Gehaltspfändung – Was beachtet werden muss

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Das Wichtigste zur Gehaltspfändung

Was passiert bei einer Gehaltspfändung?

Der Arbeitgeber des Schuldners muss bei der Gehaltspfändung mitwirken. Er überweist den pfändbaren Teil an den Gläubiger und den Freibetrag an den Schuldner.

Wonach richtet sich, wie viel von meinem Gehalt gepfändet werden darf?

Grundlage für die Ermittlung der Pfändungsfreigrenze und des pfändbaren Arbeitseinkommens ist die Lohnpfändungstabelle.

Sollte ich meinem Arbeitgeber die Gehaltspfändung mitteilen?

Es ist ratsam, dem Arbeitgeber die bevorstehende Lohnpfändung mitzuteilen. Er wird ohnehin davon erfahren, weil er das pfändbare Gehalt direkt an Ihren Gläubiger zahlen muss.

Wie viel darf gepfändet werden? Rechnen Sie es hier aus!

Pfändung: Wozu der Arbeitgeber verpflichtet ist

Pfändung von Arbeitseinkommen: Wird das komplette Einkommen gestrichen?
Pfändung von Arbeitseinkommen: Wird das komplette Einkommen gestrichen?

Gewöhnlich stellt der Lohn oder das Gehalt die einzige Einnahmequelle von verschuldeten Arbeitnehmern dar. Gläubiger wissen das und setzen genau hier an, um ihre Geldforderungen einzutreiben. Sie veranlassen die Gehaltspfändung, die direkt beim Arbeitgeber ansetzt. Die Pfändung von Arbeitseinkommen ist eine sehr häufige Zwangsvollstreckungsmaßnahme.

Die Gehaltspfändung: Was ist das und wie funktioniert sie?

Bei der Gehaltspfändung muss der Arbeitgeber mitwirken. Er muss den pfändbaren Anteil des Netto-Einkommens einbehalten und an den Gläubiger des Arbeitnehmers weiterleiten.

Der Gläubiger kann eine solche Pfändung über den Arbeitgeber nur dann veranlassen, wenn sein Vollstreckungstitel dem Schuldner zugestellt wurde und er auf Grundlage dessen einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss beim Gericht beantragt hat.

Dieser Beschluss wird dem Drittschuldner zugestellt, also demjenigen, von dem der Vollstreckungsschuldner sein Einkommen bezieht. Im Falle der Lohn- bzw. Gehaltspfändung ist das der Arbeitgeber. Dieser ist verpflichtet, den pfändbaren Anteil des Nettoeinkommens an den Gläubiger zu überweisen. Den Pfändungsfreibetrag überweist der Arbeitgeber an seinen Beschäftigten.

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Lohnpfändungstabelle und Pfändungsgrenze beim Gehalt

Jedem Vollstreckungsschuldner muss ein Existenzminimum verbleiben. Es darf also nicht der gesamte Lohn gepfändet werden. Wo beim monatlichen Gehalt die Pfändungsgrenze liegt, richtet sich nach der Höhe des jeweiligen Einkommens und danach, wie vielen Personen gegenüber der Schuldner zum Unterhalt verpflichtet ist.

Ein Hilfsmittel zur Bestimmung der Pfändungsfreigrenze bietet die Lohnpfändungstabelle. Diese erhalten Arbeitnehmer bei ihrer Schuldnerberatung. Als Alternative zur Pfändungstabelle kann die Höhe der Gehaltspfändung mit einem Rechner online ermittelt werden.

Schuldner können beim Vollstreckungsgericht einen formlosen Antrag auf Erhöhung der Pfändungsfreigrenze stellen und eine Bescheinigung über die Höhe des notwendigen Lebensbedarfs beifügen.

Gehaltspfändung stoppen

Wie können Sie die Gehaltspfändung verhindern?
Wie können Sie die Gehaltspfändung verhindern?

Um die Pfändung vom Gehalt zu verhindern oder zu beenden, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Zunächst können Schuldner ihre Schulden beim Gläubiger bezahlen, sodass kein Anlass mehr zur Pfändung besteht.

