Die wirtschaftlichen Folgen von Corona: Gefahr der Insolvenz

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 16. Februar 2021

Das Wichtigste zum Thema „Insolvenz aufgrund der Corona-Krise“

Sind alle Unternehmen gleichermaßen gefährdet, aufgrund der Corona-Pandemie Insolvenz anmelden zu müssen?

Bereits kränkelnde Unternehmen ohne genügend Eigenkapital und krisenfestes Geschäftsmodell sind natürlich besonders gefährdet. Aber auch gesunde Betriebe können aufgrund der Corona-Krise ins Schlingern und schlimmstenfalls in die Insolvenz geraten. Näheres lesen Sie hier.

Was müssen die Geschäftsführer in dieser Situation beachten?

Die Geschäftsführung hat dafür zu sorgen, dass das Unternehmen zahlungsfähig bleibt und seinen Verbindlichkeiten nachkommen kann. Das ist kein leichter Unterfangen, weil selbst „gesunde“ Firmen krisenbedingte Umsatzeinbußen nicht dauerhaft verkraften können.

Wie lässt sich trotz Corona-Krise eine Insolvenz vermeiden?

Es gibt einige Lösungsmöglichkeiten, wie die Betroffenen ihr Unternehmen vor dem wirtschaftlichen Aus bewahren können. Diese haben wir hier zusammengefasst. Lassen Sie sich im Zweifel hierzu von einem Anwalt für Insolvenzrecht beraten.

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Corona-bedingte Insolvenzen aufgrund des anhaltenden Shutdowns – was Unternehmer wissen müssen

Vielen Unternehmen droht aufgrund der wirtschaftlichen Folgen von Corona die Insolvenz.
Vielen Unternehmen droht aufgrund der wirtschaftlichen Folgen von Corona die Insolvenz.

Die wirtschaftlichen Folgen der staatlichen Maßnahmen, die die Verbreitung des Coronavirus verlangsamen sollen, sind fatal. Denjenigen Unternehmen und Dienstleister, die ihre Türen für Kunden geschlossen halten müssen, bricht (fast) der gesamte Umsatz weg, während die üblichen Kosten für Miete, Strom etc. weiterlaufen. Doch auch diejenigen Betriebe und Firmen, die weiterhin geöffnet haben, trifft die Corona-Krise hart, weil deren Kunden viele Aufträge stornieren oder Kooperationen aufkündigen müssen.

Von der Gefahr bedroht, wegen Corona Insolvenz anmelden zu müssen, sind insbesondere:

  • Start-Ups in der frühen Gründungsphase, die noch von Fremdkapital abhängig sind
  • Unternehmen, die kein belastbares Geschäftsmodell besitzen
  • Firmen, die sich überwiegend mithilfe von Fremdkapital finanzieren

Doch auch völlig „gesunde“ Unternehmen sind nicht absolut sicher. Diese können zwar Krisenzeiten für eine Weile mit Eigenkapital überbrücken. Aber einen dauerhaften gravierenden Umsatzeinbruch von 50 Prozent und mehr verkraften auch sie auf Dauer nicht.

Hohe Verantwortung für die Geschäftsführung

Unternehmen, die insolvent sind wegen Corona, müssen vorerst keine Regelinsolvenz beantragen, sondern können ihr Geschäft weiterführen.
Unternehmen, die insolvent sind wegen Corona, müssen vorerst keine Regelinsolvenz beantragen, sondern können ihr Geschäft weiterführen.

Geschäftsführer tragen im Hinblick auf eine drohende Corona-bedingte Insolvenz eine hohe Verantwortung. Ihre Aufgabe ist es, eine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung zu vermeiden. Für Kapitalgesellschaften wie die GmbH heißt dies, dass diese nachweisbar für mindestens ein bis zwei Jahre durchfinanziert sind muss. Das ist angesichts der beispiellosen, durch die Pandemie ausgelöste Wirtschaftskrise für viele Unternehmen fast unmöglich.

Normalerweise müssen Geschäftsführer die Unternehmensinsolvenz (Regelinsolvenz) beantragen, sobald die Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung der Firma eintritt. Versäumt der Verantwortliche diese Insolvenzantragspflicht, riskiert er eine zivilrechtliche Haftung, wenn nicht gar strafrechtliche Konsequenzen wegen Insolvenzverschleppung.

Diese Regelung hat der Gesetzgeber vorübergehend gelockert und die bisherige Insolvenzantragspflicht rückwirkend ab dem 1.3.2020 bis zum 30.9.2020 ausgesetzt. Unternehmen, die eigentlich aufgrund der Corona-Krise Insolvenz anmelden müssten, sind von dieser Pflicht befreit und dürfen ihren Betrieb weiterführen. Voraussetzung hierfür ist u. a. dass Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung auf den wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie beruhen. Ein Wirtschaftsprüfer muss diesen Umstand bescheinigen.

Möglichkeiten der Unternehmensrettung: Corona-bedingte Insolvenz vermeiden

Dennoch gibt es Möglichkeiten, um zu vermeiden, dass die eigene Firma aufgrund der Corona-Pandemie völlig insolvent geht:

Arbeitgeber insolvent wegen Corona: Beschäftigte können  Insolvenzgeld beantragen.
Arbeitgeber insolvent wegen Corona: Beschäftigte können Insolvenzgeld beantragen.
  • Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, die wegen Corona in eine wirtschaftliche Schieflage geraten sind, können eine Soforthilfe des Bundes und/oder des jeweiligen Bundeslandes beanspruchen.
  • Personalkosten lassen sich mit Kurzarbeit einsparen.
  • Manchen Unternehmen gelingt es, vorübergehend auf völlig neue, branchenfremde Produkte zu setzen. Destillerien etwa brennen derzeit keinen Schnaps, sondern stellen mit Alkohol Desinfektionsmittel her. Eine solche kreative Lösung setzt allerdings voraus, dass Rohstoffe und Maschinen zur Verfügung stehen, um derzeit stark nachgefragte Produkte herstellen oder anbieten zu können.
  • Mitunter lässt sich Corona eine Insolvenz dadurch vermeiden, dass Unternehmen über neue Vertriebswege auf ihre Kunden zugehen, z. B. online oder per Telefon.
  • Eine weitere Option ist die Unternehmenssanierung im Schutzschirmverfahren. Dies setzt allerdings einen Insolvenzantrag voraus.

Nicht nur zu Zeiten von Corona löst eine Insolvenz des Arbeitgebers Unsicherheiten bei den Beschäftigten aus. Für diese ändert sich zunächst einmal nichts am Arbeitsverhältnis. Sie müssen weiterhin ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen und haben nach wie vor Anspruch auf Gehalt. Allerdings reicht das Geld nicht immer, um diesen Forderungen nachzukommen. Mitarbeiter können deswegen bei der Bundesagentur für Arbeit Insolvenzgeld beantragen. Der Antrag muss aber innerhalb von zwei Monaten nach der Insolvenzeröffnung eingehen. Die Agentur zahlt dann den Lohn für drei Monate.

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Quellen und weiterführende Links

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Die wirtschaftlichen Folgen von Corona: Gefahr der Insolvenz
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