EU-Insolvenz: Insolvenzverfahren innerhalb der EU

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Das Wichtigste zur EU-Insolvenz

  1. In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) gelten unterschiedliche Regelungen in Bezug auf Ablauf, Voraussetzungen und Laufzeit von Insolvenzverfahren.
  2. In anderen Ländern werden Insolvenzverfahren unkomplizierter gehandhabt als in Deutschland, der Ablauf ist übersichtlicher und die Laufzeiten zum Teil sehr viel kürzer.
  3. Laut EU-Insolvenzrecht können Schuldner ein Insolvenzverfahren auch im Ausland durchlaufen, denn wird die Restschuldbefreiung in einem anderen EU-Land erlangt, wird diese in Deutschland anerkannt.

EU-Insolvenzrecht: Was besagt dieses?

Was sind die Vorteile einer EU-Privatinsolvenz und wird die Restschuldbefreiung in Deutschland anerkannt?

Was sind die Vorteile einer EU-Privatinsolvenz und wird die Restschuldbefreiung in Deutschland anerkannt?

Wer Schulden hat, will diese schnell loswerden. Denn je schneller die Schuldenfreiheit erlangt wird, desto früher sind Betroffene wieder finanziell handlungsfähig und können in ein neues Leben ohne Geldprobleme starten. Da das in Deutschland nicht so schnell geht, wie viele Schuldner es sich wünschen, erhoffen sich viele, vom EU-Insolvenzrecht zu profitieren.

Innerhalb der Länder der europäischen Union unterscheiden sich die Privatinsolvenzverfahren in Bezug auf den Ablauf, die Voraussetzungen und die Laufzeiten. In Deutschland dauert ein Insolvenzverfahren zwischen drei und sechs Jahren. In anderen Ländern sind die Laufzeiten wesentlich kürzer. Trotz der kürzeren Dauer des Privatinsolvenzverfahrens ergeben sich hier für Schuldner keine wesentlichen Nachteile.

Bei einem deutschen Privatinsolvenzverfahren steht vor allem die Befriedigung der Gläubiger im Vordergrund. Über Jahre hinweg wird versucht, möglichst viel Geld von dem Schuldner zu bekommen, sodass Gläubiger so viel wie möglich ihrer Forderungen zurückerhalten. In anderen Ländern soll der verschuldeten Person so schnell wie möglich ein finanzieller Neustart ermöglicht werden.

Der Ablauf des Insolvenzverfahrens ist in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern sehr umständlich und das Verfahren an sich für Schuldner sehr unübersichtlich. Deshalb entscheiden sich einige verschuldete Personen dafür, die Privatinsolvenz außerhalb der deutschen Grenzen zu durchlaufen. Wird im Ausland eine Restschuldbefreiung erlangt, muss diese nach EU-Insolvenzrecht hier anerkannt werden.

Die Pfändungsfreigrenzen orientieren sich in vielen EU-Ländern übrigens an den Regelsätzen der Sozialhilfe. In der Regel sollten Schuldner nicht erwarten, dass Sie im Ausland in jedem Fall einen Anspruch auf Sozialhilfe haben. Die Regelungen und die Voraussetzungen für den Erhalt von Sozialleistungen sind recht unterschiedlich, auch im Vergleich zu Deutschland.
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Neue EU-Insolvenzverordnung

Im Juni 2017 trat die neue Europäische Insolvenzverordnung (EuInsVO) in Kraft. Diese Verordnung regelt unter anderem die Anerkennung von Insolvenzverfahren zwischen den Mitgliedsstaaten der EU. Sie gilt für alle Insolvenzverfahren, die nach Inkrafttreten der Europäischen Insolvenzverordnung innerhalb der EU eröffnet wurden. Sie ist sowohl auf Verbraucher– als auch für Unternehmensinsolvenzen anzuwenden.

EU-Insolvenz in Spanien

EU-Insolvenz: 3 Monate müssen Schuldner in Spanien  leben, bevor sie dort die Privatinsolvenz anmelden können.

EU-Insolvenz: 3 Monate müssen Schuldner in Spanien leben, bevor sie dort die Privatinsolvenz anmelden können.

Das Insolvenzverfahren in Spanien zeichnet sich vor allem durch die kurze Dauer aus. Hier beträgt die Dauer des Insolvenzverfahrens zwischen einem und anderthalb Jahren. Die genaue Dauer ist zum einen von der Höhe der Schulden und zum anderen von der Größe der Insolvenzmasse abhängig.

