Ist die Privatinsolvenz auch ohne Einkommen möglich?

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Das Wichtigste zur Privatinsolvenz ohne Einkommen

  1. Ein Insolvenzverfahren kostet Geld. Die Verfahrenskosten werden aus dem Schuldnervermögen bezahlt.
  2. Mittellosigkeit oder geringes Einkommen steht der Beantragung der Privatinsolvenz nicht entgegen.
  3. Während der Privatinsolvenz ohne Einkommen muss sich der Schuldner um eine angemessene Erwerbstätigkeit bemühen, um mit dem pfändbaren Arbeitseinkommen möglichst viele Schulden abzuzahlen.

Aussicht auf Restschuldbefreiung besteht auch bei Privatinsolvenz ohne Einkommen

Ist die Privatinsolvenz auch ohne Einkommen möglich?
Ist die Privatinsolvenz auch ohne Einkommen möglich?

Ein Klassiker unter den Ursachen einer Überschuldung ist die plötzliche und unerwartete Arbeitslosigkeit. Bricht das monatliche Einkommen weg, können die Betroffenen ihre Lebenshaltungskosten unter Umständen nicht mehr vollständig decken und laufen Gefahr, in der Schuldenfalle zu landen.

Menschen, die diesen oder einen anderen schwerwiegenden Schicksalsschlag erleiden, müssen sich oft mit einem geringen Einkommen begnügen, das kaum reicht, um bestehende Schulden zu tilgen. Gelingt es ihnen nicht, mit ihren Gläubigern eine außergerichtliche Einigung zur Schuldenbereinigung zu erzielen, bleibt die Privatinsolvenz eine letzte Option, um die bestehenden Verbindlichkeiten auf geregeltem Wege abzubauen.

Die gute Nachricht: Die Privatinsolvenz ist ohne pfändbares Einkommen möglich. Das heißt, auch Menschen, die Arbeitslosengeld 1 oder Hartz 4 beziehen, können eine Verbraucherinsolvenz beantragen. Der Gesetzgeber räumt auch mittellosen Menschen die Möglichkeit ein, im Wege eines Insolvenzverfahrens die Restschuldbefreiung zu erlangen und wirtschaftlich neu zu beginnen.

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Beachte: Schuldner muss trotzdem die Verfahrenskosten tragen

Dennoch bleibt die Privatinsolvenz auch für mittellose Verbraucher kostenpflichtig. Sie müssen für die Gerichtskosten und die Vergütung des Insolvenzverwalters aufkommen. Je nach den Vermögensverhältnissen belaufen sich die gerichtlichen Kosten gewöhnlich auf circa 1.500 bis 2.500 Euro.

Wenn Sie die Privatinsolvenz ohne Einkommen durchführen wollen, können Sie zusammen mit der Insolvenzeröffnung eine Stundung der Verfahrenskosten beantragen. Bewilligt das Insolvenzgericht Ihren Antrag, müssen Sie die Kosten erst nach Ablauf der Wohlverhaltensphase bezahlen.

Menschen mit einem sehr geringen Einkommen gewährt das Gericht auch eine ausbleibende Zahlung oder niedrige Raten. Vier Jahre nach Erteilung der Restschuldbefreiung endet die Rückzahlungspflicht, auch wenn noch nicht alle Verfahrenskosten beglichen wurden.

Spielregeln bei einer Privatinsolvenz ohne Einkommen

Zwar ist die Privatinsolvenz ohne Einkommen möglich, allerdings müssen sich Schuldner um eine angemessene Erwerbstätigkeit bemühen.
Zwar ist die Privatinsolvenz ohne Einkommen möglich, allerdings müssen sich Schuldner um eine angemessene Erwerbstätigkeit bemühen.

Zwar gesteht der Gesetzgeber auch mittellosen Menschen eine Aussicht auf die Restschuldbefreiung zu, aber nur wenn sie sich während des gesamten Verfahrens einschließlich Wohlverhaltensperiode redlich verhalten und gewisse Regeln beachten.

