Achtung Kostenfalle: Wo unnötige Ausgaben drohen

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 25. August 2021

Das Wichtigste über Kostenfallen

Was sind Kostenfallen?

Als Kostenfallen werden in der Regel unseriöse Geschäftspraktiken bezeichnet, die Verbraucher dazu verleitet, ungewollt einen Vertrag abzuschließen. Häufig verschleiern die Anbieter dabei, dass es sich um ein kostenpflichtiges Angebot handelt. Eine ausführliche Erklärung lesen Sie hier.

Wie erkennt man eine Kostenfalle?

Viele Kostenfallen lauern im Internet, wenn Sie dort angebotene Dienste nutzen. Sie erkennen diese Fallen nur, wenn Sie sich jede Internetseite genau anschauen und bis zum Ende durchlesen, bevor Sie ein Angebot nutzen. Denn häufig sind die Hinweise auf die Kostenpflicht sehr versteckt. In diesem Abschnitt erfahren Sie mehr.

Was kann ich tun, wenn ich trotzdem auf eine Kostenfalle hereingefallen bin?

Bezahlen Sie nicht, wenn Sie einen Dienst in Rechnung gestellt bekommen, von dem Sie ausgegangen sind, dass er kostenlos ist. Das gilt vor allem, wenn der Rechnungssteller im Ausland sitzt. Weitere Tipps finden Sie hier.

Was ist eine Kostenfalle?

Wie kann man sich vor Kostenfallen schützen?
Wie kann man sich vor Kostenfallen schützen?

Sie lauern überall: am Telefon, im Internet, im Alltag und sogar in den Ferien. Die Rede ist von Kostenfallen, mit denen sich Verbraucher immer wieder auseinandersetzen müssen. Sie kosten nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Nerven. Und sie zerstören das Vertrauen vieler Menschen in die Marktwirtschaft.

Unseriöse Händler und Unternehmen versuchen mit unlauteren Methoden, Verbrauchern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sie verschweigen wichtige Details wie die Entgeltpflicht oder die Vertragslaufzeit und sogar die Tatsache, dass der Verbraucher einen verbindlichen Vertrag abschließt, wenn er ein bestimmtes Angebot nutzt.

Häufig gehen Kostenfallen aber auch mit der Unwissenheit oder Unerfahrenheit von Verbrauchern einher. Sie unterschreiben unbedacht Verträge und prüfen ihre Möglichkeiten oder Angebote nicht ausreichend. Außerdem haben sie es mit Verkäufern und Dienstleistern zu tun, die ihr Geschäft verstehen und wissen, wie sie ihre Kunden überzeugen können.

Kostenfallen im Internet erkennen und vermeiden

Das Internet bietet unbegrenzte Möglichkeiten. Sie können sich zum Beispiel Software und eBooks herunterladen, Filme anschauen, an allen möglichen Tests teilnehmen oder Ahnenforschung betreiben. Manche Anbieter solcher Produkte und Dienstleistungen tun dabei so, als wäre ihr Angebot kostenlos und locken die Nutzer mit Hinweisen wie „free“, „gratis“ oder „kostenlos“. Doch irgendwie auf ihrer Internetseite findet sich ein versteckter Vermerk zu den Kosten:

  • Die Entgeltpflicht ist in besonders kleiner Schrift gehalten.
  • Der Verbraucher muss erst ewig lange scrollen, bevor er den Kostenhinweis findet.
  • Der Anbieter versteckt die anfallenden Kosten in einem mit * gekennzeichneten Text.

Verbraucher können eine solche Kostenfalle oft nur schwer erkennen und erwarten ein kostenfreies Angebot. Erst wenn sie die Rechnung erhalten, kommt das böse Erwachen, vor allem wenn Inkassounternehmen und Anwälte Druck ausüben, um die Betroffenen zum Bezahlen zu bewegen.

Vorsicht Kostenfalle: Hinter unbekannten Telefonnummern verbergen sich oft Ping-Anrufe, die zum Rückruf animieren sollen. Und das kann teuer werden.
Vorsicht Kostenfalle: Hinter unbekannten Telefonnummern verbergen sich oft Ping-Anrufe, die zum Rückruf animieren sollen. Und das kann teuer werden.

