Richtiges Verhalten bei Schulden während der Corona-Pandemie

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 14. Oktober 2021

Das Wichtigste zu Schulden während der Coronakrise

Ich bin durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Was kann ich tun?

Verschaffen Sie sich zunächst einen Überblick über Ihre Finanzen, um herauszufinden, welche Kosten Sie einsparen können. Dabei hilft Ihnen ein Haushaltsbuch. Näheres erfahren Sie in diesem Abschnitt.

Was mache ich, wenn ich Schulden, die vor Corona bestanden, aufgrund der Pandemie nicht mehr bezahlen kann?

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Gläubiger und versuchen Sie, mit diesem eine Lösung zu erzielen. Die Chancen stehen nicht schlecht, wenn Sie bisher Ihre Verbindlichkeiten pünktlich bezahlt haben und auch weiterhin Ihre Zahlungsbereitschaft signalisieren.

Wie verhindere ich eine Neuverschuldung durch Corona?

Sie können Schulden trotz Corona vermeiden, indem Sie Ihre Kosten senken. Überprüfen Sie hierzu alle laufenden Ausgaben und priorisieren Sie diese. Worauf können Sie aktuell verzichten? Kündigen Sie überflüssige Verträge oder verschieben Sie Anschaffungen, die derzeit nicht unbedingt notwendig ist. Mit dem so gesparten Geld legen Sie sich einen Notgroschen beiseite.

Kostenloses eBook zum Thema „Schulden während der Corona-Pandemie“

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Die Corona-Pandemie belastet viele Menschen auch in finanzieller Hinsicht. Viele von ihnen verloren ihren Job oder müssen wegen Kurzarbeit mit deutlich weniger Geld über die Runden kommen. Wie gelingt es den Betroffenen, trotzdem ihre Ausgaben zu bewältigen? Welche Lösungen gibt es, um eine Neuverschuldung zu vermeiden? In diesem eBook erläutern wir unter anderem

➥ warum ein Überblick über die eigenen Finanzen wichtig ist
➥ wie Sie Ihre Ausgaben richtig priorisieren
➥ was bei einer Stundung der Miete zu beachten ist
➥ wie Sie Ihre Ausgaben senken
➥und stellen Ihnen ein Haushaltsbuch als Muster zur Verfügung

Unser kostenloses eBook im PDF-Format

Ratgeber rund um Schulden in Corona-Zeiten

Corona-bedingte InsolvenzCorona-bedingte PrivatinsolvenzMietschulden in Corona-ZeitenSchulden machenÜberbrückungshilfe

Schritt 1: Überblick gewinnen: Haushaltsbuch und Kassensturz als Entscheidungshilfe

Wie gehe ich mit Schulden in Corona-Zeiten um?
Wie gehe ich mit Schulden in Corona-Zeiten um?

Plötzliche Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit – Arbeitnehmer und Selbstständige verlieren in der Coronakrise gleichermaßen ihr Einkommen. Im schlimmsten Fall können sie ihre Ausgaben nicht mehr mit den noch bleibenden Einkünften abdecken. Diese völlig unverschuldete Notsituation wirft einige Fragen auf: Was passiert bei Neuverschuldung durch die Corona-Pandemie? Wie kann ich Schulden abbauen, die bereits vor der Krise bestanden?

Die Lösung dieser Schwierigkeiten beginnt immer mit einem Kassensturz – unabhängig davon, ob Sie durch Corona neue Schulden machen mussten oder sich fragen, wie Sie in dieser Zeit Ihre alltäglichen Ausgaben und gegebenenfalls alte Schulden bezahlen sollen.

Sie stellen also Einkommen und Ausgaben gegenüber, um herauszufinden, an welcher Stelle Sie Geld einsparen können, indem Sie Ihre Kosten senken, Anschaffungen verschieben und auf die eine oder andere Ausgabe verzichten. Denn das Wichtigste ist es zuerst, Ihre Grundversorgung abzusichern und gegebenenfalls Budget „freizulegen“, um so einer Neuverschuldung vorzubeugen oder alte Schulden trotz Corona bezahlen zu können.

Ein Haushaltsbuch hilft Ihnen, genau diesen Überblick zu erlangen. Sie notieren darin die Höhe Ihrer Einnahmen und sämtliche Ausgaben. Damit sind nicht nur Ihre täglichen Einkäufe gemeint, sondern auch laufende Kosten, die Ihnen zum Beispiel für Versicherungen oder Abonnements entstehen. Das ist etwas aufwändig, aber unerlässlich, um am Ende die richtige Entscheidung treffen zu können. Mit der im eBook befindlichen Vorlage können Sie Ihr persönliches Haushaltsbuch erstellen.

Tipp: Versuchen Sie, Ihre Einnahmen zu erhöhen, indem Sie rechtzeitig staatliche Leistungen beantragen, um Corona-bedingte Schulden zu vermeiden oder zumindest zu minimieren. Denkbar sind z. B. Kurzarbeiter- oder Arbeitslosengeld, Aufstockung nach dem SGB II oder Wohngeld.