Vor allem Hartz-4-Empänger und Bezieher von ALG 1 müssen sich nach Kräften um eine Erwerbstätigkeit bemühen und dies auch nachweisen. Und sie sind verpflichtet, jede zumutbare Arbeit anzunehmen. Denn nur wenn ein Schuldner alles daran setzt, mit seinem Einkommen möglichst viele Schulden abzubauen, ist eine Restschuldbefreiung zum Ende des Verfahrens gerechtfertigt.

Arbeitslose Schuldner müssen während der gesamten Privatinsolvenz ohne Einkommen daher

  • sich bei der Arbeitsagentur arbeitsuchend melden und den stetigen Kontakt zum Ansprechpartner aufrechterhalten
  • mindestens zwei bis drei Bewerbungen pro Woche versenden, sofern entsprechende Angebote existieren
  • Vorstellungstermine wahrnehmen
  • sämtliche Bewerbungsbemühungen genau dokumentieren und nachweisen
  • das Insolvenzgericht und den Insolvenzverwalter regelmäßig über die eigenen Maßnahmen zur Arbeitssuche informieren
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5 Gedanken zu „Ist die Privatinsolvenz auch ohne Einkommen möglich?

  1. Silke B.

    Hallo
    Wird das unterhaltsvorschuss Geld und Kindergeld angerechnet? Wenn die Kinder in der Ausbildung sind oder einen Minijob ausüben wollen, wird dies mit angerechnet??

    LG silke

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Silke,

      Unterhaltsvorschuss und Kindergeld sind unpfändbar, da diese für Ihr Kind bestimmt sind. Es wird nur Ihr Einkommen berücksichtigt.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  2. Daniel

    Hallo,
    ich stehe kurz vor einer Privatinsolvenz, bzw. muss sie demnächst beantragen. Ich bin berufstätig in einer Vollzeitstelle, verdiene aber nur 1150€/Netto im Monat. Ich bin nicht verheiratet und habe auch keine Kinder. Lebe und wohne bei meiner Freundin. Laut Tabelle müsste ich nichts an die Gläubiger zahlen, bzw. kann bei mir nichts gepfändet werden…. Wie kann ich mir das vorstellen? Die Gläubiger bekommen kein Geld von mir und nach 6 Jahren ist alles getilgt, ohne meine Schulden bezahlt zu haben? Oder muss ich mein Job Kündigen, um mir einen besser bezahlten Job zu suchen? Oder ggf. einen 2. Job hinzuziehen?
    Danke für eine kurze Aufklärung

    LG Daniel

    Antworten
  3. Kurt

    Guten Tag,

    ich bin mit etwa 50.000€ verschuldet und habe noch kein Insolvenzverfahren eröffnet, besitze aber ein P-Konto.
    Nach einer Selbständigkeit bin ich seit einem Jahr arbeitslos und derzeit ohne Einkommen
    Meine unverheiratete Lebensgefährtin verdient etwa 1500€ netto.
    Mein Vater verstarb vor 5 Jahren, und ich wurde Vorerbe. Meine Mutter ist Vorerbin, erst nach ihrem Tod bekomme ich das Erbe.
    Nun musste sie inzwischen ein Haus wegen Zwangsversteigerung abgeben, woraus der verwaltende Anwalt 15.000€ auf ein Sperrkonto für mich hinterlegt hat.
    Bisher dachte ich, dass die gesamte Vorerbemasse unter Verwaltung meiner Mutter steht.
    Wenn ich nun die 15.000€ auf mein Konto zahlen lasse, werden meine Gläubiger vermutlich die gesamte Summe bekommen.
    Ist denn der Resterlös aus dem Vorerbe nicht nach wie vor von der Vorerbin (meiner Mutter) zu verwalten?

    Antworten
    1. Kurt

      Meine Frage:
      kann ich die 15.000 aus dem Vorerbe irgendwie nutzen, um eine Dreijahresinsolvenz (35%) zu machen?

      Antworten

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