Verbraucher können während der Corona-Pandemie Kreditzahlungen aufschieben

News vom 22. April 2020

Privatpersonen können wegen Corona ihre Kreditzahlungen aufschieben, wenn sie infolge der Pandemie in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind.
Privatpersonen können wegen Corona ihre Kreditzahlungen aufschieben, wenn sie infolge der Pandemie in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind.

Viele Menschen geraten aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise in große finanzielle Schwierigkeiten. Sie müssen wegen betriebsbedingter Kündigung oder Kurzarbeit mit wesentlich weniger Geld auskommen als bisher. Der Bund hat darauf reagiert und ein Gesetz mit einigen Erleichterungen für Verbraucher verabschiedet. Sie dürfen während der Corona-Pandemie Kreditzahlungen aufschieben – unter bestimmten Voraussetzungen.

Voraussetzungen der Stundung von Ratenzahlungen auf einen Kredit

Ab dem 1. April 2020 (kein Scherz!) dürfen Verbraucher Kreditzahlungen für drei Monate aufschieben, wenn sie von der Coronakrise betroffen sind. Das ist jedoch nur unter den folgenden Bedingungen möglich:

  • Es handelt sich um einen Privat- bzw. Verbraucherkredit.
  • Der Darlehensvertrag wurde vor dem 15. März 2020 abgeschlossen.
  • Der Kreditnehmer ist aufgrund der Coronakrise in eine finanzielle Notlage geraten. Er muss belegen, dass er infolge der Kreditrückzahlung seinen Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten kann.

Nur wenn all diese Voraussetzungen erfüllt sind, darf der Verbraucher aufgrund der Corona-Pandemie seine Kreditzahlungen aufschieben. Wichtig ist vor allem, dass der Betroffene seine Zahlungsschwierigkeiten gegenüber der Bank beweisen kann, z. B. indem er eine Bestätigung seines Arbeitgebers über aktuelle Kurzarbeit vorlegt.

Kreditnehmer sollten frühzeitig das Gespräch mit ihrer Bank suchen und diese darüber informieren, dass sie ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können.

Wegen Corona Kreditzahlungen aufschieben – Vorsicht Schuldenfalle!

Lassen Sie sich von der Bank schriftlich bestätigen, dass Sie wegen der Corona-Pandemie Ihre Kreditzahlungen aufschieben dürfen.
Lassen Sie sich von der Bank schriftlich bestätigen, dass Sie wegen der Corona-Pandemie Ihre Kreditzahlungen aufschieben dürfen.

Auch wenn die Stundung vorübergehend etwas Erleichterung verschafft – die Kreditschulden bleiben weiterhin bestehen und müssen zu einem späteren Zeitpunkt zurückgezahlt werden. Damit wächst der Schuldenberg, weil die später fälligen Kreditraten auch noch hinzukommen.

Die Betroffenen müssen deshalb sicherstellen, dass sie ihren Rückzahlungspflichten zu den neuen Fälligkeitsterminen nachkommen können.

Bei weiterhin bestehenden Zahlungsschwierigkeiten empfiehlt es sich, den Rat einer anerkannten gemeinnützigen oder öffentlichen Schuldnerberatung einzuholen.

Tipp! Lassen Sie sich von Ihrem Kreditgeber schriftlich bestätigen, dass Sie infolge der Corona-Pandemie Ihre Kreditzahlungen aufschieben dürfen, welche Vereinbarungen übergangsweise für Sie gelten und dass damit keine Mehrkosten entstehen – auch nicht in Bezug auf die Gesamtlaufzeit. Prüfen Sie genau, ob die neuen Konditionen eine Verschlechterung mit sich bringen. Nehmen Sie sich genug Zeit, um Ihre Entscheidung zur Stundung zu überdenken.

Welche Zahlungen Verbraucher noch verschieben dürfen

Wer aufgrund der Coronakrise in Zahlungsschwierigkeiten steckt, darf auch folgende andere Verbindlichkeiten stunden:

  • Wohnungsmiete
  • Abschlagszahlungen für die Grundversorgung mit Wasser, Strom, Gas, Telekommunikation und Internet
  • Pflichtversicherungen

Doch auch hier gilt, dass die gestundeten Zahlungen später nachgeholt werden müssen. Es ist daher ratsam, sogenannte Primärschulden, die von existentieller Bedeutung sind, immer zuerst zu bezahlen. Hierzu gehört neben der Miete auch die Grundversorgung.

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Quellen und weiterführende Links

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