Auto-Leasing trotz Privatinsolvenz: Was geschieht mit dem Fahrzeug?

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 9. April 2022

Das Wichtigste zum Leasing trotz Insolvenz

Darf ich mein Auto in der Privatinsolvenz behalten?

Normalerweise fällt das Auto während der Privatinsolvenz in die Insolvenzmasse, sodass der Schuldner es herausgeben muss. Ein Auto ist ausnahmsweise nur dann unpfändbar, wenn er es zwingend für die Berufsausübung benötigt und dafür nicht auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen kann.

Kann ich einen bereits laufenden Vertrag über ein Auto-Leasing trotz Privatinsolvenz fortführen?

Der Leasinggeber wird den Leasingvertrag aufgrund der Privatinsolvenz höchstwahrscheinlich kündigen, insbesondere, wenn Sie bereits mit Ihren Leasingraten im Rückstand sind. Dann müssen Sie den Wagen herausgeben.

Ist ein Leasing nach der Privatinsolvenz wieder möglich?

Da die SCHUFA die Daten zur Restschuldbefreiung noch drei Jahre lang speichert, dürfte es für den Betroffenen schwierig werden, ein neues Auto-Leasing trotz erfolgreicher Privatinsolvenz abzuschließen, weil seine Bonität als zu gering eingestuft wird.

Kann ich mein Auto bei Privatinsolvenz behalten?

Kann man in der Privatinsolvenz ein Auto leasen?
Kann man in der Privatinsolvenz ein Auto leasen?

Wenn Verbraucher für einen geregelten Schuldenabbau keine andere Wahl haben, als Privatinsolvenz anzumelden, bangen sie oft um ihr Hab und Gut und damit auch um ihr Auto. Und das aus gutem Grund, denn Fahrzeuge des Schuldners fallen normalerweise in die Insolvenzmasse und werden dementsprechend vom Insolvenzverwalter verwertet.

Schuldner dürfen ihr Kraftfahrzeug nur behalten, wenn sie es zwingend für ihre Berufsausübung benötigen – wie etwa der Nachtarbeiter, der ohne Auto nicht zur Arbeit fahren könnte, weil der Arbeitsplatz nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist.

Doch wie sieht es aus, wenn der PKW dem Schuldner gar nicht gehört? Ist zum Beispiel ein Auto-Leasing trotz Privatinsolvenz möglich?

Leasingvertrag bereits vor der Privatinsolvenz abgeschlossen

Ein vom Schuldner geleastes Auto fällt nicht in die Insolvenzmasse, sondern ist das Eigentum des Leasinggebers. Der Insolvenzverwalter wird das Fahrzeug also nicht verwerten. Der Schuldner könnte also theoretisch sein Auto-Leasing trotz Insolvenz fortsetzen.

Die Praxis sieht jedoch gewöhnlich anders aus. Der Leasinggeber wird den Leasingvertrag in der Regel kündigen, vor allem dann, wenn der insolvente Leasingnehmer bereits vor der Insolvenzeröffnung mit seinen Leasingraten in Zahlungsrückstand geraten ist. Er muss den Leasinggeber dann im Rahmen seines Insolvenzantrags als Insolvenzgläubiger angeben und darf die ausstehenden Raten nicht mehr an ihn zahlen, weil er sonst seine Restschuldbefreiung wegen einer unzulässigen Gläubigerbegünstigung riskieren würde. Es ist deshalb so gut wie ausgeschlossen, ein Auto-Leasing trotz Privatinsolvenz fortzuführen.

Tipp: Zwar ist dem Schuldner ein Leasing bei laufender Insolvenz nicht möglich, aber vielleicht hat er die Chance, dass eine ihm vertraute Person den laufenden Leasingvertrag übernimmt. Dafür muss er mit ihr und dem Leasinggeber eine entsprechende Vertragsübernahme vereinbaren. Voraussetzung dafür ist aber immer eine gute Bonität des neuen Leasingnehmers.