Schritt 2: Eigene Kosten senken – mit der richtigen Priorisierung der Ausgaben

Welche Folgen hat Corona für bestehende Schulden?
Welche Folgen hat Corona für bestehende Schulden?

Wenn Sie genau wissen, welche Ausgaben anfallen, können Sie diese nach deren Dringlichkeit sortieren. Die folgende Auflistung hilft Ihnen, einen Überblick zu gewinnen:

  1. Welche monatlichen Fixkosten gehören zur notwendigen Grundversorgung und müssen daher zuerst bezahlt werden?
  2. Welche Ausgaben oder Anschaffungen sind überflüssig oder verzichtbar?
  3. Welche weniger wichtigen Ausgaben lassen sich künftig einsparen, um Schulden während der Corona-Pandemie zu vermeiden bzw. abbauen zu können?

Wichtig! Möglicherweise versuchen die Gläubiger, Sie dazu zu drängen, trotz Corona die Schulden ihnen gegenüber zuerst zu bezahlen. Lassen Sie sich davon nicht beirren. Wichtig sind zuallererst Miete, Strom und Gas, Telefonkosten, ein ausreichend gefüllter Kühlschrank sowie Medikamente. Auch Unterhaltsleistungen haben obere Priorität. Erst danach folgen die anderen Gläubiger mit ihren Forderungen.

Stundung der Miete – diese Schulden durch Corona müssen Sie später trotzdem bezahlen

Gerade die existentiell wichtigen Ausgaben sollten Sie immer zuerst bezahlen. Dazu gehört auf jeden Fall die Miete, damit Sie auch zukünftig ein Dach über dem Kopf haben.

Verbraucher, die aufgrund der Corona-Pandemie ihre Miete nicht bezahlen konnten, hatten die Möglichkeit, die Mieten von April bis Juni 2020 zu stunden. Diese Corona-bedingten Schulden müssen aber bis zum 30.6.2022 zurückgezahlt werden.

Wie kann ich trotz Corona weitere Schulden vermeiden?
Wie kann ich trotz Corona weitere Schulden vermeiden?

Bei Zahlungsschwierigkeiten in Bezug auf die Miete haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Nehmen Sie umgehend Kontakt zu Ihrem Vermieter auf und schildern Sie ihm Ihr Problem schildern. Versuchen Sie gemeinsam, eine Lösung zu finden, etwa in Form einer Ratenzahlung oder einer einvernehmlich vereinbarten Stundung. Stellen Sie Ihre Zahlungen auf keinen Fall ein, ohne den Vermieter zu informieren.
  • Selbst wenn Ihnen Ihr Vermieter eine Stundung gewähren sollte – versuchen Sie, diese Schulden trotz der Corona-Pandemie zumindest teilweise zu bezahlen. Andernfalls wird der Schuldenberg immer größer. Und spätestens, wenn die Stundung endet, müssen Sie sämtliche Mietschulden neben dem dann fälligen Mietzins bezahlen.
  • Beantragen Sie gegebenenfalls staatliche Leistungen wie das Wohngeld, um wenigstens diesen Verbindlichkeiten nachkommen zu können.

Auch für Strom, Wasser, Gas und Telekommunikation gab es bis zum 30.6.2020 einen gesetzlichen Anspruch auf Stundung. Diese Regelung ist ebenfalls ausgelaufen. Wer diese Kosten Corona-bedingt nicht bezahlen kann, sollte sich an seinen Anbieter wenden. Wenden Sie sich an eine Schuldnerberatungsstelle, wenn die Schulden durch Corona überhandnehmen oder Sie sich durch diese Situation überfordert fühlen.

Versicherungen, Abos und Co. prüfen und Überflüssiges kündigen

Wenn die Einnahmen nicht reichen, um alle Ausgaben zu decken, bleibt nur eine Möglichkeit: die Kosten senken. Deshalb müssen alle Verträge, die Sie abgeschlossen haben, auf den Prüfstand:

  • Auf welche Versicherungen können Sie aktuell verzichten? Ausschlaggebend sind dabei die Folgen im Schadensfall. Wenn Sie die damit einhergehenden Verluste verkraften und aus eigener Tasche ausgleichen können, ist die Versicherungsleistung nicht unbedingt notwendig. Würde der Schadensfall Sie aber in den finanziellen Ruin treiben, sollten Sie die Versicherung behalten. Sprich: Eine Haftpflichtversicherung ist unerlässlich. Die Handy- oder Sterbegeldversicherung können Sie getrost kündigen.
  • Bevor Sie infolge der Corona-Pandemie Schulden machen, fragen Sie sich, auf welche Verträge Sie noch verzichten können? Sind Sie Mitglied im Fitnessstudio? Brauchen Sie den Streamingdienst von Amazon oder Netflix unbedingt oder können Sie vorübergehend darauf verzichten?

Kündigen Sie Verträge zur privaten Altersvorsorge nicht unbedacht. Alternativen hierzu sind die Stundung oder eine Ruhendstellung des Vertrags.

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