Notlagentarif der PKV – Immer mehr sind darauf angewiesen

News vom 10. September 2018

Der Notlagentarif der PKV sichert Personen ab, die im Zalungsverzug sind.

Der Notlagentarif der PKV sichert Personen ab, die im Zalungsverzug sind.

Beamte und Richter müssen, Selbstständige und Besserverdienende können sich privat versichern. Zu den großen Vorteilen der PKV gehört es, dass Versicherte bei Ärzten bevorzugt behandelt werden, außerdem können Versicherte die Leistungen individuell zusammenstellen. Im Gegenzug dazu werden jedoch teils hohe Beiträge fällig, die sich nicht an der Höhe des Einkommens orientieren, sondern von den entstehenden Kosten abhängen. Viele Selbstständige und Freiberufler haben oft Schwierigkeiten, die Beiträge zu zahlen und häufen Schulden an. Sind sie mit den Zahlungen in Verzug, können sie den Notlagentarif der PKV in Anspruch nehmen. Wie aktuelle Zahlen zeigen, müssen immer mehr Privatversicherte auf diesen zurückgreifen.

Verminderte Beitragszahlungen für säumige Versicherte

Der Notlagentarif der PKV kann von Privatversicherten in Anspruch genommen werden, wenn diese seit mindestens zwei Monaten keine Beitragszahlungen mehr geleistet haben. Die Betroffenen zahlen dann einen verminderten Beitrag, der aber immer noch bei etwa 100 bis 125 Euro im Monat liegt. In dieser Zeit haben sie lediglich Anspruch auf stark eingeschränkte Leistungen. Diesen speziellen Tarif gibt es seit 2013.

Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag ist die Anzahl derer, die den Notlagentarif der PKV in Anspruch nehmen müssen, stark angestiegen. Waren es im Jahr 2013 noch 93.600 Versicherte, so erhöhte sich die Zahl im Jahr 2017 auf 106.200. Das ist ein Anstieg um rund 13,5 Prozent.

Dass immer mehr Menschen den Notlagentarif der PKV benötigen, zeigt laut Kritikern, dass das System nicht funktioniere. Vor allem Selbstständige und Freiberufler, die mit Einkommenseinbußen zu kämpfen haben, stünden im Krankheitsfall vor großen Problemen.

Wann verjähren Schulden bei der Krankenversicherung?

Zahlen Versicherte ihre Beiträge nicht, häufen sie Schulden bei der Krankenkasse an. Viele Betroffene hoffen, dass sie dank Verjährung einer Zahlung entgehen können. Doch wann verjähren die Schulden genau? Laut § 25 Abs. 1 des Vierten Sozialgesetzbuches (SGB IV) gilt Folgendes:

Ansprüche auf Beiträge verjähren in vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie fällig geworden sind. Ansprüche auf vorsätzlich vorenthaltene Beiträge verjähren in dreißig Jahren nach Ablauf des Kalenderjahrs, in dem sie fällig geworden sind.



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