Privatinsolvenz: Die Gläubiger spielen eine wichtige Rolle

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Das Wichtigste zum Gläubiger in der Privatinsolvenz

  1. Nicht nur der Schuldner selbst kann einen Eröffnungsantrag stellen. Die Anmeldung der Privatinsolvenz ist auch durch Gläubiger möglich.
  2. Bei der Privatinsolvenz haben die Gläubiger gewisse Rechte. Sie können unter anderem die Versagung der Restschuldbefreiung beantragen, wenn dem Schuldner Pflichtverletzungen nachgewiesen werden.
  3. Betroffene Gläubiger müssen ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Tun sie dies nicht, nehmen sie nicht an der Verteilung der Insolvenzmasse teil.

Was bedeutet die Privatinsolvenz für Gläubiger?

Sind bei der Privatinsolvenz nicht alle Gläubiger bekannt, kann dies zu Problemen führen.

Sind bei der Privatinsolvenz nicht alle Gläubiger bekannt, kann dies zu Problemen führen.

Gläubiger sind kraft eines Schuldverhältnisses dazu berechtigt, eine gewisse Leistung von einem Schuldner einzufordern. Kommt also beispielsweise eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nach, ist das Unternehmen, welchem nun Geld geschuldet wird, ein Gläubiger.

Haben Privatleute hohe Schulden angehäuft, ist für viele die Privatinsolvenz der letzte Ausweg. Im Rahmen der Insolvenz kommt es zur Entschuldung des Betroffenen. Im Gegenzug werden die Gläubiger, insofern dies unter Berücksichtigung der finanziellen Situation des Schuldners möglich ist, befriedigt.

Viele Betroffene fragen sich hinsichtlich der Privatinsolvenz, welche Folgen für Gläubiger zu erwarten sind. Möchten Gläubiger aus der Insolvenzmasse befriedigt werden, müssen sie beim zuständigen Insolvenzverwalter ihre Forderungen anmelden. Dazu setzt Letzterer eine bestimmte Frist fest.

Kommt es zur Privatinsolvenz und ein Gläubiger meldet sich nicht, erhält er in der Regel kein Geld und kann auch später keine Forderungen mehr durchsetzen. Laut § 301 Abs. 1 der Insolvenzordnung (InsO) gilt nämlich Folgendes:

Wird die Restschuldbefreiung erteilt, so wirkt sie gegen alle Insolvenzgläubiger. Dies gilt auch für Gläubiger, die ihre Forderungen nicht angemeldet haben.

Bei der Privatinsolvenz haben Gläubiger auch bestimmte Rechte. Sie können unter anderem einen Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung stellen, wenn der Schuldner seinen Pflichten im Insolvenzverfahren nicht nachgekommen ist, er falsche Angaben gemacht hat oder er wegen einer Insolvenzstraftat verurteilt wurde.

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Was viele Schuldner nicht wissen: Die Privatinsolvenz können Gläubiger gemäß § 14 InsO auch selbst anmelden. Hierzu müssen sie jedoch ein rechtliches Interesse an der Eröffnung der Insolvenz haben und ihre Forderungen sowie den Eröffnungsgrund glaubhaft machen.

Bei der Privatinsolvenz Gläubiger vergessen: Was ist die Folge?

Restschuldbefreiung bei der Privatinsolvenz und der Gläubiger stimmt nicht zu: Das Gericht prüft dann die Einwände.

Restschuldbefreiung bei der Privatinsolvenz und der Gläubiger stimmt nicht zu: Das Gericht prüft dann die Einwände.

Stellt ein Schuldner einen Antrag auf Eröffnung der Insolvenz, muss er unter anderem ein vollständiges Gläubiger- und Forderungsverzeichnis einreichen (Anlage 6 zum Eröffnungsantrag). Er muss also genau angeben, bei welchen Gläubigern er welche Schulden hat. Gerade bei älteren Forderungen oder unübersichtlichen Verhältnissen kann es jedoch durchaus passieren, dass ein Schuldner die Angabe eines Gläubigers vergisst.

Was passiert, wenn ein Schuldner bei der Anmeldung der Privatinsolvenz einen Gläubiger nicht angegeben hat? Fällt dem Schuldner dies auf, sollte er die nötigen Angaben so schnell wie möglich dem zuständigen Insolvenzverwalter weitergeben. Bis zum Schlusstermin der Privatinsolvenz können Gläubiger nämlich nachgereicht werden. Der Insolvenzverwalter nimmt den Gläubiger dann in das Gläubigerverzeichnis auf und das Insolvenzverfahren kann weiterhin seinen geregelten Verlauf nehmen.

Doch was passiert, wenn der Schuldner bereits in der Wohlverhaltensphase ist? In diesem Fall haben Gläubiger keine Möglichkeit mehr, bei der Privatinsolvenz in die Gläubigerliste aufgenommen zu werden. Allerdings können sie unter Umständen eine Klage gegen den Schuldner erheben. Gesetzliche Grundlage hierfür ist eine vorsätzliche sittenwidrige Schädigung gemäß § 826 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Entgegen der landläufigen Meinung kann ein Antrag auf Versagung der Restschuldbefreiung bei der Privatinsolvenz nur vom Gläubiger gestellt werden, der am Insolvenzverfahren beteiligt ist. Ein vergessener Gläubiger, der nicht im Verzeichnis aufgeführt ist und keine Forderungen angemeldet hat, besitzt dieses Recht nicht,
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5 Gedanken zu „Privatinsolvenz: Die Gläubiger spielen eine wichtige Rolle

  1. Pleiti

    Guten Tag,
    wie lange hat der Gläubiger Zeit seine Forderungen beim Insolvenzverwalter anzumelden,
    bzw ab wann ist dieser Anspruch verwirkt ?
    mfg

    Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Pleiti,

      das wird vom zuständigen Gericht je nach Einzelfall festgelegt. Forderungen können jedoch unter gewissen Voraussetzungen auch nachträglich angemeldet werden. Dafür wird jedoch eine Bearbeitungsgebühr erhoben.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten
    1. schuldnerberatung.de Beitragsautor

      Hallo Markus,

      Gläubiger haben die Möglichkeit, Insolvenzforderungen nachträglich anzumelden. Tun sie dies nicht, verfallen auch nicht angemeldete Forderungen durch die Restschuldbefreiung.

      Ihr Team von schuldnerberatung.de

      Antworten

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