen handelt es sich bei den Inkasso-Maßnahmen jedoch um ungerechtfertigte Forderungen. Hierzu kommt es etwa, wenn Betroffene gar nicht nachvollziehen können, warum und wo sie eigentlich Schulden haben. Es gibt durchaus Inkassounternehmen, welche Forderungen einfach erfinden. In anderen Situationen wiederum handelt es sich etwa um Kosten für ein Gewinnspiel-Abonnement, welches Betroffenen ohne ihr Wissen am Telefon oder im Internet untergejubelt wurde.

Eine Inkasso-Forderung ist auch dann unberechtigt, wenn die vertraglich vereinbarte Leistung von einem Unternehmen nicht korrekt erbracht wurde, es aber trotzdem den vollen Preis verlangt. Außerdem dürfen Firmen in Inkassounternehmen nicht beauftragen, wenn Betroffene einer Rechnung widersprochen haben.

Im zuletzt genannten Fall sollten Betroffene schnell auf die Inkasso-Mitteilung reagieren und dem Unternehmen mitteilen, dass Sie bereits Widerspruch gegen die Rechnung eingelegt haben und eine weitere Geltendmachung der Forderungen zwecklos ist. Wurde noch kein Widerspruch eingelegt, sollte das Inkassobüro schnellstmöglich darüber informiert werden, warum die Forderung unbegründet ist. Geben Sie hierbei alle relevanten Einwände an.

Wenn Betroffene unsicher sind, ob eine Inkasso-Forderung berechtigt ist, lassen sich viele aus Angst vor den angedrohten Konsequenzen darauf ein, Anerkenntnisse oder Vereinbarungen zur Ratenzahlung zu unterschreiben. Darauf sollte unbedingt verzichtet werden. Erkennen sie die Richtigkeit der Forderungen nämlich an, wird es äußerst schwer, diese nicht mehr zu bezahlen – selbst wenn sich später herausstellt, dass die Forderung unbegründet ist. Bei Unsicherheiten sollten sich Betroffene deshalb unverzüglich an einen Anwalt oder eine Stelle der Verbraucherzentrale wenden. Dort kann das vom Inkassounternehmen aufgesetzte Schreiben überprüft werden.

Beim Schriftverkehr bezüglich der Inkasso-Forderungen sollten Sie stets auf Einschreiben mit Rückschein zurückgreifen. Nur so haben Sie einen Beleg darüber, dass Ihr Schreiben tatsächlich eingegangen ist. Zusätzlich sollten Sie auch eine Kopie der Unterlagen an das Unternehmen, von welchem die Forderungen ausgehen, schicken.

Folgt auf die Inkasso-Maßnahme ein SCHUFA-Eintrag?

Folgen der Inkasso-Maßnahme: Ein SCHUFA-Eintrag erfolgt unter gewissen Voraussetzungen.

Folgen der Inkasso-Maßnahme: Ein SCHUFA-Eintrag erfolgt unter gewissen Voraussetzungen.

Einige der genannten Unternehmen, die das Inkasso durchführen, drohen unter anderem mit einem SCHUFA-Eintrag, wenn die Forderung nicht erfüllt wird. Die Abkürzung „SCHUFA“ steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“.

Sie sammelt Daten über die Zahlungsmoral und Kreditwürdigkeit von Personen. Ein negativer SCHUFA-Eintrag kann beispielsweise dazu führen, dass Betroffene keinen Kredit erhalten oder Probleme dabei bekommen, eine neue Wohnung anzumieten.

Führt ein Inkassoverfahren aber zwingend zu einem SCHUFA-Eintrag? Ein solcher darf nur dann stattfinden, wenn die Inkasso-Forderung tatsächlich berechtigt ist. Außerdem dürfen Schuldner die offene Rechnung trotz einer mindestens zweimal erfolgten Mahnung nicht bezahlt haben.

Kein SCHUFA-Eintrag darf hingegen erfolgen, wenn Betroffene gegen das Inkasso Widerspruch eingelegt haben. In einem solchen Fall darf das Inkassounternehmen die Informationen nicht an die SCHUFA weiterleiten. Sollte es trotzdem zu einem Eintrag gekommen sein, haben Sie das Recht, diesen berichtigen bzw. löschen zu lassen.
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