Der deutsche Gesetzgeber schützt Verbraucher vor Kostenfallen im Internet, indem er Online-Händlern bestimmte Pflichten auferlegt. Die sogenannte Button-Lösung soll dafür sorgen, dass Verbraucher verbindliche Kaufangebote im Internet sofort erkennen:

  • Kostenpflichtige Online-Angebote müssen als solche unmittelbar vor der Bestellung erkennbar sein. Der Unternehmer muss folgende Informationen verständlich, nachvollziehbar und hervorgehoben auf seiner Internetseite anzeigen: Preis, Lieferkosten, vertragliche Mindestlaufzeit sowie die wesentlichen Eigenschaften seiner Ware bzw. Dienstleistung.
  • Der Vertragsschluss erfolgt außerdem nur, wenn der Verbraucher bei seiner Bestellung ausdrücklich bestätigt, dass er das Angebot bezahlen muss.
  • Wenn der Verbraucher den Vertrag über einen Button abschließt, muss diese Schaltfläche mit einem eindeutigen, gut lesbaren Vermerk beschriftet sein, z. B. „jetzt kaufen“ oder „zahlungspflichtig bestellen“.
  • Die Pflichtinformationen und der Button müssen direkt neben- oder hintereinander stehen.

Woran erkenne ich eine Kostenfalle im Internet?

  • Lesen Sie jede Internetseite ganz genau durch, wenn Sie ein vermeintlich kostenloses Angebot nutzen wollen – und zwar vollständig.
  • Scrollen Sie bis zum Ende der Webseite.
  • Schauen Sie sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) genau an. Werden darin Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen erwähnt? Wenn ja, schließen Sie einen kostenpflichtigen und verbindlichen Vertrag ab, wenn Sie das Angebot nutzen.
  • Sollen Sie persönliche Daten angeben, z. B. Ihren Namen, die Adresse oder sogar Ihre Bankverbindung? Wenn ja, deutet das auf eine Kostenfalle hin. Denn bei kostenfreien Angeboten benötigt der Anbieter Ihre Daten nicht.
  • Seien Sie vorsichtig bei Gewinnspielen. Dahinter verbirgt sich häufig ein entgeltliches Angebot.
  • Schauen Sie sich das Impressum des Anbieters an. Sitzt er im Ausland oder hat er nur ein Postfach angegeben, kann es schwierig werden, wenn Sie Ihre Rechte wahrnehmen und durchsetzen wollen.

Trotzdem in eine Internet-Kostenfalle getappt? So wehren Sie sich

Kostenfalle: Bei der Kreditkarte sollten Sie auf die Gebühren achten. Es können z. B. Abhebegebühren anfallen.
Kostenfalle: Bei der Kreditkarte sollten Sie auf die Gebühren achten. Es können z. B. Abhebegebühren anfallen.

Viele Verbraucher kennen ihre Rechte nicht und kommen der Zahlungsaufforderung meistens nach, weil sie Angst haben und Ärger fürchten. Aber genau darauf spekulieren die Anbieter. Lassen Sie sich nicht einschüchtern und wehren Sie sich:

  • Bezahlen Sie die Rechnung nicht. Gerade bei ausländischen Anbietern ist das Geld dann meistens verloren und nur noch schwer zurückzuholen.
  • Widersprechen Sie der ersten Rechnung (oder Mahnung) unverzüglich, auf jeden Fall aber innerhalb von vier Wochen. Weisen Sie die Zahlungspflicht und den vermeintlichen Vertragsschluss ausdrücklich zurück, um eine Meldung bei der SCHUFA zu verhindern. Um völlig sicherzugehen, können Sie hilfsweise den Widerruf oder die Anfechtung erklären. Versenden Sie Ihr Anschreiben per Einschreiben mit Rückschein.
  • Weitere gewöhnliche Mahnungen können Sie getrost ignorieren. Ein einmaliger Widerspruch gegen diese Kostenfalle genügt.
  • Widersprechen Sie unbedingt einem Mahnbescheid eines Gerichts. Nutzen Sie hierfür das beigelegte Formular. Achten Sie darauf, dass Ihr Widerspruch innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung des Mahnbescheids beim Gericht eingehen muss. Wenn Sie diese Frist versäumen, sollten Sie auf jeden Fall fristgerecht Einspruch gegen den folgenden Vollstreckungsbescheid einlegen.
  • Wenn von Ihrem Konto aufgrund einer angeblichen Einzugsermächtigung zu Unrecht Geld abgebucht wurde, sollten Sie dem gegenüber Ihrer Bank unverzüglich widersprechen. Die Bank wird die Buchung dann rückgängig machen.

