Erste Hilfe bei Mietschulden – was Mieter unbedingt wissen müssen

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 10. Mai 2021

Das Wichtigste zur Hilfe bei Mietschulden

Ich habe Schulden beim Vermieter. Welche Folgen kann das haben?

Bei ständig unpünktlichen Mietzahlungen und einem nicht unerheblichen Zahlungsverzug innerhalb von zwei aufeinanderfolgenden Monaten darf der Vermieter das Mietverhältnis fristlos kündigen. Unternimmt der Mieter nichts gegen seine Schulden, droht ihm als nächstes eine Räumungsklage mit anschließender Zwangsräumung der Wohnung. Die teils hohen Kosten hierfür muss in der Regel der Mieter erstatten.

Was kann ich bei Mietrückständen unternehmen?

Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter und lassen Sie sich umgehend von professionellen Schuldenberatern unterstützen. Genaueres erfahren Sie hier.

Wer hilft mir bei Mietschulden?

Hilfe bei Mietschulden bieten zum Beispiel die gemeinnützigen und öffentlichen Schuldnerberatungsstellen an. Wo und wie Sie finanzielle Unterstützung finden, erfahren Sie in diesem Abschnitt.

Hilfe bei Mietschulden – die wichtigsten Tipps zusammengefasst

Wo bekomme ich Hilfe bei Mietschulden?
Wo bekomme ich Hilfe bei Mietschulden?

Mietschulden haben immer erste Priorität, weil anderenfalls die Gefahr besteht, dass der Mieter ohne Dach über dem Kopf dasteht. Schuldner müssen sich daher unbedingt eines bewusst machen: Mietschulden stehen an erster Stelle. Dann folgen Strom, Gas und Heizung und erst anschließend Kreditschulden und andere offene Verbindlichkeiten, z. B. beim Mobilfunkanbieter. Die Miete muss immer zuallererst bezahlt werden – und zwar pünktlich und in voller Höhe.

Wer Hilfe bei Mietschulden sucht, sollte das sofort tun. Prüfen Sie, wie lange Sie schon im Zahlungsverzug sind. Denn wenn Mieter in zwei aufeinanderfolgenden Monaten keine Miete zahlen und dadurch in einen nicht unerheblichen Mietrückstand geraten, darf der Vermieter fristlos kündigen. Und genau das gilt es zu verhindern.

Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter und erklären Sie ihm Ihre finanzielle Situation. Unterbreiten Sie ihm einen Vorschlag, wie Sie Ihre Schulden abbauen wollen, z. B. in Raten. Lässt sich der Vermieter auf keinen Kompromiss ein, sollten Sie sich schnellstmöglich an eine Schuldnerberatung wenden und dort Hilfe bei Ihren Mietschulden in Anspruch nehmen.

Neben den öffentlichen bzw. gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen gibt es noch folgende Anlaufpunkte:

  • Sozialamt bzw. soziale Wohnhilfen der Bezirksämter
  • Beratungsstellen der verschiedenen Wohnungsbaugesellschaften

Auch wer seine Miete regelmäßig unpünktlich zahlt, riskiert eine fristlose Kündigung, wenn der Vermieter seinen Mieter deswegen schon abgemahnt hat. Suchen Sie sich auch dann Hilfe bei Mietschulden, wenn Sie immer wieder in finanzielle Schwierigkeiten geraten und deswegen nicht pünktlich bezahlen können.

Wer finanzielle Hilfe bei Mietschulden beanspruchen kann

Die Caritas bietet Hilfe bei Mietschulden - jedoch nur in beratender Form.
Die Caritas bietet Hilfe bei Mietschulden – jedoch nur in beratender Form.

Bezieher von Arbeitslosengeld I und II (Hartz IV) erhalten für ihren Mietrückstand Hilfe vom Jobcenter und zwar in Form einer Mietschulden-Übernahme auf Darlehensbasis. So können Mieter, die ihre Schulden nicht aus eigener Kraft bezahlen können, eine drohende Wohnungslosigkeit abwenden. Allerdings erhalten sie diese finanzielle Unterstützung nur leihweise und müssen das Darlehen zurückzahlen.

Menschen, die zwar arbeiten, aber so wenig verdienen, dass es nicht für die Miete reicht, können beim Sozialamt eine Mietschulden-Übernahme beantragen und sich darüber hinaus erkundigen, ob ihnen Wohngeld zusteht. Bitten Sie gegebenenfalls auch Ihre Verwandten oder Freunde um Hilfe bei Ihren Mietschulden, z. B. in Form eines privaten Darlehens.

Mietschulden: Hilfe im Falle einer Kündigung des Vermieters

Wer aufgrund seiner Mietrückstände bereits eine Kündigung vom Vermieter erhalten hat, muss besonders schnell handeln. Unter Umständen besteht noch die Möglichkeit, Kündigung und Räumungsklage abzuwenden. Dafür müssen Sie jedoch die Mietrückstände bezahlen, und zwar innerhalb von zwei Monaten. Darum: Kümmern Sie sich rechtzeitig um Hilfe bei Ihren Mietschulden.

Das Abwenden der fristlosen Kündigung und der Zwangsräumung funktioniert nur, …

  • wenn Sie Ihre Schulden innerhalb der Schonfrist von zwei Monaten ausgleichen,
  • Sie in den letzten zwei Jahren nicht schon einmal gekündigt wurden und
  • der Vermieter nicht zeitgleich auch ordentlich gekündigt hat.

Sprechen Sie mit Ihrem Vermieter. Erklären Sie ihm, dass Sie die Wohnung brauchen und dass Sie sich bereits um die Bezahlung der Rückstände kümmern. Bleiben Sie freundlich und reagieren Sie auf jeden Fall auf die Kündigung.

Mieter, die eine Zwangsräumung nicht abwenden können, müssen nicht sofort auf der Straße leben. Für Wohnungslose oder von der Wohnungslosigkeit Bedrohte gibt es städtische Übergangswohnungen und Anlaufstellen für Wohnungsnotfälle. Mitunter bieten die Bezirksämter Beratungsstellen zur Wohnungsvermittlung.

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Quellen und weiterführende Links

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