Ein Schuldtitel macht eine Vollstreckung beim Schuldner möglich

Das Wichtigste zum Schuldtitel

Was ist ein Titel bei Schulden?

Hierbei handelt es sich um eine offizielle Urkunde darüber, dass ein Schuldner dem Gläubiger gegenüber z. B. zur Bezahlung einer konkreten Forderung verpflichtet ist. Dies wird auch Vollstreckungstitel genannt.

Wann darf ein Gläubiger gegen den Schuldner Vollstreckungsmaßnahmen veranlassen?

Erst nachdem ein Gläubiger einen solchen Schuldtitel erwirkt hat, ist eine Zwangsvollstreckung zulässig. Allein der Zahlungsverzug und ggf. eine Mahnung reichen hierfür nicht aus.

Wann verjährt ein Schuldtitel?

Ein derart titulierte Forderung verjährt erst nach 30 Jahren. Gewisse Umstände können sogar dazu führen, dass die Frist erneut beginnt.

Was ist ein Schuldtitel? Eine Definition

Was bedeutet ein Titel bei Schulden?
Was bedeutet ein Titel bei Schulden?

Hat eine Person bei einem Gläubiger Schulden gemacht, muss dieser tätig werden, um doch noch an sein Geld zu kommen. Zunächst wird er selbst Mahnungen schreiben. Zeigt dieses Vorgehen keinen Erfolg, sind weitere Schritte nötig. Die Zwangsvollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher soll etwa dazu führen, dass der Schuldner endlich die Forderung des Gläubigers befriedigt.

Damit eine solche Vollstreckung möglich ist, muss der Gläubiger allerdings zunächst einen sogenannten Schuld- bzw. Vollstreckungstitel erwirken. Hierbei handelt es sich um eine Urkunde, welche belegt, dass der Gläubiger dem Schuldner gegenüber bestimmte Ansprüche besitzt.

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Hierbei ist zu beachten, dass es nicht den einen Vollstreckungstitel gibt, sondern vielmehr verschiedene Formen. Gläubiger können beispielsweise einen Schuldtitel beantragen, nachdem sie ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet haben. Oft wird hier ein Vollstreckungsbescheid gewählt. Ein Schuldtitel kann jedoch auch aus einer notariellen Urkunde, einem Vergleich oder einem gerichtlichen Urteil bestehen.

Welche Verjährung wird beim Schuldtitel angesetzt?

Grundsätzlich kann eine Forderung, etwa aus einem Kaufvertrag oder der Erbringung von Dienstleistungen, maximal drei Jahre lang geltend gemacht werden. Laut § 199 Abs. 1 BGB beginnt die Frist dabei mit dem Ende des Jahres, in welchem der Anspruch entstand. Das bedeutet also, dass etwa Firmen oder Verkäufer nach diesem Zeitpunkt die offenstehenden Schulden nicht mehr einfordern können.

Anders verhält es sich jedoch bei einem offiziellen Schuldtitel. Die Verjährung verlängert sich gemäß § 197 BGB auf insgesamt 30 Jahre, wenn ein solcher Titel erwirkt wurde. Gläubiger können eine Forderung also sehr viel länger geltend machen, wenn der Gerichtsvollzieher bislang erfolglos war, was einen bedeutenden Vorteil darstellt.

Des Weiteren kann die Verjährung unter gewissen Umständen neu beginnen. Hierzu kommt es laut § 212 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB), wenn

  • der Schuldner den Anspruch anerkennt (z. B. durch eine Abschlagszahlung) oder
  • eine Vollstreckungshandlung durch das Gericht oder Behörden vorgenommen bzw. beantragt wird.

Können Gläubiger einen Schuldtitel verkaufen?

Bei einem Schuldtitel tritt die Verjährung erst nach 30 Jahren ein.
Bei einem Schuldtitel tritt die Verjährung erst nach 30 Jahren ein.

Gläubiger müssen ihre Forderungen nicht selbst eintreiben. Was viele nämlich nicht wissen: Schuldtitel gelten als Gegenstand eines Handelsumsatzgeschäftes und stellen damit ein Handelsgut dar. Ein Vollstreckungstitel kann somit verkauft werden.

Unternehmen, wie etwa Inkassobüros, können einen Schuldtitel kaufen. Der ursprüngliche Gläubiger erhält hierfür einen bestimmten Betrag und die Rechte bezüglich der Forderung gehen auf den Käufer über.

Für viele Gläubiger ist es durchaus praktisch, einen Schuldtitel zu verkaufen. Die Vollstreckung der offenen Forderungen bringt nämlich in der Regel einen hohen Arbeits- sowie Zeitaufwand mit sich. Mittlerweile gibt es auch Plattformen im Internet, auf welchen Gläubiger ihre Schuldtitel zum Verkauf anbieten können.

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Ein Schuldtitel macht eine Vollstreckung beim Schuldner möglich
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Über den Autor

Meike
Meike Z.

Meike erwarb ihren Master-Abschluss im Fach Linguistik an der Universität Paderborn und ist seit 2016 Teil des schuldnerberatung.de-Teams. Ihr thematischer Fokus liegt insbesondere auf unterschiedlichsten Fragestellungen rund ums Schulden- und Insolvenzrecht.

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47 Gedanken zu „Ein Schuldtitel macht eine Vollstreckung beim Schuldner möglich

  1. Hans-Jürgen

    Ich hatte früher ein Bauunternehmen und habe daher noch Schulden. Eine der Firmen, die einen Titel gegen mich haben existiert nicht mehr. Jetzt habe ich eine Zahlungsaufforderung eines Inkassounternehmens die diese Forderung für eine andere Firma eintreiben soll. Angeblich hat Firma 2 Firma 1 übernommen. Ist dass rechtens?

  2. Fernan

    Meine Damen und Herren,

    Lassen Sie diese Inkassofirmen nicht länger an Ihrem Geld teilhaben. Beantragen Sie Privatinsolvenz und verabschieden Sie sich von Ihren Schulden.

  3. Ralf

    Ein Inkasso meldet sich grad schriftlich bei mir und behauptet mit der Eintreibung eines Titels beauftragt zu sein. Die Forderung bzw. der Titel stammt aus dem Jahre 1999. Ich war lange im Ausland, bin jetzt jedoch 10 Jahre wieder hier. Wie geh ich jetzt vor, habe nur wenige Tage zum reagieren. Falls die Forderung rechtens ist, wird die Ursprüngliche Forderung, die noch in DM war, dann 1:1 umgerechnet?
    MfG Ralf

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