Lassen Sie sich von der Verbraucherzentrale helfen, wenn Sie in eine Kostenfalle geraten sind. Auch die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (Wettbewerbszentrale) und die eCommerce-Verbindungsstelle bieten Unterstützung an.

Oder wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt. Wenn Sie über ein nur geringes Einkommen verfügen, können Sie hierfür Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe in Anspruch nehmen.

Kostenfalle Handy und Smartphone

Kostenfalle Spiele-Apps: Viele Games können Sie kostenlos herunterladen, müssen dann aber im Spielverlauf bezahlen.
Kostenfalle Spiele-Apps: Viele Games können Sie kostenlos herunterladen, müssen dann aber im Spielverlauf bezahlen.

Die heutigen Smartphones sind Computer, Telefon, Taschenrechner, MP3-Player und Kamera in einem – und sie können noch viel mehr. Allerdings drohen auch einige Kostenfallen beim Handy:

Überlegen Sie sich genau, wofür Sie das Handy brauchen, wenn Sie sich ein neues Gerät anschaffen wollen. Wählen Sie einen Tarif, der zu Ihrem Nutzerverhalten passt: Wenn Sie z. B. kaum telefonieren, dafür aber viel im Internet surfen, brauchen Sie eher mehr Datenvolumen, aber nicht unbedingt eine Flatrate zum Telefonieren.

Eine typische Kostenfalle sind mobile Daten, mit denen Sie ohne WLAN im Internet unterwegs sein können. Denn wenn Sie das vertraglich gebuchte Datenvolumen überschreiten, kann das mitunter teuer werden. Deshalb ist es ratsam, das Smartphone so einzustellen, dass es die mobile Datenverbindung ausschaltet, wenn Sie ein bestimmtes Volumen verbraucht haben.

Stellen Sie Ihr Gerät außerdem so ein, dass es Apps nur dann aktualisiert, wenn eine WLAN-Verbindung besteht. Auch die Navi-Funktion frisst häufig sehr viele mobile Daten.

Wenn die Kosten für das Eigenheim explodieren

Wer eine Immobilie kaufen oder ein Haus bauen will, läuft schnell Gefahr, sich zu verkalkulieren, wenn er zu schnell Verträge abschließt oder sich vom Makler oder Bauträger bedrängen und „rhetorisch einlullen“ lässt. Die größte Kostenfalle beim Eigenheim lauert schon zu Beginn, wenn der potentielle Häuslebauer den Vertrag zu früh unterschreibt.

Bevor Sie irgendetwas unterschreiben, sollten Sie insbesondere folgende Fragen genauestens abklären und sich im Zweifelsfall fachlich und juristisch beraten lassen:

Eine häufige Kostenfalle beim Hauskauf ist ein Kredit mit zu geringen Tilgungsraten.
Eine häufige Kostenfalle beim Hauskauf ist ein Kredit mit zu geringen Tilgungsraten.
  • Ist die Baubeschreibung vollständig oder fehlen Bauleistungen, die Sie dem Bauherrn später zusätzlich bezahlen müssen?
  • Können Sie auf dem Grundstück, das Sie kaufen wollen, überhaupt das Haus wie geplant bauen? Bei einem zu hohen Grundwasserspiegel können Sie zum Beispiel keinen Keller bauen.
  • Wie sanierungsbedürftig ist das Haus, das Sie kaufen möchten? Lassen Sie Dach und Bodenbeläge, Elektrik und Heizung, Fenster und Dämmung im Zweifel von einem Experten prüfen.
  • Gibt es für alle Anbauten, Garagen und Schuppen auch eine Baugenehmigung? Wenn nicht, können Sie als Käufer der Immobilie Ärger bekommen.
  • Ist die Tilgungsrate für den Immobilienkredit hoch genug? Eine typische Kostenfalle beim Hausbau oder -kauf sind hohe Kredite mit zu geringen Raten und einer dementsprechend langen Laufzeit.

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