Überbrückungshilfe während der Corona-Pandemie in Deutschland

Von schuldnerberatung.de, letzte Aktualisierung am: 14. Oktober 2021

Das Wichtigste zur Corona-Überbrückungshilfe

Wer kann die Überbrückungshilfe II beantragen?

Unternehmen, die zwischen April und August 2020 Umsatzeinbußen in bestimmter Höhe hinnehmen mussten, können hierfür die Überbrückungshilfe beantragen. Wer konkret antragsberechtigt ist, lesen Sie hier.

Welche Kosten werden mit der Überbrückungshilfe bei Corona-bedingten Umsatzeinbußen gefördert?

Förderfähig sind laufende Betriebskosten, die wir in diesem Abschnitt auflisten. Für den privaten Lebensunterhalt dürfen die Gelder hingegen nicht verwendet werden.

Was ist bei der Beantragung unbedingt zu beachten?

Die Antragsberechtigten können den Antrag nicht selbst stellen. Das muss zwingend ein sogenannter prüfender Dritter, z. B. ein Steuerberater machen. Näheres lesen Sie in diesem Abschnitt. Im Rahmen der Überbrückungshilfe während Corona sind auch Kosten für den sogenannten prüfenden Dritten förderfähig.

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Corona-Überbrückungshilfe II – 2. Phase der Förderung des Bundes für Unternehmen

Der Bund unterstützt Unternehmen mit der Überbrückungshilfe, wenn diese Corona-bedingt Umsatzeinbrüche zu verzeichnen haben.
Der Bund unterstützt Unternehmen mit der Überbrückungshilfe, wenn diese Corona-bedingt Umsatzeinbrüche zu verzeichnen haben.

Für den Zeitraum Juni bis August 2020 konnten Unternehmen, Solo-Selbstständige und Freiberufler die Überbrückungshilfe I für Corona-bedingte Umsatzeinbußen beantragen. Nun setzt der Bund seine Unterstützung mit der Überbrückungshilfe II fort. Sie umfasst die Monate September bis Dezember 2020.

Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler können diese Förderung ab sofort bis zum 31.01.2020 beantragen. Dann endet die Antragsfrist.

Antragsberechtigung: Wer Überbrückungshilfe II während der Corona-Pandemie beantragen kann

Überbrückungshilfe beantragen können alle Unternehmen (unabhängig von ihrer Größe) sowie Solo-Selbstständige und Freiberufler aller Branchen, vorausgesetzt, sie erfüllen eine der beiden folgenden Bedingungen:

  • Umsatzeinbußen von mindestens 50 Prozent zwischen April und August 2020 in zwei aufeinanderfolgenden Monaten im Vergleich zu den entsprechenden Monaten des Vorjahres
  • durchschnittlicher Einbruch des Umsatzes in Höhe von mindestens 30 Prozent in den Monaten April bis August 2020 im Vergleich zum jeweiligen Zeitraum des Vorjahres

Als Unternehmen, die Überbrückungshilfe für Corona-bedingten Umsatzeinbußen beantragen können, gelten Einrichtungen …

  • mit eigener Rechtspersönlichkeit, wobei die Rechtsform keine Rolle spielt,
  • sofern sie wirtschaftlich am Marktgeschehen teilnehmen und
  • zum 29.02.2020 mindestens einen Beschäftigten hatten, wobei die Stundenanzahl irrelevant ist).

Unternehmen, die als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder in anderen Rechtsformen geführt werden, ohne dass es neben dem Inhaber einen weiteren Beschäftigten gibt, müssen zumindest einen Gesellschafter im Haupterwerb haben.

