Wer zahlt Insolvenzgeld bei Insolvenz des Arbeitgebers?

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Das Wichtigste zum Insolvenzgeld für Arbeitnehmer

  1. Insolvenzgeld wird durch die Agentur für Arbeit an Arbeitnehmer gezahlt, deren Arbeitgeber Insolvenz anmelden musste.
  2. Für die Berechnung werden die Nettogehälter der letzten drei Monate vor Insolvenzeröffnung herangezogen.
  3. Sozialversicherungsbeiträge werden in aller Regel weiterhin geleistet.
  4. Ggf. kann ein anteiliger Vorschuss geleistet werden.
Das Insolvenzgeld ist eine finanzielle Hilfe für Arbeitnehmer insolventer Arbeitgeber.

Das Insolvenzgeld ist eine finanzielle Hilfe für Arbeitnehmer insolventer Arbeitgeber.

Wann und wo: Insolvenzgeld beantragen für Arbeitnehmer

Die Insolvenz des Arbeitgebers kann für die Beschäftigten drastische Folgen haben. Die akute Zahlungsunfähigkeit bewirkt unter Umständen nicht nur einen Ausfall für Zulieferer oder andere Gläubiger des Unternehmens, auch Lohn- und Gehaltszahlungen der eigenen Belegschaft sind ggf. gefährdet.

Zum Ausgleich des ausgefallenen Arbeitsentgelts zahlt die Agentur für Arbeit einmalig Ersatz, der mittels einer Insolvenzgeldvorfinanzierung gedeckt wird. Die Insolvenzgeldumlage zahlen in der Regel alle deutschen Arbeitgeber.

Grundsätzlich haben nur Arbeitnehmer Anspruch auf Insolvenzgeld, wenn ein Insolvenzverfahren über das Arbeitgebervermögen eröffnet wurde.

Wie ist der Insolvenzgeldantrag zu stellen?

Arbeitnehmer können den Antrag auf Insolvenzgeld bei der Agentur für Arbeit einreichen, dies ist auch elektronisch möglich. Allerdings muss das Insolvenzgeld beim Arbeitsamt innerhalb von zwei Monaten nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt werden. Außerdem sind verschiedene Nachweise beizufügen:

  • Insolvenzgeldbescheinigung des Arbeitgebers bzw. des Insolvenzverwalters
  • Kopie des Arbeitsvertrags
  • Verdienstabrechnungen (letzten drei)
  • Aktenzeichen des Insolvenzverfahrens
  • ggf. Kündigungsschreiben
Insolvenzgeld können auch Geschäftsführer beantragen – dann sind ggf. Zusatzblätter auszufüllen.
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Wie hoch ist das Insolvenzgeld?

Das Nettogehalt ist entscheidend für Insolvenzgeld. Von der Steuer ist die Zahlung befreit.

Das Nettogehalt ist entscheidend für Insolvenzgeld. Von der Steuer ist die Zahlung befreit.

Insolvenzgeld wird in Höhe des Lohns/Gehalts rückwirkend gezahlt, der für die letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens aussteht. Normalerweise ist das Nettogehalt ausschlaggebend, unter bestimmten Umständen können auch Überstundenvergütungen, Provisionen o. Ä. berücksichtigt werden.

Allerdings gibt es Obergrenzen für Insolvenzgeld, die je nach Bundesland variieren können. Besserverdienende erhalten daher ggf. lediglich bis zu einer gewissen Bezugsgrenze Insolvenzgeld. Wie hoch die Zahlung konkret ausfällt, kann die Arbeitsagentur berechnen.

Insolvenzgeld ist steuerfrei! Daher ist es sinnvoll, das Insolvenzgeld in der Steuererklärung anzugeben. Die Agentur für Arbeit stellt entsprechende Bescheinigungen über die Steuerfreiheit aus.

Insolvenzgeld als Vorschuss

Normalerweise ist ein Vorschuss von Insolvenzgeld nicht möglich. Nur wenn

  • das Insolvenzverfahren beantragt wurde,
  • das Arbeitsverhältnis beendet wurden und
  • für den Bezug von Insolvenzgeld die Voraussetzungen wahrscheinlich erfüllt werden,

kann die Arbeitsagentur einen Vorschuss leisten. Normalerweise wird nicht das gesamte Insolvenzgeld, sondern lediglich ein Anteil von 50 bis 80 Prozent des voraussichtlichen Anspruchs gewährt.

Werden Sozialversicherungsbeiträge gezahlt?

Während dem Insolvenzgeldzeitraum zahlt normalerweise der Arbeitgeber weiterhin die Sozialversicherungsbeiträge. Allerdings kann es vorkommen, dass auch die Beiträge durch die Insolvenz betroffen sind.

Bedürftige können neben dem Insolvenzgeld auch Arbeitslosengeld beantragen.

Bedürftige können neben dem Insolvenzgeld auch Arbeitslosengeld beantragen.

In diesem Fall übernimmt die Agentur für Arbeit die Sozialversicherungsabgaben. Allerdings ist es dafür nötig, dass die Krankenkasse einen entsprechenden Antrag beim Amt stellt. Auch dann werden die Beiträge neben dem Insolvenzgeld für die Dauer der letzten drei Monate vor Insolvenzeröffnung gezahlt.

Arbeitslosengeld während dem Insolvenzgeld

Sowohl Arbeitslosengeld I als auch Arbeitslosengeld II können parallel zum Insolvenzgeld gezahlt werden, beispielsweise weil der Arbeitgeber aufgrund der Insolvenz das Arbeitsverhältnis gekündigt hat.

In dem Fall wird die Einmalzahlung des Insolvenzgeldes auf die anderen Leistungen angerechnet.
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6 thoughts on “Wer zahlt Insolvenzgeld bei Insolvenz des Arbeitgebers?

  1. Rita B.

    Ein gut verständlicher Beitrag.
    Meine Frage ist: Wird das Insolvenzgeld auch für die Aufwandsentschädigung bei ehrenamtlicher Tätigkeit bezahlt ?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Rita,

      Auskunft darüber kann Ihnen die zuständige Agentur für Arbeit erteilen.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  2. Thomas

    Bekommt man auch Urlaubsentgelt als Minijobber im Insolvenzfall gezahlt ?
    Fall: Mitarbeiter ist Minijobber (450 Euro), das Urlaubsentgelt wird ab Januar rückwirkend für das letzte Kalenderjahr gezahlt je nach Höhe der Arbeitsstunden im letzten Kalenderjahr, die ja erst Ende Dezember feststehen. Insolvenz wurde im Februar eröffnet. Der Anspruch auf Urlaubsentgelt ist also schon weit vor Eintreten des Insolvenzfalles eingetreten.

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Thomas,

      grundsätzlich gilt: Das Insolvenzgeld umfasst das Gehalt, welches für die letzten drei Monate des Arbeitsverhältnisses vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens aussteht. Nähere Informationen erhalten Sie bei der zuständigen Agentur für Arbeit.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  3. Sabrina S.

    Hallo, wie sieht es denn bei zu wenig geleisteten Stunden aus? In den letzten 3 Monaten, habe ich weniger Arbeiten müssen und habe somit Minusstunden. Wird dann das Insolvenzgeld auch niedriger ausfallen?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Sabrina,

      für die Berechnung werden die Nettogehälter der letzten drei Monate vor Insolvenzeröffnung herangezogen

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten

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