Privatinsolvenz bei Hartz-4-Bezug – Ist das überhaupt möglich?

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Das Wichtigste zum Thema „Privatinsolvenz und Hartz-4-Bezug“

  1. Die gute Nachricht lautet: Der Bezug von Hartz 4 und eine Privatinsolvenz schließen sich nicht aus. Auch für ALG-2-Empfänger ist also die Befreiung von erdrückenden Schulden möglich.
  2. Arbeitslose Hartz-4-Empfänger müssen sich während der privaten Insolvenz ernsthaft darum bemühen, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Ansonsten droht die Versagung der Restschuldbefreiung.
  3. Schon bei der Anmeldung der Privatinsolvenz sollten Hartz-4-Empfänger die Stundung der Verfahrenskosten beantragen.

Privates Insolvenzverfahren ohne Vermögen oder Einkommen?

Bei einer Privatinsolvenz müssen Hartz-4-Empfänger einiges beachten.

Bei einer Privatinsolvenz müssen Hartz-4-Empfänger einiges beachten.

Im Zuge der Privatinsolvenz wird zunächst das pfändbare Vermögen des Schuldners an die Gläubiger verteilt. An das eigentliche private Insolvenzverfahren schließt sich die drei, fünf oder sechs Jahre lange Wohlverhaltensphase an. Während dieser Zeit ist der Schuldner dazu verpflichtet, den pfändbaren Teil seines Einkommens an den Insolvenzverwalter abzutreten, welcher es dann wiederum an die Gläubiger weitergibt.

Eine Privatinsolvenz erscheint Hartz-4-Empfängern häufig als die einzige Möglichkeit, um einen Weg aus den Schulden zu finden. Schließlich reichen Regelsatz und weitere Leistungen nur dazu aus, um damit den Lebensunterhalt zu bestreiten. Etwas Geld zurückzulegen, um damit die Schulden abzuzahlen, ist kaum möglich.

Doch ist eine private Insolvenz für Hartz-4-Empfänger überhaupt eine Option? Schließlich verfügen sie weder über Vermögen noch Einkommen, mit denen die Forderungen der Gläubiger befriedigt werden könnten. Die gute Nachricht lautet: Auch Arbeitslosengeld-2-Empfänger haben, wenn sie die nötigen Voraussetzungen erfüllen, das Recht dazu, eine Privatinsolvenz zu durchlaufen und eine Restschuldbefreiung zu erreichen.

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Sind Sie nicht sicher, ob eine Privatinsolvenz für Sie die richtige Lösung ist? Als Hartz-4-Empfänger haben Sie die Möglichkeit, einen Beratungshilfeschein zu beantragen. Dieser ermöglicht es Ihnen, eine kostenlose Beratung durch einen Anwalt für Insolvenzrecht in Anspruch zu nehmen. Einzig eine Gebühr in Höhe von 15 Euro muss dafür gezahlt werden.

Darauf ist bei der Privatinsolvenz mit gleichzeitigem Hartz-4-Bezug zu achten

Erdrückende Schulden? Die Privatinsolvenz kann bei Hartz-4-Bezug ein Ausweg sein.

Erdrückende Schulden? Die Privatinsolvenz kann bei Hartz-4-Bezug ein Ausweg sein.

Eine Privatinsolvenz ist für Hartz-4-Empfänger also durchaus eine Option. Hierbei ist jedoch einiges zu beachten. Zunächst müssen sich Schuldner darüber im Klaren sein, dass für ein Insolvenzverfahren bestimmte Kosten anfallen.

Hierzu gehören unter anderem Anwalts- sowie Gerichtskosten. Diese müssen durch die Insolvenzmasse gedeckt werden, ansonsten wird der Antrag auf die Insolvenz abgelehnt.

Bei Hartz-4-Empfängern ist dies in der Regel jedoch nicht gegeben. Aus diesem Grund sollten Schuldner zeitnah einen Antrag auf Stundung der Verfahrenskosten stellen.

Dies ist in § 4a Abs. 1 der Insolvenzordnung (InsO) geregelt. Dort heißt es:

Ist der Schuldner eine natürliche Person und hat er einen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt, so werden ihm auf Antrag die Kosten des Insolvenzverfahrens bis zur Erteilung der Restschuldbefreiung gestundet, soweit sein Vermögen voraussichtlich nicht ausreichen wird, um diese Kosten zu decken.

Während einer Privatinsolvenz müssen sich Hartz-4-Empfänger außerdem ernsthaft darum bemühen, eine neue Arbeitsstelle zu finden, die es ihnen ermöglicht, ein eigenes Einkommen zu erzielen. Der ALG-2-Empfänger kann jedoch nicht dazu gezwungen werden, jeden Job anzunehmen. Vielmehr muss es sich um eine zumutbare Arbeit handeln.

Das Insolvenzgericht kann entsprechende Nachweise einfordern, um zu überprüfen, ob sich der Schuldner während der Privatinsolvenz tatsächlich ernsthaft um eine neue Arbeitsstelle bemüht.
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2 Gedanken zu „Privatinsolvenz bei Hartz-4-Bezug – Ist das überhaupt möglich?

  1. Thomas L.

    Hallo…ich habe ein problem,und zwar befindeich mich seit kurzem in der privatinsolvenz und beziehe hartz 4.
    Nachdem mein konto ca 3 wochen gesperrt war hat mir die bank mein konto gekündigt und das guthaben von 330€ (alg2 bezug) dem treuhänder überwiesen..ich habe mehrmals versucht ein neues konto zu eröffnen was mir immer verweigert wurde…wie komme ich an mein hartz4 geld ? Ich weiss nicht mehr weiter..
    mfg.Thomas L.

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Thomas,

      jede Person hat das gesetzlich verbriefte Recht auf ein Basiskonto. Weigert sich eine Bank, ein solches Konto einzurichten, sollten Sie sich dies schriftlich geben lassen. Eine Beratungsstelle, beispielsweise der Verbraucherzentrale, kann Sie dann beim weiteren Vorgehen unterstützen.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten

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