Pfändungsschutz – Wie Schuldner Vollstreckungsmaßnahmen vorbeugen können

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Das Wichtigste zum Thema „Pfändungsschutz“

  1. Der Pfändungsschutz soll eine Kahlpfändung verhindern, bei der sämtliches Vermögen des Schuldners verwertet wird. Nur so kann er selbst weiterhin für seinen und den familiären Lebensunterhalt sorgen.
  2. Unpfändbar sind zum Beispiel Haushaltsgegenstände, die ein einfaches Leben ermöglichen und Sachen, die für die eigene Erwerbstätigkeit unerlässlich sind. Luxusartikel hingegen dürfen gepfändet werden.
  3. Schuldner, die ihr Geld und Arbeitseinkommen vor einer Pfändung schützen wollen, sollten umgehend ein Pfändungsschutzkonto einrichten lassen.

Wie können Sie Ihr Eigentum vor Pfändung schützen?

Schutz vor Pfändung: Welche Gegenstände und Sachen sind betroffen?

Schutz vor Pfändung: Welche Gegenstände und Sachen sind betroffen?

Wenn Schuldner ihre Rechnungen nicht mehr begleichen, können Gläubiger ihre Geldforderungen im Wege der Zwangsvollstreckung eintreiben, z. B. durch eine Gehalts- oder Kontopfändung. Doch diese darf nicht grenzenlos ausgeweitet werden. Dies soll der Pfändungsschutz gewährleisten.

Doch wie genau funktioniert der Pfändungsschutz? Wie können Betroffene z. B. ihr Konto vor der Pfändung schützen? Und auch anderes Vermögen kann der Schuldner durch die Zwangsvollstreckung verlieren. Ist es möglich, auch das Auto oder eine Immobilie zu schützen? Diese Fragen beantwortet der folgende Ratgeber.

Was bedeutet Pfändungsschutz?

Bestimmte Sachen und Rechte eines Vollstreckungsschuldners sind unpfändbar. Der Pfändungsschutz verbietet es, dass Gläubiger im Wege der Zwangsvollstreckung das gesamte Hab und Gut ihres Schuldners verwerten. Schließlich muss es ihm weiterhin möglich sein, für sich und gegebenenfalls seine Familie zu sorgen. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass der Schuldner Sozialleistungen in Anspruch nehmen muss, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Geregelt ist diese Unpfändbarkeit für bestimmte Sachen in der Zivilprozessordnung (ZPO). §§ 811 ff ZPO regelt den Pfändungsschutz von körperlichen Sachen, während die §§ 850 ff ZPO in einem gewissen Maße das Arbeitseinkommen vor der Pfändung schützen.

Unpfändbar sind nach § 811 ZPO z. B. folgende Gegenstände:

  • Sachen, die dem Schuldner zum persönlichen Gebrauch und Haushalt dienen. Hierunter fallen z. B. Bekleidung, Hausrat, aber auch der Fernseher.
  • Gegenstände, die zur Fortsetzung einer Erwerbstätigkeit notwendig sind, wie beispielsweise der Computer eines Rechtsanwalts oder die professionelle Fotoausrüstung eines selbstständigen Fotografen.
Der Gläubiger darf bei solchen Gegenständen eine Austauschpfändung (§ 811 a ZPO) vornehmen lassen. Das heißt, er kann ein Ersatzstück für eine grundsätzlich unpfändbare Sache zur Verfügung stellen. Er kann dem Schuldner z. B. einen einfachen, funktionstüchtigen Fernseher überlassen und dafür dessen Flachbildschirmfernseher pfänden.

Möbel und Haushaltsgegenstände dürfen in der Regel nicht gepfändet werden, wenn sie dem Schuldner lediglich ein einfaches Leben ohne Prunk und Luxus erlauben. Neben Tisch, Stuhl, Bett und Schrank gehören hierzu auch Waschmaschine, Radio und ältere Fernsehgeräte.

Hochwertige, neue elektrische Geräte unterliegen nicht dem Pfändungsschutz. Der Gerichtsvollzieher darf sie mitnehmen, wenn er stattdessen ein anderes funktionierendes Gerät zur Verfügung stellt, das einen geringeren Wert hat (sog. Austauschpfändung).

