Gegen einen Mahnbescheid Widerspruch einlegen: Was ist zu beachten?

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Das Wichtigste zum Widerspruch gegen einen Mahnbescheid

  1. Das Mahngericht prüft nicht, ob die in einem Mahnverfahren eingeforderten Ansprüche tatsächlich bestehen. Aus diesem Grund sollten Sie einen Mahnbescheid stets gründlich überprüfen.
  2. Ein offizielles Widerspruchsformular wird dem Mahnbescheid beigelegt. Die Verwendung dieser Vorlage ist zwar nicht vorgeschrieben, wird aber empfohlen.
  3. Sie möchten gegen einen Mahnbescheid Widerspruch einlegen? Eine Frist von zwei Wochen ab der Zustellung des Schriftstückes ist hierbei zu beachten.
  4. Geht der Widerspruch zu spät ein, wird ein Vollstreckungsbescheid erlassen.

Welche Bedeutung hat ein Mahnbescheid im Mahnverfahren?

Mahnbescheid erhalten? Ein Widerspruch hilft bei einer unberechtigten Forderung.

Mahnbescheid erhalten? Ein Widerspruch hilft bei einer unberechtigten Forderung.

Ein Mahnverfahren wird von einem Gläubiger eingeleitet, wenn er offene Ansprüche von einem Schuldner einfordern möchte.

Ein gerichtlicher Mahnbescheid ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Gläubiger einen Vollstreckungsbescheid erwirken kann. Mit einem solchen Bescheid kann er etwa eine Zwangsvollstreckung in Auftrag geben. Dank Vollstreckungsbescheid kommt er dann also an sein Geld.

Ein Mahnbescheid kann relativ einfach beim zuständigen Mahngericht beantragt werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass das Gericht nicht im Vorhinein überprüft, ob die Forderung, die vom Gläubiger erhoben wird, tatsächlich berechtigt ist.

Deshalb sollten Personen, die einen Mahnbescheid erhalten, die dort aufgeführte Forderung gründlich überprüfen. Sind diese unbegründet, sollten sie gegen den Mahnbescheid Widerspruch einlegen. Ist die Forderung hingegen berechtigt, ist es ratsam, die Schulden zeitnah zu begleichen oder eine Ratenzahlung mit dem Gläubiger zu vereinbaren. Ansonsten droht ein Vollstreckungsbescheid. Bei Unsicherheiten kann eine Rechtsberatung, etwa durch einen Anwalt, zur Klärung beitragen.

Wie können Sie einem Mahnbescheid widersprechen?

Gegen einen Mahnbescheid Widerspruch einlegen: Beim Ausfüllen des Formulars kann ein Schuldnerberater helfen.

Gegen einen Mahnbescheid Widerspruch einlegen: Beim Ausfüllen des Formulars kann ein Schuldnerberater helfen.


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Ist die genannte Forderung unberechtigt, sollten Betroffene also gegen einen Mahnbescheid Widerspruch einlegen. Doch wie funktioniert das genau? Der Antragsgegner muss den Widerspruch schriftlich erheben.

Für den Widerspruch gegen einen Mahnbescheid wird kein Musterbrief benötigt, da dem Schreiben immer auch ein amtlicher Vordruck beiliegt. Es besteht zwar keine Pflicht, diesen zu benutzen, jedoch wird dazu geraten. Verwenden Schuldner den Vordruck, ist eine schnellere Bearbeitung durch das Gericht möglich. Vergessen Sie nicht, den Widerspruch eigenhändig zu unterschreiben.

Zu beachten ist, dass bei dem gegen einen Mahnbescheid gerichteten Widerspruch keine Begründung angegeben werden muss. Je nach Einzelfall kann aber eine Begründung mehr oder weniger hilfreich sein. Ein Anwalt oder der Mitarbeiter einer Schuldnerberatungsstelle kann Sie diesbezüglich beraten.

Eine Gebühr für den Widerspruch gegen den Mahnbescheid ist zunächst nicht zu bezahlen. Es entstehen jedoch Kosten, wenn ein Anwalt eingeschaltet wird und das Mahnverfahren schließlich vor Gericht landet.

Widerspruch gegen den Mahnbescheid: Welche Frist ist einzuhalten?

Möchten Sie gegen einen Mahnbescheid Widerspruch einlegen? Eine Frist von zwei Wochen ist einzuhalten.

Möchten Sie gegen einen Mahnbescheid Widerspruch einlegen? Eine Frist von zwei Wochen ist einzuhalten.

Schuldner müssen eine bestimmte Frist beim Widerspruch gegen einen Mahnbescheid einhalten. Diese beträgt zwei Wochen ab Zustellung des Schreibens. Dabei ist jedoch Folgendes zu beachten: Der Mahnbescheid gilt nicht erst dann als zugestellt, wenn Sie ihn in den Händen halten. Vielmehr ist entscheidend, wann er in den Briefkasten gelegt wurde bzw. zu welchem Zeitpunkt Sie darüber informiert wurden, dass er an einer bestimmten Stelle abgeholt werden kann.

Das entsprechende Datum wird auf dem Umschlag notiert und ist für das weitere Vorgehen entscheidend. Damit Sie gegen den Mahnbescheid pünktlich Widerspruch einlegen können, sollten Sie also das auf dem Umschlag vermerkte Datum im Auge halten. Schuldner sollten außerdem beachten, dass der Widerspruch innerhalb dieser Frist beim Gericht eingehen muss. Er sollte also zeitnah an die Post übergeben bzw. direkt bei Gericht eingereicht werden.