Antragsberechtigt sind demnach auch gemeinnützige Organisationen im Sinne der §§ 51 ff. Abgabenordnung (AO), wie etwa:

  • Jugendherbergen und Schullandheime
  • Familienferienstätten
  • Träger der politischen Bildung oder des internationalen Jugendaustauschs
  • Einrichtungen der Behindertenhilfe

Keinen Anspruch auf Überbrückungshilfe während der Corona-Pandemie haben Unternehmen …

  • ohne Sitz oder Betriebsstätte in Deutschland
  • die nicht beim Finanzamt angemeldet sind
  • die bereits zum 31.12.2019 in finanziellen Schwierigkeiten steckten
  • deren Gründung nach dem 31.10.2019 erfolgte
  • mit Zugang zum Wirtschaftsstabilisierungsfonds
  • öffentliche Unternehmen
  • Freiberufler und Solo-Selbstständige, die als solche nur im Nebenerwerb tätig sind

Überbrückungshilfe während der Corona-Pandemie: Zur Höhe der Förderung

Überbrückungshilfe während der Corona-Pandemie: Der Höchstbetrag der Förderung liegt bei 50.000 Euro.
Überbrückungshilfe während der Corona-Pandemie: Der Höchstbetrag der Förderung liegt bei 50.000 Euro.

Unternehmen können die Überbrückungshilfe II für September bis Dezember 2020, also für höchstens vier Monate beantragen. Ausschlaggebend für die Höhe der Finanzspritze sind die voraussichtlichen Umsatzeinbußen in diesen Monaten im Vergleich zu den Vorjahresmonaten.

Die Überbrückungshilfe für Corona-bedingte Einbußen dient der Förderung von betrieblichen Fixkosten, die entweder auf einem Vertrag beruhen oder von einer Behörde festgesetzt und vor dem 01.09.2020 begründet wurden. Dies umfasst insbesondere folgende Kosten:

  • Miete und Pacht
  • weitere Mietkosten, z. B. für betrieblich genutzte Maschinen und Fahrzeuge
  • Zinsen für betriebliche Kredite
  • Leasingraten
  • Instandhaltungs-, Wartungs- und Einlagerungskosten für Anlagevermögen und geleaste oder gemietete Gegenstände, inklusive EDV
  • Energie-, Wasser-, Heizungs- und Reinigungskosten sowie Ausgaben für Hygienemaßnahmen
  • Grundsteuern
  • Lizenzgebühren
  • Versicherungen, Telekommunikationen, Abonnements
  • Personalkosten und Kosten für Auszubildende
  • für die Prüfung und Beantragung der Überbrückungshilfe anfallende Kosten

Wichtiger Hinweis zur Überbrückungshilfe während Corona: Der private Lebensunterhalt wird durch diese Förderung nicht gedeckt. Demnach dürfen Krankenversicherungsbeiträge, Zahlungen für die private Altersvorsorge und Mieten für eine Privatwohnung nicht davon bezahlt werden. Auch Unternehmerlohn wird nicht gefördert.

Verfahren zur Überbrückungshilfe während der Corona-Pandemie: Antrag nur durch prüfenden Dritten

Überbrückungshilfe während der Corona-Pandemie: Eine Verlängerung ist bis Ende Juni 2021 geplant, nachdem die zweite Phase ausgelaufen ist.
Überbrückungshilfe während der Corona-Pandemie: Eine Verlängerung ist bis Ende Juni 2021 geplant, nachdem die zweite Phase ausgelaufen ist.

Wer die Corona-Überbrückungshilfe beantragen will, muss sich hierfür zwingend an einen prüfenden Dritten wenden. In Betracht kommen hierfür:

  • Steuerberater
  • Wirtschaftsprüfer
  • vereidigte Buchprüfer
  • Rechtsanwälte

Im Namen des eigentlichen Antragstellers beantragt der Dritte die Überbrückungshilfe während Corona. Die Auszahlung erfolgt anhand der im Antrag gemachten Angaben.

Später erstellt der prüfende Dritte eine Schlussabrechnung, welche die tatsächlichen Umsatzeinbrüche und die tatsächlich angefallenen Fixkosten beinhaltet. Fallen die Einbrüche oder die Fixkosten höher aus als im Antrag angegeben, kann die fehlende Überbrückungshilfe während Corona nach einem Änderungsantrag nachgezahlt werden. Umgekehrt müssen zu viel gezahlte Förderungen zurückgezahlt werden.

Die für die Überbrückungshilfe während Corona geltende Frist endet am 31.01.2021. Bis dahin können Unternehmen über einen prüfenden Dritten Förderungen für die Monate September bis Dezember 2020 auch rückwirkend stellen.

Quellen und weiterführende Links

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