Zahlungsmoral: Gute Schuldner, schlechte Schuldner

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Das Wichtigste zur Zahlungsmoral

  1. Zahlungsmoral ist die Bereitschaft und Fähigkeit eines Schuldners, fällige Rechnungen fristgerecht und in vollem Umfang zu bezahlen.
  2. Eigene Liquiditätsengpässe, eine Überschuldung oder schlicht das Vergessen der Rechnung können die Zahlungsmoral und das Zahlungsverhalten beeinträchtigen.
  3. Eine schlechte Zahlungsmoral der eigenen Kunden kann den Gläubiger selbst in Schwierigkeiten bringen.

Wie steht es um die Zahlungsmoral in Deutschland?

„Bei der heutigen Zahlungsmoral wird so mancher Gläubiger selbst schnell zum Schuldner“,

Kunden mit schlechter Zahlungsmoral können zum Risikofaktor für ein Unternehmen werden.
Kunden mit schlechter Zahlungsmoral können zum Risikofaktor für ein Unternehmen werden.

sagte einst Erhard Blanck, ein deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler. Tatsächlich scheint das Zahlungsverhalten der Verbraucher in Deutschland teilweise lax zu sein. Diese Annahme legt zumindest die Herbstumfrage 2018 des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e. V. (BDIU) nahe.

  • Danach hatten 27 Prozent der befragten Inkassodienstleister angegeben, dass Verbraucher nachlässiger geworden seien, wenn es um das rechtzeitige Bezahlen ihrer Rechnungen ging. Lediglich 23 Prozent der Befragten meldeten eine Verbesserung beim privaten Zahlungsverhalten.
  • Außerdem teilten 57 Prozent der Inkassobüros die Erfahrung, dass Verbraucher fällige Rechnungen absichtlich mit großer Verzögerung oder gar nicht bezahlten.
  • Gründe für ausbleibende Zahlungen seien unkontrolliertes Konsumverhalten, Überschuldung oder Arbeitslosigkeit der Schuldner.
  • Besondere Schwierigkeiten mit der Zahlungsmoral ihrer Kunden hätten insbesondere der Versandhandel, Energiedienstleister, das Handwerk und Dienstleister allgemein, die Immobilienbranche sowie Fitnessstudio-Betreiber.
  • Doch auch im unternehmerischen Bereich (B2B) ließe das Zahlungsverhalten der eigenen Kunden teilweise zu wünschen übrig. 75 Prozent der Befragten erklärten, dass gewerbliche Schuldner selbst in Zahlungsverzug geraten, weil deren eigene Kunden nicht zahlen.

[Quelle: Pressemitteilung des BDIU vom 22. November 2018]

Andererseits gibt es nach der aktuellen EOS Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten“ einen positiven Trend bei der Zahlungsmoral in Europa. Danach habe sich die termingerechte Bezahlungen von Forderungen verbessert. 79 Prozent der Rechnungen würden pünktlich bezahlt.

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Was heißt gute oder schlechte Zahlungsmoral? Eine Definition

Ein Grund für schlechtes Zahlungsverhalten können Zahlungsengpässe des Schuldners sein.
Ein Grund für schlechtes Zahlungsverhalten können Zahlungsengpässe des Schuldners sein.

Die Studie macht deutlich, worum es bei der Zahlungsmoral von Firmen und Verbrauchern geht. Sie bezeichnet die Bereitschaft und die Fähigkeit eines Schuldners, seinen fälligen Zahlungspflichten pünktlich und vollumfänglich nachzukommen. Diese beeinflusst maßgeblich sein Zahlungsverhalten. Je früher jemand seine Schulden bezahlt und umso weniger er in Verzug gerät, desto besser ist seine Zahlungsmoral.

Gründe für ein schlechtes Zahlungsverhalten sind beispielsweise:

  • eigene finanzielle Engpässe bis hin zur Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung (Insolvenz)
  • Unzufriedenheit mit der Leistung des Lieferanten bzw. Dienstleisters
  • Schuldner sieht den Lieferantenkredit als günstige Form der Finanzierung
  • Vergesslichkeit bzw. menschliches Versagen
  • Vorsätzliches Nichtzahlen (Betrug)

Eine schlechtere Zahlungsmoral deutscher Unternehmen liegt manchmal auch in einem Liquiditätsengpass begründet – verursacht durch Zahlungsausfälle und Verzug der eigenen Kunden.

Welche Folgen hat ein schlechtes Zahlungsverhalten für Unternehmen?

Eine schlechte Zahlungsmoral der eigenen Kunden kann Unternehmen schnell in eine Krise führen, bis hin zur Insolvenz. Wenn die eigenen Schuldner verspätet oder gar nicht zahlen, kann der Gläubiger selbst in Bedrängnis geraten, weil ihm die Einnahmen fehlen, um eigenen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Abhilfe kann ein effektives Forderungsmanagement und Mahnwesen schaffen. Es ist wichtig, eigene offene Forderungen im Blick zu behalten und rechtzeitig nach Fälligkeit anzumahnen, und sei es zunächst nur durch eine freundliche Zahlungserinnerung.

Im Geschäftsverkehr sind bis zu drei Mahnungen durchaus üblich. Vorgeschrieben ist diese Anzahl jedoch nicht. Vielmehr gerät der Schuldner bereits mit der ersten Mahnung zu einer fälligen Rechnung in Verzug.

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