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Auto vor der Pfändung schützen – Geht das?

Unter gewissen Voraussetzungen können Sie Ihr jüngeres Auto vor der Pfändung schützen.

Unter gewissen Voraussetzungen können Sie Ihr jüngeres Auto vor der Pfändung schützen.

Luxusartikel darf der Gerichtsvollzieher pfänden. Ein derart wertvolles Eigentum vor der Pfändung zu schützen, ist kaum oder nur schwer möglich.

Neuere Autos gelten beispielsweise als Luxusartikel. Etwas anderes gilt nur für ältere Wagen, die kaum noch einen Wert haben.

Sie können aber Ihr jüngeres Auto unter Umständen vor der Pfändung schützen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. EinPfändungsschutz ist möglich, wenn Sie Ihren Wagen zwingend benötigen, um z. B. als Handwerker oder Mitarbeiter im Außendienst verschiedene Arbeitsstätten zu erreichen bzw. wenn er für die Ausübung Ihrer Erwerbstätigkeit zwingend gebraucht wird.

Schuldner, die auch mit Bus oder Bahn zur Arbeit fahren können, müssen in der Regel damit rechnen, dass ihr Wagen mitgenommen wird. In diesem Fall gehört das Auto nicht zu den unpfändbaren Sachen.

Nach Einsicht des Pfändungsbescheides muss der Antrag auf Pfändungsschutz fristgerecht beim zuständigen Vollstreckungsgericht eingereicht werden. Sie müssen hierzu alle Tatsachen nachweisen, die der Pfändung entgegenstehen. Der Pfändungsschutz besteht also nicht automatisch.

Welches Konto bietet Schutz gegen Pfändung für Arbeitseinkommen und anderes Bankguthaben?

Ihr Konto genießt nur Pfändungsschutz, wenn Sie es in ein P-Konto umwandeln lassen.

Ihr Konto genießt nur Pfändungsschutz, wenn Sie es in ein P-Konto umwandeln lassen.

Schuldner sind darauf angewiesen, über ihr Konto weiterhin Miete und Strom überweisen oder als Lastschrift einziehen zu lassen. Für den täglichen Zahlungsverkehr benötigen sie entweder eine EC-Karte oder sie müssen Geld abheben. Damit sie hierzu auch weiterhin in der Lage sind, sollten sie ihr Konto vor der Pfändung schützen. Einen solchen Schutz vor der Kontopfändung bietet das sogenannte P-Konto bzw. Pfändungsschutzkonto. Ein normales Girokonto bietet diesen Schutz nicht. Im Falle einer Kontopfändung hätten Sie keinen Zugriff mehr darauf.

Grundsätzlich hat jeder Verbraucher das Recht, dass die Bank sein Girokonto kostenlos in ein P-Konto umwandelt, und zwar auch dann, wenn das Konto bereits gepfändet wird.

Nur mit einem P-Konto genießen Betroffene im Falle einer Kontopfändung einen gewissen Pfändungsschutz. Seit dem 1. Juli 2017 liegen die unpfändbaren Freibeträge z. B. bei:

  • 1560,51 Euro (Unterhalt für eine Person)
  • 1798,24 Euro (Unterhalt für zwei Personen)
  • 2035,97 Euro (Unterhalt für drei Personen)
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12 Gedanken zu „Pfändungsschutz – Wie Schuldner Vollstreckungsmaßnahmen vorbeugen können

  1. Sven B.

    Hallo,
    wir sind eine vierköpfige Familie (2 Erwachsene und 2 Kinder im Alter von 12 und 8 Jahren).
    Wer ist in diesem Fall unterhaltspflichtig? Und wie hoch ist der Freibetrag bei einem P-Konto?