Möglicherweise lassen sich Gläubiger auch auf eine Einigung bzw. einen Vergleich ein, z. B. indem der Schuldner ihnen eine Ratenzahlung anbietet.

Auch eine Privatinsolvenz würde die Gehaltspfändung beenden.

Zu der Frage, welcher Weg für Sie am besten geeignet ist, können Sie sich von einer Schuldnerberatungsstelle beraten lassen.

Tipps und richtiges Verhalten bei einer Gehaltspfändung

Pfändung: Was sage ich dem Arbeitgeber?

Informieren Sie Ihren Arbeitgeber von der bevorstehenden Vollstreckungsmaßnahme. Nur so kann die Vertrauensbasis zwischen Ihnen gewahrt werden. In der Regel rechtfertigt eine Gehaltspfändung keine Kündigung. Nur Beschäftigte in einer Vertrauensposition wie Geschäftsführer oder Kassierer können unter Umständen gekündigt werden.

Gehaltspfändung & Unterhalt

Bei einer Gehaltspfändung gilt: Unterhalt hat Vorrang. Ist der Arbeitnehmer einer oder mehreren Personen zum Unterhalt verpflichtet, muss der Arbeitgeber dies bei den Freibeträgen berücksichtigen. Prüfen Sie deswegen genau, ob alle unterhaltsberechtigten Personen berücksichtigt wurden.

Richtige Berechnung der Gehaltspfändung prüfen

Informieren Sie bei einer Gehaltspfändung ihren Arbeitgeber, um eine Vertrauensbasis zu schaffen.
Informieren Sie bei einer Gehaltspfändung ihren Arbeitgeber, um eine Vertrauensbasis zu schaffen.

Der Arbeitgeber berechnet den Pfändungsfreibetrag. Er muss hierbei auch zwischen pfändbarem und unpfändbarem Arbeitseinkommen unterscheiden.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg entschied 2015, dass der Arbeitgeber tarifliche Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit trotz Gehaltspfändung an den Arbeitnehmer auszahlen muss (Urteil vom 9. Januar 2015, Az. 3 Sa 1335/14).

Lassen Sie sich gegebenenfalls von einer anerkannten Schuldnerberatung oder einem Rechtsanwalt unterstützen, um Ihren Lohn so weit wie möglich vor einer Pfändung zu schützen.

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4 Gedanken zu „Gehaltspfändung – Was beachtet werden muss

  1. Lucia

    Hallo…
    ich stehe seit 17.07.2018 in der Privatinsolvenz. Mein Gehalt wird wird schon regelmäßig gepfändet. Die Sparkasse sperrt jedoch immer noch Beträge und gibt nicht das überwiesene Gehalt vom Arbeitgeber frei, obwohl bereits ein gepfändeder Betrag abgezogen wurde.
    Ist das richtig, kann ich das ändern.

    Vielen Dank!

    Antworten
    1. jogibogi

      Vermutlich liegt der Sparkasse eine Pfändung vor. Wenn das Insolvenzverfahren eröffnet ist, dann sind sämtliche Pfändungen nicht mehr zulässig. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen, also Forderungen die z..B. nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind und Geldstrafen,

      Gehen Sie zur Bank und verlangen sie, dass die Gelder nicht weiter fixiert werden, bzw. einer manuellen Freigabe unterliegen. Kommen Sie nicht weiter, wenden Sie sich an die Schuldnerberatung, die Ihnen vermutlich auch zum Insolvenzverfahren geholfen haben.

      Antworten
  2. Kay

    Hallo
    Bei mir wurde am 9.11.2019 eine Lohn und Kontopfändung erwirkt. Ein Teil von meinem Lohn würde im November und Dezember gepfändet. Der Rest vom Lohn wurde auf mein Konto überwiesen. Das Konto ist aber bis heute noch gesperrt. Somit habe ich seid November kein Zugriff auf mein Geld und kann dementsprechend keinerlei Rechnungen , Miete ,Strom, Gas …usw bezahlen. Ist das überhaupt rechtens ? Die Anwaltskanzlei sagt mir nur das Sie von meinen 2 anderen Konten eine Drittschuldnererklärung brauchen. Und das zieht sich jetzt schon die ganze Zeit. Ich habe doch ein Recht auf Grundsicherung ?

    Antworten

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