Zwischen Spanien und Deutschland wegen des Insolvenzverfahrens zu pendeln, ist nicht möglich. Der feste Wohnsitz muss sich demnach seit mindestens drei Monaten in Spanien befinden, wenn die Privatinsolvenz hier beantragt wird. Ein regelmäßiges Einkommen ist auch zwingend notwendig.

EU-Insolvenz in Frankreich

Die Privatinsolvenz ist in Frankreich weniger bürokratisch als in Deutschland. Die schnelle Entschuldung des Betroffenen steht hierbei im Fokus. Ein weiterer Unterschied und auch ein Vorteil ist beim Insolvenzverfahren in Frankreich, dass die Wohlverhaltensphase nur ein Jahr beträgt. In Deutschland dauert diese Phase etwa fünf Jahre. Des Weiteren ist es erforderlich, dass sich der Lebensmittelpunkt des Schuldners in Frankreich befindet. Dies kann durch das zuständige Gericht kontrolliert werden. Ein Insolvenzantrag kann abgewiesen werden, wenn der Lebensmittelpunkt des Schuldners nicht in Frankreich liegt.

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EU-Insolvenz in England

Das Insolvenzverfahren in England ähnelt dem deutschen, ist aber insgesamt mit weniger bürokratischen Aufwand verbunden und dauert etwa neun bis zwölf Monate. Die Wohlverhaltensphase entfällt hierbei. Diese sorgt in Deutschland dafür, dass die finanzielle Handlungsfähigkeit des Verschuldeten über Jahre hinweg extrem eingeschränkt ist und dieser sich darüber hinaus an sehr strenge Auflagen halten muss.

Bestimmte Regeln müssen Schuldner in England aber auch einhalten, um eine Restschuldbefreiung zu erlangen. Es dürfen beispielsweise keine neuen Schulden gemacht werden und es muss ein festes monatliches Einkommen erzielt werden. Außerdem ist es zwingend notwendig, dass Sie nachweisen, dass sich Ihr Lebensmittelpunkt seit mindestens sechs Monaten und Ihr Wohnsitz seit mindestens zwei Monaten vor Antragstellung in England befindet. Dies wird in der Regel durch das zuständige Gericht geprüft.

EU-Insolvenzverfahren im Ausland: Nachteile der EU-Insolvenz

EU-Insolvenzverordnung: Laut  § 220a IO ist der im Rahmen eines ausländischen Hauptinsolvenzverfahrens bestellte Verwalter für Vermögensnachteile verantwortlich.

EU-Insolvenzverordnung: Laut § 220a IO ist der im Rahmen eines ausländischen Hauptinsolvenzverfahrens bestellte Verwalter für Vermögensnachteile verantwortlich.

Ein EU-Insolvenzverfahren im Ausland durchzuführen, hat also auch einige Nachteile. In vielen Fällen muss sich zumindest der Lebensmittelpunkt oder sogar der Hauptwohnsitz eines Schuldners in dem entsprechenden Land, in welchem der Schuldner den Insolvenzantrag stellt, befinden. Den Lebensmittelpunkt in ein anderes Land zu verlagern, heißt, dass Sie zum Beispiel dort eine Wohnung mieten, ein Bankkonto eröffnen und einen Telekommunikationsvertrag abschließen müssen. Ein vollständiger Umzug ins Ausland ist immer mit einem erheblichen Aufwand und hohen Kosten (z.B. Wohnungskosten) verbunden.

Hinzu kommt, dass Sie die Sprache des jeweiligen Landes beherrschen sollten, da es ansonsten zu Verständnisproblemen bei bürokratischen Angelegenheiten und zu Verständigungsschwierigkeiten bei der Kommunikation mit am Insolvenzverfahren beteiligten Personen kommen kann.

Des Weiteren können im Ausland auch höhere Anwaltskosten auf Sie zukommen als in Deutschland. Eine EU-Insolvenz im Ausland sollte also nur angestrebt werden, wenn die finanziellen Mittel dies zulassen.

Achtung: Wurde bereits die Privatinsolvenz in Deutschland beantragt, ist ein Insolvenzverfahren im Ausland oder in einem anderen EU-Land nicht mehr möglich. Wollen Sie ein Privatinsolvenzverfahren im Ausland anmelden und so schneller schuldenfrei werden, sollten Sie sich im Vorfeld diesbezüglich unbedingt von einer professionellen Schuldnerberatung oder einem Anwalt beraten lassen.
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