Steuerschulden – Wenn Sie Schulden beim Finanzamt nicht zahlen können

Das Wichtigste zu Steuerschulden

  1. Wenn Sie beim Finanzamt Schulden haben, sollten Sie sich umgehend mit diesem in Verbindung setzen. Gegebenenfalls kann Ihnen ein Schuldnerberater dabei helfen, über Ihre Steuerschulden mit dem Finanzamt zu verhandeln.
  2. Bei Untätigkeit oder Nichtzahlung kann das Finanzamt zwangsvollstrecken. Hierfür genügt in der Regel der entsprechende Steuerbescheid.
  3. Wenn Betroffene eine Stundung beantragen, wird ihnen für ihre Steuerschulden möglicherweise eine Ratenzahlung gewährt.

Schulden beim Finanzamt & Die Fälligkeit von Nachzahlungen

Treffen Sie rechtzeitig Vorkehrungen um Steuerschulden beim Finanzamt zu vermeiden.

Treffen Sie rechtzeitig Vorkehrungen um Steuerschulden beim Finanzamt zu vermeiden.

Drohende oder tatsächlich geforderte Steuernachzahlungen können schnell eine finanzielle Notlage verursachen, wenn der Betroffene keine entsprechenden Rücklagen gebildet hat. Wenn Sie eine Steuerzahlung erwarten oder diese für Sie bereits vorhersehbar ist, sollten Sie unverzüglich reagieren. Anderenfalls drohen Ihnen teure Säumniszuschläge oder Vollstreckungsmaßnahmen durch das Finanzamt.

Wenn ein Bürger oder ein Unternehmen einen Steuerbescheid über eine Nachzahlung erhält, so muss er bis zu dem im Bescheid festgelegten Fälligkeitsdatum die entsprechende Summe auf das Konto des Finanzamts überweisen. Sollte der Bescheid keine Frist enthalten, so kann sich diese aus gesetzlichen Regelungen ergeben.

Der Steuerschuldner hat dafür Sorge zu tragen, dass das Geld pünktlich auf dem Konto des Amtes eingeht. Wenn die Frist nicht eingehalten wird und die Nachzahlung zu spät beim Finanzamt eingeht, erhebt dieses einen Säumniszuschlag. Dieser beträgt 1 Prozent monatlich auf den nicht gezahlten Betrag.

Ignorieren Sie die Steuernachforderung auf keinen Fall. Das Finanzamt wird seine Forderung auch mittels Kontopfändung durchsetzen.

Wann droht eine Zwangsvollstreckung wegen Steuerschulden?

Das Finanzamt darf grundsätzlich nur unter bestimmten Voraussetzungen gegen Steuerschuldner vollstrecken:

  • Erlass eines Steuerbescheids über die geforderte Nachzahlung
  • Aufforderung des Steuerschuldners zur Zahlung
  • Fristsetzung von einer Woche bis zur Zwangsvollstreckung

Anders als bei der privatrechtlichen Zwangsvollstreckung muss das Finanzamt diese weder beantragen noch benötigt sie ein Urteil oder Vollstreckungsbescheid gegen den Schuldner. Das Amt kann vielmehr direkt aus dem wirksamen Steuerbescheid vollstrecken.

Wenn man Steuerschulden nicht zahlen kann – Was Schuldner tun können

Eines sollten Sie auf keinen Fall tun, wenn Sie Steuerschulden haben: sich totstellen und Zahlungsaufforderungen ignorieren. Vielmehr empfiehlt es sich, umgehend Kontakt zum Finanzamt aufzunehmen, gegebenenfalls mithilfe eines Schuldnerberaters oder Rechtsanwalts.

Wenn Sie Steuerschulden nicht zahlen können, haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen, wenn Sie erhebliche Bedenken an der Richtigkeit des Bescheids haben. Diese müssen Sie jedoch gut begründen können.
  • Stundungsantrag beim Finanzamt stellen (Bitte um Zahlungsaufschub, gegebenenfalls verbunden mit Antrag auf Ratenzahlung beim Finanzamt)
  • Aussetzung der Vollziehung beantragen

Die Stundung beim Finanzamt

Wenn Steuerschuldner einen Zahlungsaufschub beantragen, können sie den im Bescheid angegebenen Termin zeitlich nach hinten verlegen.

Der Antrag auf Stundung der Steuerschuld muss schriftlich gestellt werden und eine Begründung für den erbetenen Zahlungsaufschub enthalten. Mögliche Ursachen für einen finanziellen Engpass können z. B. die folgenden Umstände sein:

  • offene Forderungen, weil die Kunden bzw. Schuldner des Steuernachzahlers noch nicht gezahlt haben
  • Gewinneinbrüche
  • Schulden bei anderen Gläubigern
  • andere unverschuldete Zahlungsschwierigkeiten
Bei Antragstellung sollte der Schuldner seine sämtlichen Einkommens- und Vermögensverhältnisse offen darlegen. So wird deutlich, warum sie Ihre Steuerschulden beim Finanzamt nicht fristgerecht bezahlen können. Es empfiehlt sich außerdem, einen konkreten Plan zur Ratenzahlung an das Finanzamt beizufügen.

Unterliegen Steuerschulden der Verjährung?

Die Verjährung von Steuerschulden kann unter bestimmten Umständen unterbrochen werden.

Die Verjährung von Steuerschulden kann unter bestimmten Umständen unterbrochen werden.

Auch Steuerschulden können verjähren. Die Fristen hierfür richten sich nach der Abgabenordnung (AO). Hierbei ist zwischen der Festsetzungsverjährung und der Zahlungsverjährung zu unterscheiden.

Die Festsetzungsverjährung bezieht sich vor allem auf die Festlegung der Besteuerungsgrundlage und auf die Festsetzung der Steuermessbeträge.

Hiervon zu unterscheiden ist die Zahlungsverjährung. Diese beträgt für Steueransprüche fünf Jahre. Sie beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres, in welchem der Anspruch fällig geworden ist.

Die Verjährung kann jedoch durch verschiedene Umstände unterbrochen werden mit der Folge, dass die Verjährungsfrist neu beginnt, wann das Kalenderjahr der Unterbrechung abgelaufen ist.

Eine Unterbrechung kann durch folgende Maßnahmen unterbrochen werden:

  • Stundung oder Zahlungsaufschub der Steuerschuld
  • Mahnung
  • Insolvenzanmeldung des Schuldners
  • Vollstreckungsaufschub
  • Vollstreckungsmaßnahmen
  • Ermittlungen zum Wohnsitz oder zum ständigen Aufenthaltsort der steuerpflichtigen Person
  • Steuerschulden in der Privatinsolvenz

    Steuerschulden werden von dem Gesetz genauso behandelt wie alle anderen Schulden auch. Sie gelten also auch als Insolvenzforderung. Demnach gilt die Restschuldbefreiung nach der Privatinsolvenz auch für Steuerschulden. Welches Insolvenzverfahren das Richtige ist, richtet sich danach, ob der Steuerschuldner ein Verbraucher ist, also „eine natürliche Person, die keine selbstständige wirtschaftliche Tätigkeit ausübt oder ausgeübt hat“, § 304 Insolvenzordnung (InsO). Ist dies der Fall, so kann der Betroffene unter Umständen wegen seiner Schulden beim Finanzamt Privatinsolvenz anmelden.

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