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Sven,

      ein P-Konto kann immer nur für eine Person eingerichtet werden und darf nicht als Gemeinschaftskonto geführt werden. Sie sind Ihren Kindern gegenüber zu Unterhalt verpflichtet. Ihre Frau sollte unterhaltsberechtigt sein, wenn diese kein eigenes Einkommen hat. Der Grundfreibetrag in Höhe von 1.133,80 Euro kann erhöht werden, wenn Sie entsprechende Belege bei der Bank vorlegen. Für die erste zusätzliche Person kann seit 1. Juli 2017 ein Betrag von 426,71 Euro bescheinigt werden, für weitere Personen jeweils 237,73 Euro.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  2. Henry B.

    Hallo Ich habe ein P-Schutzkonto für meine EInnahmen, das sind eine Minirente von 149,00 € und Pflegegeld für meine Ehefrau(Plegegrad 3) = 545 €
    Nun gingen im August folgende Zahlungen auf mei P Konto ein: 545 € Pflegegeld, 448 € Nachzahlung der Pflegekasse und meine Rentennachzahlung: 447 €
    Gesamt 1.440,00 € meine Freigrenze beträgt: 1338,80 € – Kann der Rest jetzt gepädet werden, oder ist Pflegegeld als Sozialleistung unpfändbar?

    Antworten
  3. Jacky

    Hallo ich bin im 4.jahr der Privatinsolvenz und ich habe jetzt eine teure Zahnbehandlung die von der Krankenkasse und einer Zusatzversicherung bezahlt wird !Ist die Leistung pfändbar?? Sie soll an den Zahnarzt abgetreten werden! Lg

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Jacky,

      in der Regel sollte dies nicht pfändbar sein. Nähere Informationen sollten Sie beim Insolvenzverwalter erhalten.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  4. Maike S.

    Hallo

    Mein Konto ist im Soll und würde gepfändet.
    Kann das Konto noch in ein p Konto geändert werden?
    Ich bin mit meinem Sohn allein und weiß nicht weiter.

    Gruß

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Maike,

      nachdem Sie den Pfändungsbeschluss erhalten haben bzw. die Pfändung eingetreten ist, haben Sie vier Wochen Zeit, ihr Konto in ein P-Konto umwandeln zu lassen.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  5. Hans-Dieter K.

    Hallo liebes Team.
    Ich bekomme Rente für Schwerbehinderte in Höhe von 873,33 €/monatlich und dazu 26€/monatlich Wohngeld. Habe inzwischen den Pflegegrad 3 bei 100% Schwerbehinderung mit den Kennzeichen aG und B. Seit März 2018 habe ich über einen Pflegedienst 2x die Woche jeweils für zwei Stunden. Der Pflegedienst verrechnet die Leistungen und in der Regel bleiben im Monat so ca. 400,– Euro für mich, um weiter Hilfe in Anspruch nehmen zu können, um sie auch zu bezahlen. Nun hat die Pflegeversicherung mir rückwirkend, die vollen Leistung von Jan und Febr. 2018 gutgeschrieben, sodaß auf meinem P-Konto (3 Jahre in der Privatinsolvenz) ein Betrag von über 2500,– Euro eingegangen ist. 2x 500 Euro konnte ich abholen, das restliche Geld im Haben von über 800 € hat mir die Sparkasse gesperrt, mit der Begründung, soviel Geld wäre auf meinem P-Konto noch nie eingegangen, und ich hätte darüber mit meinem Insolvenzverwalter sprechen müssen, damit das Geld freigegeben wird. Am Anfang vom Bezug von Pflegegeld, habe ich mich erkundigt, und der Rechtsanwalt meines Pflegedienstes hat mir versichert, das Pflegegeld keineswegs gepfändet werden kann. Wie verhalte ich mich jetzt?
    Vielen Dank für ihre Hilfe!
    Hans-Dieter

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de

      Hallo Hans-Dieter,

      das Pflegegeld gilt als unpfändbar. Sie sollten mit einer entsprechenden Bescheinigung eine Freigabe bei der Bank beantragen können.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
  6. Amersbach

    Guten Tag,

    mein Gehalt und mein Konto werden gepfändet, ein P Konto habe ich aber die 1100€ langen mir nicht.
    wie kann ich die Pfändungsgrenze anheben.

    LG Uwe

    Antworten

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