Neuer Vertrag über ein Autoleasing trotz Privatinsolvenz?

Wer noch kein Auto besitzt, aber dennoch auf ein Fahrzeug angewiesen ist, mag sich die Frage stellen, ob er trotz seiner laufenden Insolvenz ein Auto leasen kann. Auch das ist aus drei Gründen äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich:

Auto-Leasing ist bei laufender Privatinsolvenz kaum möglich.
Auto-Leasing ist bei laufender Privatinsolvenz kaum möglich.
  • Zum einen steht die schlechte Bonität des Schuldners einem Auto-Leasing trotz Privatinsolvenz entgegen. Die SCHUFA speichert das laufende Insolvenzverfahren, was sich äußerst negativ auf die Kreditwürdigkeit auswirkt und potentielle Leasinggeber eher abschrecken dürfte.
  • Und selbst wenn sich ein Leasingunternehmen findet: Wer bereits insolvent ist, dürfte gewöhnlich kaum in der Lage sein, die Leasingraten regelmäßig zu bezahlen. Verschweigt der Leasingnehmer seinem Vertragspartner gegenüber, dass er eigentlich zahlungsunfähig ist, macht er sich wegen eines Eingehungsbetrugs strafbar.
  • Schuldner dürfen während der Wohlverhaltensphase keine unangemessenen Verbindlichkeiten eingehen, wenn sie nicht ihre Restschuldbefreiung aufs Spiel setzen wollen. Ein Auto-Leasing trotz Privatinsolvenz könnte aber möglicherweise als unangemessen eingestuft werden, vor allem dann, wenn der Schuldner auf das Fahrzeug gar nicht angewiesen ist.

Ist ein Autoleasing nach der Privatinsolvenz wieder möglich?

Nach Abschluss der Privatinsolvenz speichert die SCHUFA die Daten hierzu und zur erteilten Restschuldbefreiung taggenau für weitere drei Jahre. Die Bonität des Betroffenen bleibt damit negativ, obwohl er offiziell schuldenfrei ist und das Verbraucherinsolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen hat.

Dadurch wird ein Auto-Leasing trotz erfolgreicher Privatinsolvenz innerhalb der nächsten drei Jahre kaum möglich sein. Viele Schuldner fühlen sich durch diese jahrelange Speicherung ihrer Daten gebrandmarkt. Und es ist auch Tatsache, dass diese SCHUFA-Speicherung es ihnen sehr schwer macht, wieder normal am Geschäftsleben teilzunehmen.

Andererseits sollten Schuldner genau überdenken, welche Kosten und Anschaffungen sie sich nach der Insolvenz wirklich leisten können.

Leasing trotz Insolvenz des Leasinggebers

Was geschieht aber, wenn der Leasinggeber selbst aufgrund seiner Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung Insolvenz anmelden muss? Kann dann das Leasing trotz Insolvenzverfahren fortgesetzt werden? Ja, diese Möglichkeit besteht – allerdings hat der Insolvenzverwalter ein Wahlrecht nach § 103 Insolvenzordnung (InsO), ob er diesen Vertrag erfüllen möchte oder ob er dies ablehnt:

  • Entscheidet sich der Insolvenzverwalter für die Erfüllung, läuft das Auto-Leasing trotz Insolvenz weiter. Der Leasingnehmer hat jetzt lediglich einen neuen Vertragspartner.
  • Wenn der Insolvenzverwalter die Erfüllung verweigert, ist der Leasingvertrag damit beendet. Der Leasingnehmer muss das Fahrzeug herausgeben, braucht dafür aber auch keine Leasingraten mehr zu bezahlen. Er kann außerdem seine (Schadensersatz-)Forderung wegen Nichterfüllung des Leasingvertrags als Insolvenzforderung anmelden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (22 Bewertungen, Durchschnitt: 4,36 von 5)
Auto-Leasing trotz Privatinsolvenz: Was geschieht mit dem Fahrzeug?
Loading...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.