Mietschulden – Welche Folgen haben Mietrückstände?

Das Wichtigste zu Mietschulden

  1. Mietschulden sind unter der Top 10 der häufigsten Verschuldungsarten.
  2. Die Verjährung von Mietschulden liegt in der Regel bei drei jahren, kann in manchen Fällen aber auch 30 Jahre betragen.
  3. Eine neue Wohnung anmieten ist trotz Mietschulden möglich, nur kann ein SCHUFA-Eintrag Ihnen ein Strich durch die Rechnung machen.

Welche Gründe gibt es für Mietschulden?

Bei Mietschulden ist professionelle Hilfe durch eine Schuldnerberatung zu empfehlen.

Bei Mietschulden ist professionelle Hilfe durch eine Schuldnerberatung zu empfehlen.

Viele Auslöser können dazu führen, dass eine Person Schulden anhäuft. Oftmals sind Arbeitslosigkeit, eine Erkrankung oder ein Unfall schuld. Eine Person, die kurz zuvor noch problemlos all ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen konnte, ist dann nicht mehr in der Lage, alle offenen Rechnungen zu bezahlen.

Ist das Geld knapp, können viele Betroffene dann auch nicht mehr die Miete für ihre Wohnung bezahlen, es bauen sich Mietrückstände auf. Doch welche Folgen drohen Mietern, wenn sie ihre Miete nicht mehr bezahlen können? Was können Betroffene unternehmen und wo finden sie Hilfe? Unser Ratgeber beantwortet diese und weitere Fragen.

Mit der Miete im Rückstand: Was kann passieren?

Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes hatten im Jahr 2016 nur 22 Prozent aller überschuldeten Personen Mietschulden. Bei den häufigsten Schuldenarten landen Mietrückstände demnach auf Platz 9. Doch woran liegt es, dass Mietschulden im Gegensatz zu anderen Schulden relativ selten vorkommen, obwohl doch die Wohnkosten gerade bei Geringverdienern einen Großteil der Lebenshaltungskosten ausmachen?

Das liegt daran, dass Mietschulden gravierende Folgen haben können. Im schlimmsten Falle führen Mietrückstände nämlich dazu, dass der Vermieter eine fristlose Kündigung aussprechen und eine Räumungsklage anstreben kann. Dies ist gemäß § 543 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) möglich, wenn:

  • der Mieter zwei Monatsmieten nicht gezahlt hat,
  • die Miete in zwei aufeinanderfolgenden Monaten nicht komplett bezahlt wurde und die Mietschulden deshalb eine Monatsmiete oder mehr umfassen oder
  • die Miete mehr als zwei Monate in Folge nicht komplett bezahlt wurde und der Gesamtbetrag der Mietrückstände zwei Monatsmieten oder mehr beträgt.
Wie auch bei anderen Schulden tritt bei Mietschulden eine Verjährung ein. Sie beträgt im Regelfall drei Jahre. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Schuldner nach dieser Zeit automatisch aufatmen kann. Kommt es zu Verhandlungen zwischen Schuldner und Gläubiger oder wendet sich Letzterer an ein Gericht, um ein offizielles Mahnverfahren einzuleiten oder Klage einzureichen, kann die Verjährung maximal 30 Jahre betragen.

Können Betroffene eine neue Wohnung mieten trotz bestehender Mietschulden?

Wer eine Wohnung finden will trotz Mietschulden kann dabei an seine Grenzen kommen.

Wer eine Wohnung finden will trotz Mietschulden kann dabei an seine Grenzen kommen.

In den meisten Fällen fordern Vermieter eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, wenn sich ein neuer Mieter für eine Wohnung interessiert. Des Weiteren muss dem neuen Vermieter in der Regel eine SCHUFA-Auskunft vorgelegt werden.
Warum ein Interesse an diesen Informationen besteht, liegt auf der Hand: Ist der Mieter schon vorher nicht seinen Verpflichtungen nachgekommen, ist es wahrscheinlich, dass er auch in Zukunft Mietschulden anhäufen wird.

Das macht es für Betroffene äußerst schwierig, eine neue Wohnung zu finden. Besteht die Möglichkeit, sollten Schuldner zunächst die alten Mietrückstände begleichen. Oft hilft auch ein ehrliches Gespräch mit dem Vermieter.

In manchen Fällen sind Vermieter entgegenkommender, wenn Personen mit bestehenden Mietschulden eine höhere Kaution als Sicherheit hinterlegen. Auch eine Sozialwohnung kann trotz Mietschulden angemietet werden, wenn etwa ein kreditwürdiger Verwandter oder Freud dazu bereit ist, für den Betroffenen zu bürgen.

Mietschulden: Was ist zu tun, wenn Sie als Mieter betroffen sind?

Wie bereits erwähnt, kann im schlimmsten Falle eine Räumungsklage wegen bestehender Mietschulden drohen. Aus diesem Grund sollten Mietrückstände bei der Begleichung von Schulden stets an erster Stelle stehen. Es bietet sich unter anderem die Hilfe einer Schuldnerberatung an.

Betroffene Mieter sollten zeitnah das Gespräch mit ihrem Vermieter suchen, um eine gemeinsame Lösung zu finden. Unter Umständen erklärt er sich bereit, dass die Mietschulden durch eine Ratenzahlung beglichen werden können.

Welche Personen können finanzielle Hilfe bei Mietschulden erwarten? Hartz-4-Empfänger haben die Möglichkeit, sich an das Jobcenter zu wenden. Droht der Mieter obdachlos zu werden, kann für die Bezahlung der Mietschulden ein Darlehen erbracht werden. Auch Geringverdiener können unter Umständen Hilfe erhalten. Sie müssen sich an das Sozialamt wenden. Sie können entweder Beihilfen oder ein Darlehen bekommen.
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