Auswandern bei privater Insolvenz: Ist das erlaubt?

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Das Wichtigste zum Auswandern trotz Insolvenz

  1. Bevor Sie den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt haben, dürfen Sie nicht auswandern.
  2. Nachdem Sie den Antrag eingereicht haben, dürfen Sie Deutschland jedoch verlassen. Das Auswandern bei laufender Insolvenz ist erlaubt.
  3. Schuldner sollten jedoch nicht vergessen, dass sie auch im Ausland Ihren Auskunfts- und Mitwirkungspflichten nachkommen müssen.

Dürfen Sie während der Privatinsolvenz Deutschland verlassen?

Nur das Auswandern bei laufender privater Insolvenz ist erlaubt.

Nur das Auswandern bei laufender privater Insolvenz ist erlaubt.

Schuldner dürfen nicht auswandern, wenn sie planen, ein privates Insolvenzverfahren zu durchlaufen. Bei der Anmeldung müssen sie nämlich einen Wohnsitz in Deutschland vorweisen können. Anders sieht es aus, wenn der Antrag bereits gestellt wurde. In diesem Fall ist das Auswandern bei laufender privater Insolvenz erlaubt.

Dabei sollten Schuldner jedoch Folgendes beachten: Auch in der Zeit, die sie im Ausland verbringen, müssen Schuldner ihren Auskunfts- und Mitwirkungspflichten nachkommen. Tun sie dies nicht, kann die Restschuldbefreiung versagt werden – das ganze Insolvenzverfahren wäre damit umsonst gewesen.

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Das Auswandern bei laufender Insolvenz impliziert also, dass Schuldner weiterhin dazu verpflichtet sind, ihr pfändbares Einkommen an den Insolvenzverwalter abzugeben. Es ist empfehlenswert, dass Betroffene eine rechtliche Vertretung in Deutschland haben, die dem Insolvenzverwalter als Ansprechpartner dient.

Des Weiteren müssen Personen nach dem Auswandern im laufenden Insolvenzverfahren damit rechnen, dass sie eine Aufforderung erhalten, persönlich einen Termin mit dem Insolvenzverwalter wahrzunehmen. Reicht die Vertretung durch einen Anwalt nicht aus, heißt das, dass der Schuldner kurzfristig nach Deutschland reisen muss. Hierzu sollten finanzielle Reserven angelegt werden.

Verschwinden die Schulden, wenn Sie sich ohne private Insolvenz ins Ausland absetzen?

Nach dem Auswandern: Bei privater Insolvenz müssen Sie gewisse Pflichten erfüllen.

Nach dem Auswandern: Bei privater Insolvenz müssen Sie gewisse Pflichten erfüllen.

Viele Schuldner gehen davon aus, dass sie durch das Auswandern ihre Schulden einfach hinter sich lassen können. Dem ist jedoch nicht so. Zwar ist eine Auswanderung möglich, wenn der Betroffene sich nicht strafbar gemacht hat. Jedoch bestehen etwa mit den Staaten der EU und anderen Ländern Vollstreckungsabkommen, die es ermöglichen, dass die Gläubiger an ihr Geld kommen.

Bedenken Sie außerdem: Sie müssen keine neue Anschrift hinterlassen, wenn Sie sich in Deutschland abmelden. Trotzdem haben Inkassounternehmen, die oft von Gläubigern beauftragt werden, die Möglichkeit, Sie ausfindig zu machen – etwa durch das Durchsuchen von Melderegistern.

Nicht selten geht die Auswanderung schief und eine Person kehrt nach Deutschland zurück. Dann kann das böse Erwachen folgen. Haben Gläubiger nämlich eine titulierte Forderung erwirkt, verjähren Schulden erst nach 30 Jahren. Selbst nach einer längeren Abwesenheit können Sie also noch dazu aufgefordert werden, Ihre Schulden zu bezahlen. Möchten Sie trotz Schulden ins Ausland umziehen, ist es ratsam, zunächst Ihre finanziellen Probleme durch eine Privatinsolvenz in den Griff zu bekommen. Danach können Sie auswandern, was bei der Insolvenz schließlich erlaubt ist.
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7 Gedanken zu „Auswandern bei privater Insolvenz: Ist das erlaubt?

    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Nik,

      in der Regel ist ein Umzug möglich. Es ist empfehlenswert, wenn Sie sich bereits im Vorhinein um eine rechtliche Vertretung in Deutschland kümmern. Dort können weitere Fragen beantwortet werden.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  1. Andy

    Hallo
    Habe privatinsolvetz beantragt und würde jetzt gerne nach Frankreich ( Elsass) ziehen.
    Da ja in Frankreich als Grenzgänger mein brutto fast netto ist. Nun zu meiner Frage habe in D ein Freibetrag von 1700€ wenn ich jetzt durch mein Umzug 2700€ verdiene bleibt mir auch 2700€ oder bekomme ich trotzdem 1000€ abgezogen?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Andy,

      auch im Ausland müssen Sie weiterhin den pfändbaren Betrag Ihres Einkommens an den Insolvenzverwalter abtreten. Sie haben die gleichen Verpflichtungen wie in Deutschland.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  2. Ulf

    Ich habe eine Insolvenz in Deutschland, und bin danach in die Schweiz gezogen. Wie hoch ist die Bemessungsgrenze in D und wie hoch in der CH.
    Die laufenden Kosten sind schon viel höher in CH als in D.

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Ulf,

      unseres Kenntnisstandes nach gelten die gleichen Regelungen wie in Deutschland. Nähere Informationen erhalten Sie beim Insolvenzverwalter oder einem Anwalt.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
      1. Ulf

        Das heisst: bei einem Verdienst in der Schweiz von 4200,- (3800,- nach Abzügen) werden mir 1000,- eur oder mehr abgezogen.
        Meine Wohnung in Zürich kostet 2700,- , Krankenkasse ist in CH privat, bei 350,-, ein monatsabo 260,- essen 400,- also 3710,- monatliche Fixkosten
        Also was will jetzt die Deutsche Regelung. Muss ich jetzt zurück nach Deutschland ziehen und wieder harzten?

        Antworten

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