Es kann aber auch dazu kommen, dass die Widerspruchsfrist beim Mahnbescheid länger als zwei Wochen dauert. Laut § 694 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) gilt, dass gegen einen Mahnbescheid auch dann Widerspruch eingelegt werden kann, solange noch kein Vollstreckungsbescheid verfügt wurde.

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Doch was passiert, wenn ein Widerspruch verspätet eingeht? In diesem Fall wird er gemäß § 694 Abs. 2 ZPO als Einspruch behandelt. Doch wie kommt es dazu? Geht gegen einen Mahnbescheid kein Widerspruch ein oder erfolgt er zu spät, ergeht ein Vollstreckungsbescheid. Dieser kann nur mit einem Einspruch angefochten werden.

Gerichtlicher Mahnbescheid mit Widerspruch: Und was passiert dann?

Widerspruch gegen einen Mahnbescheid: Laut Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) erhält ein Anwalt eine 0,5 Gebühr.

Widerspruch gegen einen Mahnbescheid: Laut Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) erhält ein Anwalt eine 0,5 Gebühr.

Wenn Schuldner gegen einen Mahnbescheid Widerspruch einlegen, endet das laufende Mahnverfahren. Stattdessen wird ein reguläres Gerichtsverfahren – offiziell streitiges Verfahren genannt – eingeleitet.

Die Zuständigkeit geht dann vom Mahngericht an das im Mahnbescheid genannte zuständige Gericht über. Hierzu kommt es gemäß § 696 Abs. 1 ZPO jedoch nur, wenn eine der beteiligten Parteien die Durchführung des streitigen Verfahrens beantragt.

Das Streitverfahren folgt den allgemeinen Regeln des Zivilprozesses. Der Antragsteller, der von nun an als Kläger auftritt, wird vom zuständigen Gericht dazu aufgefordert, innerhalb von zwei Wochen seinen Anspruch zu begründen. Diese Begründung wird dann der Gegenseite zugestellt. Im Anschluss bestimmt das Gericht einen Termin zur mündlichen Verhandlung oder trifft anderweitige Anordnungen.

Auch nachdem Schuldner gegen einen Mahnbescheid Widerspruch einlegen, entstehen Kosten. In der Regel ist die Beratung und Vertretung durch einen Anwalt empfehlenswert. Dieser muss für seine Dienste natürlich bezahlt werden. Des Weiteren entstehen Gerichtskosten.

Wie ist es um die Verjährung von einem Mahnbescheid nach dem Widerspruch bestellt?

Eine Forderung verjährt gemäß § 195 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) nach drei Jahren. Ein Mahnbescheid führt zur Hemmung dieser Verjährung. Doch wie verhält es sich, wenn diesem widersprochen wird?

Der gegen einen Mahnbescheid eingelegte Widerspruch beeinflusst die Verjährung unter bestimmten Umständen. Erfolgt keine Abgabe an das Prozessgericht, bedeutet dies, dass die Verjährung sechs Monate nach der letzten Prozesshandlung – in diesem Fall der Zustellung des Widerspruchs – endet.

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11 Gedanken zu „Gegen einen Mahnbescheid Widerspruch einlegen: Was ist zu beachten?

    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Shamim,

      gegen einen Mahnbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen Widerspruch einlegen. Dazu empfiehlt es sich, das beigelegte Widerspruchsformular auszufüllen. Benötigen Sie dabei Hilfe, kann ein Anwalt oder eine Schuldnerberatungsstelle helfen.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  1. patrick k.

    Hallo,

    im Januar 2017 wurde ein Mahnbescheid zugestellt, diesem wurde widersprochen.

    Bis heute Dezember 2018 ist nichts gekommen, weder vom Gericht noch vom Gläubiger.

    Wie geht es weiter? Kann es passieren dass noch innerhalb der nächsten Jahre etwas kommt, oder ist die Forderung vom Tisch?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Patrick,

      es kommt nur dann zu einem Prozess, wenn dies von einer der beteiligten Parteien beantragt wird. Erfolgt keine Abgabe an das Prozessgericht, bedeutet dies, dass die Verjährung sechs Monate nach der letzten Prozesshandlung – in diesem Fall der Zustellung des Widerspruchs – endet.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
      1. patrick

        Vielen Dank.

        Das heißt es gibt keine Ansprüche mehr, und der entsprechende Schufa Eintrag kann gelöscht werden?

        Kann der Gläubiger noch irgendwelche Ansprüche geltend machen?
        Die Schufa weigert sich den Einttag zu löschen und ded Gläubiger reagiert nicht auf Kontaktaufnahme.

        Antworten
        1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

          Hallo Patrick,

          nach Eintritt der Verjährung sollte eine Forderung bei der SCHUFA als erledigt vermerkt werden. Nähere Informationen erhalten Sie bei einem Anwalt.

          Ihr Team von schuldnerberatung.de

          Antworten
  2. Michaela W.

    Hallo,
    ich habe am 22.03.2017 Widerspruch gegen einen Mahnbescheid eingereicht.

    Heute am 08.12.2018 ein Schreiben erhalten, dass es an mein zuständiges Amtsgericht weitergeleitet wird.

    Was muss ich nun tun?

    Mit freundlichen Grüßen
    Michaela

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Michaela,

      wurde entsprechendes beantragt, kommt es zu einem Verfahren vor Gericht. Ein Anwalt kann Sie dazu beraten.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  3. anonym

    Hallo,
    welche Möglichkeiten gibt es gegen einen erwirkten Vollstreckungstitel nach ca. 3 Jahren vorzugehen, wenn Gegenansprüche bestehen? Der Titel war nicht bekannt und wurde mangels Meldeadresse/Wohnung nicht zugestellt.
    Danke.

    Antworten

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